Was man vieleicht nicht kaufen sollte...

Themenstarter
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10.10.05
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Hi ihr!
Hat jetzt nicht direkt etwas mit gesundheitzu tun, aber ich finde es wissensert. Vieleicht kennen einige von euch das ja noch nicht:

Eine schöne aber wahre geschichte über Herrn Müller :schlag:

Das hier, das ist der Herr Müller. Der Herr Müller kommt aus Aretsried, das
liegt in Bayern, also ganz im Süden.

Der Herr Müller ist ein Unternehmer und das, was in den Fabriken von Herrn
Müller hergestellt wird, habt ihr sicher alle schon mal gesehen, wenn ihr im
Supermarkt wart. Der Herr Müller stellt nämlich lauter Sachen her, die aus
Milch
gemacht werden. Naja, eigentlich stellen die Kühe die Milch her, aber der
Herr
Müller verpackt sie schön und sorgt dafür, daß sie in den Supermarkt kommen,
wo
ihr sie dann kaufen könnt.

Die Sachen, die der Herr Müller herstellt sind so gut, daß sogar der Herr
Bohlen
dafür Werbung gemacht hat.

Weil der Herr Müller ein Unternehmer ist, hat er sich gedacht, er unternimmt
mal
was und baut eine neue Fabrik. Und zwar baut er sie in Sachsen, das ist ganz
im
Osten.

Eigentlich braucht niemand eine neue Milchfabrik, weil es schon viel zu
viele
davon gibt, und diese viel zu viele Milchprodukte produzieren, aber der Herr
Müller hat sie trotzdem gebaut.

Und weil die Leute in Sachsen ganz arm sind und keine Arbeitsplätze haben,
unterstützt der Staat den Bau neuer Fabriken mit Geld. Arbeitsplätze hat man
nämlich im Gegensatz zu Milchprodukten nie genug. Also hat der Herr Müller
einen
Antrag ausgefüllt, ihn zur Post gebracht und abgeschickt.

Ein paar Tage später haben ihm dann das Land Sachsen und die Herren von der
Europäischen Union in Brüssel einen Scheck über 70 Millionen Euro geschickt.

70 Millionen, das ist eine Zahl mit sieben Nullen, also ganz viel Geld. Viel
mehr, als in euer Sparschwein passt.

Der Herr Müller hat also seine neue Fabrik gebaut und 158 Leute eingestellt.
Hurra, Herr Müller.

Nachdem die neue Fabrik von Herrn Müller nun ganz viele Milchprodukte
hergestellt hat, hat er gemerkt, daß er sie gar nicht verkaufen kann, denn
es
gibt ja viel zu viele Fabriken und Milchprodukte.

Naja, eigentlich hat er das schon vorher gewußt, auch die Herren vom Land
Sachsen und der Europäischen Union haben das gewußt, es ist nämlich kein
Geheimnis. Das Geld haben sie ihm trotzdem gegeben.

Ist ja nicht ihr Geld, sondern eures. Klingt komisch, ist aber so.

Also was hat er gemacht, der Herr Müller? In Niedersachsen, das ist ziemlich
weit im Norden, hat der Herr Müller auch eine Fabrik. Die steht da schon
seit 85
Jahren und irgendwann hatte der Herr Müller sie gekauft. Weil er jetzt die
schöne neue Fabrik in Sachsen hatte, hat der Herr Müller die alte Fabrik in
Niedersachsen nicht mehr gebraucht, er hat sie geschlossen und 175 Menschen
haben ihre Arbeit verloren.

Wenn ihr in der Schule gut aufgepasst habt, dann habt ihr sicher schon gemerkt,
daß der Herr Müller 17 Arbeitsplätze weniger geschaffen habt, als er abgebaut
hat. Dafür hat er 70 Millionen Euro bekommen.

Wenn ihr jetzt die 70 Millionen durch 17 teilt, dafür könnt ihr ruhig einen
Taschenrechner nehmen, dann wißt ihr, daß der Herr Müller für jeden vernichteten
Arbeitsplatz über 4 Millionen Euro bekommen hat.

Da lacht er, der Herr Müller. Natürlich nur, wenn niemand hinsieht.
Ansonsten
guckt er ganz traurig und erzählt jedem, wie schlecht es ihm geht.

Aber der Herr Müller sitzt nicht nur rum, sondern er sorgt auch dafür, daß
es
ihm besser geht. Er ist nämlich sparsam, der Herr Müller.

Sicher kennt ihr die Becher, in denen früher die Milch von Herrn Müller
verkauft
wurden. Die schmeckt gut und es passten 500 ml rein, das ist ein halber
Liter.
Seit einiger Zeit verkauft der Herr Müller seine Milch aber in lustigen
Flaschen, nicht mehr in Bechern. Die sind praktisch, weil man sie wieder
verschließen kann und sehen hübsch aus. Allerdings sind nur noch 400 ml
drin,
sie kosten aber dasselbe. Da spart er was, der Herr Müller. Und sparen ist
eine
Tugend, das wissen wir alle.

Wenn ihr jetzt fragt, warum solche ekelhaften Schmarotzer wie der Herr
Müller
nicht einfach an den nächsten Baum gehängt werden, dann muß ich euch sagen,
daß
man so etwas einfach nicht tut.

Wenn ihr aber das nächste mal im Supermarkt seid, dann laßt doch einfach die
Sachen vom Herrn Müller im Regal stehen und kauft die Sachen, die daneben
stehen. Die schmecken genauso gut, sind meistens billiger und werden
vielleicht
von einem Unternehmer hergestellt, für den der Begriff "soziale
Verantwortung"
noch eine Bedeutung hat.
 
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17.09.05
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213
Netter Beitrag, ein selbstgezüchteter Heuschreck, der Herr Müller...
aber die meisten anderen Produzenten sind auch nicht viel besser, man muss schon sehr suchen nach regionalen Verarbeiter, am Besten ist wohl Bioware.

samadhi
 
Beitritt
10.01.04
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66.882
Die Heuschrecken werden immer mehr zu Schwärmen...:eek:) :mad:

Hier noch ein paar Fakten zur Firma Müller, wegen denen ich gerne auf Müller-Produkte verzichte, was gar nicht so einfach ist:
Marktführer.

Neben der Molkerei Alois Müller gehören auch die Staatliche Molkerei Weihenstephan und Sachsenmilch zur Müller-Gruppe. Am Standort Dresden (Sachsenmilch) verarbeitet der Milchkonzern jährlich 1,4 Milliarden Liter Milch und betreibt damit Europas größte Molkerei. Während die Marke Müller vorwiegend auf Lifestyle-Produkte setzt, läuft die Marke Weihenstephan eher als Premium Sortiment. Sachsenmilch ist insbesondere in Sachsen eine beliebte Marke mit hohem Bekanntheitsgrad. Auch die Käse-Marke Loose gehört zu der Unternehmensgruppe Müller. Außerdem produziert Müller unter Lizenz den Nestlé LC1 Joghurt und Nestlé Desserts.

In Großbritannien betreibt Müller seit 1992 eine eigene Molkerei in Market Drayton und hat seinen Konkurrenten Nestlé und Danone längst den Rang abgelaufen. Auch hat Müller Vertriebsniederlassungen in Italien, Spanien und den Niederlanden. Müllermilch wird zudem in zahlreiche andere europäische Länder wie zum Beispiel Dänemark, Belgien, Ungarn, Tschechien und Griechenland exportiert.

Milch von Müller – versteckt in Handelsmarken
Auch für die Eigenmarken von Handelsketten wie Penny, Minimal (beide Rewe), Plus (Tengelmann), Aldi und Lidl stellt Müller Erzeugnisse her. Gen-Detektive von Greenpeace fanden zum Beispiel heraus, dass Lidl für seine Marke Milbona unter anderem Milch von Müller verwendet. Ebenso Aldi für seine Marken Milsani und Milfina. Ob die Milch von einer der drei Müller-Molkereien oder der Müller-Käserei stammt, erkennen Verbraucher an der so genannten EWG-Betriebsnummer auf dem Etikett:
Doch "Gen-Milch" hin oder her. Die Verwendung eines Begriffs ändert nichts an der Tatsache, dass beim Herstellungsprozess der Müllermilch Gen-Pflanzen verfüttert werden – und das muss sich nach Ansicht von Greenpeace schleunigst ändern.
In Deutschland erzeugt die Upländer Bauernmolkerei Milch, die das Siegel 'ohne Gentechnik' trägt und in Österreich hat die Großmolkerei NÖM AG ihre gesamten Frischmilch-Produkte auf "Gentechnikfrei" umgestellt.
Weitere Infos, Anmeldung zum EinkaufsNetz und Bestellung des Ratgebers Essen ohne Gentechnik bei Greenpeace e.V. oder www.einkaufsnetz.org.
http://www.greenpeace.de/themen/gen...l/fakten_rund_um_gen_futter_bei_muellermilch/
 
Beitritt
30.06.05
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1.359
Also dann doch nur noch Bio-Ware! Da hat man wenigstens ein etwas besseres Gefühl das nicht Gen-müll und Giftkeule drin ist.
Ausserdem schmeckts wesentlich besser!
Das grenzt ja auch an Menschenversuche, wenn Produkte genmanipuliert verfüttert und dann ohne Langzeitstudien auf den Markt gebracht werden.

Unglaublich was da in der Industrie abgeht!

:babyisst: Noi, des ess mer net!!!
Lieber Gruss Karin
 
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