Jahrelange Beschwerden, nun niedriges Biotin im Blutbild

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Hallo Leute.

Ich habe ein Blutbild machen lassen, weil ich seit längerer Zeit Beschwerden habe. Hier zuerst die Ergebnisse.

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Meine Hauptbeschwerden sind: Ständig das Gefühl, an Energiemangel zu leiden. Weswegen ich auch alle paar Stunden etwas essen muss. Starke Schweissausbrüche schon bei geringer Anstrengung. Konzentrationsprobleme. Haarausfall. Seborrhoische Dermatitis (Ekzeme, vor allem auf Kopf und Nase). Mein Körper hat Schwierigkeiten, sich an extreme Temperaturen anzupassen, was vor allem im Sommer problematisch ist.

Die Blutsenkung war bei mir die letzten Jahre immer wieder erhöht, jedoch nie so hoch wie jetzt. Ich weiß nicht was ich mit dem Wert anfangen kann, denn in einem anderen Labor ist alles bis 15 mm/h OK, so dass ich dort im Normalbereich war, woanders jedoch nicht.

Biotin habe ich nun erstmalig bestimmen lassen, und scheinbar liegt da ein ziemlicher Mangel vor. An der Ernährung kann es bei mir nicht liegen. Könnte dieser Mangel der Grund für meine Probleme sein? Und kann ich bedenkenlos hochdosiertes Biotin als NEM einnehmen, oder muss man da vorsichtig sein?

Für Antworten bedanke ich mich im voraus.

Liebe Grüße
Jovan
 
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Milchprodukte vertrage ich ganz gut, dafür andere nicht (Tomaten, Erdbeeren, Eigelb). Das Ekzem auf der Nase "meldet" sich gerne, wenn ich mit intolerablen Gerüchen zu tun habe, z. B. von Waschmitteln, Sprays und Parfüm.
Hallo Jovan,

hast Du Dich schon über die Histamin- bzw. Salicylatintoleranz informiert?


Diese Intoleranzen fallen nicht in den Arbeitsbereich von Allergologen sondern eher in das der Gastroenterologen. Leider sind die daran selten interessiert, so daß man sich am besten selbst informiert, u.a. auch durch ein Ernährungstagebuch.

Grüsse,
Oregano
 
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wundermittel
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das seb. Ekzem habe ich schon sehr lange, um die zwanzig Jahre. Milchprodukte vertrage ich ganz gut, dafür andere nicht (Tomaten, Erdbeeren, Eigelb). Das Ekzem auf der Nase "meldet" sich gerne, wenn ich mit intolerablen Gerüchen zu tun habe, z. B. von Waschmitteln, Sprays und Parfüm. Da hilft dann manchmal nur noch eine Cortison-Salbe.

Hallo Jovan,

weshalb ich nach dem Zeitpunkt des Auftretens Deines Ekzems gefragt habe, ist folgender Hintergrund: Oft erscheint ein Ekzem in Zeiten hormoneller Umbrüche. Also tritt es ohne Änderung sonstiger Umweltbedingungen (Umzug, stressige Arbeit/Ausbildung/Gifte im Arbeits- oder Wohnumfeld) z.B. während der Pubertät auf. Da spricht dann vieles auch für eine genetische Veranlagung.

Bei mir ist zwar so eine Veranlagung in der Familie vorhanden, aber ab der Pubertät hatte ich noch kein seb. Ekzem (allerdings Kopfschuppen). Das Ekzem trat erst auf, als ich während meiner beruflichen Tätigkeit mit Schadstoffen in Berührung kam. Wärend dieser Zeit brach bei mir mit Ende Zwanzig das Ekzem aus. Auch in unserer Wohnung waren Schadstoffe.

Wenn Du auf Gerüche reagierst, ist das ein ziemlich eindeutiges Zeichen, dass Du Dich vor "Belastungen" sowohl chemischer, als auch körperlicher, als auch emotionaler (Stress) Art schützen musst, in dem Du sie nach Möglichkeit vermeidest.

Wobei natürlich Spazierengehen eher förderlich ist..

Ich vermute, dass die Blut-Hirnschranke bei Geruchsempfindlichkeit erweitert ist. Dann riecht man auch Dinge, die andere nicht riechen können (wahrscheinlich, weil deren Blut-Hirnschranke nicht so durchlässig ist)..

Vielleicht überlegst Du Dir, ob es Möglichkeiten gibt, in Deiner Wohnung Schadstoffe zu vermeiden und Deine Ernährung so zu gestalten, dass sie ziemlich "gesund" ist. Das sind vorbeugende Maßnahmen, damit es nicht schlimmer wird.

Was Deinen niedrigen Glucosehaushalt angeht, der Dich ständig umtreibt: Wenn Du Nüsse verträgst, könnten die vielleicht helfen, dass Du länger satt bleibst, weil sie viele wichtige Nährstoffe und vor allem Omega-3-Fettsäuren enthalten.

viele Grüsse
 
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regulat-pro-immune
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Was ich noch vergaß:

Die Ursache für ein Ekzem kann genetisch bedingt sein, von Schadstoffen getriggert und auch ausgelöst werden, aber es kann sich auch um ein Kontaktekzem handeln, dass dann verschwindet, wenn das auslösende Kontaktmittel (vielleicht die Brille?) weg ist.

VG
 
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Hallo Leute,

danke für eure Beiträge. Sorry, dass ich etwas spät antworte, ich war die letzten Tage wenig online.

Mir ist mittlerweile aufgefallen, dass ich eigentlich kaum Nahrungsmittel esse, die Biotin enthalten. Der Hauptgrund ist, dass ich die meisten nicht vertrage.
Ich habe mir nun Haferflocken gekauft, da sollen 100 g etwa 20 Mikrogramm Biotin enthalten. Rinderleber werde ich wohl auch auf den Speiseplan setzen (100 Mikrogramm), aber nicht jeden Tag essen. ^^

Ist es OK, wenn man Haferflocken kalt mit Milch isst? Und ist das Einweichen wirklich wichtig, wie es auf dieser Seite behauptet wird?


@Oregano

Salicylat-Intoleranz ist mir neu, ich werde mich mal einlesen. Bei Histamin ist die Sache, dass ich manches mit Histamin gut vertrage (Rohe Wurstsorten, Käse, das meiste Konserven-Essen), anderes nicht (Tomaten, Sauerkraut, Wein, Zitrusfrüchte). Ich meide selbstverständlich, was ich nicht vertrage.

@giselgolf

Das mit den "Belastungen" ist bei mir auf jeden Fall so. Ich kann mich psychisch und physisch nur schwer belasten, und wenn es zuviel wird, muss ich mich lange regenerieren. Das ist schon seit Ewigkeiten so. Ich muss auch Sprays, Parfüm und Rasierwasser meiden, denn selbst die machen mich "fertig", wenn ich ihnen ausgesetzt bin.

Nüsse muss ich mal durchprobieren. Irgendwann hatte ich welche nicht mehr vertragen, und dann generell keine mehr gegessen. Möglicherweise hängt es auch von der Verarbeitung ab.

@ullika

Es würde mich doch ziemlich wundern wenn Milch ein Problem wäre. Ich kann recht viel davon trinken, und bekomme keine Magen-Darm-Beschwerden, Ausschläge oder sonstiges. Von daher..

Viele Grüße
Jovan
 
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Hallo Jovan,

da spricht doch manches für eine HIT. - Sprays, Parfüm und Rasierwasser könnten einen Zusammenhang zur Sal.Int. zeigen.

... Damit du sie leichter erkennst – hier die unterschiedlichen Bezeichnungen für Salicylsäure, Salicylat, salicylic acid
  • 2-Hydroxybenzencarbonsäure
  • 2-Hydroxybenzoesäure
  • ortho-Hydroxybenzoesäure
  • o-Hydroxybenzoesäure
  • beta-Hydroxybenzoesäure
  • ß-Hydroxybenzoesäure
  • Spirsäure
  • Spiroylsäure
  • ...
Salicylate in Kosmetik

In Form von Extrakten, Ölen, Gelen, Essenzen werden Salicylate aufgrund ihrer antibakteriellen Wirkung in Kosmetik häufig als Konservierungsmittel eingesetzt. Über die Haut gelangen Salicylate direkt ins Blut und damit in den ganzen Körper. Mehr dazu unter Punkt 4. ...

Grüsse,
Oregano
 
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Es würde mich doch ziemlich wundern wenn Milch ein Problem wäre. Ich kann recht viel davon trinken, und bekomme keine Magen-Darm-Beschwerden, Ausschläge oder sonstiges. Von daher..
Ich konnte sie auch immer sehr gut vertragen, bekam nur Schilddrüsenknoten, Myome, Osteoporose, Histamin Unverträglichkeit, Sehnenscheidenentzündungen und anderes, aber keine Magen-Darm-Beschwerden. Als ich sie weggelassen habe, wurde ich wieder gesund.
 
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Hallo,

Haferflocken haben u.a. den Vorteil, dass sie für längere Zeit satt machen. Man kann auch eine kleine Menge Haferflocken (z.B. 5 Eßl. oder nach Wunsch auch mehr) mit ganz knapp Wasser kurz zum Kochen bringen und dann noch bei niedrigerer Temperatur 2 - 3 Minuten nachköcheln lassen (Vorsicht, wg. Gefahr des Anbrennens dabei bleiben). Damit soll man auch die Phytinsäure erfolgreich entfernen können, las ich neulich. Am Ende entsteht ein schleimiger, relativ fester Brei, der noch warm gegessen, mit Zimt und etwas Marmelade und Salz mir z.B. ganz gut schmeckt.

viele Grüsse
 
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regulat-pro-immune
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Man kann so einen „Porridge“ auch mit Vanille, Yogurt, Obst wie Bananen, Äpfeln, Heidelbeeren usw. verfeinern.

Grüsse,
Oregano
 
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06.04.09
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Hallo Jovan,

ein Gentestgeht beim Kassenpatienten nicht auf das Budget des Arztes. Hatte auch schon nach einem Labor geschaut: https://www.medizinische-genetik.de...me/stoffwechselerkrankungen/biotinidasemangel
Hatte bei mir schon den Verdacht. Inzwischen weiß ich welches SNP dafür verantwortlich ist: rs13078881 mit der Base C. Ich bin heterozygot betroffen, habe CG. Habe schon einen 23andme Test, dort habe ich in meinen Rohdaten nachgeschaut.
Den Test gibt es übrigens bis Weihnachten noch 20$ billiger, für 79$.

VG, Brigitka
 
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Ich danke euch für eure Beiträge. (y)

Im neuen Jahr werde ich nach längerer Zeit wieder zu einem Facharzt für Humangenetik gehen. Bis dahin weiß ich, wie mein Biotin-Wert nach drei Monaten Supplementierung aussieht. Falls er dann immer noch sehr niedrig ist, würde ich den Arzt darauf ansprechen, dass ggf. ein Test auf Biotinidasemangel gemacht wird.

Mit meinen "Hausärzten" darüber zu reden, macht keinen Sinn. Die würden sich wahrscheinlich auf den Schlips getreten fühlen, weil ich auf eigene Initiative Bluttests machen ließ.
Der Endokrinologe hat zudem noch nie etwas von Mitochondriopathie gehört, im Jahr 2022...

Haferflocken sind weiterhin auf dem Speiseplan, in verschiedenen Kombinationen. Nur Erdnüsse habe ich gestrichen, die gehen mir zu sehr auf die Zähne.

Liebe Grüße
Jovan
 
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Hallo Leute.

Vor einer Woche war ich bei der Blutabnahme, nun habe ich den Biotin-Befund erhalten.

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Zumindest im Blut herrscht da kein Mangel mehr. Ich hatte drei Monate, täglich 5mg Biotin eingenommen, und es sieben Tage vor Abnahme abgesetzt. Meint Ihr, ich kann das Thema erst einmal abhaken?

Leider ist nun ein anderer Wert alles andere als gut.

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Phosphat wurde zuletzt 2003 von einem Endokrinologen bestimmt. Damals war er gerade noch im Normalbereich. Ich habe schon ein paar ältere Beiträge zu Phosphatmangel gefunden. Damdam hatte einen ähnlichen Wert, der dann durch Einnahme eines Mittels in den Normalbereich kam. Ich werde es damit versuchen. Ist auf jeden Fall ein eher seltenes Thema hier (und in anderen Foren).

Wenn ich Pech habe, liegt es an Vitamin D. Dessen Wert war mehrfach bei 12 ng/ml (Normal: 30-100), selbst nachdem ich jahrelang Vigantol 1000 IE genommen habe. Mehr vertrage ich nicht. Ich habe vor ein paar Tagen D3+K2 Tropfen probiert (1 Tropfen = 300 IE, davon nahm ich fünf), und schon verstärkte sich der Tinnitus, und mir ging es sehr schlecht. (Mit dem hochdosierten Biotin hatte ich überhaupt keine Probleme.)

Deswegen hoffe ich, ich kriege das Phosphat irgendwie anders in die Höhe.

Viele Grüße
Jovan
 
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Deswegen hoffe ich, ich kriege das Phosphat irgendwie anders in die Höhe.
Das wird nicht einfach sein, weil der Vitamin D-Spiegel das Parathormon steuert, und das wiederum die Phosphat-Ausscheidung. Da scheint bei dir der gesamte Regelkreis stark verstellt.

Häufig sagt man, wer kein Vitamin D verträgt, könnte an Magnesium-Mangel leiden. Der wird nicht unbedingt im Blut sichtbar. Nimmst du Magnesium? Wenn nicht, wäre das mein Vorschlag: gewöhne dich mit steigender Dosierung an ca. 500 mg Mg pro Tag (auf zwei Einnahmen verteilt). Manche Leute brauchen auch noch mehr. Aber nach zwei Wochen kannst du nochmal probieren, Vitamin D-Tropfen zu nehmen. Auch da, die Dosis einschleichen. Du brauchst bei einem Spiegel von 12 allerdings erhebliche Mengen. Mit 1000 I.E. kannst du da gar nichts ausrichten. Das wird eher in Richtung 10.000 pro Tag für eine Weile gehen müssen, und dann Erhaltungsdosis 4.000 IE pro Tag.

Über Vitamin D findest du hier im Forum viel.
 
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Hallo Malvegil,

auf höher dosiertes Magnesium reagiere ich genauso schlecht wie auf Vitamin D. Wenn ich z. B. 400 mg einnehme. Mir wird das jetzt erst richtig klar. B-Vitamine, Biotin, Vitamin A, Folsäure... Alles kein Problem. Aber bei diesen Stoffen... :( Da habe ich wirklich das Gefühl (und nicht erst seit gestern), dass irgendeine Verwertungsstörung vorliegt. Ich werde es aber mit Einschleichen versuchen, danke für den Vorschlag.

Magnesium war im Blut vor drei Monaten im Normalbereich, aber das sagt ja nicht viel aus, wie ich schon gelesen habe.

Grüße
Jovan
 
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Ich kriege Beklemmungsgefühle, Schwindel, Muskelzucken, Brechreiz und fühle mich danach lange erschöpft.
 
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Seltsam, weil Magnesium wirklich keine schädliche Wirkung haben kann. Sind da vielleicht noch Zusatzstoffe drin? Eine andere mögliche Erklärung könnte vielleicht sein, daß dein Körper extrem viel Anstrengung investieren muß, um die Elektrolyte im richtigen Verhältnis zu halten. Wenn dann ein Schwung Magnesium kommt, kippt er aus den Latschen. Das heißt, gerade der Mangel könnte daran schuld sein, daß eine große Dosis nicht auf Anhieb vertragen wird.

Ich würde ein reines Magnesiumpräparat nehmen (Magnesiumglycinat, -malat, -orotat sind nach meiner Erfahrung gut verträglich) und die Einnahme auf mehrere Zeitpunkte verteilen. Mit dem Essen ist es vermutlich besser verträglich, auch wenn dann vielleicht nicht ganz so viel davon aufgenommen wird.

Diese Kapseln enthalten "nur" 88 mg Magnesium: https://www.sunday.de/magnesium-glycinat-kapseln.html

Vermutlich kannst du sie im Notfall öffnen und in Wasser auflösen und so die Dosierung noch stärker variieren. Aber mit 88 mg, zunächst nur zwei Kapseln am Tag, dann auf 5 steigern, das wäre ein Versuch, den ich machen würde.
 
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Hallo Malvegil,

ich werde es mit reinem Magnesium versuchen, sobald es mir wieder besser geht.

Grüße
Jovan
 
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