Grapefruitsaft macht Krebsmittel wirksamer

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08/08/2012

Grapefruitsaft macht Krebsmittel wirksamer
Ein Glas täglich spart zwei Drittel der Medikamentendosis ein

Grapefruitsaft hemmt Enzyme im Darm, die Krebsmedikamente normalerweise abbauen. Dadurch bleibt das Mittel länger im Körper und die benötigte Dosis wird geringer, um die gleiche Wirkung zu erreichen, wie US-amerikanische Forscher berichten. Sie haben den Effekt von Grapefruitsaft auf das Mittel Sirolimus bei 138 Krebspatienten untersucht.
Bereits ein knapper Viertelliter Grapefruitsaft habe den Gehalt an Sirolimus im Blut dieser Patienten um bis zu 350 Prozent erhöht, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin "Clinical Cancer Research". Um auf den optimal wirksamen Blutwert des Medikaments zu kommen, benötigten diese Patienten nur 25 bis 35 Milligramm Sirolimus pro Woche statt der sonst nötigen 90 Milligramm.
"Dies ist die erste Krebsstudie, die diese Wechselwirkung von Nahrung mit einem Medikament untersucht hat", so Studienleiter Ezra Cohen von der University of Chicago und seine Kollegen. Sie zeige, dass ein ungiftiges, in jedem Supermarkt erhältliches Lebensmittel die Bioverfügbarkeit einiger Arzneimittel deutlich verbessern könne.
Geringere Dosis und weniger Nebenwirkungen
Zum Vergleich verabreichten die Forscher einer dritten Gruppe von Krebspatienten den Wirkstoff Ketoconazol, der ebenfalls die abbauenden Enzyme hemmt. Diese Gruppe benötigte sogar nur 16 Milligramm des Krebsmittels. Der Saft habe den Vorteil, dass er nicht giftig ist und auch keine Überdosis hervorrufen könne, schreiben die Forscher.
Den Angaben zufolge könnte die jetzt festgestellte Wirkung des Fruchtsafts dazu beitragen, die Dosis von Sirolimus und verwandter Mittel künftig zu senken. Dadurch blieben den Patienten viele schädliche Nebenwirkungen erspart. Gleichzeitig mache dies aber die Behandlungen auch deutlich kostengünstiger. (tha)
Quelle: Clinical Cancer Research (abstract)
Phase I Studies of Sirolimus Alone or in Combination with Pharmacokinetic Modulators in Advanced Cancer Patients

Grüsse,
Oregano
 
Geringere Dosis und weniger Nebenwirkungen

Das ist noch sehr die Frage. Geringere Dosis ja (kostet dann auch weniger), aber wenn das Krebsmittel lediglich langsamer abgebaut wird, ist die im Körper vorhandene Dosis letztlich gleichgroß.

Übrigens ist diese Wirkung von Grapefruitsaft auch für Antibiotika bekannt, da müssen Leute drauf achten, die langsame Metabolisierung haben (Schnell- vs. Langsammetabolisierer), da kann es leicht mal zu einer zu hohen Dosierung (im Körper) kommen, also ist Vorsicht geboten.

Grüße von Datura
 
Hallo Datura,

ja, ich habe auch an die Warnungen vor Grapefruitsaft gedacht im Zusammenhang mit Medikamenten. DAs war ja auch schon Thema hier im Forum, z.B. hier:
https://www.symptome.ch/threads/wechselwirkung-nahrungsmittel-medikamente-ueber-cytochrom-p450.2737/

Das ist noch sehr die Frage. Geringere Dosis ja (kostet dann auch weniger), aber wenn das Krebsmittel lediglich langsamer abgebaut wird, ist die im Körper vorhandene Dosis letztlich gleichgroß.

Wenn tatsächlich die Menge des Medikaments herabgesetzt werden kann bei gleicher Wirksamkeit, weil der Wirkstoff länger im Körper bleibt, dann ist die Dosis doch auf jeden Fall geringer. Das wäre meiner Meinung nach durchaus ein Vorteil.

Die Frage bleibt allerdings für mich, ob die längere Verweildauer im Körper nicht letztlich auf das gleiche herauskommt wie kürzere Verweildauer aber höhere Dosis?

Grüsse,
Oregano
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
ob die längere Verweildauer im Körper nicht letztlich auf das gleiche herauskommt

Ja, eben, es sammelt sich ja an! Die Dosis im Körper wird dadurch sicher nicht verringert, auch nicht die Nebenwirkungen - aus meiner Sicht.

Datura
 
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