Letalitätsdauer bzw. Sterbedauer Sepsis bzw. Blutvergiftung

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16.06.12
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Hallo,
Ich weiss nicht ob ich hier richtig mit meiner Frage bin, ich konnte im Internet bis jetzt keine aussagekräftige antwort finden!

Ich möchte gerne wissen wie lange man mit einer unbehandelte Sepsis
noch leben kann.

Ich weiss natürlich das es von der Konstitution des betroffenen anhängt und um welchen Erreger es sich handelt, auch weiss ich das man mit nem super Immunsystem und sehr viel glück sogar eventuel eine unbehandelte Sepsis überleben kann, aber ich hätte gerne eine
nur ungefähre Angabe.

Gehen wir mal von einem Mann im alter von 30 aus der eh eher kränklich ist und kein soo tolles Immunsystem hat sogar eher ein schlechtes...

Vom ersten auftauchen der Symptome an, wie lange kann man maximal überleben??

Gehen wir auch davon aus das die Sepsis Bakteriell oder durch Pilze verursacht wurde nicht durch Viren...

Und noch einen weitere Frage zu dem Thema...
Ist es möglich das bei einer Sepsis alle Blutwerte in der Norm liegen oder halt nur leicht grenzwertig sind auch wenn sie schon länger besteht?
Sepsis soll ja meisst von Fieber oder Unterthemperatur begleitet sein, Aber da Fiebe
ja eine Reaktion des Immunsystems ist, wäre es auch möglich das die Themperatur auch in der Norm liegt???

Ansonsten bestehen aber viele Beschwerden die auf eine Sepsis zutreffen würden...

Bitte nur schreiben wer wirklich Ahnung hat und eventuell selber schon mal eine Sepsis hatte, an anderen stellen habe ich oft in Foren den Schwachsinn vom roten Strich der zum Herz wandert gelesen aber das hat mit ner Sepsis nix zu tun eher wohl mit dem Lymphsystem...

Vielleicht ist hier ja auch Medizinische Personal unterweg und kann mir ne Antwort geben...

Ach ja, und fühlt man sich bei einer Sepsis dauerhaft schlecht und es wird immer schlimmer oder gibt es auch stunden wo man sich nicht ganz so scheisse fühlt???

Wäre toll wenn sich jemand meldet...
Vielen Dank
 
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Aber ich versuche es einmal.

1) Wie lange kann man mit unbehandelter Sepsis „maximal“ überleben?

Eine seriöse „Maximal-Angabe“ kann dir niemand geben, weil Sepsis kein fixer Verlauf ist, sondern ein Spektrum – von „schleichend“ bis „innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich“.

Was man aber aus Klinik-Erfahrung sagen kann:

Unbehandelt ist Sepsis oft innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen tödlich, besonders wenn sie in septischen Schock übergeht (Kreislaufversagen, Organunterversorgung).

Es gibt Ausnahmen, in denen Menschen mit einer „milderen“ Sepsis oder sehr langsamem Herd (z. B. tiefer Abszess) länger überleben – aber das ist nicht das, worauf man hoffen darf. Das kann trotzdem jederzeit kippen.

Entscheidend ist weniger „Immunsystem gut/schlecht“ als:

Wo sitzt der Infektionsherd? (Lunge, Bauch, Harnwege, Haut/Weichteile, Katheter, Zähne/Abszess etc.)

Wie schnell kommt der Erreger in die Blutbahn / wie toxisch ist er?

Wie reagiert der Kreislauf?

Wie schnell entstehen Organzeichen?

Ganz praktisch: Wenn Sepsis unbehandelt wirklich „voll läuft“, ist es häufig keine Frage von Wochen, sondern eher kurz.

2) Können bei Sepsis alle Blutwerte „normal“ sein?

Ja – am Anfang oder bei bestimmten Konstellationen können einzelne Standardwerte noch normal sein. Aber „lange bestehende echte Sepsis“ mit komplett unauffälligen Entzündungszeichen ist eher untypisch.

Wichtig zu unterscheiden:

Frühphase: CRP, Procalcitonin (PCT), Leukozyten können noch normal sein – je nachdem, wie früh gemessen wird.

Immunsuppression / Erschöpfung: Leukozyten können statt hoch auch niedrig sein.

Chronische/abgekapselte Infektion: Manchmal sind Entzündungswerte nur leicht erhöht, bis es plötzlich entgleist.

Und: Viele „Blutwerte in Norm“ beruhigen fälschlich, weil entscheidende Sepsis-Hinweise woanders liegen, z. B.:

Laktat (Gewebeunterversorgung)

Kreatinin/Urinmenge (Niere)

Bilirubin/Leberwerte

Gerinnung/Thrombozyten

Blutgase/Sauerstoff

Vitalzeichen: Puls, Blutdruck, Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung, Bewusstsein

Sepsis ist keine Labor-Diagnose allein, sondern eine Kombination aus Infektion + Organstress.

3) Muss man Fieber haben? Kann Temperatur normal sein?

Fieber ist häufig, aber nicht Pflicht. Bei Sepsis kann es geben:

Fieber

Normothermie (normale Temperatur)

Untertemperatur (Hypothermie) – das ist sogar ein Warnzeichen, besonders bei schwerer Sepsis

Gerade wenn jemand „kränklich“ ist, erschöpft, älter, immungeschwächt oder stark gestresst, kann die typische Fieberreaktion ausbleiben.

4) Fühlt man sich „dauerhaft schlechter“ oder gibt es auch bessere Stunden?

Beides ist möglich.

Viele berichten: dauerhaft schwer krankes Gefühl, „Grippe hoch zehn“, zunehmende Schwäche, Benommenheit.

Es kann aber auch Wellen geben: mal „geht’s irgendwie“, dann wieder Einbruch. Das ist leider kein Entwarnungszeichen.

Gerade bei Sepsis kann der Körper eine Zeit lang kompensieren – bis es plötzlich nicht mehr klappt.

5) Wichtiger Punkt: Viele Beschwerden „passen“ auch zu anderen Dingen

Du schreibst, es bestünden „viele Beschwerden, die auf Sepsis zutreffen würden“. Das Problem ist: Sepsis-Symptome sind oft unspezifisch (Schwäche, Schwindel, Unruhe, Übelkeit, Bauchbeschwerden, Verwirrtheit, Frieren/Schwitzen).

Es gibt einige Warnzeichen, die man ernst nehmen sollte, auch ohne Labor:
  • sehr schneller Puls
  • schnelle Atmung / Luftnot
  • niedriger Blutdruck, kalte/klamme Haut
  • starke Verwirrtheit, Benommenheit
  • wenig Urin
  • starke Verschlechterung innerhalb von Stunden
„Ich fühle mich sterbenskrank“ (dieses ungewöhnlich massive Krankheitsgefühl)

Wenn sowas da ist: nicht diskutieren – sofort abklären lassen.

6) Zum „roten Strich“ (kurz eingeordnet)

Du hast recht: Der „rote Strich zum Herzen“ ist eher klassisch für Lymphangitis (Entzündung der Lymphbahnen). Das ist nicht gleich Sepsis, kann aber ein Warnsignal sein, weil daraus eine Sepsis entstehen kann, wenn es fortschreitet.

LG Ory
 
hallo wasweissich,

ich hatte mein leben lang nie richtig fieber, nur etwa zwischen dem 11 und 24 lebensjahr konstant erhöhte temperatur von 37,6° bis auf 38,2° (normaltemperatur), auch monatliche fieberschübe und bei kinderkrankheiten ging es niemals über 39°, vielleicht mal so bis 38,6°.
von etwa 24 jährig bis 28 jahren nie mehr fieber, nie mehr erhöhte temperatur. maximum vielleicht 37,4°.

dann:
vom immunsystem war ich durch gewisse begebenheiten isolierstationspflichtig.

ich fühlte mich, wie man sich mit so einem immunsystem fühlt.
ich war 'normal' im krankenhaus, ass zu mittag, erwartete besuch. vielleicht fühlte ich mich ein wenig innerlich erhitzt am vorabend. ich hatte auch schmerzen an der stelle, welche sich später als herd herausstellte. meiner empfindung nach war dort auch äusserlich weisser matsch zu sehen und eiter zu riechen, was vom personal jedoch abgetan wurde.
wie erwähnt, dachte ich, es sei alles okay und wartete auf den besuch.
irgendwie wurde ich plötzlich eher müde, wollte mich anziehen, um spazieren zu gehen, machte es aber doch nicht, weil ich nicht mehr so das bedürfnis hatte, rauszugehen. ich wartete also und ging davon aus, dass mir der besuch dann beim anziehen hilft.

der besuch kam, ich sagte auf der bettkannte sitzend: "helft mir bitte, mich anzuziehen, damit ich mit euch spazierengehen kann." so sass ich da, bekam von einer sekunde auf die andere zähneklappern, schüttelfrost, schwitzte, wurde fast bewusstlos, musste erbrechen, fieber wurde gemessen, es war bei 40° oben. wohl gemerkt, dass ich täglich fiebersenkende mittel bekam.

dann das ganze 'blabla' mit den organen, 'beim sensemann auf der karre sitzen', etc.

ich habs knapp überlebt, weil ein arzt notfallmässig aus seinen ferien kam, als er von mir erfuhr. er rettete mir das leben mit einem letzten antibiotikum, was trotz den multiresistenten noch half.

danach wurde ich behandelt, als wäre nichts gewesen. es war aber was, denn wenn man wirklich tödlich krank ist, dann fühlt man das.
auf alle fälle lebte ich in diesem zustand, war aber wieder einigermassen stabiler.

dann:
ich hatte einen megahunger. ich erzählte noch der physiotherapeutin, dass ich so hunger habe, auf einen teller spaghetti.
ich kam aufs zimmer, da stand mein essen, ich sagte der krankenschwester, das ginge ja nicht, ich hätte zwar nru 1/4-tel portion, doch in meinem teller befinde sich ja gerade mal ein esslöffel und mehr nicht. ich weiss nicht mehr genau, was es war.
ein hin und her, weil ich zu spät zum essen kam, die küche schluss machen wollte, und ich nun mehr essen brauchte.
endlich war das essen da, ich hatte voll hunger, ass einen löffel und merkte, wie mir schlecht wird. nach ein paar löffeln, alles erbrochen, schüttelfrost, zittern am ganzen körper, das bewusstsein schwindet, wieder fieber, welches gegen den 40-ern entgegen 'krabbelt'. (komisch, wo doch mein körper nie fieber machen konnte... und das trotz fiebersenkenden mitteln, die schon genommen wurden!)

das der zweite schub, der passieren konnte, weil ich nicht richtig behandelt wurde.

der dritte schub kündigte sich mit den typischen sepsis-knochenschmerzen an.

ich fuhr zur lobby runter, plauderte lustig mit der portier-dame, wured plötzlich leise, hielt inne, kam in eine steife, in der ich fast nicht mehr sprechen konnte und grässlichste knochenschmerzen, wie bei den vorigen schüben bekam. ich konnte noch sagen: "du! ich denke, ich muss ins zimmer hoch. ich bekomme wahrscheinlich wieder einen sepsis-schub mit fieber." ich fuhr mit dem rollstuhl ins zimmer hoch, meldete die symptome dem personal, bekam dann schnell die medikamente, doch trotzdem konnte das fieber noch hoch steigen. es fing auch schon an, auf die organe zu gehen.

nach diesem dritten schub wurde es mir zu gefährlich in diesem krankenhaus und ich liess mich auf eigenverantwortung entlassen, obwohl meine blutwerte so schlecht waren, dass man mit solchen das krankenkhaus nicht verlassen darf.
ich war noch ein paar tage zu hause tödlich krank, bis ich den termin zur notoperation bekam, in welcher der herd beseitigt werden konnte.

seither bin ich nie mehr wieder mich geworden. mein körper hat sich noch 7 jahre danach nicht erholt davon. die seele hat sich damit abgefunden, ist jedoch auch nicht mehr gleich stark wie davor.

fieber hatte ich wie davor, danach nie mehr, da mein körper grundsätzlich kein fieber machen kann, ausser wenn es eben tödlich wird. im sterben passieren dinge, die sonst unmöglich erscheinen.

genügt das?
noch fragen?

viele grüsse, shelley :wave:
 
Shelly, das, was du schilderst, ist mir leider gut bekannt – vor allem die Inkompetenz und Gleichgültigkeit, die man in manchen Krankenhäusern erlebt. Auch, dass man als Patient oft völlig im Dunkeln steht, selbst wenn es um den eigenen Körper geht.

Meine eigentliche Frage hast du allerdings nicht beantwortet. Mir geht es dabei auch nicht um punktgenaue Zahlen oder eine exakt datierte Zeitspanne, nach der man an einer Sepsis stirbt.

Ich formuliere es deshalb anders:
Ist es grundsätzlich möglich, über Monate hinweg mit einer unbehandelten Sepsis zu leben?

Damit ist ausdrücklich nicht gemeint, dass man dabei symptomfrei ist. Es geht mir schlicht um die Frage, wie lange ein Mensch mit einer unbehandelten Sepsis überhaupt überleben kann, bevor es zum Tod kommt.

gruss wwi
 
"ist es möglich monate lang mit einer unbehandelten sepsis zu leben"??
Aus meiner Sich: NEIN

eins kann ich mit bestimmtheit schreiben zeit ist kostbar: mit jeder stunde sinkt die überlebenschance um rund acht prozent. dennoch verstreichen in vielen krankenhäusern vier bis sechs stunden .
bei meinem mann waren es immerhin 4 tage ehe ärzte den ernst der lage erkannten und reagierten.
gottseidank hatte er vorab (am ersten tag) vom HA ein breitbandantibiotikum bekommen , ohne wäre er heute nicht mehr am leben .

lg ory
ps. ich werde mir deinen anderen beitrag in ruhe durchlesen .
 
hi ory,

mit dieser aussage konntest du mir jetzt einen grossen teil meiner angst nehmen....

jetzt steht halt noch die frage im raum ob die pilze durch die diaet so aggresiv geworden sind und in die blutbahn gewandert sind oder ob viele pilze abgetötet wurden und massig gifte und schwermetalle freigesetzt wurden...

das letztere waere mir lieber, da man bekanntlicherweise nicht so schnell an chron. hg vergiftung stirbt an ner systemmykose jedoch in absehbarer zeit wenn nix unternommen wird....

danke erst mal, vielleicht kannst du ja was zum anderen thema beitragen was mich auch ein bisschen von meiner angst befreit....
 
1) "ist es möglich monate lang mit einer unbehandelten sepsis zu leben"??

2) damit ist nicht gemeint, das man komplett symptomfrei ist, sondern schlicht und einfach die frage wie lange kann man mit einer unbehandelten sepsis leben bis man stirbt???


1)

ich hab es doch unkonkret geschrieben und ging davon aus, dass unkonkrete sachen von den meisten menschen verstanden werden:

bei mir ging es von einer minute auf die andere, dass ich im sterben lag.

ja; vielleicht war schon vorher sepsis im körper, doch war es mir nicht bewusst. um das zu verdeutlichen, schrieb ich dir, was schon am abend davor war und was zwischen den akutschüben war. da war sie ja auch in mir. die schübe kamen aber nicht innerhalt von wochen, sondern innerhalb einer woche. so in der art.

2)

nach dem es akut ersichtlich war, bekam ich sofort behandlung, jedoch auch falsche, weil es ja dauert, bis das labor das antibiogramm schickt und es wiederum dauert, bis irgendwo aus dem land sofort das geeignete mittel per express geschickt werden konnte.

unter nicht-optimaler behandlung, welche die symptome herauszögerte, mit der richtigen behandlung falsch angewendet, lag ich während jeweils so ein oder zwei tagen um den schub im sterben, die tage zwischen den schüben war ich tödlich krank, lag aber nicht sterbend im bett, sondern wandelte im rollstuhl voll verklärt als angst-wesen vom zimmer auf den flur, um zu sehen, dass ich lebe.

ich kann nicht schreiben, wie lange man unbehandelt damit leben kann. nach meinen erfahrungen, die ich dir schrieb, sollte jedoch ersichtlich sein, dass man damit nicht so lange leben kann. tödlich bedeutet tödlich und wenn man tödlich krank ist, dann stirbt man oft sehr schnell - nach wenigen tagen. wenn man lebensbedrohlich krank ist, geht es länger (monate bis wochen) und bei gefährlich krank noch ein wenig länger (wochen bis monate bis jahre mit überlebenchance). ich schreibe also nicht zum witz, dass ich tödlich krank war und im sterben lag. wenn man im sterben liegt, dann geht das von minuten, über stunden bis so maximal ein oder wenn man glück hat, zwei tage.
so die definitionen, wie ich sie gelernt habe und anwendete und davon ausging, dass klar ist, was ich meine.

ich schätze, dass wenn du eine sepsis hättest, du gar nicht mehr im internet schreiben könntest, geschweige nach diesem ersten posting in diesem kapitel jetzt noch leben würdest.
wenn man eine sepsis hat, hat man andere probleme als internet.

:wave:
 
ich wünschte ich könnte es :o)

jetzt steht halt noch die frage im raum ob die pilze durch die diaet so aggresiv geworden sind und in die blutbahn gewandert sind oder ob viele pilze abgetötet wurden und massig gifte und schwermetalle freigesetzt wurden...
die möglichkeit besteht durch die "strenge diät" wohl leider eher das sie auf wanderschaft gegangen sind um an nahrung zu kommen :o).

lg ory
 
Wie Ory oben schon schrieb: Wie lange man mit einer Sepsis überlebt, hängt stark von der Schwere und der Behandlung ab.

Eine Sepsis ist ein medizinischer Notfall – sie kann innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden.

Unbehandelt kann eine schwere Sepsis oder ein septischer Schock innerhalb von 24 bis 48 Stunden zum Tod führen, weil das Immunsystem den Körper überflutet und Organe versagen.

Wird sie jedoch früh erkannt und intensivmedizinisch behandelt (Antibiotika, Infusionen, Stabilisierung des Kreislaufs, ggf. Operation zur Herdsanierung), können viele Patienten überleben – selbst bei schweren Verläufen.

Entscheidend sind:
– Wie früh die Therapie beginnt (jede Stunde zählt).
– Woher die Infektion stammt (z. B. Darm, Lunge, Haut, Zähne).
– Wie stark das Immunsystem des Betroffenen ist.

Aus meiner eigenen Erfahrung: Ich hatte nach einem Darmverschluss selbst eine beginnende Sepsis und wurde notoperiert – nur deshalb ist es gut ausgegangen. Das kann ganz schnell kippen.

Deshalb: Wenn Fieber, Schüttelfrost, schneller Puls, niedriger Blutdruck oder Verwirrtheit auftreten, sofort in die Klinik. Bei einer echten Sepsis entscheidet oft ein halber Tag über Leben oder Tod.

Gute Besserung – und bitte nicht abwarten.

Gute Genesung
Michel
 
Hallo mimer,

das Entscheidende bei einer Sepsis ist tatsächlich die Früherkennung. Viele Todesfälle ließen sich vermeiden, wenn Ärzte – und auch Patienten – die Warnzeichen schneller ernst nehmen würden.

In Kliniken sind die Überlebenschancen inzwischen besser, weil dort standardisierte Abläufe greifen: Blutkulturen, sofortige Antibiotikagabe, Infusionen, Überwachung auf der Intensivstation.

Anders sieht es oft in Hausarzt- oder Kassenpraxen aus. Dort wird eine beginnende Sepsis manchmal noch übersehen oder als „grippaler Infekt“ abgetan, bis der Patient zusammenbricht.

Deshalb wäre es sinnvoll, wenn in jeder Praxis ein deutlich sichtbares Merkblatt hinge:

„Früherkennung rettet Leben – Sepsis ist ein Notfall!“

Symptome wie plötzlich starkes Fieber, Schüttelfrost, schneller Puls, niedriger Blutdruck, Verwirrtheit oder kalte, blasse Haut sollten immer Anlass sein, sofort weiterzuleiten.

lg Ory
 
Hallo Shelley,

Eine beginnende Sepsis erkennt man daran, dass sich der Körper plötzlich anders verhält als bei einer normalen Infektion.

Typische Warnzeichen, die man ernst nehmen sollte:
– Plötzlich hohes Fieber oder umgekehrt ein unerklärlich niedriger Temperaturabfall
– Schneller Puls, flache oder beschleunigte Atmung
– Kaltschweißige, blasse oder bläuliche Haut
– Verwirrtheit, Benommenheit oder ungewöhnliche Schwäche
– Niedriger Blutdruck oder Kreislaufzusammenbruch

Auffällig ist oft, dass der Zustand innerhalb weniger Stunden kippt – der Betroffene sieht „nicht mehr gut aus“, wirkt abwesend, reagiert langsamer oder atmet schwer.

Bei solchen Symptomen sofort Notruf 112 oder direkt in die Klinik. Jede Stunde zählt.

Ärzte erkennen eine Sepsis im Labor meist an sehr hohen Entzündungswerten (CRP, Procalcitonin), niedrigem Blutdruck und Anzeichen von Organbelastung (Nieren, Leber).

Kurz gesagt: Wenn eine Infektion plötzlich außer Kontrolle gerät, der Kreislauf schwächelt und der Mensch „wegbricht“, ist das immer ein Alarmzeichen – das muss sofort abgeklärt werden.

Herzlichst
Mimer
 
hallo shelly,

eine gute frage ,eine sehr gute fragen sogar .

besonders dem sepsisrisiko ausgesetzt sind wohl : immobile patienten, intensivpatienten, offene wunden/unfallpatienten, operierte, immungeschwächte patienten beispielsweise mit erkrankungen von leber oder nieren, tumorerkrankte, organtransplantierte, diabetiker .

letzten endes kommt es auf die beobachtungsgabe der ärzte sowie des pflegepersonals in kliniken und praxen an und nicht auf maschinen- und laborwerte.

hier scheint es meiner meinung nach noch viel aufklärungsarbeit zu geben .

lg ory
 
hallo mimer,

DANKE!

bei mir kamen die alarmzeihen so schnell, dass das keine frühzeichen mehr erkennbar waren.

viele grüsse von shelley 👋

p.s.: das mit dem fieber stimmt aber schon, denke ich. deswegen muss der themenstarter auch nicht angst vor einer sepsis haben, weil er doch da fieber hätte. das kam bei mir auch trotz fiebersenkenden mitteln und der tatsache, dass mein körper eigentlich nie fieber macht sonst.
 
Bei meiner Freundin wurde es leider zu spät erkannt.
Sie war fast eine Woche lang zuhause, bis ihre Eltern sie ins Krankenhaus brachten – sie waren im Urlaub, und der Hausarzt meinte, man solle noch abwarten, ob sich die Blutwerte verändern.

Er vermutete zunächst eine Bauchspeicheldrüsenentzündung. Als es ihr immer schlechter ging, brachten die Eltern sie schließlich am Freitag ins Krankenhaus. Dort stellte man fest, dass sie Bakterien an einer Herzklappe hatte, die sich bereits auf Nieren und Leber ausgebreitet hatten. Die Ärzte gaben ihr nur noch etwa 20 % Überlebenschance – ein riesiger Schock für uns alle.

Es ging ihr von Tag zu Tag schlechter. Sie war verwirrt, wusste nicht, wo sie war, und wollte nur weg von der Intensivstation. Nach etwa einer Woche legte man sie ins künstliche Koma, beatmete sie und schloss sie an die Dialyse an, um die Organe zu entlasten.
Man untersuchte auch das Gehirn, um auszuschließen, dass die Infektion bereits dort angekommen war. Sie bekam Bluttransfusionen, Antibiotika und Cortison.

Nach rund zehn Tagen wurde sie in ein anderes Krankenhaus verlegt, wo man sie zweimal am Herzen operierte – innerhalb von nur drei Tagen. Doch es wurde nicht besser, im Gegenteil: Ihr Zustand verschlechterte sich weiter. Die Medikamente wirkten nicht, die Nebenwirkungen waren extrem. Ihr Körper war völlig aufgedunsen, man konnte sie kaum wiedererkennen.

Am 20. Tag wurde sie erneut operiert, um herauszufinden, warum die Entzündung nicht zurückging – aber die Ärzte fanden nichts. Eine weitere Operation war geplant, doch ihre Eltern entschieden, dass sie nicht mehr sollte.

Am 25. November 2011, genau an ihrem Geburtstag, ist sie gestorben – morgens gegen 9:30 Uhr. Ihr Körper war zu schwach, sagten die Ärzte, und sie wussten selbst nicht, ob sie jemals wieder gesund geworden wäre.

Zurück bleiben ich – und unser Kind, das fünf Tage nach ihrem Tod seinen ersten Geburtstag hatte. Traurig, dass sie das nicht mehr erleben konnte.

Diese Geschichte soll eine Warnung sein:
Mit einer Sepsis ist nicht zu spaßen.

Bevor sie starb, kam noch eine Lungenentzündung und eine Embolie dazu – das war zu viel für ihren Körper.
Auf dem Totenschein stand Tod durch Lungenentzündung – was mich bis heute wundert, denn eigentlich starb sie an den Folgen der Sepsis.
 
hallo Markusbeh ,

im moment weiß ich nicht wirklich was ich auf dein beitrag antworten soll :o).

so etwas darf einfach nicht passieren .

ich möchte dir mein vollstes mitgefühl mitteilen .

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meinem mann erging es an den anfängen ähnlich , kein arzt erkannte wie schlecht es eigentlich um ihn stand , erst nach 1 woche hat man ihn im KH aufgenommen ,dann dauerte es immenoch 4 tagen eh das wort sepsis im raum stand .
mein mann hat es ,gott sei dank ,nach langen monaten KH wieder zurück ins leben geschafft .

herzliches :welcome: .im symptome .ch

lg ory
 
Lieber Markusbeh,

auch ich möchte Dir mein Mitgefühl ausdrücken. Von diesem multiplen Organversagen habe ich schon des Öfteren gehört. Es ist sehr traurig, dass man Deiner Freundin nicht mehr helfen konnte.

Ist es das Gesundheitssystem, dass versagt oder ist es der einzelne Arzt?

Von einem bekannten Arzt habe ich vor einiger Zeit gehört, dass viele Ärzte sich nicht mehr trauen zu behandeln, doppelte und dreifache Untersuchungen vornehmen, nur um sich sich abzusichern, weil sie immer mit einem Bein vor dem Kadi stehen.

Auch mir selbst fällt es immer schwerer, dem Arzt und seiner ärztlichen Kunst zu vertrauen. Ich habe wohl lediglich Glück gehabt bisher.

Nun wirst Du mit Deiner Ohnmacht und Trauer allein gelassen. Die Frage, warum Deine Freundin ausgerechnet an ihrem Geburtstag starb, kann Dir niemand beantworten. Nur sie selber weiß es.

Ich habe von Selbsthilfegruppen gehört, wo sich Menschen gegenseitig unterstützen, um ihre Erfahrungen verarbeiten zu können.

Könnte Dir www.gute-trauer.de/inhalt/begleitung/trauerbegleitung/was_ist_trauerbegleitung?my_trauer=1&my_beerdigung=1helfen?

Wären Dir Bücher ein Hilfe? Hier zwei Bücher, deren Titel mich ansprachen:
Dr. Doris Wolf "Einen geliebten Menschen verlieren"
und
Jorgos Canacakis "Ich sehe deine Tränen"

Von Deiner Freundin musst Du Dich verabschieden, jedoch nicht von Deinem Leben. Dein Kind braucht Deine Bejahung des Lebens.

Herzlichst
Michel
 
was ich noch vergessen habe sie war drogensüchtig aber nahm nichts mehr sie wurde abdosiert grade. Nur die Ärztin die sie anfang Novemer eingwisen hat hat auf der Überweisung enzugs erscheinug geschrieben und da hat man sie auf eine geschlossen gebracht one auf die Andere sache einzugehn wo sie wieder dan abgehaun ist weil sie sagte sie hätte etwas anderes. PS Jezt nicht Schlecht über sie denken sie war eine hilfsbereite und ganz Liebe:o)
 
was ich noch vergessen habe sie war drogensüchtig aber nahm nichts mehr sie wurde abdosiert grade. Nur die Ärztin die sie anfang Novemer eingwisen hat hat auf der Überweisung enzugs erscheinug geschrieben und da hat man sie auf eine geschlossen gebracht one auf die Andere sache einzugehn wo sie wieder dan abgehaun ist weil sie sagte sie hätte etwas anderes. PS Jezt nicht Schlecht über sie denken sie war eine hilfsbereite und ganz Liebe:o)
Lieber Markus,

wer sollte auf die Idee kommen, schlecht von Deiner Freundin zu denken, nur weil sie drogensüchtig war? Hast Du denn irgendeine Ahnung, was zu dem Bakterienbefall ihrer Herzklappe geführt haben könnte? Das Absetzen der Drogen kann doch so etwas wohl nicht bewirken.

Schlimm ist allerdings, dass ihre Gesundheitszustand mit Entzugserscheinungen verwechselt wurde. Möglicherweise hat das Absetzen der Droge aber auch dazu beigetragen, dass ihre Abwehr geschwächt war.

Ich hoffe, Du kannst Dein Leid überwinden und wendest Dich nicht vom Leben ab. Nimmst Du ebenfalls Drogen? Wenn ja, suche Dir Hilfe. Ich meine, auch hier im Forum schon gute Threads, was Drogenabhängigkeit angeht, gesehen zu haben.

Da kennen sich andere aber sicher besser aus als ich. Ich habe nur Probleme mit dem Verdauungstrakt.

Alles Gute
Michel
 
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