Nebennierenschwäche richtig behandeln

Themenstarter
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Hallo,

durch einen Wink mit dem Zaunpfahl hier im Forum bin ich auf den Begriff "Nebennierenschwäche" gestoßen.

Ich habe meine Cortisol-Werte im Speichel überprüfen lassen und siehe da:
Nebennierenschwäche (Grad 2).

Mir macht besonders ein Vormittagstief mit abrauschendem Blutzucker (teilweise Werte unter 70 um 11 Uhr Vormittags) zu schaffen - besonders in der Arbeit wo ich viel rumlaufe.
Aus Ärzten konnte ich zu dem Thema nichts sinnvolles herausbekommen "Dann müssen sie eben mehr Frühstücken!", "Dann machen sie halt um halb 10 Brotzeit!"
Damit wollte ich mich aber nicht abfinden und habe mich selbst auf die Suche nach der Ursache gemacht und sie in NNS gefunden.


Nun meine Frage an euch:

Wie würdet ihr das am besten behandeln?

Es gibt soweit ich jetzt verstanden habe 2 Möglichektien

1. Nebennieren entlasten

2. Nebennieren anregen

Zu 1.:
Die Nebennieren werden mit geringen Cortison-Dosen zu den Zeiten wo ein Mangel herrscht (bei mir wäre das Vormittags) entlastet. Dadurch können sich die Nebennieren erholen und das Cortison kann nach und nach reduziert werden. Nach der Therapie ist die NN wieder funktionsfähig.

Zu 2.:
Mit verschiedenen, meist pflanzlichen Mitteln, soll die NN wieder zur Arbeit angeregt werden bzw. die Stressresistenz soll verbessert und so die NN entlastet werden. Das wären z.B. Adaptogene wie Rosenwurz. Dadurch wird die Nebenniere auch aktiviert und kann wieder eine geregelte Funktion aufbauen.


Es gibt aber für beide Methoden vor und Nachteile bzw. Beführworter und Gegener.

Durch die Cortison-Dosen könnte die Nebenniere ganz aufhören zu arbeiten und es würde sich eine Nebennieren-Insuffizienz entwickeln. Das möchte ich natürlich nicht.

Wenn ich ein eh schon müdes Organ antreibe, könnte es noch müder werden und irgendwann auch nicht mehr funktionieren.


Ich war schon bei zwei HP, die beide für Methode 2 geworben haben. Das erste Mittel habe ich schon gleich mal nicht vertragen (mir ging es damit noch schlechter wie zuvor) und das von dem 2. HP habe ich mich jetzt nicht nehmen trauen.

Gibts hier wen der schon eine NNS erfolgreich behandelt hat, wenn ja, wie hast du es gemacht?

Dass es natürlich noch mehrer Faktoren außer etwas einnehmen ist weiß ich, genauso wichtig wie Mittelchen ist auch die Ordnungstherapie, stressfreies Leben und richtige Ernährung.

Würde mich über Antworten und Austausch wirklich sehr freuen

Liebe Grüße
KueSu
 
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17.03.17
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Hallo KueSu,
In den verschiedenen Phasen der NNS, können die jeweiligen Mittel ( auch pflanzliche) Deine NN unterstützen oder einfach noch mehr schlauchen.

Da würde ich ansetzten.

Zusätzlich nach der Ernährung schauen, Ruhe, regelmässiges frühes Zubettgehen und Schlaf. Kleine vollwertige (Zwischen)mahlzeiten. Spätestens nach 4 Std. Etwas essen. Alles andere ist erneuerter Stress.


Gute Besserung.

N.
 
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08.02.15
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Das was als "Nebennierenschwäche" bezeichnet wird, ist in Wahrheit das Ergebnis von Entzündungen, oxidativen Stress und/oder einer mitochondrialen Erkrankung. Unsere Nebennieren sind alles andere als "schwach". Es kann Einzelfälle geben, wo die Nebennierenfunktion tatsächlich eingeschränkt ist, aber schwach, müde oder erschöpft sind sie definitiv nicht. Das Hypothalamus-Hypophysen-System hat hier das Sagen, bzw. ist das Zentrum für die Hormonkontrolle, darunter die Schilddrüse, Nebennieren usw. Es geht hier u. a. um die Freisetzung von CRH (Corticotropin-releasing Hormone). CRH ist der Vorläufer von ACTH (→ Cortisol). Wenn wir gestresst sind, dann durch die Freisetzung von CRH im Hypothalamus, was schließlich zu Cortisol führt. Über die negativen Auswirkungen von Stress, will ich erst gar nicht anfangen. Darmfunktionsstörungen sind da vorprogrammiert und dann folgt natürlich sowas wie SIBO/DDFB und Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Die Müdigkeit und Antriebslosigkeit, die man fühlt, liegt hauptsächlich an der Unterdrückung von Orexin. Ein niedriges T3 und niedriges Pregnenolon kann auch zur Müdigkeit führen und in einigen Fällen auch ein niedriger Cortisolspiegel, aber auch das wird durch unseren Hypothalamus gesteuert.

Orexin ist unser wichtigstes Peptid, was den Wachzustand kontrolliert. Orexin aktiviert auch unser Histamin-System. Es ist aber noch an viel mehr beteiligt: Gemütszustand, Angstzustände, Panikattacken, Depressionen, Körpertemperatur, Hunger, Fettleibigkeit, Magensäure, Dünndarmsekretion, Pankreassaft, Insulin, Darm und und und... Hier könnt ihr nachlesen, was Orexin ist und wie man es erhöht.

Kurz gesagt, der Hypothalamus "spürt" Entzündungen und/oder oxidativen Stress, sendet "Signale" an den Körper und steuert so unser Verhalten über das CRH, Orexin, Neurotransmitter und andere Hormone. Entzündungen und oxidativen Stress beseitigen, das ist die richtige Behandlung. Alles andere ist Symptombehandlung.
 
Themenstarter
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18.07.17
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Hallo,

Dankefür eure Antworten.

Meine Schilddrüse ist okay, alle Werte sind im grünen Bereich.

Wie finde ich Entzündungen im Körper - Entzündungsmarker sind okay.

Woher weiß ich ob Adaptogene eher hilfreich oder schlauchend wirken?

Liebe Grüße
KueSu
 
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Hi KueSu,
ich simplifiziere gerne. (KISS - keep it simple and stupid ;))

Stress (Adrenalin, Nebenniere...) - wir sind dafür geschaffen beim Säbelzahntiger-Sprint rasch in den Kampf/Fluchtmodus zu wechseln (gab es in der Säbelzahntigerzeit überhaupt schon Menschen? - egal, halt vorm Wolf ;)). Es kann ein wenig stressen im Rudel/im Clan um die Fleischmahlzeit zu streiten.
Aber wenn das erledigt ist, liegen wir mal gemütlich unter einem Baum und chillen ein wenig, bevor wir uns dann zum Nachmittagsprogramm begeben (Beeren sammeln, Fische angeln, Feuer anmachen etc.).

Also sieht die Natur vor: KURZE Stressphasen. LANGE Erholungsphasen.
(Ich hol mir so gern Input von Affen im Zoo :D)

Fast forward ein paar tausend Jahre. Wie lange ziehen wir uns nach dem Mittagessen zurück? Folgt auf kurzen Stressanfall mehrere Stunden Entspannung?
Wie viele Stunden ist man pro Tag im Kampf-/Fluchtmodus/wie viele Stunden im Ruhemodus?

Also ja - Nebennieren schwächeln bei vielen. Je mehr, desto eher bekommt man die "Burn Out" Diagnose. Ist "unserem" Lebensstil geschuldet.

Formal heißt das Ziel möglichst viel Zeit im PARASYMPATHISCHEN Nervensystem zu verbringen: heißt einfach - alle Körpersysteme sind im Entspannungsmodus.
(Real dominiert bei vielen der SYMPATHISCHE Zustand. Klingt zwar netter, ist aber leider der Zustand bei dem wir im Kampf-/Fluchtmodus sind)

Nebennieren heilen/stärken:

Lösungsstrategie 1:
Schmeiß alles hin und werde Prinzessin auf einer Südseeinsel.
(Schau, dass kein aktiver Vulkan drauf ist und teste vorab die Cocktails) :D

Lösungsstrategie 2:
A: Stress meiden
Einfach mal Alltag durchforsten und schauen an welchen Stellen man bewusst "entstressen" kann. Vor allem GERNE Ballast abwirft.
z.B. Stressige Menschen/Situationen bzw. Menschen/Situationen die einen subjektiv Kraft kosten meiden (Tut es (sie/er) Dir gut? Wenn nicht, dann lass es!)
(soweit das halt jeweils geht...)

Weitere Stressoren:
- Nahrungsmittel (sollen Energie liefern. Wenn nicht eine Zeit lang meiden. Klassiker Gluten, Milchprodukte, Fructose, Histamin ...)
- Nährstoffmängel (1 Stressanfall verbraucht 200mg Vit C, Magnesium, B Vitamine...) - 20 Stressanfälle/Tag?! :eek:
- Strukturelle Probleme (WS, Kiefer...)
- eSmog
- Schlafplatz
...

Einfach mal in Ruhe hinsetzen und schauen wo Du leicht, schnell und vor allem gerne ein paar Stressoren los wirst.

B: Nebenniere stützen
Nebennierencocktail: Salz, Vitamin C, Kalium - in der Früh so gegen 10h und am Nachmittag gg. 15h (bzw. aktuell - Sommerzeit - ist es meinem Empfinden nach gg. 11h und dann wieder gg. 16h)
Vit C und Salz waren und sind bei mir die Mittel die ich immer gut vertrage - und mein Körper braucht viel von beidem. Wenn die NN stark schwächelt, spürt man richtigen Salzhunger.

Nebennierenrindenextrakt/Nebennierenextrakt:
Amaz*n ist voll von begeisterten Berichten. In Einzelfällen scheint es nicht zu helfen. Ich bin anscheinend ein Einzelfall :rolleyes:. Ersteres hat mich müde gemacht, zweiteres (da wird die ganze NN - also inkl. der Areale die Adrenalin produzieren - verwendet) aggressiv.

Div. Kräuter/Adaptogene: gehen bei mir immer so 2-3 Tage, dann hab ich entweder keine Lust mehr drauf oder ich merk richtig, dass sie mir nicht gut tun.
Scheint aber auch damit zusammenzuhängen, dass ich 2-3 Wochen stabil/gut drauf bin und nur während der Mens die NN sehr gefordert ist. Also versuch ich mich grad an das Muster anzupassen.
Eventuell spielt das bei Dir auch mit rein? (Also dass Du nicht Stufe 2 hast, sondern im Verlauf des Monats zwischen verschiedenen Stufen hin und her wechselst?)

Ich hab recht lange gesucht und KEINE brauchbare Aufstellung gefunden wann was hilft. Mein aktueller Stand ist, dass man einfach nur rumprobieren kann. Würde mich freuen, wenn so eine Aufstellung doch noch auftaucht :)

Schlafhygiene: Klassiker ist z.B. dass man - je nach Stadium der NNS - am Abend noch mal so richtig munter wird. Speziell ab 22h. Das powert aber die NN weiter aus. Also drauf achten früh ins Bett zu kommen. Auf alle Fälle vor Mitternacht.
Tiefschlafreflex trainieren: http://www.symptome.ch/vbboard/umga...-um-biochemie-beeinflussen-2.html#post1193152
(früher "konnte" ich stundenlang wachliegen um irgendwelche Probleme wiederzukauen - heute ein paar Mal iamon und weg bin ich).

Sport

Fake it till you make it:
durch GRINSEN (genau so: :D) das Stressfass ausleeren. Funktioniert. Ist messbar :)
Hier eine kurze Beschreibung: http://www.symptome.ch/vbboard/umga...ogie-techniken-um-biochemie-beeinflussen.html
Kann man - finde ich - prima in seinen Alltag einbauen. Wenn es zu unnatürlich aussieht (wie bei mir) kann man es ja als WC Programm einbauen ;)

MFT/EFT (Mentalfeldtechnik/Emotional Freedom Technique)
3-4/Tag "klopfen" und dadurch in den parasympathischen Zustand wechseln.

AUSATMEN: http://www.symptome.ch/vbboard/umga...-um-biochemie-beeinflussen-2.html#post1193026

Schilddrüse: ist an NN gekoppelt. Sobald NN schwächelt, fährt SD runter (ft3 sinkt). Logik ist: Dein Körper versucht Dich zur Ruhe zu "zwingen".
Schlauer Körper ;)
(ft3 im oberen 1/3 bzw. zumindest in der oberen Hälfte ist meist ein Wohlfühlbereich. Solang man "in der Norm" ist (selbst wenn man im unteren 1/3tel "rumschrammt" und kaum vom Sofa hochkommt wird das schulmedizinisch gesehen als "normal" gesehen).
Schilddrüse liebt (und braucht) Selen und Jod. Jod (und Selen) ist meiner Meinung nach bei vielen Mangelware. SD wird bevorzugt versorgt. NN braucht auch Jod - bekommt aber nur was ab, wenn die SD "satt" ist.
Wäre also auch noch ein Ansatz...

lg togi
 
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18.07.17
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Hallo,

danke togi für deinen unterhalsamen Beitrag.

Ich habe tatsächlich schon über die Möglichkeit einer Karriere als Südsee-Inselbewohner nachgedacht - sie wie in Cast Away mit Tom Hanks ;-)

Aber nun mal Spaß beiseite.

Wo genau mein ft3-Wert ist (also in welchem Drittel) weiß ich nicht, da müsste ich mal meine ganzen Befunde (inzwischen ein ganzer Ordner voll.. ;-) ) raussuchen.

Ich bin jetzt schon sehr gut dabei immer schön früh schlafen zu gehen - spätestens um 10 bin ich in der Falle. Mein Körper findet das ganz gut, munter bin ich um 22 Uhr definitiv nicht, er danke es mir mit einem entspannten Aufwach in der Früh.

Der Tipp mit dem tiefen Ausatmen, obwohl man nicht tief eingeatmet hat ist irgendwie cool - das funktioniert wirklich und macht echt ruhiger.

Gestern habe ich mit jemandem gesprochen, der mir Gäseblümchen und Mikronährstoffe empfohlen hat. Hab ich noch nie gehört, und werde ich mir mal bei Gelegenheit genauer zu Gemüte führen.

lg
KueSu
 
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24.03.20
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Guten Tag Togian
Wie kommt an genau an Nebennierenrindenextrakt bzw. wo ist dieses genau erhältlich? (Komme aus der Schweiz)
 
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Guten Tag zusammen

Darf ich um eure Hilfe bitten?

Kennt jemand einen Arzt in der Schweiz, bei welchem ich ein Präparat aus (flüssigem) Nebennierenrindenextrakt (vom Rind) beziehen kann bzw. ein Arzt in der Schweiz, welcher einem bezüglich Zellextrakten aus Rinder-Nebennieren berät und sich wirklich gut damit auskennt?

Dies soll helfen gegen eine Nebennierenerschöpfung.

Ich freue mich von Ihnen zu hören.

Herzlichen Dank
 
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10.01.04
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Hier wird ein Behandlungskonzept vorgetragen bei Nebennierenschwäche:

(guter Artikel, finde ich)

Grüsse,
Oregano
 
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14.06.09
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Hi Hoppers,
Arzt in Deiner Umgebung kenne ich keinen. Sorry. Das Buch fand ich gut für den Einstieg: https://www.thalia.at/shop/home/artikeldetails/ID29774243.html?ProvID=11010475

Julia Tulipans Buch soll gut sein. Hab ich aber noch nicht gelesen.

Es kann sein dass Du über die Bücher/Webseiten von Kyra und Sascha Kaufmann passende Therapeuten findest.

NN Extrakt bzw. NebennierenRINDENextrakt hatte ich u.A. von Thorne und Allergy Research Group. (War aber wie schon geschrieben beides nix für mich).
Glandokort war von allem Probierten am Hilfreichsten für mich (aber von meiner NN dürfte nicht mehr viel da sein, also ist das "nicht helfen" der Extrakte kein Maßstab - anderen hilft es ja anscheinend prima. Du findest über Amazon (com) viele Renzensionen wenn Du Dich durch die Produkte durchklickst).

Als "erste Hilfe" tut ein Mix aus Vitamin C, Salz und Kalium (nach persönlichem Bedarf) gut. Kalium nur falls Du keine Medis einnimmst, die in den Kaliumstoffwechsel eingreifen.
Unter "Nebennierencocktail" findest Du viel im Forum (unterschiedliche Dosierungen..). Allein mit Salz/C hab ich mich jahrelang ganz gut über Wasser gehalten.

lg togi
 
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24.03.20
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Danke für die Antwort Togian.

Ich frage mich aber noch immer, wo es in der Schweiz einen Arzt gibt, der sich mit NebennierenRINDENextrakt auskennt? Wäre über Tips von euch sehr dankbar.
 
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