:danke: liebe blockflöten-monika,
ich hoffe so sehr, dass deine augen immer besser werden.
wirklich!
du spielst wirklich auf plastik-blockflöten?
als ich noch kinder gehütet habe, da nahm ich dem jungen immer die holzblockflöte meines bruders mit.
doch einmal ist sie mir dann vom gepäckträger des fahrrades gefallen.
und weg war sie.
:traurig:
doch ich war froh, liess ich die schönen guten instrumente meines vati's zu hause.
er hat wirklich sehr schöne instrumente.
der junge, den ich hütete, war natürlich sehr traurig, dass ich ihm die blockflöte nicht mitbrachte.
doch ich brachte ihm bei, wie traurig ich doch selbst bin.
da war er nicht mehr böse auf mich, sondern wollte mit mir suchen gehen.
so waren wir auch ein wenig beschäftigt zusammen.
und die hauptsache war ja, dass ich den jungen vor dem schlafengehen beschäftige, damit er müde wird und ins bett geht.
:zwinkern:
das war immer eine sache mit dem buben.
er hatte adhs und war alleine mit seiner mutti aufgewachsen.
sie war so wahrsagerin und legte tarotkarten und so.
also er war sehr ungezogen.
er musste dann auch so in ein heim oder was.
ich bekam es nicht mehr mit.
auf alle fälle, war das eine harte aufgabe mit diesem jungen.
doch ich hatte ihn schon lieb.
und er mich glaub auch.
dank ihm habe ich gelernt, dass eltern wirklich manchmal die nerven verlieren können und dann ihre kinder schlagen.
der bube hat mich oft so über die grenze gebracht, dass ich einfach da war und nicht mehr weiter wusste.
ich hätte ihm dann auch am liebsten eine gescheuert und überlegte immer, wie ich da drum rum komme.
das war gar nicht einfach.
er hatte oft so anfälle, wenn er sehr müde war oder was.
ich denke, es ging ihm nicht gut.
da ist er total ausgerastet und lachte nur noch.
aber das war kein fröhliches lachen.
es war richtig unheimlich und mir wurde ganz unwohl dabei.
ich suchte verzweifelt nach lösungen, wie ich ihn aus dieser lach-extase raus bekomme.
es war, als wäre er nicht mehr sich selbst, sondern als wären kleine kobolde drinnen.
schimpfen, und ihm beine machen wollen, dass er endlich ins bett geht, halt ohne duschen, half da nicht mehr.
ich versuchte es dann manchmal mit singen, mit gebetlein sprechen und so.
doch wenn ich das falsche lied getroffen habe, lachte er noch mehr.
mitlachen half da auch nicht.
es war echt was von schrecklich, ihn da raus und ins bett zu kriegen.
ich denke, die mutter wusste schon, warum sie mich anstellte...
der junge erzählte mir, dass sie oft mit ihm auf den balkon ging und ihm sagte, er solle den teufel aus sich raus über die brüstung werfen.
er erzählte mir so traurig, dass er den teufel in sich habe.
also ich weiss ja nicht.
immerhin fand ich es besser, als wenn eine mutter dem kind sagt, es sei der teufel oder ein satan und so.
doch - ach; ich weiss wirklich nicht.
ich überlege mir oft, ob meine kinder, wenn ich dann mal welche hätte, auch so werden.
schliesslich hatte ich auch adhs und brachte meine eltern oft auf die palmen.
es war wirklich gut, dass ich gerade diesen jungen hüten durfte.
klar; ich war total unterbezahlt, für das, was ich tun musste.
doch die mutter tat mir auch leid, weil sie so wenig geld verdiente und so.
also eben; dank dem jungen habe ich schon viel über meine eltern gelernt.
ich lernte, sie und ihr verhalten besser zu verstehen.
bei meiner schwester denke ich oft, dass sie das eben nicht gelernt hat.
wie sie über unsere eltern redet und wie sie sich verhält.
meine freundin ist auch ganz entzetzt darüber, weil sie hat gleiche ansichten wie ich.
meine freundin ist noch fast mehr wie meine schwester, als meine wirkliche schwester.
aber ich bin schon traurig, dass ich meine schwester verloren habe.
wir waren oft ein herz und eine seele, doch dann war es wieder ganz schlimm.
als wir ganz klein waren, hat mich meine schwester sogar mal fast umgebracht.
doch ich denke, nicht absichtlich.
ich meine; ich wollte damit nur sagen, wie schlimm wir zusammen sein konnten, nachdem wir uns so tief geliebt haben.
meine eltern erzählten immer, dass meine schwester, als ich bald auf die welt kommen sollte und noch, als ich schon da war, jeden tag immer sang: soll ich mein schwesterchen gerne haben? soll ich es lieben oder soll ich es hassen?
den ganzen tag sang das vierjährige mädchen solche sachen.
ich denke, sie hat sich für alles entschieden.
ihre liebe konnte sehr gross sein, aber auch ihr hass.
und nun, habe ich sie eben verloren.
ich meine; sie ist nicht gestorben, doch sie ist mir ab handen gekommen.
ich finde es oft traurig, doch will ich dann auch wieder nichts mit ihr zu tun haben, wenn ich dann wieder merke, wie sie geworden ist.
bzw. wie sie eigentlich schon immer war....
es nimmt mich wunder, wie oder was sie über mich denkt.
ich würde gerne oft mit ihr telephonieren, doch ist es dann immer wieder so entrüstend.
auch bin ich oft zu stolz dazu.
ich meine; warum sollte ich ihr anrufen, wenn sie mich dann hinten rum wieder schlecht macht?
ich war immer gut für sie.
doch wenn sie einen freund hatte, behandelte sie mich wie den letzten dreck und lästerte bei ihren freunden über mich.
na, ja.
geschwister eben.
so ist das halt.
manchmal falle ich auch in die kind-sein-rolle zurück.
da denke ich dann:
sie ist die ältere.
und sie muss sich um mich kümmern.
weil die grossen müssen sich um die kleinen kümmern.
sie muss mich beschützen.
sie sagte immer, sie wolle mir helfen.
sie sagte immer, ich könne sogar bei ihr wohnen und sie würde mich pflegen.
als sie dann zusammenbrach, wollte ich ihr helfen.
doch die grosse kann ja keine hilfe von der kleinen annehmen.
und weil sie ich dann eben abwies, fiel ich wieder in die alte rolle zurück.
so gesehen ist es vielleicht besser, wenn ich keinen kontakt mit ihr habe?
weil ich dann nur wieder in die kind-sein-rolle zurückfallen würde?
andererseits würde ich so gerne mit ihr wie mit meiner freundin sein.
das wollte ich immer.
doch es klappte leider nie.
irgendwie.
es nimmt mich wunder, was noch passieren muss, dass wir wieder zusammen finden.
vielleicht will sie wieder was von mir wissen, wenn ich von den eltern weg gehe?
selbst sehe ich bei den eltern keinen grund, nicht mit ihr kontakt zu pflegen.
doch wahrscheinlich schaut sie mich so an, als wäre ich noch nicht erwachsen geworden?
bei meinem bruder ist es nicht so.
aber jetzt fange ich nciht noch mit meinem bruder an.
auf alle fälle wäre es schon traumhaft, wenn ich gesundheit hätte, in einer eigenen wohnung leben würde, und meine geschwister mit kind und kegel einladen könnte.
vielleicht würden sie mich auch in einem pflegeheim besuchen kommen?
doch das will ich nicht.
ich will nicht, dass die kleinen buben da zu so ner kranken in ein heim gehen müssen.
ich kann mich einfach nicht abfinden mit so gedanken.
zumal mir der eisenbahnhelfer aus einer anderen stadt erzählte, dass sogar im pflegeheim die "zöglinge" gemobbt werden.
das habe ihm eine im rolli erzählt, welche von den pflgern und den mitbewohnern im heim rumgemobbt wird.
und sie sei da nicht das einzige mobbingsopfer.
also das finde ich echt krass schlimm.
wenn ich an solche sachen denke, da kriege ich noch mehr horror vor pflegeheimen.
zumal ich es ja aus krankenhäusern schon kenne, wie man fertig gemacht wird, wenn man nicht in ihr bild passt.
und ich passe in kein bild, weil ich einfach ein wenig "anders" bin eben.
ich meine; ich merke es ja im krankenhaus immer.
mein zimmer ist nie wie das zimmer der anderen patienten.
das sagen mir die ärzte, therapeuten und pfleger.
jetzt habe ich so viel geplappert, dabei wollte ich noch mehr auf dich eingehen.
ich habe mich ganz dicke dolle gefreut, dass du es trotzdem es dir nicht so gut geht, geschafft hast, mir ein paar zeilen zu schreiben.
darf ich dich mal fragen, ob du auch mal querflöte gespielt hast?
oder was hinderte dich daran, es zu spielen?
ich liebe eben die querflöte.
ich habe selbst gelernt und habe flötenklassen korrepetitiert.
das finde ich so klasse.
da gab es den doppler.
ein ganz schönes stück.
und den fauré.
auch ganz toll.
gerade ist ne hochzeitskutsche vor unserem haus von pferden vorbei gezogen worden.
an einem montag heiraten?
also eben;
oder bach finde ich schön auf der querflöte.
ich mag ja bach gewöhnlich nicht.
also auf der geige und auf dem kalvier finde ich bach grundsätzlich mit wenigen ausnahmen gar nicht toll.
aber auf der flöte liebe ich ihn.
ja und dann gibt es doch die mozart sonaten für die querflöte.
kennst du alle diese musik?
hast du sie nie spielen wollen?
warum bist du bei der blockflöte geblieben?
ich meine; normal lernen doch die leute nach der blockflöte andere instrumente.
oder?
von blockflöte finde ich die vivaldi-konzerte so schön.
die für das gar-klein-flötlein.
das spielst du ja auch?
hast du auch die vivaldi-blockflötenkonzerte gespielt?
oder es gibt doch händel-trio.
aber das mag ich mit querflöte, moderner geige, statt barockgeige und mit normalem klavier statt cembalo.
ja also; ich bin halt eher auf dem "modern-tripp".
manchmal dachte ich, ich bin nicht in der renaissance oder so geboren, damit ich moderne instrumente erlebe.
ich weiss auch nicht...
sonst hätte ich schon gerne früher gelebt.
aber bei den instrumenten mag ich halt das neue, so lange es nicht elektrisch ist.
in unserer kirche haben wir sogar schon seit längerem eine total neue erungenschaft.
das ist eine orgel mit vierteltönen.
doch ehrlich gesagt, bin ich noch nicht so viertelton-musik-liebhaber.
das ist wirklich was für die zukunft.
ich denke, in etwa 300 jahren lachen sie darüber, dass wir noch nicht mehr vierteltonmusik gemacht haben.
ich meine; zu mozart's zeiten haben sie ja auch über beethoven gelacht.
also ich plappere wirklich zu viel.
vielleicht finde ich noch schöne musik für dich?
oder kennst du das alles?
doppler, fauré, etc.?
was ich auch liebe, ist "trockene blumen" von schubert.
das muss ich unbedingt mal noch mit einem flötisten spielen, bevor ich tod bin.
ich denke, dass ich auch deswegen noch nicht gestorben bin 2005.
und tschaikowski rococo-variationen für cello muss ich spielen.
unbedingt!
also ich gehe mal lieber wieder.
sonst wird diese brief noch zu immens lang für dich.
ich meine; du musst ja auch wegen deinen augen aufpassen.
alles liebe; deine shelley :wave: