Welche KPU-Werte haben Eure Kinder?

kpukind

Hallo!

Unser 9jähriger Sohn hat einen KPU-Wert in Höhe von 49 μg/dg diagnostiziert bekommen. Die Therapeutin hat uns bereits erklärt, dass dieser Wert äußerst hoch wäre. Wer von Euch Eltern kann mir die Werte seines Kindes / seiner Kinder nennen, damit ich den hohen Wert meines Sohnes mal ins Verhältnis setzen kann? Ausserdem würden mich die Therapieansätze anderer "KPU Kinder" interessieren. Wir warten derzeit noch auf die Medikamente bevor wir loslegen können. Ein weiterer Schritt ist, dass wir nun auch den jüngeren Bruder sowie mich als Mutter testen werden. Es wäre schön von anderen Eltern den KPU-Wert, Medikamention und daraus resultierende Erfolge sowie Misserfolge zu erfahren. Gerne berichte ich über den Verlauf bei uns, sofern es andere Eltern interessiert.

Soweit erstmal vielen Dank schonmal im Vorraus Grüße von kpukind
 
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Hallo kpukind;
Im Prinzip handelt es sich bei der KPU (auch Pyrrolurie, Malvarie, HPU) um einen dauerhaften, kombinierten Mangel der wichtigen Nährstoffe Vitamin B6 und Zink. Sie werden – gebunden an Kryptopyrrol – vermehrt über den Urin ausgeschieden.
Der KPU-Test deines Kindes sagt also aus, dass derzeit bei zwei Nährstoffen ein Mangel besteht.
Sollten bei weiteren Nährstoffen ein Mangel bestehen, dann spricht man bei Kindern - soweit ich weiß - von ADS oder ADHS.
Manchmal wird AD(H)S übersehen, manchmal mit Psychopharmaka oder manchmal - wie ich es für sinnvoller halte - mit ausgeglichener Ernährung und Mikronährstoffen behandelt.
Zur dritten Behandlungsform habe ich dir zwei Links herausgesucht.
ADHS natürlich behandeln
Wichtige Nährstoffe zur Behandlung von ADHS - Elternwissen.com
Alles Gute
Rheingold
 
Der KPU-Test deines Kindes sagt also aus, dass derzeit bei zwei Nährstoffen ein Mangel besteht.
Ich würde das aber erst glauben, wenn der Mangel an Vitamin B6 und an Zink durch die Bestimmung von Zink und Vitamin B6 im Blut bestätigt wurde. Ich habe schon wiederholt gelesen, dass bei Personen, die bei diesem "KPU-Test" positive Werte hatten, kein Zink- und B6-Mangel bestand, wenn die Betroffenen beide Substanzen haben untersuchen lassen.

Überhaupt würde ich einem Test, der von so gut wie keinem Labor angeboten wird, d. h. der überhaupt nicht standardisiert ist, keine sooo große Bedeutung beimessen.
Wie wurde z. B. der "Normwert" bei diesem Test ermittelt?
Um einen Normbereich festzulegen, müsste man bei tausenden gesunden Menschen diesen Test durchführen, denn dann weiß man erst, welche Werte ein gesunder Mensch hat.

Irgendwo las ich zu der Höhe des Normwertes, dass sich die "KPU-Experten" da nicht mal einig sind, wie hoch dieser sei.
D. h. man kann also über eine (falsche) Definition des Normwertes gesunde Menschen zu kranken Menschen "erklären".

Hinzu kommt, dass ein Test, der von schulmedizinisch tätigen Laboren nicht angeboten wird, nicht gerade sehr vertrauenswürdig ist. Wenn es ein wichtiger Test wäre, würden ihn schulmedizinisch tätige Labore auch anbieten.

Man sollte bedenken, dass es KPU in der Schulmedizin nicht gibt. D. h. ich würde ein Kind immer zuerst schulmedizinisch gründlichst untersuchen lassen.
KPU ist allenfalls ein Symptomekomplex, der als Folge einer Grunderkrankung auftreten kann.
Es gilt m. E. die Grunderkrankung zu finden.
Hier würde ich mit der Leber beginnen.
Denn wenn tatsächlich ein Zinkmangel bestehen sollte, wäre die Leber eine mögliche Ursache dafür. Leberkranke haben nämlich immer einen Zinkmangel.

Es gibt -angeborene, d. h. durch Gendefekte verursache- Leberkrankheiten, die bereits im Kindesalter zu Problemen führen können. Betroffen von solchen Leberkrankheiten sind dann häufig auch die Geschwister, weil die oft fast dieselben Gene haben. Und die Eltern als Überträger können evtl. auch noch betroffen sein.
Eine dieser Leberkrankheiten kann als Symptom auch ADHS bzw. ADS machen. Ich meine den M. Wilson (Kupferspeicherkrankheit), bei dem man zuviel Kupfer in der Leber hat, was wiederum einen Zinkmangel begünstigt, da Zink und Kupfer sich gegenseitig verdrängen.

Aber ich will nun auch nicht sagen, dass jeder, der einen auffälligen KPU-Test hat, gleich einen M. Wilson haben muss.

Ich will nur darauf hinweisen, dass es evtl. auch schulmedizinische Grunderkrankungen geben kann, an der jemand mit einem pos. KPU-Test leidet und die übersehen werden könnten, wenn man KPU als eigenständige Krankheit sieht.


lg
margie
 

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