Besuch beim Chiropraktiker - jetzt Angst vor den Folgen...

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19.08.15
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Hallo,
Ich war diese Woche beim Chiropraktiker und dieser hat mich am Nacken / Hals eingerenkt. Es hat laut geknackt, ich habe mich erschrocken - es tat aber nicht weh.

Da ich demnächst zu einem zweiten Termin wieder hin muss habe ich heute mal etwas gegoogelt und eigentlich nur erschreckende Ergebnisse erhalten!

Stichwort: Schlaganfall!

Nun hab ich Angst...
Die Behandlung ist nun ungefähr 24 Stunden bei mir her. Ich habe keine Kopfschmerzen, mein Nacken zieht es bisschen aber nicht weiter schlimm...
Habe aber auf der Couch liegend gerade ein wenig Übelkeit bekommen, jetzt gehts grads wieder...

Wäre es nun ratsam zu einem normalen Arzt zu gehen und zu fragen ob der Chiropaktiker irgendwas beschädigt hat? Oder hätte ich dann schon längst schlimmere Symptome? Bin leider total unsicher momentan...

Ich hatte ja schon vor dem Besuch bei Chiro Probleme mit der HWS und immer wieder Übelkeit, Schwindel usw.
 
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Hallo Fischauto,

Da ich demnächst zu einem zweiten Termin wieder hin muss habe ich heute mal etwas gegoogelt und eigentlich nur erschreckende Ergebnisse erhalten!

Stichwort: Schlaganfall!

Nun hab ich Angst...

Diese Angst halte ich für völlig unbegründet.

Wäre es nun ratsam zu einem normalen Arzt zu gehen und zu fragen ob der Chiropaktiker irgendwas beschädigt hat?

Ich wüsste nicht, was ein normaler Arzt dabei untersuchen sollte. Ich meine, den Besuch bei einem Arzt kannst du dir sparen.

Da ich demnächst zu einem zweiten Termin wieder hin muss

Du als Patient hast das Recht eine Behandlung abzulehnen. Wenn dir die Behandlung nicht zusagt, musst du nicht wieder hin.

Eine Alternative zur Chiropraktik wäre die Osteopathie.

Was unterscheidet Osteopathie von Chiropraktik / Chirotherapie? - Praxis für Osteopathie in Hamburg, Nicole Schlüter (Heilpraktikerin)

Grüsse
derstreeck
 
Wieso hälst du die Angst für unbegründet? Vielleicht würde mir das helfen...
Weil es wirklich nicht sehr schwierig ist und auch nicht lange dauert bis man via Google nur negative Einträge zum Thema Chiropraktik - speziell am Hals - findet!

Allein dieser Bericht ist extrem negativ und macht mir halt leider Angst :-(
Chirotherapie: Verrückte Wirbel - SPIEGEL ONLINE

"Durch die ruckartige Bewegung der Halswirbelsäule, bei der meist ein Knochenknacken zu hören ist, können die Vertebral-Arterien verletzt werden, also jene Adern, die sich rechts und links in einem kleinen Kanal durch die Knochen der Halswirbelsäule winden und einen Teil des Gehirns mit Blut versorgen. "

Andererseits ist es mir natürlich auch total suspekt und unlogisch das wenn diese Methode so gefährlich ist, sie trotzdem von Ärzten angewendet wird...Kann mir ja nicht vorstellen das mich der Chiropraktiker ruhigen Gewissen "umbringen" will....

Aber die Negativ Berichte kommen auch nicht aus dem Nichts oder?

Argh....ich hätte nie anfangen dürfen danach zu googeln :(
 
Zuletzt bearbeitet:
Allein dieser Bericht ist extrem negativ und macht mir halt leider Angst :-(
Chirotherapie: Verrückte Wirbel - SPIEGEL ONLINE

Hallo Fischauto,

die Chiropraxis hat einige Nachteile:
1. Liegt gerade an der HWS alles so dicht beieinander, daß ein heftiger Ruck, der dabei üblich ist, nicht nur Blutgefäße, sondern auch Nerven verletzen kann.
2. Fehlstellungen bei Wirbeln überdehnen in diesem Bereich die Muskeln und Bänder. Wird der Wirbel plötzlich zurückgeruckt, haben sie keine Zeit sich dieser neuen Stellung anzupassen, heißt, sie können den Wirbel an der neuen Position nicht halten und die erste unbedachte Bewegung läßt ihn wieder herausrutschen. Letztlich führt das dazu, daß diese Dehnung immer größer wird.
3. Da jeder Mensch etwas anders gebaut ist, kann der Chiropraktiker natürlich nicht wissen, was da drinnen passiert, wenn er "ruckt". Leider hat das schon oft zu schweren Nebenwirkungen bzw. einer starken Verschlimmerung der Beschwerden geführt.

Daher lautet meine Empfehlung: keine Chiropraxis mehr. Geh zu einem guten Osteopathen, der arbeitet sanft, ohne rucken, ohne zu verletzen und vor allem ist die Korrektur dann eher dauerhaft. Die Korrektur erfolgt langsam in 2-3 Sitzungen, bei länger bestehendem Problem kann es auch etwas länger dauern. Prinzip ist dabei, daß der Wirbel stückchenweise zurück in die richtige Position geschoben wird und die Muskeln/Sehnen Zeit bekommen sich zu straffen, dann wieder ein Stückchen usw. Hier kannst Du Dich dazu informieren: Willkommen | Verband der Osteopathen Deutschland e.V. (VOD e.V.)

Gruß,
Clematis
 
Wenn ich schon den Spiegel-Artikel sehe kriege ich das Kotzen.

Ja – dokumentierte Fälle gibt es. Aber man muss die Zahlen einmal ehrlich nebeneinanderstellen:

In der Literatur sind weltweit (über Jahrzehnte gesammelt!) rund 900 Fälle von Gefäßdissektionen im zeitlichen Zusammenhang mit chiropraktischen Manipulationen beschrieben. Davon etwa 700 mit Schlaganfall – und das bei zig Millionen Behandlungen pro Jahr, allein in den USA!

Zur Einordnung:

In Großbritannien werden jährlich etwa 2,25 Millionen Halswirbelsäulen-Manipulationen durchgeführt (Thiel & Bolton, 2007).

In den USA schwanken die Schätzungen zwischen 18 und 250 Millionen chiropraktischen Behandlungen pro Jahr – und das seit Jahrzehnten.

Eine große kanadische Registerstudie fand: 1 disziplinarisch gemeldeter Dissektion auf 8 Millionen Praxisbesuche. Mit anderen Worten: Ein Chiropraktor erlebt im Schnitt nicht einmal einen einzigen solchen Fall in seinem Berufsleben.

Gleichzeitig liegt das Hintergrundrisiko für eine spontane Arteriendissektion (also ohne jede Manipulation) schon bei etwa 2–3 Fällen pro 100.000 Menschen pro Jahr. Das heißt: Selbst ohne Chiropraktik treten solche Ereignisse regelmäßig auf.

Die bekannte Ontario-Studie (Cassidy et al., 2008) zeigte sogar, dass die Häufigkeit von Schlaganfällen nach Chiropraktik genau gleich hoch war wie nach einem Besuch beim Hausarzt. Das spricht stark dafür, dass viele Patienten bereits mit einer beginnenden Dissektion (Nacken-/Kopfschmerz) in die Praxis kommen – und nicht, dass die Manipulation sie auslöst.

Die American Heart Association schreibt deshalb ganz klar: Eine „mögliche Assoziation“ ist bekannt, aber kein Beweis für Kausalität – und das Risiko ist extrem selten.

Wenn man das mit anderen Risiken vergleicht, wird die Panikmache wirklich absurd:

Medikamenten-Nebenwirkungen sind laut Studien die dritthäufigste Todesursache in westlichen Ländern – nach Herz-Kreislauf und Krebs!

Jährlich sterben in Deutschland schätzungsweise 50.000–100.000 Menschen an unerwünschten Arzneimittelwirkungen – also an korrekt verordneten Medikamenten.

Dagegen ist das Risiko eines Schlaganfalls nach HWS-Manipulation statistisch praktisch nicht messbar. Schreibt der Spiegel auch darüber?

Natürlich heißt das nicht: „Alles egal, einfach einrenken lassen.“
Aber: Wer sauber arbeitet, auf Warnzeichen achtet und die richtigen Techniken wählt, hat eine sichere und hocheffektive Methode, um vielen Menschen zu helfen – gerade dort, wo Medikamente nur Symptome betäuben.

Ich hätte mehr Angst vor meinem Hausarzt als vor einenm Chiropraktiker!
 
Ich habe in meiner Praxis (HP) in 45 Jahren geschätzt über 10 000 Wirbel "eingerenkt", und nie ist etwas passiert.Man muß es halt können; außerdem wird bei einer seriösen Behandlung nie einfach "eingerenkt", sondern durch Spritzen oder trockenschröpfen , das die Muskulatur stark durchblutet, dafür gesorgt, daß der Wirbel nicht gleich wieder "zurückrutscht". Eine zweite Behandlung nach 1 Woche kann nötig werden, im höchsten Fall eine dritte, was schon selten ist.
Am besten ist immer, sich umzuhören, nach einem soliden Behandler, der Erfahrung hat und entsprechende Erfolge. Internet und Gelbe Seiten zu konsultieren, kann man sich sparen - was zählt, ist positive "Mundpropaganda".

Iltschi
 

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