Glück, was ist das überhaupt?

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Hallo philia,
was Du zu dem Aufsatz der Schülerin schreibst, ging mir auch so durch den Kopf ;) .
Und irgendwie erinnere ich mich gerade an die 50iger Jahre nach dem Krieg und die Filme, die damals gezeigt wurden : Heimatkitschfilme voller Glückseligkeit, Probleme wurden möglichst ausgeblendet; der Krieg hatte genug Unheil und Unglück gebracht. Jetzt war das Glück dran.
Nur denke ich im Rückblick, daß diese angeblich „glückliche“ Welt in Wirklichkeit eine Pseud-Glückswelt war, in der Probleme einfach ausgeblendet wurden, weil man nichts mehr davon hören wollte.
Vielleicht hatte das später eher ungute Folgen, weil es mit dieser Vor“bildung“ schwer fiel, genau hinzuschauen, was so alles unter „Glück“ und „Unglück“ lief.

... Der Erfolg beim Publikum kann unter anderem auf die im Film vermittelten Weltbilder zurückgeführt werden. Nicht die Erneuerung der gesamten Gesellschaft und ihrer Institutionen wurde gewünscht, vielmehr bestand die Sehnsucht nach stabilen und anerkannten Werten und Einrichtungen – wie in der Zeit vor dem Krieg und vor Flucht und Vertreibung. Der Heimatfilm kann in dieser Weise als eine Art Realitätsersatz und Traumwelt angesehen werden, der mit seinem trivialen Charakter einen „milden Anreiz zum Ausruhen, als einzigartige Gelegenheit der Entspannung“[30] besitzt, wie dies von Umberto Eco beschrieben wird. ...
(Sehr interessanter Artikel, finde ich)

Grüsse,
Oregano
 
wundermittel
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Hallo Oregano,
bei der wirklich tollen und umfassenden Glücks-Definition (welchen Preis mag sie bekommen haben – den 1., den 2. oder den 3. Preis?), wobei ich bei dem vorgegebenen Thema schon dachte: So differenziert gehen wohl die wenigsten, vor allem jungen Menschen daran, kann jeder noch was dazulernen.

In den 1950ern gab es bei uns noch kein TV, meinst du evtl. Kinofilme? Heimatkitsch ist ein Wort, bei dem mir schon ganz anders wird. = Heimat ist keine Landschaft, sondern da, wo man sich zu Hause und geliebt fühlt, finde ich jedenfalls. Ansonsten provoziert das Wort bei mir fast ausnahmslos sowas wie Brechreiz: Wenn Trachtenkleider, Berge... Lokalpatriotismus, verbunden mit Scheuklappenmentalität, sich stets und überall Lieb-Kind machen wollen zusammenkommen mit Friede-Freude-Eierkuchen-Problemlosigkeit, kann das kein Glück sein.
Das sollten damals hoffentlich trotzdem viele verstanden haben.

Bei uns kam Mitte der 60er Jahre, kurz nach dem Tod meines Vaters (der nie einen Fernseher haben wollte, er hat mit uns Familienleben selbst gemacht, ist aktiv gewesen, hat echtes Glück gelebt mit uns) der erste Schwarz/Weiß-Fernseher in die Wohnung. Da gab es Filme aus der Zeit (die du meinst?) z. B. mit Heinz Erhardt, wo ja aber das Thema Glück eher gewollt überspitzt wurde. Das fand ich wieder ganz lustig.

Die Welt damals wurde eindeutig mit dem, was „Experten“ damals für Glück erklärten, übertüncht, übermalt. Auch in den 60ern hat man, haben junge Leute dann aus dem „Muff“ des vorherigen Jahrzehnts durch „Befreiung“ von Regeln, Konventionen etc. glücklicher werden wollen, indem sie musikalisch, modisch und sexuell „Fesseln“ sprengten. So funktioniert Glück aber auch nicht, genausowenig wie Konsum, wenigstens nicht auf Dauer.

Wenn man mich fragt, für mich kann Glück jeden Tag etwas anderes sein, eine Radtour mit Freunden gestern, ein kleines Erfolgserlebnis heute, ein Überraschugsgeschenk morgen, eine größere Aufräumaktion in der Wohnung übermorgen usw. - Dauerhaftes Glück aber ziehe ich z. B. aus dem 13. Vers des 13. Kapitels aus dem 1. Korintherbrief des Apostels Paulus in der Bibel, wo die Liebe so unübertroffen schön definiert wird: Vers 13 = „Nun aber bleiben diese drei: Glaube, Hoffnung, Liebe. Doch am größten von ihnen ist die Liebe.“ - Und all das gebe ich nie auf.
 
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12.10.18
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In den 1950ern gab es bei uns noch kein TV,


Am 22. März 1935 wurde in Deutschland der erste regelmäßige Fernsehprogrammbetrieb der Welt eröffnet

Der offizielle Termin des Beginns des deutschen Fernsehens ist der 25. Dezember 1952.

Seit 1954 werden auch Regionalprogramme ausgestrahlt.



lg
sunny
 
regulat-pro-immune
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16.02.18
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Mir fällt spontan zum Thema ein, dass wahrscheinlich jeder glücklich ist, der in sich ruht, trotz aller Sorgen und Probleme, Krankheiten ...

dennoch auf das blicken kann wofür er / sie dankbar ist. Wir hier alle (denke ich) sind reich beschenkt, an Nahrung, haben ein gemütliches Heim, egal ob Wohnung oder Villa, Zugang zur Natur, manche Familie, Menschen, die einen lieben und für die wir das Größte u. Beste sind, Menschen, die wir lieben, Freunde, Gemeinde, Verein oder auch allein zufrieden und heute hoffentlich alle einen gemütlichen, schönen Feiertag an dem jeder tun und lassen kann was ihm beliebt und was er mag.

Ich genieße heute die Ruhe und habe nichts geplant, das liebe ich und lasse den Tag sich selbst füllen, lesen, PC, kochen und abends mit Freunden treffen in der Gemeinde, diese Tage liebe ich, nun mache ich mir einen Obstsalat, ich hab alles was mir schmeckt dafür da, was wollte ich mehr 🙂

trotz allem was mir nicht an meinem Leben gefällt, wollte ich mit niemanden tauschen und ich vermute mal, das geht euch allen so 🤔
 
regulat-pro-immune
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Ich mag ja die Honigperlen und ich finde immer wieder gute Gedanken auf den entsprechenden Seiten.

z.B.:


... Glück ist eine Frage der Entscheidung!

Es ist kein Geheimnis mehr, dass Lebensfreude, Glück und Zufriedenheit mit der richtigen Lebenseinstellung einher gehen. Dennoch vergessen das viele unter uns immer wieder mal und suchen die Schuld für ihre Unzufriedenheit dann im Außen. Das ist nicht weiter verwerflich, schließlich liefert die Umwelt ja auch genug Gründe zum Unglücklichsein. Das schlechte Wetter, die miesen Arbeitsbedingungen, die lästigen Kunden, der schlecht gelaunte Partner, die schreienden Kinder und nicht zu vergessen die miserable Politik.
All diese Faktoren mögen zwar bestehen, die Aufmerksamkeit aber schenken wir ihnen, indem wir uns kontinuierlich mit ihnen beschäftigen, sie zum Gesprächsthema Nr. 1 machen und abends vor dem Schlafengehen noch eine kleine „Ich ärgere mich – Einheit“ einlegen.

Schluss damit – ein neuer Versuch!

Schluss damit – kann ich euch empfehlen! Die äußeren Umstände, so schlecht du sie auch derzeit bewerten magst, haben nur wenig mit unseren Glücksgefühlen zu tun. Im Rahmen von Honigperlen durfte ich viele Menschen kennen lernen, die scheinbar kaum Anlass zum Glücklichsein, haben. Einige leiden an unheilbaren Krankheiten, andere leben mit körperlichen Behinderungen und weitere stammen aus sozial schwachen Verhältnissen und haben sehr wenig Geld zur Verfügung.
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Das Faszinierende an ihnen ist, dass kaum jemand unter ihnen unglücklich ist. Sie haben die äußeren Umstände, die nicht zu ändern sind, angenommen und sich anschließend wieder den schönen Dingen des Lebens zugewandt. Und genau das kann jeder von uns!
Fokussiere dich auf die schönen und guten Bereiche in deinem Leben und sie werden sich vermehren!

5-Minuten Methode – einfach glücklich ...


Ich überlege gerade, ob nicht auch die Erziehung eines Menschen dazu beiträgt, daß er zufrieden glücklich sein kann oder nicht.
Wenn er schon in der frühen Kindheit Erfolg mit dem „sich Beklagen“ durch Schreien, schlechte Laune, Forderungen usw. hatte, dann mag das als Verhaltens- und Denkmuster bestehen bleiben ebenso wie die Erwartung, daß die Hilfe für irgendwelche unerfreulichen Zustände von außen kommt. Das ist immer schwierig und riskant, weil eben diese Hilfe von außen häufig nicht kommt und wir deshalb dann noch unzufriedener sind.

Grüsse,
Oregano
 
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18.03.12
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Liebe Mara,
heute war so ein Tag an dem ich deine Beschreibung vom Glück brauchte und sie tat mir sooo gut. Alles was mich gerade störte, trat in den Hintergrund, denn durch deine Zeilen verspürte auch ich mein Glück. Danke!❤️

Mir gefällt auch der Blogbeitrag " Glücklich, trotz Krankheit?" aus unserem Forum von Mag. Beate Handler🍀👍


Ich glaube schon, dass die Erziehung auch eine gewisse Rolle spielt, Oregano, da wir uns aber im Laufe unseres Lebens weiterentwickeln liegt es wohl an jedem Einzelnen selbst, ob er glücklich oder unzufrieden sein möchte.

Liebe Abendgrüße von Wildaster
 
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16.02.18
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Ich überlege gerade, ob nicht auch die Erziehung eines Menschen dazu beiträgt, daß er zufrieden glücklich sein kann oder nicht.
Ich denke auf jeden Fall, dass das eine besonders große Rolle spielt, vor allem das Verhalten der Eltern, da sich Kinder in der Regel daran orientieren.

Ich hatte eine unzufriedene Mutter (obwohl sie immer genug Geld zur Verfügung hatte u. nie arbeiten musste und alles Materielle hatte, schönes Haus mit Garten, schickes Auto, was sie sich wünschte, alle Freiheiten ihre Tage zu gestalten, keiner hat ihr je drein geredet ...)

und auf der anderen Seite, Gott sei Dank, einen Vater, der stets in sich ruhte, gut gelaut meist war und das Leben in vollen Zügen genossen hat (obwohl er eine leitetende Position hatte und viel gearbeitet hat und somit des öfteren weniger anwesend war), er war gläubig und hat sich daran orientiert, ich vermute, das hat ihn glücklich und zufrieden gemacht und er liebte mich, das war schon wunderbar und so habe ich mich vermutlich mit zunehmendem Alter an ihm orientiert, mein ein und alles, als Kind wollte ich ihn immer heiraten, ich denke das sagt viel aus 😀. Wir waren viel zusammen unterwegs, Schwimmbad, Kirche, kleine Ausflüge, da wollte meine Mutter nicht mit, mich hats natürlich gefreut ...

Wenn er schon in der frühen Kindheit Erfolg mit dem „sich Beklagen“ durch Schreien, schlechte Laune, Forderungen usw. hatte, dann mag das als Verhaltens- und Denkmuster bestehen bleiben ebenso wie die Erwartung, daß die Hilfe für irgendwelche unerfreulichen Zustände von außen kommt. Das ist immer schwierig und riskant, weil eben diese Hilfe von außen häufig nicht kommt und wir deshalb dann noch unzufriedener sind.
Ich habe als Kind lernen müssen, wenn ich heule bekomme ich gleich noch mal eine Watschen oben drauf, somit hat mir das nix genutzt, mit Geschrei bin ich auch nicht weiter gekommen bei meiner Mutter, sie konnte mich einfach nicht leiden und hat stets an mir rumgenörgelt -

per später konnte ich das in ein vorteiliges Erleben in meinem Kopf umwandeln,

das war so viel Leid und psychische Gewalt, dass ich mich sehr früh von ihr innerlich abgenabelt habe, da war ich noch ganz klein, und mir später als ich selbst Mutter wurde, ganz genau überlegt habe, was ich tue, mein Ziel war eine zufriedene, in sich ruhende, gefestigte Mutter zu sein, die zu ihren Kindern steht und ihnen den Rücken stärkt, die bemüht ist fair zu sein,

klar man wird das nie perfekt hin bekommen, soll auch keiner, Kinder müssen auch die Schwächen der Eltern erleben, Kinder spüren, wenn sie Eltern um sich haben, die sich bemühen und ihre Kinder aus vollem Herzen fähig sind zu lieben.
Und das konnte ich, meine Kinder aus vollem Herzen lieben, was ein großes Geschenk ist und hier ergibt sich Weiteres wie von selbst.

Das war jetzt persönlich von mir, das Thema hat mich sehr berührt @Oregano , ich hatte deine Zeilen bereits gestern gelesen und sie haben in mir gewirkt.

Klar bin ich manchmal noch ein klein wenig traurig darüber, wie das mit meiner Mutter so war und wie sie auch noch heute ist im Alter, kaum unverändert (als Oma ist sie netter u. bemüht, das möchte ich nicht vergessen zu erwähnen 👍),
mein Vater ist leider vor ca. 18 Jahren gestorben; damit konnte ich umgehen, er war bereit für den Herrn, das hat er sich nach schwerer Krankheit gewünscht und so musste er, Gott sei Dank, kaum leiden, in meinem Herzen lebt er weiter und meine Kinder durfte er auch bis zu ihrem 11. u. 12 Lebensjahr begleiten.

So hat jeder seine Geschichte, ein Kind zu sein ist meist nicht leicht, manche Kinder müssen sehr schlimmes erleben und werden dadurch geprägt, das bleibt bis ins tiefe Alter hinein, auch wenns möglich ist zu vergeben und zu verzeihen, für einen selbst, trotzdem bleibt der Schatten auf einem kleben und so prägt sich das eigene Leben und ja, wir entscheiden selbst, was wir von all diesen Erfahrungen nehmen und heute leben und glücklich sind oder auch nicht.

Schöne Grüße
von Mara
 
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16.02.18
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Ich freu mich aufs Wochenende, seit heute morgen, als ich aufgewacht bin,

Vorfreude betrachte ich als etwas ganz Besonderes, auch wenn es dann doch anderes kommen mag und die Pläne durch irgend was durchkreuzt werden, die Vorfreude aber, kann einem keiner nehmen, die hat man ja trotzdem gehabt und genossen, oder?

Manche Menschen wissen das vielleicht nicht, die sagen dann "da war die Freude ganz umsonst", was für ein Quatsch, eine Freude ist niemals umsonst, denn sie hat einen froh und glücklich gemacht, das ist das Schöne an der Vorfreude, das wollte ich nur mal erwähnen :),

schönes Wochenende euch allen und das Fröhlichsein keinesfalls vergessen,
wünscht Mara
 
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18.03.12
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" Dem Glück auf der Spur"🍀🍄
In diesen sehr interessanten und kurzen Videos begibt man sich auf eine Reise durch unseren Körper und lernt die Anatomie unseres Körpers besser verstehen und - dass das Glück in jedem von uns wohnt.:):):)

In den Körperwelten Heidelberg steht das Glück im Mittelpunkt!

Auch Besucher beschreiben ihr Glück und, dass es eine Ministerin für Glück und Wohlbefinden gibt, dass habe ich neu dazugelernt und finde es cool und besonders das Schulfach Glück.:cool:

Liebe Grüße von Wildaster🌺🌼🌸



 
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regulat-pro-immune

Ilira

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Das Glück besteht nicht darin, geliebt zu werden, es besteht darin, zu lieben.“
(Thomas Mann, dt. Schriftsteller)

Das ist auch Teil einer Übung, die eine tibetisch buddh. Lehrerin in einem Buch über spirituelle Freude beschreibt.
Freude und Glücksempfinden seien bereits im Inneren, man müsse "nur" erspüren, dass sie da seien, indem man den Blick darauf richte.

Geübte könnten selbst in unglücklichen Situationen dieses Empfinden immer wieder wach werden lassen, unabhängig der äusseren Umstände.
Bei der Übung wird, um zu üben, am Anfang auch ein Verstärker oder Wach-Stuppser genommen:
Man könne sich an Momente der gefühlten Liebe erinnern. Diesen Inhalt in sich aufsteigen lassen, den Fokus darauf richten, den Rest loslassen und im Gefühl verweilen. (Manchmal bleibt man dann allerdings bei der Person hängen, die das in einem wachruft. Dann schweift man etwas ab. Aber das macht nichts. Das ist menschlich. Man kann sich auch in der innernen Dankbarkeit dem Menschen gegenüber aufhalten dann, der dieses Gefühl in einem ausgelöst hat, er wurde damit zu einem "Werkzeug" für das eigene Wachstum).
Das gleiche gilt für das Glücksgefühl: in der Übung Glücksmomente erinnern, das Gefühl aufsteigen lassen, den Inhalt loslassen und den Fokus auf das Gefühl beibehalten.

Deswegen finde ich das, was Mara zur Vorfreude gesagt hat so toll:
Vorfreude betrachte ich als etwas ganz Besonderes, auch wenn es dann doch anderes kommen mag und die Pläne durch irgend was durchkreuzt werden, die Vorfreude aber, kann einem keiner nehmen, die hat man ja trotzdem gehabt und genossen, oder?

Manche Menschen wissen das vielleicht nicht, die sagen dann "da war die Freude ganz umsonst", was für ein Quatsch, eine Freude ist niemals umsonst, denn sie hat einen froh und glücklich gemacht, das ist das Schöne an der Vorfreude, das wollte ich nur mal erwähnen :),
 
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Das gleiche gilt für das Glücksgefühl: in der Übung Glücksmomente erinnern, das Gefühl aufsteigen lassen, den Inhalt loslassen und den Fokus auf das Gefühl beibehalten.
Manchen Menschen gelingt es gut, sich selbst Freude zu machen.

Gut ist es, wenn man das als Kind bereits lernt. Man kann auch beschließen sich jetzt einfach mal zu freuen und was Schönes zu tun und dann entfacht die Freude mit der Zeit.

Freude hat aus meiner Sicht viel mit Dankbarkeit zu tun. Je dankbarer ein Mensch ist, desto mehr freut er sich. Man kann sich über seinen Körper freuen, wie gut der funktioniert (falls dem so ist), über die Füße ..., über die Blumen, den herrlichen Balkon, die Schmetterlinge ..... da gibt es zig Dinge,

Wir alle hier in Deutschland (viele zumindest) sind so reich beschenkt, wir können uns über die schöne Wohnung, gutes Essen, Bett, Badewanne, fließend warm und kalt Wasser, Trinkwasser, Kühltruhe, Waschmaschine usw., über mein tolles Büro an allen Arbeitstagen, mit Blick auf einen großen Park mit vielen Bänken und Pflanzen, es ist gemütlich dort und liegt im Norden, so plagt mich im Sommer die Sonne nicht ....

Jeder kann massig Dinge in seinem Leben finden, auch wenn man grad ein Leid hat, bleiben diese freudigen Dinge bestehen, das darf man nicht vergessen.

Als Mutter ist man meist sowieso gut darin geübt.

Bei weniger guter Laune, hab ich mir meine beiden kleinen Kinder angesehn und wir hatten an dem Tag vielleicht noch nichts vor, so habe ich gesagt,
"kommt wir machen nachher was, was uns alle freut" und schon haben sie sich gefreut und somit hab ich mich auch gefreut und so wurde aus dem Tag noch was Besonderes und irgendwie behält man / ich das bei, meine Töchter sind längst erwachsen und sind ebenfalls sehr fröhlich, Gott sei Dank!

Christen sind meist fröhlich (ich mein nicht schlecht gelaunten Kirchgänger), viele Bibelstellen berichten von der Freude, der Herr freut sich an den seinen wenn sie freudig sind und wenn sie das sogar im Leid schaffen ist die Freude groß,
Christen freuen sich in der Regel sehr am Herrn und beten in Freude und kreisen sich weniger um sich selbst sondern blicken mit einer großen Hoffnung in eine herrliche Ewigkeit,
da erscheint dieses klitzekleine Weltleben eine Kleinigkeit.

Noch ein Psalm (118:24), der erfreut:
Dies ist der Tag, den der HERR macht;
lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

Mich macht mein Glaube sehr, sehr froh.

Eine große Rolle spielen auch die Menschen, die einen umgeben, von schlecht gelaunten Miesepetern sollte man sich abgrenzen bzw. Abstand halten und den Kontakt so gut wie möglich einschränken.

Nun ist mir viel zur Freude eingefallen, dass mich das gleich richtig freut 😊

Einen fröhlichen Feierabend allerseits,
Mara
 
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Geübte könnten selbst in unglücklichen Situationen dieses Empfinden immer wieder wach werden lassen, unabhängig der äusseren Umstände.
Bei der Übung wird, um zu üben, am Anfang auch ein Verstärker oder Wach-Stuppser genommen:
Man könne sich an Momente der gefühlten Liebe erinnern....

Ich überlege gerade wie das geht und welchen Sinn das macht?

Spontan würde ich dazu sagen, bevor ich mich an ein vergangenes Liebesgefühl erinnere oder eine vergange Freude, mache ich mir gleich eine neue Freude und ein liebevolles Gefühl in mir lass ich warm werden für etwas / jemand, den ich liebe.

Oder ich hab das nicht recht kapiert @Ilira .

Das Glück besteht nicht darin, geliebt zu werden, es besteht darin, zu lieben.“
(Thomas Mann, dt. Schriftsteller)
Das nehme ich auch so wahr. Toll ist es natürlich geliebt zu werden, aber noch schöner und erfüllender ist es zu lieben, das ist wunderbar.
 
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Ilira

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Freude hat aus meiner Sicht viel mit Dankbarkeit zu tun. Je dankbarer ein Mensch ist, desto mehr freut er sich. Man kann sich über seinen Körper freuen, wie gut der funktioniert (falls dem so ist), über die Füße ..., über die Blumen, den herrlichen Balkon, die Schmetterlinge ..... da gibt es zig Dinge,

Wir alle hier in Deutschland (viele zumindest) sind so reich beschenkt, wir können uns über die schöne Wohnung, gutes Essen, Bett, Badewanne, fließend warm und kalt Wasser, Trinkwasser, Kühltruhe, Waschmaschine usw., über mein tolles Büro an allen Arbeitstagen, mit Blick auf einen großen Park mit vielen Bänken und Pflanzen, es ist gemütlich dort und liegt im Norden, so plagt mich im Sommer die Sonne nicht ....
Schön, was du da schreibst.

Dankbarkeit:
Auch das ist etwas oder eine "Praxis", die ich in einem etwas anderes betreffenden Selbsthilfe-Programm bewusster zu "praktizieren = wahrnehmen" gelernt habe.

"The attitude of gratitude" - die Haltung der Dankbarkeit.
Dazu gehört es, sich jeden Abend bewusst vorm ins Bett gehen ungefähr drei Dinge innerlich aufzurufen für die man dankbar ist.
Und seien sie auch noch so klein.
Es ist schön, wenn du das so schon lange hast. Vielleicht ist die Fähigkeit dazu in dir früh durch deinen Vater genährt worden?
Ich habe Dankbarkeit b e w u s s t e r erst empfunden, als mein Sohn in mein Leben kam und auch da gab es eine Zeit im Außen, die mir das kurz und klein brechen wollte.
Heute ist es für mich selbstverständlich, Dankbarkeit zu empfinden. Es gibt vieles, wofür ich dankbar bin.


Ich überlege gerade wie das geht und welchen Sinn das macht?

Spontan würde ich dazu sagen, bevor ich mich an ein vergangenes Liebesgefühl erinnere oder eine vergange Freude, mache ich mir gleich eine neue Freude und ein liebevolles Gefühl in mir lass ich warm werden für etwas / jemand, den ich liebe.
Es ist eine der Möglichkeiten - die ist auch unabhängig von der Zukunft, von Erwartungen, von anwesenden Menschen.
Man hat es bereits erlebt, es ist "da".
Das ist hilfreich in Situationen in denen man länger nichts "machen" kann, länger nicht handeln kann, nichts tun kann. Niemand anwesend ist. Oder eine Phase, in der im Leben nichts mehr zu stimmen scheint.
Vergangene Liebesempfindungen oder aktuelle, das ist egal.
Im Großen und Ganzen meinte ich mit "sich daran erinnern" einfach das, dass man es in sich aufruft und an etwas denkt.

Natürlich könnte man auch etwas anderes "nehmen". Jeder das, was für ihn passt.
Ich habe damit nur einen Punkt von mehreren aus der Übung genannt, um Freude und somit Glück in einem selbst zu entfachen, ins Schwingen zu bringen. Es ist ja eine Übung, die bewusst gemacht wird.

Die Punkte, die die Lehrerin nannte, waren:

- Entspannung - das Schöne daran wahrnehmen.
- Lächeln - und beobachten, wie langsam etwas Freudigeres durch das Lächeln einzieht in einen.
- Selbstliebe - Sich selbst bewusst ein liebevolles Gefühl senden, wie eine gütige Mutter, die einen liebend mit einem Lächeln betrachtet (das finden manche allerdings schwer, kann ich verstehen)
- Humor - auch über sich selbst lachen (im gütigen, neckischen Sinn, und nicht auslachend)
- An jemanden denken, den man liebt. (Im Jetzt)
- Eine Erinnerung aufsteigen lassen an ein Erlebnis, in dem man glücklich war.
- Sich erinnern, wie es war, wenn man glücklich war.
- Sich vorstellen, das man glücklich i s t. Wie fühlt es sich an, wie will ich mich fühlen...
- Spirituelle Hingabe entwickeln - für manche kann der Gedanke an einen spirituellen Lehrer oder Gott Freude entfachen. (In mir entfacht der Gedanke an spirituelle Lehrer eher Kraft, Klarheit und Hoffnung)
- Jede Form bedingter Freude - ausser Drogen und Süchteleien natürlich.

Ich neige zum sehr viel denken. Ich bräuchte manchmal fünf Gehirne, um das alles zu denken, was ich denken möchte und manchmal auch nicht denken möchte - da braucht es Anker.
Vielleicht fällt mir das Vieldenken aber auch nur deswegen auf, weil ich meditiere und seitdem merke, was man alles denkt, wenn man denkt, dass man nichts denkt. :D
In meiner Jugend und als Kind habe ich sehr viel gegrübelt - etwas, das einem wirklich nicht guttut.
Mir hat niemand geholfen, das abzustellen, es kann alles beschatten und verdunkeln.
Meine Mutter grübelte extrem. Ich habe sie nicht einen Tag durchgehend frei erlebt und ich erinnere keinen einzigen Tag, an dem ich mich in Kindheit und Jugend durchgängig unbeschwert erlebt habe. Keinen einzigen.
Aber Momente davon habe ich erlebt. Mit meiner Mutter waren es Aufenthalte in der Natur.
Spaziergänge - da war sie anwesend und da haben wir auch viel gelacht miteinander.
Ich bin froh, dass ich das heute schnell erkenne und abstellen kann, sollte ich mich beim Grübeln erwischen. Grübeln ist Gift für alles.
Ich habe für das Grübeln meiner Mum heute rückblickend tiefes Mitgefühl. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie qualvoll das sein kann, wie ausgeliefert man daran sein kann, wenn man nicht weiß, wie man das abstellen kann.
Das Problem dabei ist, dass ein wirklich grübelnder Mensch sich kaum mehr vorstellen kann, wie sich positive Emotionen anfühlen.
Ich bin dankbar dafür, beide Seiten zu kennen, es sensibilisiert für das Seelenleid anderer.
Deswegen gehen mir auch die seelisch unglücklich gewordenen Jugendlichen unter der Pandemie sehr zu Herzen.



Für mein persönliches Glück gehörte/gehört beides zusammen. 💞🍀🍀🍀
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Ja. Dankbar kann man sein, wenn man geliebt wurde und auch wird, denn das legt den Grundstein für etwas noch viel Größeres, wie ich finde: lieben zu können.
Jeder Mensch, der jemandem das Gefühl der Liebe geschenkt hat oder der das Gefühl "zu lieben" in jemandem entstehen lassen konnte, trägt auch auf irgendeiner Ebene zu dessen innerem Wachstum bei. (empfinde ich so).

In der jetzigen Zeit halte ich es auf jeden Fall für essenziell sich so oft als möglich der Freude zu widmen.
Sie vielleicht auch ein bisschen weiter zu geben.
 
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