HIT: Antidepressiva und Histaminintoleranz

Themenstarter
Beitritt
10.01.04
Beiträge
70.848
Bei einer Histaminintoleranz sind ja bestimmte Medikamente nicht empfehlenswert, weil sie die Histamin-Belastung verstärken können.

Hier ist immer mal wieder gesagt worden:

fluvoxamin, welches heather ja zu sich nimmt, gehört in der tat zu den antidepressiva, welche auch histaminrezeptoren blockiert.
das heisst, dass es möglich ist, dass die symptome der histaminintoleranz unter fluvoxamin minimal abnehmen.
ich schreibe minimal, da fluvoxamin eine eher unbedeutende bindungskapazität an die histaminrezeptoren hat.

für genauere angaben ist aber ein chemiker oder pharmakologe gefragt.
https://www.symptome.ch/vbboard/his...taminintoleranz-serotoningabe.html#post104459

Jetzt habe ich gelesen, also wenn ich das wirklich richtig verstanden habe, dass, Serotonin im Prinzip auch ein Histamin ist. Wenn das wirklich so sein sollte und ich das korrekt kapiert habe - schade ich mir dann damit im Prinzip nicht sogar???
Ähm, oder habe ich das doch missverstanden???
https://www.symptome.ch/vbboard/his...taminintoleranz-serotoningabe.html#post104348

Das Antidepressivum Tranylcypromin hemmt beide Formen der MAO. Dadurch ist es bei schweren Depressionen selbst dann wirksam, wenn andere Antidepressiva zuvor keine Besserung gebracht haben. Der große Nachteil ist allerdings seine schlechte Verträglichkeit, weil auch andere Botenstoffe nicht mehr abgebaut werden können. Dies betrifft vor allem die Aminosäure Tyramin. Verbleibt Tyramin in zu großen Mengen im Körper, kann der Blutdruck stark ansteigen. Daher sind unter der Einnahme dieses Antidepressivums regelmäßige Kontrollen des Blutdrucks notwendig.

Tyramin kommt in vielen Lebensmitteln vor. Patienten müssen deshalb ab einem Tag vor, während und bis 14 Tage nach einer Behandlung mit Tranylcypromin besondere Diätvorschriften einhalten, um Gesundheitsstörungen in Form von Übelkeit, Kopfschmerzen und Bluthochdruck zu verhindern. Die strenge Diät verbietet unter anderem den Genuss von reifem Käse (wie Emmentaler, Bergkäse, Parmesan, Roquefort, Camembert und viele weitere) eingelegten Heringen, Weintrauben und Rotwein.
Depression - Antidepressiva | NetDoktor.de

Hier wird überall ein Zusammenhang zwischen Antidepressiva und Histamin beschrieben.
Er dürfte u.a. darin bestehen, daß z.B. Serotonin die gleichen Andockstellen hat wie das Histamin.

Kann das jemand genauer beschreiben, vor allem, was die Folgen sind, falls man vorgeschlagen bekommt, Antidepressiva zu nehmen?

Grüsse,
oregano
 
wundermittel

nicht der papa

Temporär gesperrt
Beitritt
18.11.09
Beiträge
6.452
Antidepressiva und Histaminintoleranz

Kann das jemand genauer beschreiben, vor allem, was die Folgen sind, falls man vorgeschlagen bekommt, Antidepressiva zu nehmen?

Grüsse,
oregano
Nun, wenn man die Einnahme von Antidepressiva vorgeschlagen oder sie verschrieben bekommt, muss man dem Vorschlag nicht zustimmen oder sie trotzdem nicht einnehmen.:D
So würde ich das nicht nur machen, sondern habe es auch vor einigen Jahren gemacht, als mir eine Ärztin auf ihre Nachfrage nach meinem Befinden und meine blose Aussage Ich bin zur Zeit nicht besonders gut drauf. hin neben dem Problem, weshalb ich eigentlich zum Arzt bin auch noch schnell mal so nebenbei Amineurin verschrieben hat.

Amineurin gehört übrigens, wie ich gerade erst sehe, auch zu den schweren trizyklischen Antidepressiva mit dem Inhaltsstoff Amitriptylin.
Von allen trizyklischen Antidepressiva haben die Substanzen Amitriptylin und Doxepin den stärksten sedierenden Effekt, weshalb sie oft zur dämpfenden Behandlung bei Ängsten, Erregtheit und Unruhe eingesetzt werden.
Es ist echt nicht zu glauben.:rolleyes:

Aber das wolltest Du sicher gar nicht wissen.:D

Alle trizyklischen Antidepressiva (oft auch „Trizyklika“ genannt) hemmen bzw. reduzieren die Wiederaufnahme von Noradrenalin und Serotonin in die präsynaptischen Nervenendigungen und bewirken zusätzlich in therapeutischer Dosierung durch ihre Affinität zu synaptischen Rezeptoren wie den Histamin-H1-Rezeptoren, den adrenergen (alpha1)-Rezeptoren und cholinergen Rezeptoren relativ starke Nebenwirkungen.

Antihistaminerge Nebenwirkungen. Die Blockade von Histamin-H1-Rezeptoren verstärkt die Wirkung zentralnervös dämpfender Wirkstoffe und führt zu Benommenheit, Sedierung (Dämpfung therapeutisch oft erwünscht), Gewichtszunahme und Hypotonie. Die (angst-)dämpfenden trizyklischen Antidepressiva (z.B. Amitriptylin, Doxepin, Mianserin) sind starke Antagonisten der Histamin-H1-Rezeptoren.

Mirtazapin hat eine nur leicht sedierende Wirkung, weil der aktivierende Noradrenalineffekt die sedierende Wirkung über die Histaminrezeptoren teilweise kompensiert.

Nefazodon bindet nur schwach an die die sexuelle Funktion mitregulierenden Histamin1-Rezeptoren und die alpha1-adrenergen Rezeptoren. Im Vergleich zu Fluoxetin treten auch Nebenwirkungen wie Angst, Unruhe und Zittern viel seltener auf. Dies wird durch die geringere Verschreibung von Anxiolytika an Patienten mit Nefazodon im Vergleich zu Patienten mit SSRI-Einnahme bestätigt.

https://www.panikattacken.at/antidepressiva/antidepressiva.htm
Wie aus obigem Link hervorgeht gibt es auch AD, die nicht auf die Histaminrezeptoren wirken, was sie in meinen Augen aber nicht einen mm besser macht.:cool:
 
Themenstarter
Beitritt
10.01.04
Beiträge
70.848
Antidepressiva und Histaminintoleranz

Danke für Deine Antwort, ndp.

Das klingt sehr verständlich, nur ich verstehe es doch nicht so recht.

Wahrscheinlich geht es darum, daß bei Belegung der Histamin-Rezeptoren durch andere biogene Amine das Histamin nicht mehr andocken ("einfahren") kann und deshalb im Blut bleibt und dort entsprechende Wirkung zeigt?

Gruss,
Oregano
 
regulat-pro-immune
Beitritt
20.01.11
Beiträge
825
Antidepressiva und Histaminintoleranz

Bei einer Histaminintoleranz sind ja bestimmte Medikamente nicht empfehlenswert, weil sie die Histamin-Belastung verstärken können.

Hier ist immer mal wieder gesagt worden:

https://www.symptome.ch/vbboard/his...taminintoleranz-serotoningabe.html#post104459

https://www.symptome.ch/vbboard/his...taminintoleranz-serotoningabe.html#post104348

Depression - Antidepressiva | NetDoktor.de

Hier wird überall ein Zusammenhang zwischen Antidepressiva und Histamin beschrieben.
Er dürfte u.a. darin bestehen, daß z.B. Serotonin die gleichen Andockstellen hat wie das Histamin.

Kann das jemand genauer beschreiben, vor allem, was die Folgen sind, falls man vorgeschlagen bekommt, Antidepressiva zu nehmen?

Grüsse,
oregano
Die Endokrinologieprofessorin meinte dass der Hirnstoffwechsel quasi mehrere
Ebenen, Stockwerke, eine Hierarchie habe. Ganz oben ist das mit dem Histamin, ein Geschehen zwischen Zirbeldrüse und Peripherie?? jedenfalls nicht
erforsch- und messbar. Wir brauchen Histamin. Der Körper macht sich das selber. Egal was du isst, das ist in der Hierarchie dann ganz unten...

Bei mir hat sich (durch AD?? Wegen HIT??) ein Serotoninsyndrom ausgebildet. Das konnte ich mit Nahrung, mit Antidepressiva, Tranquillizern z.B. auslösen. Anfangs hat es ein
paar Monate gedauert (in den 90ern war man der Meinung dass Saroten sowohl Schlaf, Depression und Juckreiz verbessern könne) bis es klar war dass ich ein Medikament nicht vertrage - ich vermute, ich wurde davon erst richtig krank. Liebe Leute, ich rede von einer klinischen Depression, glaubt bitte nicht dass man sowas mit Psychotherapie, NEM oder gesundbeten behandeln kann.

Ich überspringe hier meine lange Liste mit negativen Versuchen. Es wären lesenswerte Geschichten. Im Moment bin ich sehr froh eine Alternative gefunden zu haben. Mal schauen was passieren wird, mein Therapieplan:

strikte Diät, NEM, Zaditen, Dominal und Wellburtin. Brufen bei Bedarf, Ulcusan solange wie es nötig ist.
Warum?: Die Symptomatik hat sich über die letzten Jahre zugespitzt und ist
im letzten halben Jahr "unübersehbar" und "unbehandelbar" geworden, bis ich eben die Diagnose HIT, chronische Verlaufsform stellen konnte.
LG
F
 
Beitritt
12.03.10
Beiträge
2.450
Antidepressiva und Histaminintoleranz

Bei einer Histaminintoleranz sind ja bestimmte Medikamente nicht empfehlenswert, weil sie die Histamin-Belastung verstärken können.
...
Kann das jemand genauer beschreiben, vor allem, was die Folgen sind, falls man vorgeschlagen bekommt, Antidepressiva zu nehmen?

Gern. :)

Es sind eigentlich nahezu alle Antidepressiva nicht wirklich empfehlenswert bei Histaminstörungen - u.a. weil der Leberstoffwechsel dadurch in der Regel längerfristig noch mehr belastet wird und wenn dann noch weniger HNMT (= Histaminmethyltransferase) zur Verfügung steht, die ja im Gehirn der hauptsächliche Abbauweg von Histamin ist, kommt man zumindest von den Antidepressive ggf. nicht mehr runter :mad:

fluvoxamin, welches heather ja zu sich nimmt, gehört in der tat zu den antidepressiva, welche auch histaminrezeptoren blockiert.
das heisst, dass es möglich ist, dass die symptome der histaminintoleranz unter fluvoxamin minimal abnehmen.
ich schreibe minimal, da fluvoxamin eine eher unbedeutende bindungskapazität an die histaminrezeptoren hat.
https://www.symptome.ch/vbboard/his...taminintoleranz-serotoningabe.html#post104459

Fluvoxamin (eigene Erfahrung) ist bei einem Überschuss an Histamin bzw. einer Abbaustörung absolut kontraindiziert!
(Hatte vor kurzem erst ein Gespräch mit einer Ärztin der Mastozytose-Sprechstunde der Allergologie der Charité darüber gesprochen und mein derzeitiger Neurologe sagt das Gleiche.)
Serotonin hemmt die Aktivität der HNMT - s.o. - und dadurch stapelt sich Histamin nicht abbaubar immer mehr an im Gehirn.
Reagiert man so wie ich mit drastischen Übelkeitsattacken, extremer Unruhe, Gewichtsabnahme, schweren Migräneanfällen, Agressionen und - last but not least - emotionaler Beziehungslosigkeit zu nahezu allem, inkl. der eigenen Biographie, dann ist das eine Wirkung durch den Überschuss an Histamin.
(Nachdem ich mich dabei ertappt habe, dass ich durch meine Wohnung ging wie eine Fremde und nicht mehr hätte sagen können, warum ich die Dinge, die mal mein Leben ausgemacht hatten, überhaupt gemacht habe, hatte ich mir überlegt, dass ein solches Leben doch irgendwie sinnlos sei und die Wahl eines Hochhausfensters doch eine für die Familie entlastende Aussicht. Es war nicht dramatisch, ich fand es einfach nur das sinnvollste unter Einbeziehung aller Faktoren. Und Angst hatte ich ja nicht mehr. ;) Als ich diesen Gedankengang meiner damals behandelnden Ärztin mitteilte, empfahl sie mir Heilfasten als Entgiftung ohne Ausschleichen - sie wußte, dass mir Heilfasten vertraut war. Das war dann nach 10 Tagen, als würde ich wieder in der Welt ankommen - ein unglaublich tolles Gefühl. :) Die weißen Flecken in meiner Biographie und meiner Gefühlswelt haben sich dann teilweise erst im Laufe der darauffolgenden 5-7 Jahre wieder mit Inhalten gefüllt. Die Einnahmezeit war übrigens nur 9 Monate.)
Außerdem hatte sich in der Zeit der Einnahme ein Karpaltunnelsyndrom entwickelt - Histamin zerstört die Myelinscheiden der Nerven ebenso, wie es bei MS der Fall ist. Das Karpaltunnelsyndrom war nach Absetzen rückläufig, die Nervenleitfähigkeit hat sich wieder hergestellt über einen längeren Zeitraum. Vor der Zerstörung von Nervengewebe schützt halt auch keine eventuelle Blockade von Histaminrezeptoren. ;)

Die Ärztin der Charité meinte nur, diese Nebenwirkungen seien ein Hinweis auf ein zugrundeliegendes Histaminproblem - da sei Serotonin kontraindiziert - auch weil es weitere Abbauwege von Histamin blockiert.

Ein Hinweis darauf sind bei genauerer Betrachtung die Nebenwirkungen von Fluvoxamin:
Mögliche Nebenwirkungen: Sehr häufig bei Fluvoxamin: Übelkeit. Häufig bei Fluvoxamin: Verstopfung (Obstipation), Bauchschmerzen, Dyspepsie, Magen-Darm-Beschwerden, Diarrhoe, Palpitationen, Asthenie, Somnolenz, Hypokinesie, Nervosität, Angstgefühle, Tremor, Kopfschmerzen, Erbrechen, Mundtrockenheit, Schlaflosigkeit, Benommenheit, Anorexie, Vertigo, Schwitzen, Erregungszustände, Denkstörungen, Unwohlsein, Gewichtszunahme.
Gelegentlich bei Fluvoxamin: Verwirrtheit, orthostatische Hypotonie, Dystonie, Arthralgie, Myalgie, Ataxie, verzögerte Ejakulation, Exanthem, Pruritus. Selten bei Fluvoxamin: Tachykardie, Leberfunktionsstörungen, extrapyramidales Syndrom, bullöse Dermatosen, Manie, Photosensibilisierung, Krämpfe, Halluzination, Hyponatriämie, Galaktorrhoe, abnorme Blutungen (Ekchymose, Purpura).
Außerdem: Katarakte

Psychopharmakon - Fluvoxamin

Das Problem betrifft übrigens alle Serotoninwiederaufnahmehemmer - inkl. Johanniskraut als MAO-Hemmer.

Und diese Erfahrung hier klingt ja nicht viel anders:

federl schrieb:
Bei mir hat sich (durch AD?? Wegen HIT??) ein Serotoninsyndrom ausgebildet. Das konnte ich mit Nahrung, mit Antidepressiva, Tranquillizern z.B. auslösen. Anfangs hat es ein
paar Monate gedauert (in den 90ern war man der Meinung dass Saroten sowohl Schlaf, Depression und Juckreiz verbessern könne) bis es klar war dass ich ein Medikament nicht vertrage - ich vermute, ich wurde davon erst richtig krank. Liebe Leute, ich rede von einer klinischen Depression, glaubt bitte nicht dass man sowas mit Psychotherapie, NEM oder gesundbeten behandeln kann.

"Das Serotonin-Syndrom ist ein Komplex aus Krankheitszeichen (Symptome), die durch eine Anhäufung des Gewebshormons und Neurotransmitters Serotonin oder Serotonin-ähnlich wirkender Substanzen in Teilen des Körpers hervorgerufen wird. Charakteristisch für dieses Syndrom sind autonome, neuromotorische und kognitive Störungen sowie Verhaltensveränderungen...
Serotonin-Syndrom"

Jetzt habe ich gelesen, also wenn ich das wirklich richtig verstanden habe, dass, Serotonin im Prinzip auch ein Histamin ist. Wenn das wirklich so sein sollte und ich das korrekt kapiert habe - schade ich mir dann damit im Prinzip nicht sogar???
Ähm, oder habe ich das doch missverstanden???https://www.symptome.ch/vbboard/his...taminintoleranz-serotoningabe.html#post104348

Eine weitere Wirkung entsteht - bei MAO-Hemmern - dadurch, dass auch andere biogene Amine - wie z.B. Tyramin - nicht mehr abgebaut werden können:

Das Antidepressivum Tranylcypromin hemmt beide Formen der MAO. Dadurch ist es bei schweren Depressionen selbst dann wirksam, wenn andere Antidepressiva zuvor keine Besserung gebracht haben. Der große Nachteil ist allerdings seine schlechte Verträglichkeit, weil auch andere Botenstoffe nicht mehr abgebaut werden können. Dies betrifft vor allem die Aminosäure Tyramin. Verbleibt Tyramin in zu großen Mengen im Körper, kann der Blutdruck stark ansteigen. Daher sind unter der Einnahme dieses Antidepressivums regelmäßige Kontrollen des Blutdrucks notwendig.

Tyramin kommt in vielen Lebensmitteln vor. Patienten müssen deshalb ab einem Tag vor, während und bis 14 Tage nach einer Behandlung mit Tranylcypromin besondere Diätvorschriften einhalten, um Gesundheitsstörungen in Form von Übelkeit, Kopfschmerzen und Bluthochdruck zu verhindern. Die strenge Diät verbietet unter anderem den Genuss von reifem Käse (wie Emmentaler, Bergkäse, Parmesan, Roquefort, Camembert und viele weitere) eingelegten Heringen, Weintrauben und Rotwein.
Depression - Antidepressiva | NetDoktor.de

Tyramin ist bei Histaminintoleranz ja auch strikt zu meiden - ebenso wie alle anderen biogenen Amine eine HIT verstärken, weil sie den Abbau hemmen und/oder als Histaminliberatoren wirken (wie beispielsweise Tyramin).

Verschleiert wird das Problem ggf. dadurch, dass einige Histaminwirkungen auf anderen Ebenen unterbunden werden und nicht zum Tragen kommen (Ängste, depressive Zustände).

Ich denke eher, dass sich viele Psychotherapeuten, Neurologen und sonstige Ärzte einfach gar nicht mit Histaminproblemen auskennen, nie damit beschäftigt haben und daher Histamin als Ursache von Depressionen und Angstzuständen gar nicht erst in Betracht ziehen.
Und natürlich entstehen auf diese Weise dann Abhängigkeiten, weil das ggf. zugrundeliegende Histaminproblem ja letztlich verstärkt wird. Und damit ein Absetzen der Medis mitunter mit so gravierenden Folgen verbunden ist, dass man es gar nicht mehr absetzen will...

rosmarin
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Beitritt
20.01.11
Beiträge
825
Antidepressiva und Histaminintoleranz

Hallo Rosmarin,
Ich denke eher, dass sich viele Psychotherapeuten, Neurologen und sonstige Ärzte einfach gar nicht mit Histaminproblemen auskennen, nie damit beschäftigt haben und daher Histamin als Ursache von Depressionen und Angstzuständen gar nicht erst in Betracht ziehen.
Und natürlich entstehen auf diese Weise dann Abhängigkeiten, weil das ggf. zugrundeliegende Histaminproblem ja letztlich verstärkt wird. Und damit ein Absetzen der Medis mitunter mit so gravierenden Folgen verbunden ist, dass man es gar nicht mehr absetzen will...
Vorige Woche war ich bei einem der zumindest meine HIT nicht in Abrede gestellt hat und mir dann Wellbutrin (Bupropionhydrochlorid)Bupropion verschrieben hat, und sagte dass das von Patienten
die SSRI nicht vertragen akzeptiert wird.

Für mich war es wie ein Wunder dass ich mit DominalProthipendyl endlich Schlaf finden konnte, aber auch depressiver wurde.
Ich habe 25 Jahre mit zunehmender Schlafstörung und schließlich völliger Schlaflosigkeit gelebt (im Schlaflabor fand man 1 Stunde 45 Minuten Schlaf in 24 Stunden ohne Tiefschlafphasen) und jeder Versuch das mit irgendwas zu verbessern verschlimmerte die Situation, inklusive der Schimpf und Schande der behandelnden Psychiater "dass ich vielleicht unbewusst die Medikation nicht akzeptiere"....

Ich hab tausende Euros in alternative Behandlungen investiert und bin daran
fast krepiert..www.symptome.ch/vbboard/histamin-intoleranz/84472-histaminintoleranz-chronischen-verlaufsform

Dzt. wird versucht mit Antihistaminen bzw verträglichen Allopathika die Symptome zu lindern und mit NEM die "Depots" zu füllen...

Ich bin ziemlich verzweifelt mitten drin, wenn ich deinen Beitrag lese,
ich hab all das hinter mir, und weiss nicht mehr was ich tun und lassen soll.

Ich habe jahrelang probiert mit Sport den Zustand zu verbessern, bis mein
Körper streikte und bei der geringsten Anstrengung mit lahmen Muskeln und
einem Urtikaria und HIT Schub antwortete. Ebenso auf Sauna und alles.

Und jetzt lese ich dass du alle Tabletten sein liessest und es dir gut geht!!!
Ich weiss nicht ob ich mir das noch einmal zutraue, ich hab einfach nicht die
Kraft dazu noch eine Enttäuschung und einen Alleingang zu wagen, noch ein Trauma hinzuzufügen.....(ps: bei einer Knieathroskopie bekam ich einen HIT Schub mit nachfolgender Staphylococcus Aureusinfektion....halbes Jahr im Bett..steifes Knie...jahrelange Reha - als Beispiel für ein Trauma von vielen)

Ich kann nicht mehr...

LG
F
 
Themenstarter
Beitritt
10.01.04
Beiträge
70.848
Antidepressiva und Histaminintoleranz

Hallo federl,

das ist ja wirklich heftig, was Du schon alles hinter Dir hast. Daß Du inzwischen einfach Angst hast, etwas Neues auszuprobieren (Medis weglassen), ist verständlich.
Aber vielleicht lohnt es dennoch, darüber nachzudenken und da dran zu gehen. Wenn Du es Dir leisten könntest, wäre die Begleitung eines Psychokinesiologen mit der ganzen Ausbildung, also nicht nur Psychokinesiologie sondern auf jeden Fall Regulationsdiagnostik vielleicht eine Möglichkeit? Oder hast Du da auch schon schlechte Erfahrungen hinter Dir?

Ich glaube, am Anfang einer solchen Erkrankung wäre manches viel schneller zu richten, wenn man wüßte, wie. Stattdessen werden Medikamente, Untersuchungen und vieles mehr ausprobiert und getan, ohne daß etwas herauskommt außer Schäden durch eben diese Medikamente und Untersuchungen.

Gruss,
Oregano
 
Beitritt
20.01.11
Beiträge
825
Antidepressiva und Histaminintoleranz

Wenn Du es Dir leisten könntest, wäre die Begleitung eines Psychokinesiologen mit der ganzen Ausbildung, also nicht nur Psychokinesiologie sondern auf jeden Fall Regulationsdiagnostik vielleicht eine Möglichkeit? Oder hast Du da auch schon schlechte Erfahrungen hinter Dir?
Hallo Oregano

Geht nimmer. Hab alles an Heilerinnen hinter mir. Bin selber Psycho und werd nur deshalb nicht verrückt weil ich mit einem Kollegen die Geschichte validieren kann.

Ich glaube, am Anfang einer solchen Erkrankung wäre manches viel schneller zu richten, wenn man wüßte, wie. Stattdessen werden Medikamente, Untersuchungen und vieles mehr ausprobiert und getan, ohne daß etwas herauskommt außer Schäden durch eben diese Medikamente und Untersuchungen.

Bei mir ist der Anfang in der Kindheit...und wahrscheinlich haben jahrelange
trizyklische Antibiotika die ich nach einer mörderischen offenen Kieferhöhlen OP (mit 4 nachfolgenden im Laufe meiner HIT Karriere) bei mir bleibende Schäden hinterlassen.

Ich hoffe dzt. dass die NEM mir Kraft geben...
War gestern 10 km eher gemütlich wandern in der Sonne am Berg, Konsequenz nachwievor Verschlechterung (steife Muskeln, Hautjucken,
Nervenreissen und Muskelzucken statt einschlafen, Kopfschmerzen, Herzrasen, Atemnot = als ob mein Körper erstickt und das nach 3 Stunden Sauerstoff Lieferung)

Danke dass ich das hier mitteilen darf!!
Ohne verstanden zu werden mit jemandem darüber zu reden macht erst
recht verrückt, ausserdem kann ich micht gar nicht mehr mehr zurückziehen als ich es getan hab weil ich mich selbst und andere Menschen nicht mehr
ertrage.

LG
F
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
regulat-pro-immune
Themenstarter
Beitritt
10.01.04
Beiträge
70.848
Antidepressiva und Histaminintoleranz

Aber bitte große Vorsicht mit Aponal als Antihistamin.

Ich weiß nicht, ob es genauso gut wirkt wie ein Antihistamin und von den Nebenwirkungen her scheint es mir wesentlich unangenehmer und gefährlicher zu sein als ein Antihistamin.
Außerdem ist die langfristige Einnahme von Aponal sicher nicht unbedingt gut.

Aponal 25: Nebenwirkungen - Onmeda: Medizin & Gesundheit

Einige der Nebenwirkungen lesen sich genauso wie Histamin-Reaktionen.

Grüsse,
oregano
 
Beitritt
12.03.10
Beiträge
2.450
Antidepressiva und Histaminintoleranz

Aber bitte große Vorsicht mit Aponal als Antihistamin.

Einige der Nebenwirkungen lesen sich genauso wie Histamin-Reaktionen.

Danke Oregano! :)

Du nimmst mir das Wort aus dem Mund. ;)

Es hat üble Nebenwirkungen, die sich nicht nur so lesen, sondern auch welche sind.
Der Hintergrund ist, dass die Monoamine, deren Rückresorption gehemmt wird, den Abbau von Histamin verzögern bzw. verhindern.
Die Wirkungen dieses Histaminüberschusses an den H1-Rezeptoren werden zwar blockiert von einem antihistaminergen Effekt, das bedeutet jedoch nicht, dass die Wirkungen des überreichlichen Histamins an den H2, H3, H4 oder H5-Rezeptoren blockiert werden!!
Das betrifft Herz-Kreislauf-Wirkungen (Hypotonie, Tachykardie, Erregungsleitungs- und Herzrhythmusstörungen), Magen-Darm-Störungen aller Art etc. :mad:
Auch besteht die Gefahr, dass die H2-, H3-, H4- oder H5-Rezeptoren den Ausfall/Blockade der H1-Rezeptoren kompensieren, indem sie verstärkt reagieren.

Darüber hinaus werden bei der Blockade von Rezeptoren zwar Wirkungen ggf. nicht spürbar, aber Schäden im Gewebe gibts möglicherweise dennoch - Leukopenie, Zerstörung von Myelinscheiden im Nervengewebe (u.a. Störung der Nervenleitfähigkeit), ...

Die als Antihistaminika propagierten Antidepressiva blockieren alle ausschließlich H1-Rezeptoren, bewirken aber gleichzeitig einen deutlich erhöhten Histaminspiegel und zumeist wird zusätzlich noch die Histaminausschüttung von Mastzellen getriggert bzw. auch der alternative Abbauweg durch die HNMT blockiert (Serotonin hemmt die Aktivität der HNMT).

rosmarin
 
Themenstarter
Beitritt
10.01.04
Beiträge
70.848
Antidepressiva und Histaminintoleranz

Hallo Rosmarin,

ich glaube Dir das alles sofort. Dennoch: gibt es irgendwelche Links/Möglichkeiten, das nachzulesen?

Grüsse,
Oregano
 
Beitritt
12.03.10
Beiträge
2.450
Antidepressiva und Histaminintoleranz

Fakt 1:

Biogene Amine werden über vorrangig über die Enzyme Diaminoxidase und Histamin-N-Methyltransferase abgebaut - übersteigt beispielsweise die über die Nahrung aufgenommene Menge an biogenen Aminen (Serotonin, Tyramin, Putrescin, Cadaverin u.v.m.) die Abbaukapazität, lasten diese als konkurrierende Substrate zum Histamin die Enzyme aus, so dass Histamin weniger schnell abgebaut wird.
Das gleiche geschieht auch, wenn die Menge dieser Amine im Körper ansteigt (beispielsweise durch hemmende Mechanismen).

Zur Nahrungsaufnahme:
HISTAMIN-INTOLERANZ > Einleitung > Glossar

Beschreibungen dieses Zusammenhangs findet man auf zahlreichen Seiten zum Thema Histaminintoleranz.

Fakt 2:

Es gibt verschiedene Histamin-Rezeptoren, die für die diversen Wirkungen an unterschiedlichen Organsystemen zuständig sind. 4 davon sind sind bekannt, der fünfte ist "in Arbeit" ;)

Die bekanntesten sind H1- und H2-Rezeptoren (Magen, Darm)

Histamin-Rezeptoren - DocCheck Flexikon

Histamin-Rezeptoren - Wikipedia

Fakt 3:

MAO-Hemmer, Serotonin-Wiederaufnahmehemmer & Co. erhöhen alle das Serotonin (Abbaukonkurrent von Histamin) und wirken, sofern sie "Antihistaminika" sind, ausschließlich als H1-Antagonisten

1. nicht-*selektive Monoamin-Rückaufnahme-*Hemmer
(u.a. tricyclische Antidepressiva - Imipramin, Nortryptilin, Amitryptilin)
2. selektive Serotonin-*Rückaufnahme-*Hemmer
(Citalopram, Paroxetin, Fluoxetin, Fluvoxamin, Sertalin - hemmen außerdem CYP-*P450-*Enzyme, die an der Aktivität der HNMT beteiligt sind)
5. Alpha2-*Adrenozeptor-*Antagonisten

www.wilmnet.de/schule/uni/fsem5/fsem5-pharma/VL%209%20-%20Antidepressiva.pdf

tetracyclische Antidepressiva = schwächere H1-Antagonisten

Die Zusammenhänge/Schlussfolgerungen kann man dann selbst herstellen - leider zeigt die Erfahrung, dass Ärzte dies in den seltensten Fällen tun :mad:

Was ich beobachte, ist, dass Histaminprobleme ggf. jede Menge psychischer Probleme verursachen - insbesondere bei der chronischen Histaminintoleranz und einer Schwäche der HNMT - und kaum ein Arzt das untersucht, was dann ggf. mit der Verordnung der genannten Arzneimittel endet - mit den beschriebenen Folgen.

Eigentlich möchte ich gar nicht darüber nachdenken, wieviele Leute aufgrund solcher Trugschlüsse (HIT vs. Psyche) mittlerweile nicht mehr arbeitsfähig sind... :confused:

rosmarin
 
Zuletzt bearbeitet:
regulat-pro-immune
Beitritt
20.01.11
Beiträge
825
Antidepressiva und Histaminintoleranz

Danke Rosmarin,
dein Beitrag ist wieder einmal sowas von klar und logisch abgeleitet,
da bleibt nur mehr DANKE zu sagen. Meine verunglückten Erfahrungen mit fast ALLEN AD substanzen decken sich damit. Und denke erstmal nicht an die Millionen von psychiatrischen und internen und orthopädischen...und und und Patienten, die haarscharf falsch behandelt werden weil ihre HIT ignoriert wird-
nein, denk nicht dran. Es verschwinden Milliarden im "Gesundheits"-system...
Nein. Nicht daran denken. Sondern erst mal einen Weg finden.

Auch Wellbutrin hemmt demnach den Histaminabbau, auch wenn es überwiegend
als Dopamin- und Noradrenalinwiederaufnahmehemmer und nur wenig als
SSRI funktioniert. Langfristig genommen würde es für mich denselben unlebbaren Zustand machen, mit Muskeln die keinen Sauerstoff aufnehmen und dicht machen und
einer (Histamin) gestörten Verdauung und Ausscheidung- und deshalb Schlaflosigkeit??!
LGF
 
Zuletzt bearbeitet:
Themenstarter
Beitritt
10.01.04
Beiträge
70.848
Antidepressiva und Histaminintoleranz

Danke sehr, Rosmarin!. Eine wunderbare Aufstellung
reschpekt.gif


Grüsse,
Oregano
 
Beitritt
12.03.10
Beiträge
2.450
Antidepressiva und Histaminintoleranz

Denke, es ist ein wirklich wichtiges - und weitgehend unreflektiertes :mad: - Thema!

lieben Gruß,
rosmarin
 
Beitritt
25.05.10
Beiträge
220
Antidepressiva und Histaminintoleranz

ich bin grad sprachlos. ich hatte 2 jahre lang sehr schwere depressionen mit schlimmen (lebensbeendenden) gedanken. nachdem das mit der HI rauskam und ich sehr strikt diät hielt und amitiptilin (bekam ich wegen darmschmerzen) weglies, war alles verschwunden. den zusammenhand zur hi hab ich schon immer gesehen, konnte ihn mir aber nie selbst logisch und nachweisbar erklären.
ich hoffe ich hab alles hier auch richtig verstanden (is ja schon spät). haltet mich bitte nicht für doof, aber ist dies generell bei HI so oder beziehen sich diese probleme eher auf die chronische HI?
 
Beitritt
12.03.10
Beiträge
2.450
Antidepressiva und Histaminintoleranz

... ist dies generell bei HI so oder beziehen sich diese probleme eher auf die chronische HI?

Nein, Samsa, es gilt generell bei Histaminintoleranz.
Das Problem mit den biogenen Aminen ist ja immer da.

Nur wird ggf. durch Antidepressiva der HNMT-Abbauweg zusätzlich gestört... Dass dir das Amitryptilin nicht bekommen ist, ist also durchaus erklärbar.

lieben Gruß,
rosmarin
 
regulat-pro-immune
Beitritt
25.05.10
Beiträge
220
Antidepressiva und Histaminintoleranz

also war es das zu viele histamin + die HNMT in ketten gelegt.

vielen vielen dank. das waren 2 so schlimme jahre....sowas will ich nie wieder erleben müssen (deswegen bin ich bei der HI auch so streng) und die antwort war "so einfach"
vielen vielen dank das ich endlich eine antwort habe
 
Beitritt
12.03.10
Beiträge
2.450
Antidepressiva und Histaminintoleranz

Immerhin hast du es selbst herausgefunden, was dir hilft! :)

Ich bin auch lieber etwas strenger mit meiner Diät, als manche Dinge nochmal durchleben zu müssen... ;)

rosmarin
 
Oben