Bewusst im Hier und Jetzt leben

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01.01.04
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In welcher Zeit lebt Ihr?
Viele Leute leben in der Vergangenheit, trauern Dingen/Ereignissen nach, die mal waren und die vielleicht nie mehr kommen.
Andere leben nur in der Zukunft, planen weit im voraus, wünschen sich viel und erwarten genau so viel vom Leben.
Entgeht nicht beiden Gruppen dann die Gegenwart ... das Wichtigste überhaupt? Jeder Tag für sich sollte gelebt werden, als wär's der letzte. Und so wird aus der Gegenwart das Kostbarste und Beste.

So, zu diesem Thema gibt es doch bestimmt vieles zu diskutieren. Einerseits aus dem Denkansatz überhaupt und andererseits durch entsprechende Beispiele aus Eurem Leben.

Ich wünsche Euch einen schönen Tag!!

Gruss, Marcel
 
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09.11.04
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Hallo,

ich glaube manchmal kann man die Wochenthemen garnicht so genau trennen:idee:.

Ich habe in Wochenthema 7 über meine Freundin geschrieben, das ist genau das! Ich habe in dieser Freundschaft nur die Vergangenheit gesehen und nicht wie es heute ist.

Irgendwie ist es merkwürdig, um so älter man wird umso mehr redet man über die Vergangenheit, was für tolle Dinge man erlebt hat usw.
Man vergisst ganz dabei dass demnächst ja auch weitere tolle Dinge anliegen....der nächste Urlaub wartet schon:D
 
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05.10.05
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Der erste Gedanke von mir. Ich hatte jahrelang vor gehabt, mal wieder das Haus aufzusuchen, in dem ich die ersten 6 Jahre gelebt hatte. Wir waren 1972 dort ausgezogen und ich war nie wieder dort. Jahrelang verfolgte mich eine Unruhe, dass ich da mal hin muss. Vor 5 Jahren hab ich mich dann wirklich mal auf den weg gemacht. Ganz allein, musste auch sehr lange dort suchen und fand es wieder. Ein ganz normales Haus, aber gut erhalten, was mich sehr gefreut hat. Den Hinterhof mit Wiese usw. gab es auch noch, aber er war so viel winziger, als in meiner Erinnerung. Es war so ein schöner Moment, endlich das Vorhaben wahr gemacht zu haben. Und zu wissen, dass man es beim nächsten Mal viel schneller finden würde.

Hm, soll das nun ein Bremse sein für die Weiterentwicklung. Ich glaub das eigentlich nicht. Ich konnte nun irgendwie viel besser nach vorn schauen. Ich weiß nicht, ob mir das einfach viel Kraft gegeben hat, quasi an die Wurzeln zurück gekehrt zu sein. Es hat mich zweifellos gestärkt.

Aber ich weiß, irgendwann brauch ich mal auch ein oder zwei Tage, um in Ruhe in der Stadt rumzubummeln in der ich die nächsten 14 Jahre als Kind verbracht hab, die alten Plätze aufzusuchen, in Erinnerungen zu schwelgen...

Mein Mann braucht das überhaupt nicht. Komisch. Ich bin gespannt, was die anderen schreiben.

Anne
 

ADo

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06.09.04
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Ich versuche schon geraume Zeit im Jetzt zu leben und Vergangenes auch vergangen sein zu lassen. Das Heute ist für mich z.Zt. anstrengend genug. Außerdem merke ich, dass mich Erinnerungen an schlechte Zeiten runterziehen und von meiner Arbeit abhalten. Manchmal gebe ich Erinnerungen trotzdem Raum, weil ich einfach nicht gleich bemerke, welche Platte da in meinem Kopf spielt oder, weil ich ganz bewußt meinen Kindern Begebenheiten erzähle, die ihnen helfen sollen Reaktionen von mir zu begreifen/ einzuschätzen.
Manchmal werde ich in Träumen in die Vergangenheit geschickt. Meistens habe ich dort Sachen vergessen oder suche nach alten Bekannten. Mir sagt das, dass es doch noch unerledigte Sachen gibt, die aufgearbeitet werden müssen, aber ich brauche dazu auch Zeit, Kraft und Ruhe, um das zu erreichen. Nichts davon habe ich im Moment übrig.

LG ADo
 
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20.11.05
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Altes, Jetziges und Neues

Hallo

Die Rückkehr an den Ort, an dem ich aufgewachsen bin (so wie das ADo schön beschreibt) war für mich ein Augenöffner insofern, dass nämlich in meinen Erinnerungen 'die Zeit stehen geblieben war' also die Erinnerung eine feste Form angenommen hat.
Als ich dann wirklich dorthin zurückkehrte wo ich viele Jahre meines Lebens gelebt habe, war das Haus und die Umgebung anders. Die Bäume sind älter geworden, alles schien irgendwie nicht mehr so leuchtend und voller Sommerdüfte von Heu und Reinheit, wie das in meiner Erinnerung immer war.

Aber dieses Erlebnis hat mir gezeigt, dass das Leben, ja unser Dasein hier eben fliesst, dass nichts gleich bleibt und sich immer alles verändert - eben wie ein Fluss auf dem Weg von der Quelle zum Meer.

Tallion
 
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18.12.05
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Unsere Gedanken verfangen sich unentwegt in dem, was war und in dem, was sein wird. So sind wir getrennt vom jetzigen Augenblick und damit getrennt vom wirklichen Leben.

Achtsam im JETZT zu leben ist nicht immer einfach. Fangen wir mal mit einem Gedanken daran an.

Lebe jeden Tag, denn er ist das Leben.
Das Gestern ist Vergangenheit
und das Morgen eine Vision.
Lebe jeden Tag, denn er ist das Leben.
(Christiane Marloth)

Gruss Panda
 
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28.11.05
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Panda schrieb:
Unsere Gedanken verfangen sich unentwegt in dem, was war und in dem, was sein wird. So sind wir getrennt vom jetzigen Augenblick und damit getrennt vom wirklichen Leben.
sehr treffend ausgedrückt, panda, genau so geht's mir andauernd.
 
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25.07.05
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Guten Abend

Im Moment ist das bei mir ganz wechselhaft.

1.Oft wünsche ich mir in der Zeit zu leben und denke auch gerne daran, in der ich ,,gesund" war. Mit dem Wissen von heute.

2.Manchmal wünsche ich mir, es zu schaffen, nur in der heutigen Zeit zuleben , wenn es mir gut geht, wenn ich es schaffe mich an das wirklich Wichtige zu erinnern und es mir dann auch present ist.

3.Manchmal wünsche ich mir das ich die frühere Zeit vergesse. Wo auch nicht alles schön war.

Geschichten dazu , möchte ich mich am Hier und Jetzt festhalten.
In der heutigen Zeit

Heute bin ich mit einer sehr traurigen Stimmung ins Forum gekommen, mir ging es überhaubt nicht gut. Ich hatte Schmerzen war total verunsichert, entmutigt und irgedwie erschöpft ohne Kraft und ohne einen blassen Schimmer wie es jetzt wieder mal weitergehen soll. Ich hätte so richtig schreien können. Ich habe nicht geschrien ich hab geheult. Auch das erlaube ich mir.
Dann hab ich ins Forum geschrieben, von dem einen oder anderen einen Arschtritt wie sie es nannten gekriegt, von dem einen oder anderen für mich wichtige Hinweise bekommen, und dann habe ich gelesen wie gehe ich mit mir um, hatte ich selbst reingesetzt. Habe alle Beiträge gelesen und siehe da.
Jetzt geht es mir schon wieder viel besser und kann die Beiträge von Euch auch wieder nutzen.
:wave:

LG Klaudia

Tja und das ist das Leben im Hier und Jetzt für mich heute gewesen
 

Wolfgang Jensen

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Für mich ist der Begriff "Hier und jetzt" eher ein meditativer Begriff: sein Da-Sein in Raum und Zeit wahrnehmen. Meine Realität sieht anders aus, ist erfüllt mit sehr realen Wahrnehmungen von dem, was jetzt notwendig ist - und meine Realität besteht aus dem Vergangenen und dem Kommenden: ich verarbeite das Erlebte - und ich plane die nähere Zukunft. Dabei ist mir der Wechsel wichtig: nicht in der Vergangenheit kleben bleiben, sich nicht in Utopien oder Gefühlsduseleien verlieren, sich vom Tagesgeschäft nicht vereinnahmen lassen - nur kurze Ausflüge machen; und ich sage bewußt: Schluß damit, jetzt kehre ich zurück an einen Punkt, den ich "die Mitte" nenne, eine Persönlichkeit, von der aus ich meine Zeit gestalte.

Heute habe ich aus dem kleinen Treibhaus Gurkenpflanzen eingetopft und drei Rizinussaatkörner eingepflanzt, habe mit drei engen Freunden persönlich, mit einem anderen zweieinhalb Stunden ernst und heiter telefonisch gesprochen. Die Kette meines Fahrrads brauchte Öl, der gelbe Sack mußte runter und der Fußboden im Badezimmer guckt mich nun nicht mehr vorwurfsvoll an. Im Schlafzimmer stehen zehn Geranien, eine Engelstrompete, ein selbstgezogener Zitronenbaum, ein Kasten mit Petersielie und anderes - die Geranienen wachsen schon wie doll und brauchen einen anderen Platz, ich grübelte.

Nach diesem Schema verlaufen meine Tage: ich löse meine Probleme, aktuelle, vergangene und kommende. Ich freue mich über das, was ich erschaffen konnte, ich bin dankbar, von liebenswerten Menschen umgeben zu sein und versuche, von meinem kleinen Glück etwas abzugeben. Und, ganz ehrlich, bei meinem Pensum bleibt kaum Zeit für eines der Bücher, die teils seit Monaten auf mich warten, geschweige denn für einen Gedanken an ein Hierundjetzt.

Wolfgang
 
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Genau das würde ich "im Hier und Jetzt leben" nennen:) .

Uta
 

Wolfgang Jensen

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Hier und jetzt - ich möchte das Thema noch einmal beleben dürfen.

Hier, das ist der Ort - Jetzt, das ist die Zeit.

Hier, das sind die Umstände, unter denen ich lebe - Jetzt, das sind die Veränderungen, denen ich ausgesetzt bin.

Hier, daß kann die Wahrnehmung meines Körpers sein, aber auch die funkelnden Sterne in einem unendlichen, nicht greifbaren Universum - Jetzt, das kann eine Erinnerung sein oder die Hoffnung darauf, ein Ziel zu erreichen.

Ich bin Angler, sitze gerne nachts auf meinem Steg. Dann bin ich für mich im Hier und Jetzt, eins mit der Natur, ganz mit mir alleine, versunken in die Realität einer Welt, die im alltag nicht existieren kann. Ich bin völlig entspannt, aber auch extrem aufmerksam.

Wer das kennt weiß, wie extrem polar das ist. Aber gerade die Polarität ist es, die mir einen tiefen Frieden bringt, vielleicht, weil ich dann eine Identität habe, die mit der der Welt übereinstimmt (denn die Welt ist auch extrem polarisierend).

Ist mit "im Hier und jetzt leben" eine Übereinstimmung/Harmonie mit den Prinzipien des Lebens gemeint?

Wolfgang
 

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Als Angler denke ich, hast Du genau die Eigenschaften, die es braucht, das hier und jetzt zu leben.

Jetzt, das kann eine Erinnerung sein oder die Hoffnung darauf, ein Ziel zu erreichen.
Das denke ich eben genau nicht:
Die "Erinnerung" ist in meinen Augen die Vergangenheit und das "Ziel" ist die Zukunft. In beiden Fällen entferne ich mich vom Jetzt.
Jemand der z.B. stark in Zielen denkt (was ja nicht grundsätzlich schlecht ist) orientiert sich stark richtung Zukunft. Das kann soweit führen, dass man nur noch die Ziele sieht und sich nur noch die Zeit der Zielerfüllung wünscht ... und dadurch entgeht die Gegenwart.

Gruss, Marcel
 

Wolfgang Jensen

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Hallo Marcel!

Nach meiner Auffassung entsteht ja erst Gegenwart als wahrnehmbare Realität, indem wir uns entweder mit der Vergangenheit (Abwaschen) oder der Zukunft (Einkaufen) beschäftigen. Allgemein (würde ich sagen) bedeutet das: Gegenwart ist eine Dynamik, deren Motiv entweder aus der Vergangenheit oder aus der Zukunft stammt. Das betrifft alle Dynamiken im menschlichen System (Körper, Psyche, Geist) als auch die Dynamiken des Lebens (Ich, Andere, Gemeinschaft).

Wäre Dir dankbar, Marcel, wenn Du weiter Deine Gedanken einbringst. Das hört sich zwar - im Moment - sehr theoretisch an, aber ...

Gruß Wolfgang
 

admin

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Aber mit was beschäftigst Du Dich denn exakt, wenn Du am Fischen bist? Ist das nicht exakt das Unmittelbare?
Natürlich können wir jetzt ganz theoretisch werden und sagen, es gäbe keine Gegenwart, weil es nur Zukunft und Vergangenheit gibt. Aber reden wir einfach mal über eine Stunde, in welche Du am Wasser sitzt. Was passiert da?

Gruss, Marcel
 

Wolfgang Jensen

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Es passiert einerseit relativ nichts, jedenfalls nichts von dem, wovon ich normalerweise beeindruckt werde - und doch ist die Wahrnehmung dessen, was ich als absolute Realität bezeichne, ein Alles. Es ist ein absolutes "Gewahrsein". Ich versuchte das schon zu beschreiben mit: völlig entspannt (in Frieden mit der ganzen Welt), und auch total gespannt, weil im Bruchteil einer Sekunde sich die Ruhe verwandeln kann in "Alarm". Ich angel nachts auf Aal, und dann, wenn einer angebissen hat, geht die Post ab, der Kampf um die Beute beginnt, etwas Archaisches.

Hoffentlich konnte ich mein Hierundjetzt/Gegenwart einigermaßen erklären. Bisher reichte mir die Erfahrung, aber danke Dir, daß ich das auch mal in Worte kleiden durfte. Es ist irgendwie das totale Bewußtsein haben, eine andere Welt jedenfalls als die Alltagswelt.

Ich wünsche Dir einen guten Abend

Wolfgang
 
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24.09.04
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Tennisspieler McEnroh (oder wie der hiess) wurde einmal während eines Turniers gefragt, ob er schon an den Sieg denke.
Er antwortete etwa so: "nein, ich konzentriere mich immer nur auf den zu spielenden Ball, den wenn ich an den Sieg denke ist die Konzentration weg und ich verliere den Punkt".

Bergsteigen/Klettern oder andere Sportarten sind deshalb so wertvoll, weil sie dabei voll im hier und jetzt leben müssen und sie es sich gar nicht leisten können, mit ihren Gedanken woanders zu sein.

An meinen Vorträgen habe ich immer eine brennende Kerze auf dem Tisch. Ich frage die Leute: "was denkt ihr, würde die Kerze machen, wenn sie wüsste, was mit ihr geschieht?" Sie antworten: "Sie würde sich löschen".
Für mich ist die brennende Kerze auch ein Symbol für voll im hier und jetzt zu sein. Sie gibt das her, was sie JETZT kann: Licht und Wärme, ohne wenn und aber, und so transformiert sie sich, bis sie nicht mehr sichtbar ist.
 
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31.03.08
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Hallo zusammen,

das ist so ein wichtiges Thema und gehört mal wieder hervorgekramt, finde ich. Persönlich kenne ich es sehr gut, dass ich mehr in der Vergangenheit als in der Gegenwart gelebt habe, aber ich muss sagen, dass man lernen muss das Vergangene loszulassen. Dinge die einen so arg beschäftigen, machen es uns schwer im Hier und Jetzt zu leben, weil wir nicht richtig abgeschlossen haben mit diesem Thema. Jeder hat da sicher so seine Rituale für, aber das halte ich persönlich für wichtig.

In einem posting stand, dass gerade ältere Menschen mehr in der Vergangenheit leben. Ich denke, dass liegt genau daran, dass sie vieles was ihnen widerfahren ist, nicht verarbeitet haben und somit wird immer und immer wieder davon gesprochen. Wie oft erinnert man sich an vergangene Zeiten, weil man auch das Gefühl hat, dass die Zeit rast und zu schnell vergeht. Aber vielleicht sollte man um genau dieses Gefühl zu bremsen umso mehr im Hier und Jetzt leben.

Zum letzten posting ist ja schon eine lange Zeit her. Wie schaut es bei euch aus? Gelingt es euch gut im Hier und Jetzt zu leben und was tut ihr dafür? Das würde mich interessieren :)

Liebe Grüße Manuela
 

Malve

Hallo Manuela,

was ältere Menschen und ihren Hang betrifft, mehr in der Vergangenheit zu leben, kann auch mit der jeweiligen Lebenssituation zusammenhängen. Nicht wenige alte Menschen vegetieren in Alten- und Pflegeheimen dahin, haben wenig Abwechslung und keine wirkliche Aufgabe mehr oder können aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr viel tun. Da liegt es doch nahe, sich mit früheren Zeiten zu beschäftigen - es sind ja nicht unbedingt die schlimmen Erinnerungen, die herausgekramt werden, sondern oft wird auch von schönen Zeiten und besonderen Erlebnissen berichtet. Manch alter Mensch zehrt von der Erinnerung an glückliche Jahre und kann sich daran ein wenig aufrichten.

Liebe Grüsse,
uma
 
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28.04.09
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Hallo Manuela,

im Hier und Jetzt zu leben fällt einem gar nicht so leicht. Vieles was heute ansteht, folgt aus dem Vergangenen. Ich muß auf Gestern aufbauen können, dabei aber nicht aus Gestern leben. Ich weiß nicht, ob ich es so richtig formuliert habe, was ich damit aussagen will.
Manchmal ist es gut, das, was gestern war, ablegen, verzeihen zu können, und nicht Altes wieder auszugraben, dem anderen Vorhaltungen zu machen, oder Ähnliches.
Im Heute leben bedeutet für mich auch, jedem Mitmenschen und auch mir eine neue Chance zu geben, anders vielleicht besser zu handeln.
In unserer westlichen Art zu leben geht es manchmal auch nicht ohne Vorsorge und Planung; doch wenn die Planung nicht aufgeht, sage ich mir, dann hat es nicht sein sollen. Im Sinne von: "Der Mensch denkt, Gott lenkt!"
Wenn ältere Menschen von Vergangenem reden, glaube ich, dass sie mit der Gegenwart nicht mehr zurecht kommen. Die Technik, die Lebensart und die Werte haben sich so verändert, und die alten Menschen wollen sich nicht mehr verändern.
Heißt dann "bewußt im Hier und Jetzt leben" , sich ständig auf neue Situationen einstellen und sich selbst in Frage stellen zu können?

Viele Grüße sidisch
 
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13.07.07
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Hallo,

Bewusst im Hier und jetzt zu leben bedeutet, ganz bei sich und der jetzigen Situation zu sein. Offen zu sein und wahrzunehmen was gerade so kommt. Es bedeutet nicht, alles das mitzumachen was "jetzt" gerade so ansteht, oder ohne nachzudenken einfach nur den Moment auszuleben oder zu genießen.
Es hilft auch nichts, wenn ich all das Vergangene einfach beiseite wische, und mich nicht auf Zukünftiges einstelle.

Hilfreich finde ich es, wenn man sich bewusst bleibt, was in einem gerade jetzt, im Moment vorgeht, was man denkt, fühlt. Und wenn man sich bei einem GEspräch zum Beispiel, ganz ohne abzuschweifen, auf den andern konzentrieren kann.

Denn meist sind wir mit unseren Gedanken bei z.B. dem Streit mit der Kollegin, mit dem Körper sitzen wir am Esstisch mit unseren Lieben, wir reden über das, was wir später gemeinsam unternehmen wollen, und dabei essen wir auch noch. :)

Was die alten Menschen betrifft, da finde ich auch, manche leben gerne in der Vergangenheit. Wohl weil sie hier und jetzt einsam sind, oder mit ihrem Alter, ihren Krankheiten und dem Zustand allgemein nicht so zufrieden sind.
Und weil sie noch an dem hängen, was vergangen ist.

liebe Grüße von hexe :hexe:
 
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