Psychose - wie kann ich helfen?

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15.10.06
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Liebe Fories.
Es geht um meine Freundin, die an Borreliose erkrankt ist.
Oft hat sie gute Zeiten und meistert den Papierkram, den ihr Aemter und Invalidenversicherung bescheren, mit Bravour.
(Sie lebt übrigens von einer halben IV-Rente, obwohl sie nicht mehr arbeiten kann...)
Es gibt aber immer wieder Zeiten, wo ihr die Psyche schwer zusetzt.
Sie hat Angstzustände, kann nicht mehr unter Leute, ist Paranoid, usw.
In solchen Momenten kann sie natürlich irgendwelche wichtigen Termine nicht wahrnehmen und vergeigt so irgendwelche in die Wege geleiteten
Hilfsmassnahmen. So kriege ich das jedenfalls mit.
Wenn es ihr sehr schlecht geht, kann sie jederzeit in die psychiatrische Klinik eintreten, dort wird sie aber auf die geschlossene Abteilung gelegt und sie wird mit Medis stillgelegt.
Das kann im Notfall hilfreich sein, will sie aber nicht zur Regel machen.
Ausserdem wird Borreliose als Auslöser ihrer Psychosen nicht ernst genommen.
Es ist eine verworrene Sache, es sieht so aus, dass ich nichts anderes tun kann, als ab und zu mit ihr zu reden (per Telefon, wir wohnen weit auseinander).
Aber es schmerzt, hier zuzusehen und sie weiss nicht, wie ich ihr helfen könnte.
Man möchte irgendwas TUN in solchen Situationen.
Haben Betroffene im Forum auch solche Zustände erlebt?
Habt ihr auch Probleme mit Aemtern und Versicherungen?
Was ist für euch in solchen Momenten die richtige Unterstützung?
Ich hoffe, dass sich Betroffene oder Angehörige von Betroffenen angesprochen fühlen und ein paar hilfreiche Anregungen geben können.
P.S.: Sie lebt in der Schweiz, von wegen IV und Rechtslage...
Besten Dank!
Sine
 
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07.05.06
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Warum nur eine halbe Rente, wenn sie gar nicht arbeiten kann? Dann wäre eigentlich eine ganze Rente angesagt. Wie siehts mit der PK-Rente aus?

Ich habe eine ganze Rente aufgrund der Borreliose. Jetzt in Revision und wenn sie gekürzt wird, mache ich Einsprache und stehe gleichentags beim Fürsorgeamt auf der Matte.

Wegen der Psychosen: Man kann da nicht viel tun. Psychisch gehts mir mit Antibiotika wesentlich besser als ohne, aber wenn ein Schub kommt ists fast unerträglich. Ich habe mir schon überlegt, welche Worte mir am besten helfen würden. Am meisten würde mir helfen, wenn mir jemand in dieser Situation in Erinnerung ruft, dass der Zustand bald vorbei ist und nicht ewig dauert. Das vergisst man, wenn man in so einem Zustand ist, weil einem dann alles überfordert. Ist furchtbar.
 

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15.10.06
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Hallo Mungg.
Freut mich, dass sich so schnell jemand gemeldet hat!
Wegen der Rente: Der Antrag auf 100% Rente läuft schon über 1 Jahr, aber irgendwo klemmts einfach. (Was ist eine PK-Rente?)
Antibiotika bekommt sie nicht, dafür "sei es zu spät" hiess es...
Man empfiehlt ihr als nächstes eine Lumbalpunktion, davor hat sie aber Angst und sieht den Sinn nicht ein. Weisst du etwas darüber?
Ihr psychotischer Zustand dauert jetzt schon ca. 3 Wochen an, sie ist total geschwächt, die Arme!
Vielleicht bleibt ihr nichts Anderes übrig, als in die psychiatrische Klinik zu gehen, damit sie sich etwas erholen kann.
Vielen Dank und liebe Grüsse, Sine.
 
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07.05.06
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PK-Rente = Pensionskassenrente. Allerdings kommen nur Personen in den Genuss dieser Rente, wenn sie auch angestellt waren und einbezahlt haben. Hausfrauen und Freiwilligenarbeiter kommen also nicht in den Genuss. Wenns bei der IV klemmt, dann lohnt es sich, regelmässig dort anzurufen und nachzufragen, welche Infos noch fehlen für eine entsprechende Verfügung (Immer direkt beim zuständigen Sachbearbeiter anrufen, nicht über die Zentrale. Tel.Nr. und Name steht auf jedem Schreiben der IV). Manchmal fehlt ein Arztbericht oder Angaben von früheren Arbeitgebern. Dann empfiehlt es sich mit der "schuldigen Schnecke" direkt Kontakt aufzunehmen und Dampf zu machen. Termine setzen und überprüfen (durch Telefon beim Sachbearbeiter der IV-Stelle), ob sie auch eingehalten wurden. Wenn nicht, gleich wieder nerven und stressen.

Eine nachgewiesene Borreliose ist grundsätzlich immer mit Antibiotika zu behandeln. Sag mal, war deine Freundin bei Dr. S. in Zürich? Der verzapft nämlich gelegentlich solchen Unsinn, dass späte Borreliosen mit Antibiotika nicht mehr zu behandeln sind und nur noch symptomatisch behandelt werden sollen. Für diese Einschätzung fehlen ihm ganz klar die Daten.

Lumbalpunktionen sind unzuverlässig. Sie sind nur bei einem kleinen Prozentsatz positiv. Ein negatives Resultat schliesst eine Borreliose nicht aus. Leider ist der Irrglaube, dass eine aktive Borreliose nur durch einen positiven Antikörpernachweis im Liquor zu beweisen ist, weit verbreitet. Wenn der Nachweis aus Liquor nicht erbracht werden kann, wird gern eine Borreliose als Ursache für die Beschwerden für immer und ewig ausgeschlossen. Dieses Vorgehen ist falsch.

Es kommt halt drauf an, was deine Freundin möchte. Wenn sie eine antibiotische Therapie versuchen möchte, soll sie alles daran setzen, dass sie sie auch bekommt. Ansonsten ist ein Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik sicher nicht falsch, um wieder halbwegs zu Kräften zu kommen.

LG, Mungg
 
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15.10.06
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Hey Mungg.
Ich staune!
Sie war tatsächlich bei genanntem Arzt.
Wobei man glaub ich auch nicht viele Möglichkeiten hat bei dieser Krankheit...
U.A. fehlen der IV, wenn ich mich nicht irre,auch Unterlagen von ihm.
Dubiose Sache.
Es freut mich sehr, dass du mir so viele Infos geben kannst, vielleicht kann ich das Eine oder Andere an sie weitergeben, wenns ihr wieder besser geht.
Herzlichen Dank!
Sine
 
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28.04.04
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hallo sine!

hier einige gedanken von meiner seite. ich würde zunächst versuchen die durch die borreliose verursachten toxine auszuleiten. das würde vermutlich auch bei der psychose helfen. mein favorit wäre hier medizinische kohle.

ich persönlich bin bei antibiotikatherapien aus verschiedenen gründen, sagen wir, vorsichtig. ich habe die erfahrung gemacht, dass die meisten menschen selbst nach intensiven und lang andauernden antibiosen früher oder später doch wieder rückfällig werden. es gibt meines erachtens aber sehr gute alternativen.

ich bevorzuge die s/c therapie + gezielte nahrungsergänzung, ernährung, entgiftung, sport und immunstimulierung. ich bin nach langen jahren meine probleme damit losgeworden - ohne antibiotika.

eine weitere alternative und kostengünstige behandlungsmethode ist die elektromedizin (elektrifizierung nach beck und magnet-frequenzbehandlung).

für eine der wichtigsten maßnahmen halte ich eine strikte low-carb-diät. da borrelien von zuckern leben, profitieren sie von unserem üblichen kohlenhydrateübermaß in der ernährung (zucker, mehl, kartoffeln, reis, getreide etc.). der menschliche organismus ist hauptsächlich auf fettverbrennung ausgelegt und nicht auf die kontinuierliche verwertung von kohlenhydraten (insulinresistenz ist eine der unangenehmen folgen).

bei www.westonaprice.org findet man einen reichen fundus der wie ich finde besten ratschläge zu einer gesunden ernährung.

lg :)
wikinger
 
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15.10.06
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Hi Wikinger.
Danke auch dir für deine Gedanken.
Wenn es ihr schlecht geht, isst sie kaum.
Ich bin jedoch überzeugt, dass die richtige Nahrungsmittelauswahl wichtig ist.
Leider kann ich sie im Moment nicht erreichen und kann eure Tipps nicht weitergeben.
Ich hoffe fest, dass sie diesen Tiefpunkt überwinden kann.
Liebe Grüsse, Sine
 
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07.11.06
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Hallo Sine,

auch ich bin an Borreliose erkrankt, was ich seit September dieses Jahres weiss. Ich kenne die von Dir beschriebenen Zustände unter denen Deine Freundin leidet nur zu gut. Oft bin ich so schwach, dass ich keinen Termin wahrnehmen kann. Aber am meisten leide ich unter der Schlaflosigkeit, seit mehr als einem halben Jahr schlafe ich nur 1 bis 3 Stunden in der Nacht. Ich bin mit meinen Kräften völlig am Ende und weiss nicht mehr was ich machen soll. So eine Lumbalpunktion hatte ich auch, es war aber nicht schlimm, nur ein Piks hinten, aber diese Untersuchung hat nicht viel Sinn, weil nur zu 20 % eine Neuroborreliose fstgestellt werden kann. Bei mir war sie in Ordnung, also keine Neuroborreliose, aber das will nichts bedeuten. Wer hilft solchen Menschen wie mir, ich bin schon fast ein Zombie und schleppe mich von Tag zu Tag, die AB vertrage ich schon nicht mehr. Das schlimmste ist die Schalflosigkeit, wer nicht mehr schläft, kann nicht mehr leben ...

viele Grüsse

chatboy ( ganz neu hier )
 
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15.10.06
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Hallo Chatboy.
Es tut mir leid, dass es dir nicht gut geht.
Dank dieses Forums durfte ich viel über die Borreliose lernen.
Es ist ein schwieriges Thema, mit grosser Problematik verbunden,
und die leidtragenden sind die Patienten.
Ich zeige meiner Freundin, dass ich ihr glaube und biete ihr die Möglichkeit an, beim Papierkrieg mit den Aemtern im Rahmen meiner Möglichkeiten behilflich zu sein.
Das sind kleine Schritte und ich hoffe, sie gehen in die richtige Richtung.
Alles Gute,
Sine
 
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15.10.06
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Ich möchte diesen Thread wieder nach oben holen, weil sich mir weitere Fragen stellen.
Meiner Freundin geht es kontinuierlich schlechter.
Verfolgungswahn und Halluzinationen plagen sie, immer wieder landet sie in der Psychiatrie.
Die Zeit, die sie braucht, um sich jeweils wieder zu erholen wird immer länger.
Und der nächste Schub lauert schon....
Ihre Borreliose ist unterdessen schulmedizinisch bestätigt.
In der Psychiatrie wird die Borreliose als Auslöser für ihre Probleme nicht anerkannt.
Sie hat noch nie Antibiotika bekommen weil es zum einen hiess " es sei zu spät ", zum anderen " das Risiko sei zu gross ".
Was für Risiken kann man mit einer Antibiotikatherapie eingehen?
Sollte die Gabe von Antibiotika bei einem psychotischen Schub Besserung bringen, ist das dann ein Beweis, dass die Borreliose der Auslöser ist?
Andere Auslöser könnten jahrelanger Hanfkonsum ( in meinen Augen als eine Art Selbstmedikation ) und Veranlagung ( Mutter lebt seit Jahrzehnten mit Psychopharmaka, Onkel war jahrzehntelang in einer psychiatrischen Klinik. )
Ausserdem verliert sie einen Zahn nach dem anderen, hatte Amalgamfüllungen , Parodontose, Knochenschwund und Eiterherd sind auch aktuell.
Ich bin für jede Meinung und jeden Tipp dankbar, da die ganze Geschichte unüberschaubar wird und ich scheinbar die einzige Bezugsperson bin, die sie noch ernst nimmt.
Leider fühle ich mich recht hilflos...
Liebe Grüsse, Sine
 
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29.05.07
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Hallo Sine,

wahrscheinlich wirst du meinen neuen Thread gesehen haben. Ich kann dir nur raten, dass deine Freundin einmal auf nitrosativen / oxidativen Stress und Nährstoffmängel untersucht werden sollte. Die beste Adresse, die ich kenne, wäre der Kuklinski in Rostock. Aufgrund der Entfernung ist das sicher nicht machbar, aber vielleicht kann die Diagnostik durch das Labor GANZIMMUN gemacht werden, ev. in Zusammenarbeit mit einem Arzt vor Ort. Mensch - die Arme - diese Psychopharmaka machen sie nur noch kranker.

Viele Grüße
Erika
 
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07.05.06
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Ihre Borreliose ist unterdessen schulmedizinisch bestätigt.
In der Psychiatrie wird die Borreliose als Auslöser für ihre Probleme nicht anerkannt.
Sie hat noch nie Antibiotika bekommen weil es zum einen hiess " es sei zu spät ", zum anderen " das Risiko sei zu gross ".
Was für Risiken kann man mit einer Antibiotikatherapie eingehen?
Bei intravenösen Therapien besteht das Risiko einer Venenentzündung, die gefährlich werden könnte. Allgemein besteht bei Antibiotika-Therapien als Nebenwirkung das Risiko von Pilzbesiedelung des Darms und pseudomembranöser Colitis. Beidem kann mit Ernährung und probiotischen Kapseln vorgebeugt werden.
Ich denke, das Risiko was hier angesprochen wird, ist das Risiko, dass es der Patientin mit Antibiotika tatsächlich besser gehen könnte und man dann als Weisskittel doof dasteht und man zugeben müsste, dass die geltenden Richtlinien versagen.

Sollte die Gabe von Antibiotika bei einem psychotischen Schub Besserung bringen, ist das dann ein Beweis, dass die Borreliose der Auslöser ist?
Nein, damit ist keine Borreliose bewiesen. Es beweist ansatzweise, dass Erreger ursächlich für die psychische Erkrankung sind. Ganz so selten ist das nicht, nur vergessen gegangen:
Experten untersuchen Viren als Auslöser psychischer Erkrankungen

Aber es spielt gar keine Rolle, was die Ursache ist. Entscheidend sollte sein, welches Medikament am besten hilft. Probatorisch würde ich es mit Doxycylin versuchen. So hoch dosiert wie verträglich (bis 600 mg täglich). Vor der Einnahme von Doxy ist eine ordentliche Mahlzeit unerlässlich, sonst droht Übelkeit, Kreislaufprobleme und Erbrechen.

Hier noch ein guter Artikel zur Borreliose und psychiatrische Manifestationen:
Borreliose Selbsthilfe e.V. Berlin - Brandenburg ** WISSENSWERTES **

LG, Regi

PS. Das mit dem nitrosativen / oxidativen Stress ist bis jetzt nur eine Theorie und wenn die Borreliose bis heute nicht ordentlich behandelt wurde, dann wird die Beseitigung des NO-Stresses die Borrelien nicht killen. Die Borrelien werden ihr zerstörerisches Werk fortsetzen. Hochdosierte NEM's, wie sie zur Beseitigung von NO-Stress empfohlen werden, haben bis heute bei mir nichts gebracht (Therapiedauer ca. 3 Monate). Therapeuten gibts in der Schweiz auch keine - von fehlenden klinischen Studien ganz zu schweigen.
 
Themenstarter
Beitritt
15.10.06
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Vielen Dank für eure Antworten!

Erika, ich habe deinen anderen Thread gelesen und werde das Thema im Auge behalten.
Psychopharmaka setzt sie jeweils so schnell als möglich nach einem Klinikaufenthalt wieder ab!

Mungg, ich werde bei Gelegenheit nachfragen, was für Gefahren ihr bezüglich einer Antibiotikatherapie genannt wurden.
Auf jeden Fall klang es äusserst bedrohlich, so dass sie grosse Angst davor hat, den Versuch zu wagen.
( Die Sache mit dem doof dastehen hast du schön geschrieben.)

Sollte die Gabe von Antibiotika Besserung bei einem Schub bringen, wäre diese Erkenntnis schon sehr wichtig.
Für sie selber, für die Psychiatrische Klinik, für ihre Familie.

Vielen Dank auch für die Links.
Wie ich gelesen habe, könnte eine Therapie mit Antibiotika zuerst sogar zu einer Verschlimmerung führen.
Deshalb denke ich, dass sie so eine Therapie ( sollte sie sich dazu entschliessen ) stationär durchführen sollte.

Ich muss leider wieder abwarten, bis es ihr besser geht, im Moment kann ich nicht mit ihr darüber sprechen.

Vielen Dank für die Unterstützung und allen einen schönen Sonntag!
Sine
 
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11.09.06
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Hallo Sine,
Sicher kennst du schon meine Geschichte und Meinung zum Zusammenhang von Psychose und körperlicher Vergiftung, trotzdem will ich dir noch einmal empfehlen, deiner Freundin eine Entgiftung nahezulegen.
Wie sieht es mit dem Cannabis aus? nimmt sie das immer noch? Ich denke es ist unerlässlich, darauf zu verzichten.
Kennst du dich mt Clark und dem Zapper aus? Nach ihrer Meinung sind es Parasiten im Gehirn, die Psychosen auslösen und Giftstoffe, die das beisiedeln des Gehirns mit Parasiten ermöglichen. Also: Gehirn entgiften!
Da man dazu die Blut-Hirn-Schranke öffnen muss ist es wichtig davor das Blut bzw den Rest des Körpers zu reinigen. Das wiederum heißt, dass die Leber zuerst dran ist.
Ein Programm, das das alles bewerkstelligen kann, ist sicher langwierig und anstrengend, aber sicher der Mühe wert.
Falls du mehr wissen willst, sag Bescheid, im Thread oder per PN.

einen lieben Gruß, Sine, von
Valentin
 
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15.10.06
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Hallo Valentin, schön, das du hier reinschaust!
Ich denke, ich werde ein bisschen weiter ausholen müssen in der Geschichte:
Ich kenne meine Freundin nun seit 20 Jahren.
Sie ist äusserst naturverbunden, war körperlich fit und hat sich seit jeher sehr gesund ernährt ( ich behaupte mal, dass bei ihr noch nie ein Fertiggericht auf dem Tisch gestanden hat).
Sie interessiert sich für Gesundheitsthemen und ist gut informieret.
Gekifft hat sie seit Teenagerzeiten, was sie seit einem Jahr konsequent unterlässt. Sogar das Rauchen hat sie drastisch reduziert, es gibt komplett rauchfreie Phasen.
Nun möchte ich weder die familiäre Vorbelastung noch das jahrzehntelange Kiffen ausser Acht lassen, auch nicht den katastrophalen Zustand ihrer Zähne.
Borreliose ist jedoch momentan ihr Hauptthema und es macht mich sauer, dass die Ärzte da so wenig kooperativ sind.
Sie hat sich mit den Büchern von Hulda Clarc befasst, hat gezappt, Leberreinigungskuren gemacht, auch Einläufe, hat gefastet.
Nur werden die klaren Phasen immer kürzer und ihre Kraft reicht kaum noch aus nach all den Anstrengungen ohne Erfolg.
( Vom Zoff mit den Ämtern ganz zu schweigen :mad: )
Ausserdem ist seit jeher bekannt dass die Zecken in ihrer Region besonders gefährlich sind. Also schon zu Zeiten ihrer Grosseltern war das so und es gab früher schon Karten der Schweiz, wo ein paar wenige solcher Gebiete eingezeichnet waren.
So, das war wohl notwendig, um den ganzen Fall ein wenig zu beleuchten. Ich freue mich weiterhin auf Ratschläge!
Liebe Grüsse, Sine
 
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11.09.06
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Hallo Sine,
da ich wenig Ahnung von Borreliose habe, muss ich mich bei dem Thema raushalten. Clark hat zwar sicher auch etwas dazu geschrieben, aber ich habe die Lektüre nicht zur Hand.
Dass deine Freundin so eine gute Grundlage hat, was die Ernährung angeht, finde ich schön.
Trotzdem hat sie irgendwann in ihrem Leben (vielleicht vor ihrer Geburt) Giftstoffe aufgenommen, die ihr jetzt das Leben schwer machen. Meiner Information nach handelt es sich bei dem Symptom der Psychose bzw Schizophrenie um Giftstoffe im Hirn, die den Dopaminhaushalt durcheinanderbringen. Es kommt zu einer Überempfindlichkeit der Dopaminrezeptoren. Es ist so, als "denkt man zu schnell", es werden zwei oder mehr Denkschritte auf einmal gemacht wobei mitunter Erinnerungen an vergangene Erlebnisse mit eingeflochten werden. Dadurch werden getroffene Aussagen für das Gegenüber unverständlich. Die Affirmationsgeschwindigkeit nimmt zu.

Das Gehirn zu entgiften kann nur gelingen, indem man mit sauberem Blut die Blut-Hirn-Schranke kontrolliert öffnet, um bei einem osmotischen Austausch nachher eine geringere Giftstoffkonzentration im Hirn zu haben. Das was dann eben in den Blutkreislauf gelangt ist scheidet man über die "gewöhnlichen" Wege, die Unterbrechung des entereopatischen Kreislaufes aus.

Auf die Gefahr hin, dass du das alles gar nicht wissen willst, sondern dich lieber auf die Geschichte mit der Borelliose konzentrierst, gibt es oder wird es vielleicht Mitleser geben, für die dieser Beitrag interessant ist.

liebe Grüße
Valentin
 
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15.10.06
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Hi Valentin.
Ich will ALLES wissen! :D
Da diese Borreliosesache sehr undurchsichtig ist, habe ich ihren Fall in der Borrelioserubrik gepostet.
Ich möchte in diesem Bereich noch dazulernen.
Ich sehe die Borreliose nicht unbedingt als einzige Ursache ihrer Leiden.
Ich habe jedoch den Verdacht, dass sie ohne einen Versuch mit Antibiotika keinen Schritt näher zu weiteren Erkenntnissen kommt.
Die ganze Geschichte ist sehr traurig, was sie an Ängsten auszustehen hat, ist reine Folter.
Nun aber zurück zu deinem Posting: Was für ein Vorgehen würdest du denn konkret empfehlen?
Liebe Grüsse, Sine
 
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11.09.06
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Hallo Sine,
danke der Nachfrage.
Ist die letzte Leberreinigung länger als zwei Monate her, so ist es wahrscheinlich angebracht, damit anzufangen. Da deine Freundin damit Erfahrung hat, ist das, denke ich, ein guter Einstieg. parallel dazu kann sie Schwarzkümmelöl einnehmen, so ein paar Tropfen über den Tag verteilt. Mengenangaben kann ich dazu nur schwer machen, da muss sie sich vielleicht auf ihre inneren Stimmen verlassen (davon hat sie ja wahrscheinlich genug :).)

Nach einer oder zwei Wochen, dann wenn sie wieder kräftig genug ist, kann sie eine kombinierte Kohle-Rizinuskur mit Kaffeeeinlauf machen.
Dabei gilt, die Einnahme des Rizinusöls erfolgt zu der Tageszeit, zu der deine Freundin nomalerweise am fittesten ist. Ist sie ein Langschläfer, nimmt sie es abends, ist sie Frühaufsteher, nimmt sie es morgens. Der Geschmack von RÖ lässt sich angeblich mit Currypulver gut überdecken.
Die Kohle wird davor genommen (entweder am Abend zuvor oder ein oder zwei Stunden vor der Rizinuseinnahme) Weitere Einzelheiten finden sich im Amalgamthread.
Nach der Einnahme des RÖ ist ein Kaffeeeinlauf angebracht, wenn es nicht spät abends ist, dann sollte man ihn schon gemacht haben.
Zwei bis drei Stunden nach der RÖeinnahme kann man mit etwas Bitter- oder Glaubersalz nachspülen, so werden eventuelle Gallereste aus dem Darm gespült.
Danach: Abwarten, aber in der Nähe des Klos.

Nach ein bis zwei Wochen kann man das wiederholen, je nach dem, wie schnell man wieder zu Kräften kommt. Das Gehirn zu entgiften ist meiner Meinung nach ein ziemlich heißes Eisen, daher denke ich man sollte sich genug Zeit nehmen, erst die Leber und den reslichen Körper zu reinigen.

Wenn man das Gefühl hat, die Kuren verlieren an Intensität, so kann man zur Kohle oder vielleicht ein wenig versetzt Koriander einnehmen und dazu die Mittelfingerpitzen massieren, das öffnet die Blut-Hirn-Schranke, und die Giftstoffe diffundieren ins Blut. Schwämmen zu viele Giftstoffe im Blut, dann würden sie in die Hirnflüssigkeit diffundieren, und das ist ja nicht im Sinne des Erfinders.

Nebenher ist es noch wichtig auf den erhöhten Bedarf an Mineralstoffen ztu denken, da der Elektrolytverlust durch die Durchfälle recht hoch ist.

Mobilisation kann nicht nur durch Kaffee und Koriander geschehen, sondern auch durch Chlorella, Rechts-Regulat, Yoga oder Rohkost.
Das Unterbrechen des Galle-Kreislaufes kann auch durch Sennesblätter erzielt werden.
Aber das Prinzip ist im Wesentlichen das selbe: mobilisieren - abbinden - ausleiten

So, das wärs erstmal, ich hoffe es ist verständlich, vollständig und einigermaßen fehlerfrei. Bei Ergänzungen oder Widersprüchen: Nur zu!

Grüße und viel Erfolg
Valentin
 
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03.03.08
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Hy Sine,

bei mir wurde nach über 15 Jahren Krankengeschichte vor kurzem auch ein dringender Verdacht auf eine chronische Borreliose festgestellt. Ich hatte am Anfang meiner Krankengeschichte auch so Psychotische- und sehr starke Angst-Zustände und hatte sehr lange Aufenthalte in der Psychiatrie. Obwohl bei mir die körpelichen Symptome immer im Vordergrund lagen, wurde ich all die Jahre als Psychosomatiker angesehen. Später wurden noch Diagnosen wie: Restless Legs Syndrom, Fibromyalgie, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Entzündungen im Darmbereich usw. festgestellt. Auf der Psychischen Ebene wurde so ziemlich jede Krankheit diagnostiziert...
Ich habe mittleweilen 100% IV obwohl ich noch 2-3 Stunden nachmittags arbeite. Dies aber offiziel wegen Depressionen, RLS und Fibromyalgie.

Wie gesagt war ich vor kurzem bei einer Borreliose Spezialistin die nun einen dringenden Verdacht auf eine chronische Borreliose hat. Sie ist der Meinung, dass eine AB Therapie nach all den Jahren doch sehr sinvoll sei. Lumbalpunktionen hält sie für einen Unsinn, da diese nicths bringen und mit Komplikationen verbunden sind. Bei normalen Schulmedizinern, habe ich fast durchwegs schlechte Erfahrungen gemacht, da es diese Krankheit in dieser From für viele ja gar nicht gibt...

Ich werde in kürze eine AB-Therapie beginnen, da es für mich keine Alternative mehr gibt und ich in all den Jahren schon so ziemlich alles versucht habe. Ich werde dazu sicherlich noch diverse Begleittherapien machen um meinen Darm zu schonen.

Wenn du Interesse hast, würde ich dir die Adresse der Ärztin gerne zustellen.

Ich habe in all den Jahren über 40 Medikamente zu mir genommen wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazopine, Schmerztabletten und natürlich auch noch Schlaftabletten... hat alles nichts gebracht.

Ich hoffe dir mit diesen Informationen gedient zu haben...

Liebe Grüsse

Nevermind77
 
Zuletzt bearbeitet:
Themenstarter
Beitritt
15.10.06
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Vielen Dank für dein ausführliches Posting, Valentin :)

Nevermind, das mit den Ärzten ist so eine Sache...
Meine Freundin lebt in der Schweiz und die Ärztin, die als kompetent gilt, scheint keine neuen Patienten mehr annehmen zu können.
Du kannst mir aber gerne den Namen und die Adresse per PN mitteilen.
Es würde mich sehr interessieren, wie es dir mit der Antibiotikatherapie ergeht.
Ich bin vermutlich nicht die Einzige und es wäre toll wenn du uns ( evtl. in einem eigenen Thread ) auf dem Laufenden halten könntest!

Liebe Grüsse, Sine
 
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