"guter" Sauerstoff, "böser" Sauerstoff ?

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Kann mir wohl jemand für mich als Laien verständlich und in Kurzfassung erläutern, warum einerseits freie Radikale Sauerstoffverbindungen sind, die mit Antioxydantien bekämpft werden sollten, warum andererseits Sauerstofftherapien empfohlen werden und das spezifische Gewicht des Körpers ja auch zu mehr als 50 % aus Sauerstoff besteht?
Vielleicht ist ja auch ein Link auf einen anderen Beitrag bzw. eine andere Webseite hilfreich?
 
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14.01.04
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Hallo Alfred

Bildlich erklärt: Wenn Du ein leidenschaftlicher fahrradfahrer bist, magst du sicher den sauerstoff auf deiner Ausfahrt, aber magst sicherlich nicht, dass Dein fahrrad rostet. Ein Rosten ist eine verbindung des eisens mit sauerstoff. Deshalb versuchst Du zu verhindern, dâss der gute sauerstoff eine schlechte verbindung mit dem Eisen eingeht (mit Schutzlack oder fett zB bzw Antioxidantien im Körper oder auf der Haut)
 
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Hallo Beat,

danke für Deinen Erklärungsversuch. Ich habe irgendwo Bedenken, dass ich mit Antioxydantien auch den "nützlichen" bzw. lebensspendenden Sauerstoff zerstören könnte, oder ist der so eindeutig von den freien Radikalen bzw. "rostverursachenden" Sauerstoffen zu trennen?

Umgekehrt fürchte ich, dass ich mit einer Sauerstofftherapie auch die Bildung von freien Radikalen fördern könnte. Was ist von Sauerstoffsaunen und der Einatmung von reinem Sauerstoff zu halten?


Gruß

Alfred
 
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08.10.06
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Sauerstoff ist lebensnotewendig! Natürlich bilden sich vielleicht etwas mehr Sauerstoffradikale, wenn man mehr oder konzentrierter Sauerstoff zuführt.

Jeder Sportler kennt das durch Erschöpfung, Muskelkater, Unwohlsein, verlängerte Regenerationsphase. Aber gleichzeitig wird der Stoffwechsel verstärkt aktiviert, was auch wieder Sauerstoffradikale abbaut. Wenn man gesund ist und gut versorgt ist mit Antioxidantien, kann man Sauerstoffradikale problemlos abbauen. Leichter Sport ist gesund und trainiert den Körper auch mit Radikalen besser fertig zu werden. Allein schon die verbesserte Gewebe-Durchblutung unterstützt das.

Aber wenn man krank ist, sollte Sport nur mäßig betrieben werden. Auch für Gesunde kann Sport Mord sein (Leistungssport).

Radikalbildung ist immer die Folge eines normalen Stoffwechsels. Wichtig ist nur, daß dies mit einem richtig arbeitenden antioxidativen System ausgewogen ist.

Sauerstoffradikale können Ionen (elektrisch geladene) Sauerstoffatome oder Sauerstoffverbindungen mit anderen Elementen sein. Besonders wenn elektronen fehlen, greifen solche Radikale Gewebe an oder binden sich an wichtige Nährstoffe oder Botenstoffe und stören so den Körperstoffwechsel.

Sauerstoff aus der Atmung ist O2 und erstmal nur bedingt radikal (z.B. gegen Fettsäuren).
 
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Noch einmal zur Radikalenbildung:
Was ist Oxidativer Stress?
Im menschlichen Körper entstehen in jeder Zelle während der Stoffwechselprozesse, aber vor allem auch Umweltschadstoffe und –gifte wie Schwermetalle, Feinstäube, Lösemittel und durch übermäßigen Konsum von Zigaretten und Alkohol sogenannte „Freie Radikale“.
Freien Radikalen fehlt ein Elektron und sie sind immer bestrebt, dieses fehlende Elektron einem anderen Molekül zu entreißen. Dabei entstehen immer neue Radikale und es kommt in einer Kettenrektion zur stetigen Vermehrung der Radikale im Körper.
Infolge dieser Kettenreaktion entsteht der oxidative Stress, also ein ZUVIEL an Freien Radikalen.

Des Weiteren können Freie Radikale Blutgefäße angreifen und mit dem Zellkern und der Erbinformation (DNS) reagieren, was Mutationen - Veränderungen der genetischen Information - zur Folge haben kann. Diese Veränderungen stellen einen der ersten Schritte in der Krebsentstehung auf molekularer Ebene dar!
............
Hier wird auch ausgeführt, welche Untersuchungen man machen lassen kann :
Folgende LABORANALYSEN im Blut und Harn, die üblicherweise von einem Arzt angeordnet werden, sind zur Bestimmung eines kleinen Nährstoff- bzw. Oxidativen Stress-Profiles sinnvoll und haben sich auch in der täglichen Praxis bewährt:



TAS (Total-AntiOxidant-Status)
Malondialdehyd MDA, Hydroxynonenale HNE,
8-Hydroxy-Deoxy-Guanosin 8-OH-DG (oxidative Schädigungen der Erbsubstanz DNA)
F2 Isoprostane (wichtigster Marker Lipidoxidation!)
Nitrotyrosin (oxidative Schädigungen von Proteinen u. Aminosäuren; Nervenzellen)
Vitamin C, Vitamin E, Beta Carotin, Vit. D3,
Zink, Selen, Kupfer (Vollblut)
GSH Glutathion intrazellulär
Glutathion - S - transferase theta (Entgiftung) .....

Freie Radikale sind Atome und Moleküle mit einem ungepaarten Elektron, die Halbwertszeit der meisten Radikale beträgt nur einige Mikro- oder Millisekunden. Sie sind, chemisch gesehen, sehr instabil, hochreaktiv und reagieren mit den sie umgebenden organischen und anorganischen Verbindungen. Dabei entstehen meistens wieder neue Radikale (Kettenraktion). Sauerstoffradikale zerstören auf diese Art wichtige Zellstrukturen (Phospholipide), Proteine und Nukleinsäuren.
http://www.vitaminlauda.com/stress.htm

Uta
 
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Hallo Alfred

Mit einem Antioxidant kannst Du m. E. zusätzlichen "nützlichen" dh den normalen Sauerstoff, dh in der O2 (O tief 2) Form nicht zerstören.
Wenn es freie Radikale hat, werden diese dem Sauerstoff, den Du so oder so ja hast und brauchst, ein Elektron zur Reduktion des radikalen Stoffes entziehen. D.h durch diesen Entzug wird dieser Sauerstoff dann selber "radikal" etc. Aber durch mehr Sauerstoff hast Du nicht mehr freie Radikale, als wird auch nicht mehr Sauerstoff "radikal" werden.
Als Fahrradbild erklärt: Mehr Rost hast Du unabhängig von der Menge des Sauerstoffes in der Luft (Ausnahme, wenn Du praktisch kein Sauerstoff hast, aber dann kannst Du aber auch nicht mehr atmen), sondern wenn Du mehr blankes Eisen (Radikale) hast.
Durch die Antioxidantien (Radikalfänger) werden die radikalen Elemente gebunden, unabhängig der Sauerstoffmenge. Oder mit dem Fahrradbild: Wenn Du das blanke Eisen zu einem rostfreien Stahl umwandelst, dh zb mit Chrom (Antioxidantien).

Die Einatmung von reinen Sauerstoff hat also m.E. weder positiven noch negativen Einfluss auf die Radikalbelastung.
Wie sinnvoll das einatmen von reinem Sauerstoff ist, kann ich nicht sagen, da ich nicht weiss, gegen oder für was es sein soll. (bei Lungenbeschwerden und bei Gehirnentzündungen kann es zB sehr sinnvoll sein.)
 
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