Schmerzen/Phantomschmerzen/Schmerzgedächtnis

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Kurze Zusammenfassung für Eilige
  • Die Behandlung von Phantomschmerzen ist schwierig, weil die Schmerzen nicht durch eine reale Verletzung, sondern durch fehlgeleitete Nervensignale und Veränderungen im Gehirn entstehen.
  • Es gibt individuelle Unterschiede in der Wahrnehmung und Intensität von Phantomschmerzen.
  • Zur Intervention eignen sich Medikamente, die Spiegeltherapie, die Nervenstimulation oder chirurgische Verfahren.
  • Patienten sollten früh mit Prothesen versorgt werden. ...

Mehr zur Spiegeltherapie: https://www.symptome.ch/threads/spiegeltherapie.92394/post-683123

Evtl. ist die Neuromodulation auch eine Möglichkeit?:

Grüsse,
Oregano
 
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Kurzes Update meiner Situation:
Etwa 1x pro Monat erwischt es mich immer noch voll. Die Schmerzen sind heftig, vergleichbar mit Stromschlägen oder Peischenhieben. Das trotz transdermalem Buprenorphimpflaster 52,5 µg/h, welches ich aller 3,5 Tage wechsele. Wenn sie einsetzen, versuche ich so schnell wie möglich 30 Novaminsulfon-Tropfen 500 mg in etwas Wasser aufzunehmen. Falls nach ca. 20 Minuten noch keine Wirkung einsetzt, kommen nochmals 30 Tropfen dazu. Es gibt das Mittel zwar auch als Tabletten, da jedoch setzt die Wirkung viel später ein und das kann man sich ersparen. Zu beachten ist jedoch, dass die Tropfen in Zusammenhang mit dem Luftsauerstoff ihre Zusammensetzung ändern und mit der Zeit unwirksam werden! Deshalb immer gut verschließen, im Kühlschrank aufbewahren und nach einem Jahr neu verschreiben lassen. Da sich die Situation auch nach Jahrzehnten nicht geändert hat, wird sie wohl so bleiben.
 
Hallo James,

ich finde es bewundernswert, wie sachlich Du Deine Stuation beschreibst, die doch eigentlich ganz schön heftig ist.
Danke für den Tipp mit dem Novaminsulfon! Ich habe ihn gleich weiter gegeben.

Alles Gute weiterhin !

1760509564920.png,
Oregano
 
Um ehrlich zu sein, sind die Schmerzen recht heftig und sie kommen fast im Sekundentakt. Man muß schon die Zähne zusammenbeißen, trotzdem die Beinprothese anzulegen und bis zum Kühlschrank in die Küche zu humpeln um das Schmerzmittel einzunehmen. Als TV-Techniker habe ich zur Zeiten der Röhrengeräte öfters mal Hochspannungsschläge so um 15-20 KV Anodenspannung der Bildröhren erhalten und diese sind mit denen der Phantomschmerzen durchaus vergleichbar, nur letztere eben im Sekundentakt. Meist geschieht das in der Nacht. Anschließend ist der Tag gelaufen und man ist total erschöpft. Sehr unangenehm, aber offensichtlich nicht zu ändern. Das geht nur, wenn man das akzeptiert.
 
Herzlichen Dank für Eure lieben Zeilen. Ich komme damit klar, weiß aber auch, das es Patienten gibt, die damit nicht klar kommen und sehr darunter leiden. Zumal vor einer Amputation keine ärztliche Aufklärung stattfindet und man menthal darauf nicht vorbereitet wird. Hier müsste sich was ändern!
 
Gestern hat es mich wieder voll erwischt. Von Mittag bis zum nächsten Morgen durchgehend heftige Schmerzattacken. Trotz 90 Tropfen Novaminsulfon und das Opiatpflaster haben bis früh gegen 5 Uhr die Schmerzen angehalten. Die Schmerzmittel scheinen nicht mehr zu wirken. Leider sind dabei wieder einige Zähne beschädigt worden, so stark hat es "geknirscht". Leider weiß mein Hausarzt auch keinen Rat und will sich erst mal schlau machen.
 
Lieber James, das ist ja schrecklich, dass du solche Schmerzen ertragen musst und meine Gedanken sind bei dir.💞
Ich wünsche dir so sehr, dass dir die Ärzte zeitnah helfen können, damit solche schlimmen Attacken in Zukunft ausbleiben.
Hoffentlich geht es dir jetzt schon etwas besser.🍀🍀🍀

Ganz liebe Grüße von Wildaster
 
Herzlichen Dank für Eure Zeilen. Die Schmerzattacke endet genau so plötzlich wie sie kommt. Nach Einnahme von Novaminsulfon-Tropfen setzte die Wirkung nach etwa 30 Minuten ein, bei Tabletten dauerte es etwas länger. Das scheint jedoch Vergangenheit zu sein, denn bei den letzten beiden Attacken versagte das Mittel. Bei der ersten meinte mein Hausarzt, das das Mittel überlagert wäre und durch Luftsauerstoff unbrauchbar geworden ist (was auch so im Beipackzettel steht). Deshalb habe ich auch eine neue Packung bekommen und diese benutzt. Das jedoch wieder keine Wirkung einsetzte ist ihm ein Rätsel.
Das Opiatpflaster (Buprenorphin AL 52,5 µg/h) wurde mir durch einen Schmerztherapeut schon vor 23 Jahren verordnet und das klebe ich aller 3,5 Tage auf die Schulter und soll es bis an das Lebensende nehmen, weil man körperlich auch dadurch abhängig wird. Ein Entzug wäre nur unter ärztlicher Aufsicht möglich, aber das nimmt man in Kauf. Das Pflaster unterdrückt Schmerzen bis zu einem bestimmten Pegel, sind sie stärker erlebt man sie voll. Das hat Vor- und Nachteile:
Als ich noch häufig mit Garten- und Hausarbeit zu tun hatte oder an meinen alten Treckern schraubte habe ich mich relativ oft verletzt und dies nur bemerkt durch Blutspuren, was natürlich nicht so schön ist. Gut an der Sache war, dass man die ständigen leichten Schmerzen nicht mehr gespürt wurden. Deshalb vergisst man auch den Wechseltermin so gut wie nie! Man wird, wenn der Überfällig ist sehr deutlich daran erinnert. Nicht nur das die Schmerzen eintreten sondern man hat den Eindruck dass die inneren Organe zittern und auch der Herzschlag unregelmäßig wird. Letzteres sind wohl dann die Entzugserscheinungen. Als ich früher noch viel auf Exkursion oder Urlaub im Ausland war, hatte ich immer die amtliche Bescheinigung für die Pflaster dabei. Ohne diese wäre man bei den Grenzkontrollen vermutlich verhaftet worden.
 

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