:danke: hallo liebe iris,
da habe ich erst gar nicht gesehen, dass ich dir auch im anderen beitrag antworten kann, weil du auf der neuen seite geschrieben hast.
dankeschön vielmals, dass du mir das schöne gedicht schicken tust und mir liebe, gute worte schreibst!
du denkst wahrscheinlich, mich würde es ablenken, wenn ich hier schreibe.
meine gedanken kommen mir. die kann ich nicht abschalten. doch wenn ich sie hier in's tagebuch schreibe, so sind sie weg und stören mich nicht in der musik.
deswegen bin ich so viel am schreiben.
damit ich um so mehr kraft und energie zum spielen habe.
wenn ich sie nicht loslasse während dem aufschreiben, so bin ich da mit meinem instrument, es denkt mich und denkt und denkt und ich kann mich gar nicht auf die noten konzentrieren.
was mir aber kraft nimmt, ist, wenn jetzt noch leute von mir erwarten, dass ich fragen beantworte. weil dazu muss ich dinge denken, welche nicht in mir sind und das ist anstrengend.
das ist auch der grund, warum ich kiddycat noch nicht geantwortet habe.
und vielleicht auch sonst briefe von euch hier zwar gelesen, mich darüber gefreut, aber mich noch nicht dafür bedankt habe.
ich hoffte, dass das verstanden wird.
deswegen bin ich auch nicht im messenger momentan und auch im chat schreibe ich nur, wenn ich einen gedanken habe, oder wo mich leute fragten, packte ich aus, doch ist das eben anstrengend. sonst bin ich einfach dort, damit ich mich nicht so einsam fühle.
es ist auch der grund, warum es auch so anstrengend für mich ist, die briefe an leute der hochschule zu schreiben. zumal die schön werden müssen und nicht einfch meine gefühle unschön formuliert zeigen dürfen. weil das eben nicht einfach lästige gedanken, welche da sind, braucht, sondern schön formulierte worte von gefühlen und tatsachen, welche 10 jahre überdauert haben.
das, was du als energien versprengen siehst, empfinde ich mehr als ein 'unnötige gedanken loslassen', damit die vorhandenen energien für das wirklich wichtige frei werden.
meditieren kann ich nicht. ich weiss nicht, wie man das macht "nicht denken".
meine musik ist schon meditation. doch funktioniert sie nur ablenkunsfrei, wenn ich eben davor, danach, dazwischen mein gehirn von den vorhandenen gedanken befreie.
auf der bühne spiele ich musik nicht für mich. dazu muss man nicht einen saal mieten. das kann man zu hause zwischen seinen 6 wänden tun.
auf der bühne spielt man für andere. auf der bühne erzählt man anderen eine geschichte. auf der bühne versucht man, andere menschen zu beglücken. auf der bühne will man freude machen. auf der bühne will man es gut machen, damit es den zuhörern nicht weh tun, wenn sie schlechte klänge und falsche töne mit anhören müssen.
ich weiss nicht, wie du es schaffst, ein konzert nur für dich zu spielen, so dass es dann auch noch gut wird.
ich meine; einem verschlossenen eigenbrötler, welcher nur für sich, aber nicht für mich spielt, will ich nicht zuhören. da fehlt das gewisse "etwas". das, was es eben ausmacht. das, was einem den zugang zur musik vermittelt. das, was die türen öffnet zu dem, was der spieler vermittelt.
an einen "nur für sich spieler" prallt das zuhören an eine mauer. da kann er gleich eine cd hören und muss nicht einen konzertsaal betreten.
gut, mit höchster präzision unter freude, einem selbstkritischen ohr, welches nach perfektionismus strebt, spielen zu wollen und von sich zu erwarten, andere zu tränen zu rühren sind keine eitelkeiten.
das sind grundvoraussetzungen für ein gutes spiel.
wenn man die nicht erfüllt, braucht man gar nicht vor anderen menschen musik machen. auf einer bühne muss man 170% geben. 100% genügen da nicht.
alles andere, macht weh.
wenn jemand denkt, er könne ein halbpatziges spiel an andere leute ran bringen. das tut weh, sowas anhören zu müssen. klar, passieren fehler. klar trifft man mal einen ton nicht. klar macht man in der nervosität abstriche in der dynamik. das passiert alles und ist menschlich. doch jemand, der denkt, er könne einfach mal so ein konzert geben, egal ob er nun musik macht oder krach, egal oder er gut oder schlecht spielt, egal, ob es jemandem gefällt oder nicht, der kann gleich einpacken. der kann für sich spielen und seinem herzen mit schlechter musik weh tun. der braucht nicht auch noch andere damit zu quälen.
das streben nach perfektionismus und die intention, etwas gut zu machen, heisst nicht, dass es nicht authentisch ist. gerade, wenn einem an etwas liegt, so gehört es zu einem und ist also sehr authentisch.
ist mir egal, ob ich was gut oder schlecht mache, weil mir zu wenig an der sache liegt, so gehört sie nicht zu mir, kommt nicht aus der tiefe meines herzens und ist authentitätlos.
das ist meine einstellunge zum thema.
viele liebe grüsse von shelley :wave: