FSME: Zecken im Jahr 2020 besonders aktiv :-(

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Auch in Corona-Zeiten sind die Zecken aktiv. Um so wichtiger ist es, sich nach Spaziergängen abzusuchen, möglichst geschlossene Kleidung zu tragen und auch darauf zu achten, daß Haustiere möglichst keine Zecken mit nach Hause bringen.

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Anstieg an FSME-Erkrankungsfällen
Im laufenden Jahr wurden in Österreich bereits so viele FSME-Fälle gemeldet wie noch nie zuvor: Mit Stichtag 25. August gab es bereits 205 gemeldete Infektionen. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden im selben Zeitraum nur 71 Fälle der von Zecken übertragenen Erkrankung gemeldet. Ein möglicher Grund: Ein warmer Frühling mit viel Regen bot den Spinnentieren die optimale Grundlage für reichlich Nachwuchs.

"Wir glauben, dass in den kommenden Jahren den von Zecken übertragenen Krankheiten eine größere Bedeutung zukommen wird“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Franz Allerberger, Leiter der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Der Infektiologe geht auch für die kommenden Jahre von steigenden FSMS-Erkrankungsfällen aus.

+++ Mehr zum Thema: FSME-Hotspot in Österreich verschieben sich +++

Bei Beschwerden gleich zum Arzt
Während sich ein Teil der FSME-Infektionen nur durch grippeähnliche Symptome und Fieber äußert, kommt es in manchen Fällen auch zu schwerwiegenden Hirn- oder Hirnhautentzündungen. Bei Verdacht auf FSME sollte daher in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Da es sich um eine Viruserkrankung handelt, kann FSME nicht ursächlich, sondern lediglich symptomatisch behandelt werden.

Um einer Infektion vorzubeugen, sollte die Zecke schnellstmöglich entfernt werden: Der Parasitologe Dr. Georg Duscher empfiehlt dafür eine handelsübliche Pinzette, vom Aufträufeln von Öl hingegen rät er ab.

+++ Mehr zum Thema: Meningokokken-Impfung +++

Jede Vierte Zecke kann Borreliose übertragen
Häufiger als Frühsommer-Meningoenzephalitis, gegen die es einen Impfschutz gibt, übertragen die heimischen Zecken jedoch Borreliose – eine bakterielle Erkrankung, gegen die es derzeit noch keine Impfung gibt. Jede vierte Zecke etwa, so Duscher, könne Überträger sein, bei FSME liegt die Zahl der möglichen Überträgerzecken trotz steigender Zahlen im Promillebereich.
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Grüsse,
Oregano
 
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Das Jahr Jahr 2020 ist nicht nur durch die Coronakrise in die Schlagzeilen geraten. Es gibt einen weiteren dramatischen Rekord: Im vergangenen Jahr sind in Deutschland mehr als 700 Menschen an Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) erkrankt. Dies ist der höchste Wert, seit die Erkrankung im Jahr 2001 meldepflichtig wurde. Dabei steht Baden-Württemberg in diesem Jahr wieder an der Spitze der Statistik in Deutschland. Ebenso wie dort zeigt sich laut Uni Hohenheim jedoch auch in den europäischen Nachbarländern kein einheitliches Bild: Während in den südlich angrenzenden Ländern Rekordzahlen gemeldet und neue Risikogebiete ausgewiesen wurden, ist in den nördlichen Nachbarländern die Erkrankungshäufigkeit sogar zurückgegangen. Noch ist zwar nicht ganz klar, ob es sich bei den neusten Entwicklungen nur um einen kurzfristigen Trend handelt, aber auf der heutigen Pressekonferenz der Universität Hohenheim in Stuttgart rechneten die Experten langfristig mit einer steigenden FSME-Gefahr ‒ auch außerhalb der bekannten Risikogebiete.

Im Frühjahr beginnt die „Saison“

Pünktlich mit den ersten warmen Sonnenstrahlen krabbeln im Frühjahr die Zecken wieder aus ihren Verstecken. Bei ihrer Nahrungssuche haben sie es auf das Blut anderer Tiere abgesehen. Allerdings sind manche Zeckenarten nicht so wählerisch und befallen auch den Menschen. Dabei können sie Krankheiten wie beispielsweise die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine Form der Hirnhautentzündung, übertragen.

Schon seit mehreren Jahren beobachten Fachleute in Deutschland eine Zunahme der FSME-Erkrankungen beim Menschen. So wurden 2018 insgesamt 583 Fälle gemeldet. Zwar traten 2019 nur 443 bekannte Krankheitsfälle auf, aber 2020 wurde mit über 700 Fällen wieder ein trauriger Rekord erreicht. Dabei traten die meisten Erkrankungen nach wie vor im Süden Deutschlands auf.

Dies ist mehr als das Doppelte des jährlichen Medianwertes von 301 Erkrankungen. Nun kommen laut RKI 5 neue Risikogebiete hinzu, von denen 4 an bekannte Risikogebiete grenzen: jeweils 1 Kreis in Bayern (LK Dillingen a. d. Donau), Hessen (LK Fulda), Sachsen (LK Mittelsachsen) und Thüringen (LK Weimarer Land). Als erster Kreis in Sachsen-Anhalt wird der Stadtkreis (SK) Dessau-Roßlau Risikogebiet.

Grenze durch Mitteleuropa

„Auch die angrenzenden Nachbarländer Österreich, Schweiz und Tschechien weisen für letztes Jahr extrem hohe Fallzahlen aus“, so Prof. Dr. Gerhard Dobler, Leiter des Nationalen Konsiliarlabors für Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr.

Auf Höhe der deutschen Mittelgebirge zieht sich quasi eine Grenze durch Mitteleuropa. Südlich dieser gedachten Linie sind im Jahr 2020 die FSME-Zahlen zum Teil dramatisch angestiegen, während nördlich davon die Erkrankungshäufigkeit praktisch unverändert geblieben ist.

FSME-Risiko in Deutschland nicht mehr ausweichen

„So sind die Zahlen in Skandinavien, den baltischen Staaten und Polen nahezu konstant geblieben und in Schweden haben sie sogar abgenommen. Das heißt aber nicht, dass nicht auch im Norden Hotspots auftreten können“, warnt Prof. Dr. Dobler. „So wurde 2019 das Emsland als erstes Gebiet in Niedersachsen zum Risikogebiet erklärt. Man kann dem FSME-Risiko in Deutschland praktisch nicht mehr ausweichen. Nahezu überall muss mit Infektionen gerechnet werden.“
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Es tut also weiter gut, sich entsprechend anzuziehen, nicht unbedingt durch's hohe Gras zu laufen und sich nach Spaziergängen abzusuchen ...

Grüsse,
Oregano
 
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... So ist der gemeine Holzbock, Ixodes ricinus, jetzt nicht nur in den wärmeren Jahreszeiten, sondern auch im Winter aktiv“, erklärt Professor Dr. Ute Mackenstedt, Zeckenexpertin an der Universität Hohenheim [2]...

Neue FSME-Risikogebiete

Aufgrund der Beobachtung des Infektionsgeschehens wurden fünf neue Risikogebiete ausgewiesen:

  • Landkreis Dillingen a. d. Donau (Bayern)
  • Landkreis Fulda (Hessen)
  • Landkreis Mittelsachsen (Sachsen)
  • Stadtkreis Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt)
  • Landkreis Weimarer Land (Thüringen).
Mit Ausnahme des Stadtkreises Dessau-Roßlau grenzen alle neu ausgewiesenen Risikogebiete an bereits bestehende. Damit ist der Stadtkreis in Sachsen-Anhalt neben dem Landkreis Emsland in Niedersachsen das zweite Risikogebiet, das nicht an ein bereits bestehendes angrenzt und weiter nördlich gelegen ist als bisher üblich.

Schwerpunkt der Risikogebiete im Süden Deutschlands

Die Risikogebiete in Deutschland liegen vor allem im Süden der Republik. Dies betrifft Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, den südöstlichen Teil von Thüringen und Sachsen. Einzelne Risikogebiete befinden sich darüber hinaus in Mittelhessen (Landkreis Marburg-Biedenkopf), im Saarland (Landkreis Saarpfalz-Kreis), in Rheinland-Pfalz (Landkreis Birkenfeld) und in Niedersachsen (Landkreis Emsland). Damit sind aktuell 169 Kreise als Risikogebiet ausgewiesen.

Eine Karte der verschiedenen FSME-Risikogebiete kann auf der Webseite des RKI in verschiedenen Formaten heruntergeladen werden.
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FSME-Übertragung - nicht nur durch Zecken

Die klassische Übertragung der FSME-Viren erfolgt durch die Zecke Ixodes ricinus, den Gemeinen Holzbock. Ein möglicher neuer Vektor könnte Dermacentor reticulatus, die Auwaldzecke, sein. Diese Zecke dürfte dem einen oder anderen Hundehalter ein Begriff sein, da sie – mittlerweile auch in einigen Teilen Deutschlands – Babesia canis überträgt. Diese zu den Piroplasmen zählenden Erreger führen bei Hunden zu teils schweren hämolytischen Anämien [3]. „Uns ist letztes Jahr zum ersten Mal eine Auwaldzecke aus Sachsen eingeschickt worden, in der wir FSME-Viren nachweisen konnten“, berichtet die Zeckenexpertin der Universität Hohenheim [2].

Daneben ist auch über Infektionen nach dem Verzehr von Rohmilch oder Rohmilchprodukten berichtet worden. Diese Fälle sind jedoch selten, was sich auch 2020 nicht geändert hat: 6 Fälle (1 %) nach Rohmilchverzehr und 12 Fälle (2 %), bei denen sowohl ein Zeckenstich als auch Rohmilchverzehr bekannt waren, wurden dem RKI gemeldet.
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Wohlgemerkt: hier geht es um FSME, die mit steigender Zeckenzahl auch öfters vorkommt.

Grüsse,
Oregano
 
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hier geht es um FSME

ja, leider wieder nur.
dabei ist eine chon. borreliose auch sehr viel gefährlicher als es den meisten ärzten bekannt ist.
man kann oft froh sein, wenn sie die überhaupt kennen, was eher selten ist.
ich kannte mal einen jungen mann, der dadurch schon ganz erhebliche nervenschäden (tatsächliche, nicht nur "gefühlt") hatte und kaum noch laufen konnte und selbst bei der frage, ob es eine borre sein könnte, haben es einige ärzte verneint.

gsd gab es weit entfernt einen spezialisten, der sogar erkannt hat, daß der junge mann kein ab nehmen durfte. es wurde dann mit naturheilkundlichen mitteln rel. schnell völlig auskuriert, so daß er auch wieder sport machen konnte usw.


lg
sunny
 
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Exotische Zecken bringen Tropenkrankheiten mit​

Auch aus Regionen außerhalb Deutschlands werden Zecken eingeschleppt. So kann die braune Hundezecke, die aus dem Mittelmeerraum und Nordafrika stammt, anders als alle einheimischen Zecken problemlos in Gebäuden und Wohnungen überleben. In der Regel befallen diese Zecken nur Hunde, jedoch kam es im Ausland auch schon zu Stichen an Menschen und zur Übertragung des Mittelmeer-Fleckfiebers.

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v.l.n.r.: Zecke (Holzbock, Ixurus), Hundezecke, Buntzecke (Auwaldzecke). Quelle: Katrin Fachet, Universität Hohenheim (für beide Fotos)

Zusätzlich wurde die Hyalomma-Zecke aus Afrika, Asien und Südeuropa eingeschleppt. „Sie überträgt zwar keine FSME, aber verschiedene andere Krankheitserreger, die das so genannte Krim-Kongo Hämorrhagische Fieber, das Arabisch Hämorrhagische Fieber und eine Form des Zecken-Fleckfiebers hervorrufen können“, so Mackenstedt. „Bislang konnten wir in Deutschland zum Glück jedoch nur die Erreger des Zecken-Fleckfiebers nachweisen.“

Hyalomma wird bis zu 2 cm groß und hat auffällig gestreifte Beine. Sie erkennt Warmblüter auf Distanzen von bis zu 10 Metern und kann sie über mehrere 100 Meter verfolgen. Bisher wurde sie hauptsächlich auf Pferden gefunden.

Zur Dokumentation der Verbreitungsgebiete bittet die Universität Hohenheim, verdächtige Zecken zur Untersuchung in kleinen, festverschlossenen Behältern an Prof. Mackenstedt, Parasitologie, Emil-Wolff-Straße 34, 70599 Stuttgart zu schicken, ohne dass diese mit Klebeband in Berührung kommen.

MEHR

Ich mag diese Viecher überhaupt nicht ... :mad:!

Grüsse,
Oregano
 
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19.03.21
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Hallo,
danke für die ganzen Infos zu FSME bzw. zu Zecken.
Ich kann diese Parasiten auch einfach nicht ab! Nicht nur in Deutschland und Österreich sind die FSME Zahlen angestiegen. Auch die Schweiz ist inzwischen fast ein komplettes Risikogebiet. Ich habe gelesen, dass sich die FSME-Zahlen laut dem BGA in den letzten 10 Jahren beinahe Verfünfacht haben! (Quelle: https://www.antibrumm.ch/zecken/risikogebiete-schweiz/) Das macht mir grosse Angst, da ich gerne draussen in der Natur bin und viel wandere bzw. spazieren gehe. Die Biester sind ja nicht nur im Wald unterwegs, sondern inzwischen lauern sie ja schon im heimischen Garten auf einen...
Es ist wirklich wichtig sich nach jedem Aufenthalt in der Natur auf Zecken abzusuchen bzw. sich schon vorher um geeignete Schutzmassnahmen, wie lange, bedeckende Kleidung und Insektenschutzspray, zu kümmern. Ich hoffe wir bleiben alle verschont von den kleinen, fiesen Biestern!

Grüße!
 
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Ich hoffe wir bleiben alle verschont von den kleinen, fiesen Biestern!

Dem Wunsch schließe ich mich an (y) ...

Grüsse,
Oregano
 

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