Eure Meinung zu meinen Upright-MRT Bildern

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Kuklinski schreibt ja, dass eine Auslenkung des Dens bei der Seitneigung für eine Instabilität sprechen würde. Auf meinen Bildern scheint mir das der Fall zu sein. Ich habe noch Sandberg-Röntgen durch den offenen Mund in Seitneigung, die ähnlich aussehen.

Jetzt schreibt der Radiologe des Upright-MRT aber nichts von einer Instabilität. Im Gegenteil heißt es in dem Bericht: "Im Rahmen der Funktionsuntersuchung kommt es bei der Seitenneigung beidseits zu einem ausreichenden Bewegungsausschlag." Ich verstehe das so, dass die Bewegung des Dens laut dem Radiologen nicht nur nicht pathologisch ist, sondern dass im Gegenteil ein nicht ausreichender Bewegungsausschlag pathologisch wäre. Also genau das Gegenteil von dem, was Kuklinski sagt.

Was fange ich nun damit an? Wer hat recht? Gibt es eine Quelle (Studie, Fachbuch, Expertenmeinung, ...), die mal darlegt, was nun als pathologisch und was als normal anzusehen ist?

Ich habe erhebliche Beschwerden, die aufs Kopfgelenk zurückzuführen sind. Das ist mittlerweile klar, weil diese sich unter HWS-Training deutlich verschlechtern. Für mich ist lediglich die Frage, ob eine Instabilität vorliegt oder nur eine Funktionsstörung. Und falls eine Instabilität vorliegt, ob eine OP-Indikation besteht (hier wäre ich übrigens über den Hinweis auf einen Neurochirurgen/Orthopäden dankbar, bei dem man mal eine Zweitmeinung einholen kann).

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Kate

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Ich verstehe das so, dass die Bewegung des Dens laut dem Radiologen nicht nur nicht pathologisch ist, sondern dass im Gegenteil ein nicht ausreichender Bewegungsausschlag pathologisch wäre.
Ich würde diese Aussage genauso interpretieren.
(hier wäre ich übrigens über den Hinweis auf einen Neurochirurgen/Orthopäden dankbar, bei dem man mal eine Zweitmeinung einholen kann).
Dazu gibt es hier verstreut in der Rubrik Tipps, die ich nicht im Kopf habe und die teils auch nur von einem Mitglied stammen oder zu denen es unterschiedliche Meinungen gibt.

Generell ist die Frage, welche Abweichungen des Axis von der mittigen Position pathologisch sind, umstritten - Einigkeit besteht nach meiner Information einzig darin, dass ein Rückenmarkskontakt bzw. Aufbrauchen des Subarachnoidalraums in Funktionspositionen (Vor- oder Rückneigung) zusammen mit Symptomen (Schwindel, Übelkeit o.ä.) pathologisch ist. Dazu steht etwas im Wiki, das meine ich aus dem Kapitel eines neurologischen Lehrbuchs stammt, das Dr. Volle geschrieben hat.

In letzter Konsequenz muss man sich da als Patient wohl selbst eine Meinung bilden, z.B. basierend darauf, welche Beschwerden durch welche Haltungen oder Bewegungen ausgelöst werden.

Gruß
Kate
 

Kate

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Aus dem Wiki:
Im Zusammenhang mit HWS-Instabilitäten wird, u.a. von dem Neuroradiologen Dr. med Eckard Volle, teils auch der Ausdruck „dancing dens“ (deutsch „tanzender Dens“; gemeint ist der Dens Axis) verwendet. Volle bezeichnet damit das Links-Rechts-Taumeln oder die Vor-Rück-Bewegung des Dens während der Durchführung eines funktionalen MRT (in dem maximale Funktionspositionen eingenommen werden). Ein weiteres Kriterium zur Kennzeichnung von Instabilitäten des KZÜ ist nach Volle das Aufbrauchen des Subarachnoidalraumes (spaltförmiger zwischen zwei Hirnhäuten liegender Raum um das Zentralnervensystem herum), das zu Rückenmarkskontakt der Densspitze führt.


Kuklinskis Forschungsansatz ist ebenso wie die Diagnose KISS-Syndrom durch die evidenzbasierte Medizin bislang nicht anerkannt. Auch scheinen die Kriterien für die Diagnose einer Instabilität der HWS nicht einheitlich zu sein und werden von Kuklinski, Volle u.a. wohl weiter gefasst als in der offiziellen Medizin üblich (siehe Abschnitt 7.2, sowie die AWMF-Leitlinie zum Beschleunigungstrauma der HWS unter Abschnitt 7.4).

... wissenschaftlich unstrittig ist nach Volle, dass ein funktioneller Rückenmarkkontakt der Densspitze bei gleichzeitigem Eintreten von Symptomen (z.B. Unwohlsein mit Brechreiz, direkt auslösbare Atembeschwerden) pathologisch ist.
 
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Die oben von mir eingestellten Bilder sind schon alt (> 10 Jahre). Ich hatte aktuell nochmals ein Upright-MRT in München (anderer Radiologe wie damals). Anbei der Bericht.
 

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