Das
Mastzellaktivierungssyndrom ist mit der Mastozytose verwandt, erfüllt aber nicht komplett die
Diagnosekriterien für Mastozytose. Zu den Diagnosekriterien für Mastozytose gehört auch eine
erhöhte Tryptase-Konzentration im Blut, insofern gehen MCAS und erhöhte Tryptase typischerweise zusammen.
Wie nutzt man die Erkenntnisse zum Tryptasewert für die Therapie von Menschen mit Anaphylaxie?
Wie gesagt, ist ein erhöhter basaler Tryptasewert an sich nicht gefährlich – man kann trotz erhöhter Tryptase kerngesund sein. Bei Patienten mit deutlich erhöhten Tryptasewerten ist es jedoch wichtig zu ergründen, wo die Ursache dafür liegen könnte. Mögliche Ursachen sind die bereits angesprochene Mastozytose. Sehr selten können auch die sogenannten myeloproliferativen Erkrankungen, das heißt Erkrankungen des blutbildenden Systems, wie zum Beispiel Leukämie, die
Ursache erhöhter Tryptase-Werte sein. Berichtet der Patient, dass es in der Vergangenheit bereits zu Überempfindlichkeitsreaktionen gekommen ist, muss der Patient über das zu meidende Allergen bzw. über Vermeidungsstrategien aufgeklärt werden. Auch eine mögliche
Hyposensibilisierung sollte als eine Therapieoption geprüft werden. Auf jeden Fall ist die Verordnung eines Notfallsets angeraten. ...