Diagnose erbeten - Kleinkind Migräne?

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31.05.06
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Mein 5jähriger Sohn leidet seit über 2 Monaten an folgenden Symptomen, die sich alle 2 Wochen wiederholen:

heftige Kopfschmerzen, bis in den Nacken
Bauchschmerzen, die ihn kaum auf den Beinen halten
Appetitlosigkeit
Fieber bis über 38 Grad
Lichtempfindlichkeit
allg. kränkliches Erscheidungsbild, Müdigkeit
oft in der Folge Erbrechen
Er sucht freiwillig das Bett auf und schläft.

Wenn ich die Anzeichen rechtzeitig erkenne, bekommt er ein Zäpfchen mit Paracetamol und das Fieber geht binnen weniger Stunden wieder weg und er ist genauso gesund wie früher.

Die Kinderärztin diagnostiziert Gastroenteritis (komisch! weder Durchfall noch Erbrechen am Tag des Arztbesuches!).
Streptokokkentest war negativ
Nun warte ich auf Resultate der Blut- und Urinanalyse.

Ich tippe auf Migräne, zumal er sich manchmal körperlich anstrengt (z.B. langes Radfahren in der Hitze etc.). Habe schon Aufzeichnungen geführt, erkenne aber auch keinen Zusammenhang zu den eingenommenen Speisen, die Migräne hervorrufen könnten. Gibt auch keine Migräne in unserer Familie.
Und v.a. was tut dabei das Fieber?
Er hat absolut keine Congestion, was auf Heuschnupfen tippen liesse.
Kommen Parasiten in Frage? Durchfall hat er bei all den Anzeichen keinen.

Wäre für einen Tipp dankbar, wo ich beim Arzt einhaken muss, damit ich zum richtigen Spezialisten geschickt werde (Neurologe? Allergologe? ). Weil ich fürchte, mit der Erfahrung der mir zugeteilten Kassenärztin komme ich nicht weit ...

D.B.J.Z.
 
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10.01.04
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Was mir einfällt:
- Nahrungsmittelintoleranzen (auf Gluten, Histamin, Fruktose, Laktose, Sorbit)
- Nahrungsmittelallergien (kann so ziemlich alles sein). In Deutschland sehr
häufig sind Allergien (und Intoleranzen) auf Kuh-, Ziegen- und Schafsmilch,
Getreide (auch Intoleranzen), Schwein (auch Intoleranzen), Hühnereiweiß
usw.
Du siehst: Allergien und Intoleranzen können sich auf die gleichen Lebensmittel beziehen, nur weist man sie anders nach. Allergien zunächst meistens mit dem Pricktest (da gibt es Kreuzallergien zu Pollen), dann evtl. mit dem Bluttest (RAST). Wobei alle diese Tests nicht sonderlich zuverlässig sind. Wenn es aber eine Reaktion gibt, ist sicher, daß eine Allergie vorliegt.

Intoleranzen werden anders nachgewiesen. Darüber finden sich hier im Forum viele Infos, auch hier: www.libase.de

Was ist "Congestion"?

An eine Hirnhautentzündung hat die Ärztin sicher gedacht?

Wie sieht es evtl. mit einem Zeckenbiß aus? Das könnte dann schlimmstenfalls eine FSME oder Borreliose ergeben.

Alles Gute und Grüsse,
Uta
 

Bei Kopfschmerzen kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Hypnose arbeitet dort, wo die Wahrnehmung des Schmerzes liegt – im Gehirn. Es gibt kein stärkeres, natürlicheres Schmerzmittel als die Hypnose. Der Zustand der Hypnose alleine wirkt bereits schmerzlindernd. Schmerzfreie Geburt, schmerzfreie Zahnextraktion u.a. wird alltäglich mit Hypnose gemacht. Auch bei Kopfschmerzen/Migräne wirkt Hypnose.

Hypnose wird von Schmerzkliniken, Hypnosetherapeuten u.a. erfolgreich angewendet, egal ob diffus, chronisch, akut, lokalisiert. Wenn Schmerzen seelischer Natur sind, ist die aufdeckende Hypnosetherapie das wirksamste Mittel. Vor dem Gang zum Hypnosetherapeuten vorab medizinisch abklären lassen.
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Themenstarter
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31.05.06
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Danke. Ja am besten werde ich mal Allergietest machen.
"Congestion": Sorry, wir leben in Spanien, ich dachte, dieses Wort heisst auf Deutsch auch so. Das ist, wenn Nase verstopft ist und Augen tränen.
Ärztin hat an Meningitis nicht gedacht, war nur auf Gastroenteritis versteift. Es gibt hier vermehrt Fälle von Meningitis, aber wären die Anzeichen nicht akuter, ich meine: alle 2 Wochen mal Fieber ?
Zeckenbiss scheide ich aus, 1. ist er geimpft und 2. gibts in Spanien keine Zecken.
Allerdings bekam er die 3. Teilimpfung der Encefalitis erst jetzt, im Mai, also 1 Monat nach Auftreten der ersten Fieberschübe.
 

ADo

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06.09.04
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Vllt bringt dich das Buch "Ist das Ihr Kind?" von Prof. Dr. Doris Rapp weiter. Das bezieht sich auf Allergien, UV´s, Schimmelpilze und auch andere Umweltgifte.

Viel Erfolg
 
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Wenn es keine Zecken gibt und Dein Kind auch nicht anderswo damit in Berührung gekommen ist, scheidet die Meningitis wohl aus. - Aber es gibt ja auch eine bakterielle? Die verläuft sicher nicht schulbuchgemäß. Deshalb würde ich das wenigstens ansprechen, vor allem, wenn sie bei Euch immer wieder vorkommt.
Die Zeckenimpfung ist die gegen FSME; die andere Krankheit durch Zecken ist Borreliose, und dagegen gibt es keine Impfung.

Wenn Dein Sohn in eine Erkrankung hineingeimpft worden ist, dann könnte das ungute Folgen haben. - Man soll ja nur impfen, wenn das Kind gesund ist.
http://www.onmeda.de/foren/forum-arzneimittel.html?s=r&fid=32&id=9369&loc=0&thread=9369

Vorsicht bei der Suche nach möglichen Impffolgen im Internet: da gibt es massenweise Seiten von sogenannten "Impfgegnern". Die mögen ja manchmal recht haben, aber sie sind sehr fanatisch und deshalb mit Vorsicht zu genießen.

Gruss
Uta
 
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26.05.04
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hallo
ich kann mir kaum vorstellen, dass eine unverträglichkeit so heftig und plötzlich auftritt und auch wenn es eine wäre, hat es seinen grund.
da dein sohl über bauchschmerzen klagt, würde ich auf alle fälle parasiten, bakterien abklären lassen und zwar jetzt in einer akuten phase. mit den ärzten energisch sein, sonst kann sich die situation jahrelang herausziehen. kannst im internet infos bekommen, die symptome sprechen eher für magen/darm als alles anderes. alles gute rahel
 
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14.01.04
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Hallo Doris

ADO's Buchangabe kann ich Dir sehr emmpfehlen.
Würed ohne Tests mal versuchen, jegliche Milch(produkte) zu meiden, ganz strickte!! Du musst aber mit Erstverschlimmerungen rechnen (Entzugserscheinungen).
Ein Vitalstoffpräparat mit viel B-Vitaminen empfehle ich auch. Dazu ein Ferritin und Zinktest

Nebenbei, die üblichen Tests finden nicht alle NMU heraus.
 

sam

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01.09.04
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Liebe Doris

Da ich selbst seit Kindesalter an schlimmer Migräne leide kann ich Dir schon ein paar Tipps geben.
Es kann schon sein, dass Kleinkinder an "migräneartigen Zuständen" leiden. Das heisst eben nicht dass sie die typischen Symptome einer "Klassischen Migräne" zeigen. Es gibt viele solche Zustände welche nicht einmal mit Kopfschmerzen einher gehen müssen!
Einer Freundin ihre Tochter litt jahrelang an sogenannten "Gallenattacken" die man eben auch zu migränösen Zuständen zählen kann. Ihr war sehr schlecht, hatte Bauchkrämpfe, musste erbrechen - Dieses hatte sie jeweils wie "angeworffen".
Niemand kam je auf die Idee dass es sich um einen migränösen Zusatand handeln könnte. Auch "zyklisches Fieber" kann zu sochen Zuständen zählen.
Ich empfehle Dir dringend das Buch "Migräne" von Oliver Sacks zu lesen!
Er beschreibt alle diese Migräne verwandten sehr genau, ausfühlich und in einer Sprache die jeder verstehen kann.
Auch die bekannte Sportmigräne wird beschrieben. Anfälle die nach Anstrengung auftauchen. Ich kenne jemanden der nach jedem Fussballtraining der Migräne unterliegt.
Sind Fälle von Migräne in Deiner Familie bekannt???
 
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10.01.04
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Ich weiß von mir selbst, daß ich von histaminhaltigen Lebensmitteln (ganz schlimm ist bei mir Parmesankäse) migräneartige Kopfschmerzen bekomme, ganz plötzlich, zum Teil über einen ganzen Tag anhaltend.

Auch solche Gallenattacken mit Erbrechen usw. kann dazugehören.

Also bitte alle diese Möglichkeiten überprüfen :) .

Uta
 

sam

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01.09.04
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Ich kann einen Abschmitt aus dem Buch zitieren:

"Periodisches Fieber:
Bei schweren Attacken von einfacher Migräne kann, vorallem bei Kindern, hohes Fieber einsetzten, das sich ebenfalls als isoliertes, -periodisch - manchmal im Wechsel mit einfachen Migränen - auftretendes selbständiges Symptom betrachten lässt..."
 
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31.05.06
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Liebe Freunde!
Danke für die bisherigen zahlreichen Tipps.
Am meisten tendiere ich zu den GALLENATTACKEN, wie sie mir Sam beschreibt. Und glaube auch sehr wohl, dass die Lebensmittel eine grosse Rolle spielen, ob das nun Allergien sind oder lediglich diese Fieberschübe hervorrufen. In der Familie gibt es niemanden mit Migräne, aber sehr wohl Probleme mit der Galle.
Die Speisen, die er vor solchen Attacken bekam, waren:
Fleischbällchen, Hamburger in Sosse, Linseneintopf und (Weiss-)Fisch, auch bei Würstchen und Schweinslungenbraten (wäre ja an sich nicht so fett).
Habe schon geachtet auf fette Käse (isst er eigentlich nicht), die Milch kann ich ihm nicht streichen (kleine Kinder leben und wachsen praktisch mit der Milch, ausserdem verträgt er sie an 13 Tagen und am 14. Tag plötzlich nicht?), Rotwein trinkt er (noch) nicht.

Ich werde weiterhin Tagebuch über die Speisen führen.
Würde es da nun was bei der Blut-/Urin-Analyse Anzeichen geben?
Zu welchen Arzt soll ich mich überweisen lassen? Internist?

Die Buchtipps finde ich äusserst interessant und werde sie mir ohnehin besorgen. Kann ja nicht schaden.
Zusätzliches Vitamin B schadet auch nicht, oder?
Nochmals vielen herzlichen Dank für die rege Teilnahme.
D.
 
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14.01.04
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Hallo Doris

Zusätzliches vitamin B schadet nicht, da ein zuviel ausgeschieden wird (gelblicher Urin)

die Milch kann ich ihm nicht streichen (kleine Kinder leben und wachsen praktisch mit der Milch,
Wenn es schweirig ist die Milch zu streichen, dann musst du ihm unbedingt die Milch streichen! Wenn er eine Art Heisshunger auf Milch oder Milchprodukte hat, dann ist dies sogar ein sehr starkes Anzeichen, dass er sie nicht verträgt!
Nebenbei Milch ist nicht speziell gesund wie von der milchwirtschaft via Werbung permanent ohne belege behauptet wird, im Gegenteil. Ein guter link dazu: http://www.milchlos.de/
 
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31.05.06
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Hallo Beat!
Nein, Heisshunger hat er nicht auf Milch- oder Milchprodukte.
Morgens eine Tasse und am Nachmittag oder Abend ein Joghurt oder ähnliches.

Hätte gerne noch eine kleine Aufklärung zu HISTAMINEN bekommen:
Ich lese, dass es HISTAMINLIBERATOREN gibt, u.a. Erdbeeren.
Heisst das nun, Erdbeeren, die es bei uns in letzter Zeit oft gab, produzieren Histamin im Körper oder hemmen den "Histaminspiegel"?
Versteh ich nun nicht ganz, ob Erdbeeren nun gut sind für meinen Jungen oder nicht.
Danke. Do.
 
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07.05.06
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Zitat: "Zeckenbiss scheide ich aus, 1. ist er geimpft und 2. gibts in Spanien keine Zecken. "

1. Gegen Zecken kann man sich nicht impfen, nur gegen die von Zecken übertragene FSME
2. Borreliose gibts in Spanien. Ob die Krankheit dort von anderem Getier übertragen wird, entzieht sich meiner Kenntnis.
http://members.aol.com/TJNaucke/new_diseases.html
(Etwas runterscrollen bis Borreliose)

Ich empfehle dir, die Borreliose ausschliesen zu lassen, bevor sie chronisch wird.

LG, Mungg
 
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14.05.05
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Hallo Dorisbjz
Ich hatte als Kind auch schon Migräne, die ich aber nie auf bestimmte Nahrungsmittel hätte zurückführen können. Erst heute mit 53 jahren, kann ich in etwa sagen, was dazu geführt hat. Die Attacken hörten erst in einem Alter vo ca 27 Jahren auf als ich eine Reinigungskur für den Darm machte. Heute weiß ich, auf welche Nahrungsmittel ich allergisch reagiere und kann sie vermeiden. Dadurch vertrage ich auch andere wieder besser.
Ich kenne auch verschiedene Kinder, die durch allergische Reaktionen Migräne hatten, so zB. durch Cola und dergleichen. Wenn Du die Möglichkeit hast, bei deinem Sohn eine kinesiologische Testung vornehmen zu lassen, dann wäre das ein erster Schritt. Ich habe bei meiner Tochter damit sehr viel erreichen können.

Liebe Grüße
Gaby
 
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14.01.04
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Hallo Doris

Immerhin 2 mal Milch pro Tag, da bekommt man keinen Heisshunger darauf. Lass die Milch mal ein paar wenige tage ganz weg und schau dann, ob er Heisshunger bekommt.

Im Buch "Ist das Ihr Kind?" von Prof Dr Doris Rapp sind vershiedene nahrungsmittel als Ursachen drin, Milch ist häufig, aber nicht immer dasjenige.

Übrigens eine Darmreinigung vermindert die Anfälligkeit auf Nahrungsmittel-UV ganz enorm.
 
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10.01.04
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Hallo Doris,
Hätte gerne noch eine kleine Aufklärung zu HISTAMINEN bekommen:
Ich lese, dass es HISTAMINLIBERATOREN gibt, u.a. Erdbeeren.
Heisst das nun, Erdbeeren, die es bei uns in letzter Zeit oft gab, produzieren Histamin im Körper oder hemmen den "Histaminspiegel"?
Histaminliberatoren
Eine spezielle Gruppe von Nahrungsmitteln sind die so genannten Histaminliberatoren wie z.B. Zitrusfrüchte oder Erdbeeren. Diese enthalten zwar selbst wenig Histamin, sind aber imstande, körpereigenes Histamin freizusetzen, was bei Histamin-Intoleranz zu Symptomen führt.
http://www.medical-tribune.at/dynasite.cfm?dssid=4133&dsmid=59317&dspaid=396908

Erdbeeren (z.B.) enthalten also nicht selbst besonders viel Histamin, aber sie veranlassen den Körper dazu, Histamin aus den Mastzellen freizusetzen, wo es gespeichert wird. Das Ergebnis: z.B. ein Hautausschlag.
Gerade Erdbeeren sind einigermaßen problematisch:
1. weil sie Histaminliberatoren sind und
2. weil sie im allgemeinen stark gespritzt sind, es sei denn, sie sind aus
ökologischem Anbau.
Pestizidbelastungen bei konventionellem Obst und Gemüse sind die Regel. Paprika aus Spanien ist oft ein Giftcocktail. Bis zu 16 unterschiedliche Chemikalien haften den Früchten an. Bis zu 15 verschiedene Pestizidrückstände sind bei Tomaten enthalten. Einzelproben von Trauben weisen 16 verschiedene Chemikalien auf und Erdbeeren in manchen Fällen 14 Pestizide.
http://www.3sat.de/3sat.php?http://zuschauerpreis.3sat.de/nano/bstuecke/61309/index.html

Gruss,
Uta
 
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16.02.05
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Ist mir nur gerade so eingefallen. Vielleicht gibt's was anderes periodisches wie z.B. alle 14 Tage Schwimmunterricht ?
 
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