Warum kein UPD mehr?

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Im UPD-Thread erscheint kein Schreibfeld, deshalb hier:

Ich habe mit dem MDK allerschlimmste Erfahrungen machen müssen. Gibt es irgendeinen plausiblen Grund, weshalb die sehr informativen UPD nicht mehr existieren? Denn dort habe ich die wertvollsten Infos erhalten, die mir in lebensbedrohlichen Jahren geholfen haben, überhaupt nach einer wirklichen Lösung zu streben!

Ich bin entsetzt:eek:
 

James

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Seit Anfang diesen Jahres wurde der zeitlich begrenzte Auftrag der UPD an den MDK übertragen. Die UPD hat überall im Sinne der Patienten gehandelt und man kann raten, warum sie nicht für weitere Zeit verpflichtet wurde obwohl die Patenten sehr mit der Arbeit zufrieden waren. Das sieht beim MDK oftmals anders aus...
Schade, aber bei uns leider der Normalfall:schock:
 
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Hallo James,

ich lese hier zwar auch, daß die UPD nicht mehr so unabhängig sein soll bzw. ist, aber nicht, daß sie an den MDK übertragen wurde:

...
ist die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD), die seit dem 1.1.2016 für die nächsten sieben Jahre einen neuen Träger bekommen hat: die Firma Sanvartis. Der Duisburger Gesundheitsdienstleister erhält für diesen Job 63 Millionen Euro, betreibt nach eigenen Angaben das größte medizinische Callcenter Deutschlands und hat schon in der Vergangenheit mit Kassen und Pharmakonzernen zusammengearbeitet.
...
Sanvartis wurde zum Gewinner der europaweiten Ausschreibung durch die Auswahl des GKV-Spitzenverbandes. Dessen Vorstand beteuerte, jegliche Einflussnahme auf Beratungsinhalte und/oder Beratungsstandards durch Dritte seien ausgeschlossen.

KBV, KZBV und Bundesärztekammerpräsident haben Minister Hermann Gröhe (CDU) aufgefordert, es nicht zuzulassen, dass die UPD zu einem krankenkassennahen Callcenter verkommt. Gebracht hat die Kritik der ehemaligen Träger der UPD, der Mitglieder des Expertenrates, der Ärzte und der Parteien die Grünen und Die Linke nichts. Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung und Staatssekretär Karl-Josef Laumann (CDU) erwiderte lediglich, es seien wilde Spekulationen und Mutmaßungen verbreitet worden, die mit der Realität nichts zu tun hätten.
....
Ist die Patientenberatung wirklich unabhängig? : Medical Tribune – Medizin und Gesundheit
Unabhängige Patientenberatung: Zuschlag für Sanvartis - SPIEGEL ONLINE

Grüsse,
Oregano
 

James

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Um genau zu sein:
Die UPD gibt es in dieser Form nicht mehr. Die Aufgabe wurde an die private GmbH Sanvartis übergeben. Da sie gleichzeitig die telefonischen Anfragen der Kassen bearbeitet, sehen viele die Unabhänigkeit gegenüber den Kassen bedroht. Das hat schon im Vorfeld der Auftragsvergabe zu massiver Kritik geführt. Sanvartis ist mir bei Patientenberatung NIE untergekommen! Meist wenden sich Patienten bei Anfragen und Unregelmäßigkeiten/Behandlungsfehler eher an den MDK. Ich sehe das als Rückschritt in die Zeit vor 2000.
 
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Hallo,

ich finde das auch ein Horrorszenario, dorthin gehen zu müssen, wenn man mit dem MDK schlechte Erfahrungen gemacht hat.
In so einem Fall würde ich es mal bei Verbraucherzentralen oder Sozialverbänden versuchen, aber ob das vergleichbar ist :keineahnung:
 

James

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Also nochmals...
die UPD gibt es zwar noch, jedoch wurde die Leistung der Patientenbegleitung nach einer Ausschreibung ab dem 01.01.2016 Sanvartis Sanvartis: Home übertragen. Wie ich schon sagte kann ich nichts darüber berichten einfach weil ich von keinem Patienten eine Meldung erhalten habe, was nebenbei gesagt von der UPD damals nicht der Fall war. Eventuell kann ja jemand einen Erfahrungsbericht liefern...

Ps: Sanvartis ist auch gleichzeitig das Callcenter der Krankenkassen.:cool::eek:
 
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Hallo,
mal bei Verbraucherzentralen oder Sozialverbänden versuchen

Verbraucherzentrale lässt Spezialisten für zuvor ausgemachte Termine kommen, die man dann bezahlen muss. Und die sind nicht billig! Hatte ich einmal nachgefragt, ich bin bedient...

In dem wohl werbeträchtigsten und bekanntesten Sozialverband war ich mal Mitglied, genau wegen einer Sache, die sie eigentlich in meinem Interesse hätten bearbeiten und klären müssen.

Ich kam zum Termin.
Der Sachbearbeiter hat mich aber achtkantig und unter Drohungen rausgeschmissen, während er sagte, dass er nur mit dem Jobcenter und dem Medizinischen Dienst der Agentur für Arbeit zusammenarbeitet und deren gestellte Diagnosen (was Falschdiagnosen sind, die zudem nicht auf Untersuchung meiner Krankheiten basierten) akzeptiert, und zwar deshalb, weil ich von dort mein Geld bekomme.

Meine lange davor aufgrund von realen körperlichen Untersuchungen durch von mir konsultierte Fachärzte gestellten Diagnosen, Atteste und Therapieanweisungen, die zudem mir überhaupt erst ein selbständiges Leben ohne schwere Beeinträchtigungen ermöglichen, interessierten ihn überhaupt nicht, ja er weigerte sich vehement, sie überhaupt zur Kenntnis zu nehmen als Grundlage für die Beratung.

Das nächste war dann mein Austritt aus dem Verein, der sollte keinen Cent Mitgliedsbeitrag mehr von mir bekommen!:mad:
 
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James

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Ich bin in meiner Sache wegen Fehlbehandlungen zur Schlichtungsstelle für Arzthaftungsfragen gegangen. Adressen hier:
Adressen der Landesärztekammern
und habe dort gute Erfahrung gemacht. Es ist kostenfrei und sehr sachlich vorgegangen worden und ich habe dort Recht bekommen.
 

Kate

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Hallo,

ich habe vorhin beim neuen "U"PD angerufen, allerdings nur mit einer sehr allgemeinen medizinrechtlichen Frage (und weil ich dazu jetzt nicht das ganze SGB V lesen und interpretieren wollte). In diesem Fall kann ich nichts schlechtes sagen. Ich wurde verstanden, meine Frage wurde beantwortet, als ich fragte, ob es dazu einen "Beleg" aus dem SGB V gibt, bot man mir Recherche und Rückruf an (wie ich es vom alten UPD auch kannte).

Was ich eben auf Kurzrecherche noch fand: https://www.v-up.de/vup-beraten.html. Hier arbeiten "alte" UPDler ehrenamtlich und örtlich beschränkt weiter!

Die potenziellen Interessenkonflikte des neuen "U"PD werden hier gut beschrieben: Privatfirma übernimmt Patientenberatung : Streit um Unabhängigkeit - Politik - Tagesspiegel

Gruß
Kate
 

James

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Die UPD hat zwar den Auftrag der Kassen verloren, arbeitet aber nach wie vor weiter! Sie ist deutschlandweit in der Lage sowohl Kassen- als auch Privatpatienten kostenfrei bei vermeindlichen Fehlbehandlungen oder Pfusch zu beraten. Sie ist unter der Nummer 0800-0117722 der im Netz https://www.patientenberatung.de/de/uber-uns auch in türkischer oder russischer Sprache erreichbar.
 
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Kate

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Das ist eine gute Nachricht - danke für's weiter geben.

Kate
 
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Hallo,

ich versteh die letzten beiden Nachrichten irgendwie nicht. Ist UDP ein feststehender Begriff für eine "unabhängige" Patientenberatung, die von öffentlicher Stelle finanziert wird (ab 2016 eben von Sanvartis)? Oder ist es der Name der Institution, die bis Anfang 2016 eine unabhängige Patientenberatung durchgeführt hat und dann keinen Zuschlag mehr bekommen hat? Also ist es die Funktion oder die Institution? Weiß nicht, wie ich es besser ausdrücken kann.

Denn zum einen sollte Sanvartis ja den Auftrag über 7 Jahre bekommen, zum anderen steht bei https://www.patientenberatung.de/de/uber-uns/auftrag-und-finanzierung ja auch, dass es von den Krankenkassen finanziert wird...

Irgendwie bin ich so verwirrt, dass ich nicht mal meine Frage richtig formulieren kann ;)

Viele Grüße
 

James

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Ist schon richtig, dass Sanvartis den Zuschlag für die UPD bekommen hat. Die anfänglich so starke Befüchtung, dass durch die Verquickung beider Geschäftsteile ein Nachteil ür die Patienten ergeben könnte hat sich zum Glück (zumindest nicht merkbar) gezeigt. Offenbar hat es die Geschäftsleitung verstanden dass beide Teile getrennt arbeiten.
 

Kate

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Jetzt bin ich verwirrt... (auch im Zusammenhang mit meinem Beitrag #11).

Ich hatte James so verstanden, dass die "alte UPD" jetzt doch - und nicht nur örtlich beschränkt - weiterarbeitet. Ob eine Pharma-finanzierte Beratung dagegen überhaupt unabhängig sein kann (bei allen Fragen) bezweifle ich. Vielleicht war da bei mir der Wunsch Vater des Gedanken...

Gruß
Kate
 

James

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Auch die UPD zuvor war kassen- und pharmafinanziert. Die Kassen geben pro Mtglied eine festgesetzte Summe und so weit ich weiß auch die Pharma einen umsatzabhängigen Beitrag ab. Wie die Finanzen eingesetzt werden können sie nicht bestimmen. Die Crux lag lediglich darin, dass der neue Betreiber auch gleichzeitig für die Krankenkassen arbeitet, also auch das Callcenter der Kassen betreibt. Die Befürchtungen liefen daraus hinauf, dass hier eine Verquickung durch die Abhängigkeit des Callcenter von den Kassen zum Schaden der Patienten bei der UPD entstehen könnte. Der Betreiber aber trennte offensichtlich beide Betriebsformen so stark voneinander, sodass bisher ein solcher nicht erkennbar ist und die UPD für den Patienten auch unabhängig und nicht im Sinne der Kassen arbeitet.
 

James

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Die Höhe der Finanzen ist lächerlich. Für die gesamte Selbsthilfe zahlen zB die Krankenkassen nur 60 Cent / Mitglied. Von diesen Geldern:eek:soll eine tolle ehrenamtliche Arbeit gestaltet werden, die auch noch eine Außenwirkung ausstrahlen soll....Man wendet also den Wert einer Briefmarke auf um die Selbsthilfe am Laufen zu halten:kraft:
 

Kate

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Hallo James,

danke für diese
Auch die UPD zuvor war kassen- und pharmafinanziert. (...) Die Crux lag lediglich darin, dass der neue Betreiber auch gleichzeitig für die Krankenkassen arbeitet, also auch das Callcenter der Kassen betreibt. Die Befürchtungen liefen daraus hinauf, dass hier eine Verquickung durch die Abhängigkeit des Callcenter von den Kassen zum Schaden der Patienten bei der UPD entstehen könnte. Der Betreiber aber trennte offensichtlich beide Betriebsformen so stark voneinander, sodass bisher ein solcher nicht erkennbar ist und die UPD für den Patienten auch unabhängig und nicht im Sinne der Kassen arbeitet.
... hilfreiche Erläuterung (und sorry, dass ich es nicht geschafft habe, das selbst zu recherchieren - bin überlastet gerade, aber die Thematik interessiert mich...)

Gruß
Kate
 
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