Warum leiden wir?

Beitritt
08.10.06
Beiträge
939
Ich hab mit Verehrung auf den Buddha und auf Christus Bezug genommen. Theorien haben diese Beiden auch nicht gelehrt. Sie haben Wege gezeigt. Nicht zum Erklären sondern zum Gehen. Die Fragen bleiben unbeantwortet; der Schmerz nimmt zu. Unsere möglichen Antworten: Gebet bzw. Meditation und soziale Aktivität.

Deinen Überlegungen will ich gar nicht sehr widersprechen.

Mich drängt es aber, festzustellen, daß Christus sehr wohl Erklärungen geliefert hat. Wege, die nämlich nicht ans Ziel führen, sind nutzlos. Selbst wenn das Ziel nur ein besserer Lebensweg sein mag.

Merke: Ist der Weg das Ziel, ist das Ziel weg.

Jesus lehrte uns einen Lebensweg, der zu Gott führt, den wir dann in seinem Licht für immer gehen können. Ein lebenswertes Dasein mit Gott.

Jesus hat nicht nur allgemeine Lebensweisheit gelehrt, sondern konkrete Aussagen gemacht, warum Leid existiert, was hinter den Kulissen geschieht und wie wir unseren Frieden mit Gott machen können, um eine Zukunft zu haben, das ewige Leben in Fülle haben können.

Ich will jetzt gar nicht zu tief ins Detail gehen, aber niemand anderes hat so konkret von der Auferstehung der Toten gesprochen, einige Tote sogar wieder zum Leben gebracht, Krankheiten im großen Stil geheilt, wie Jesus. Niemand konnte mit einer solchen Nachhaltigkeit von den Dingen Gottes sprechen und Hoffnung spenden. Niemand hatte dieses Maß der Geistes wie Christus. Buddah in allen Ehren gehalten, Christus ist die Wahrheit und das Leben. Durch ihn sind alle Dinge ins Dasein gekommen und bleiben es.
 
Zuletzt bearbeitet:
Beitritt
14.03.07
Beiträge
6.626
Merke: Ist der Weg das Ziel, ist das Ziel weg.

Jesus lehrte uns einen Lebensweg, der zu Gott führt, den wir dann in seinem Licht für immer gehen können. Ein lebenswertes Dasein mit Gott.

Hallo Joh 70

Ich merke: mein Beginn war die Geburt und das Ziel ist der Tod. Eigentlich ganz einfach.
Bis dahin bin ich auf einer Art Reise, in der ich selbst den Stift in der Hand habe, wie ich das Buch meines Lebens schreibe. Ob Komödie, Tragödie, Romantisch, mit oder ohne Happy End. Dabei habe ich den Stift in der Hand und wohl kein Anderer.

Liebe Grüssis von Kayen


Zum Abschied an kralik:

Irgendwo sind wir alle mehr oder weniger in so eine Art Geschäftsmodell eingebunden, ob wir dieses System nun wollen oder nicht bzw. ist es schwer, sich diesem zu entziehen.

Wenn jemand nun seiner gefühlten inneren Berufung als Geschäftsmann nachgehen möchte, so ist dieses, für mein Empfinden, zu begrüßen.

Liebe Grüssie von Kayen und alles Gute.
 
Beitritt
08.10.06
Beiträge
939
Ich merke: mein Beginn war die Geburt und das Ziel ist der Tod. Eigentlich ganz einfach. Bis dahin bin ich auf einer Art Reise, in der ich selbst den Stift in der Hand habe, wie ich das Buch meines Lebens schreibe

Hallo Kayen,

natürlich sieht es so aus. Wenn man ohne Gott in der Welt ist, sieht man die Dinge so, wie sie sich vordergründig zeigen. Unser Leben ähnelt heute dem der Tiere. Wir sind fleischliche Wesen und darauf liegt auch der Fokus. Die Evolutionstheorie, wie sie heute als Erklärung für unsere Herkunft verkauft wird, schlägt genau in diese Kerbe.

Die sich entwickelnde Zivilisation hat nun versucht, dieses Manko etwas zu kompensieren, indem sie dem vergänglichen Dasein eine geistige Größe zu geben suchte. Privilegierte Menschen versuchen sich heute jahrelang zu bilden, sie philosophieren, sind künstlerisch tätig und machen sich so einen Namen zwischen Geburt und Tod. Dennoch merke ich, das ändert nicht wirklich grundlegend etwas. In einem Leben ohne Gott bleibt der Fokus dennoch auf der fleischlichen Identität und dem damit verbundenen Existenzkampf liegen.

Du meinst, Du hast den Stift in der Hand. Ja, Eigenverantwortung ist gefordert. Aber der menschliche Wille als die einzige Schicksalsschmiede? Das ist nur teilweise zutreffend. In Wirklichkeit bist Du auf der Suche. Du suchst nach Kriterien von außen, wie Du leben willst, eigentlich nach dem tieferen Sinn. Und dazu orientieren wir uns automatisch an geistigen Größen und nicht nur an dem Naheliegenden.

Ich merke, alles was mich umgibt, stammt nicht von mir, nicht mal mein eigenes Leben. Es wurde mir gegeben. Was liegt da näher, einen Lebengeber in Betracht zu ziehen. Diesen sollten wir suchen, nicht nur unseren eigenen Willen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Der Tod ist nicht das Ziel. Wenn Du es so willst, sicher. Aber das Ziel kann eben auch ein ewiges Leben mit Gott sein. Das Ziel ist nur dann der Tod, wenn wir uns damit begnügen und dementsprechend fatalistisch oder verschwenderisch leben oder unsere spirituelle Größe ungenutzt lassen.

Die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland beträgt 77 bzw. 85 Jahre. Das kann schon alles gewesen sein. Wer mehr möchte, kann sich an den Lebengeber wenden. Jeder, der wünscht, erhält das Wasser des Lebens kostenfrei.

Es geht ja auch nicht nur darum länger zu leben, sondern besser. Wer ist denn heute wirklich glücklich? Alle suchen die Erfüllung. Aber wer hat sie so gefunden, daß er sagen kann, er ist angekommen? Permanent nagt die Unsicherheit und die Verzweiflung, von den ganzen Problemen im Alltag und der Umwelt ganz zu schweigen. Der Friede, den Gott gibt, kann von Menschen allein nicht erreicht werden.

Gruß,
Johannes
 
Zuletzt bearbeitet:
Beitritt
08.10.06
Beiträge
939
Wofür soll Demut gut sein? Außer sich selbst zu reduzieren und etwas über sich zu setzen. Achtung und Repekt ist für mich etwas anderes.

...und dann kann man auch erkennen, für was Demut gut ist:

Nur wer demütig ist, kann eins sein mit Gott.
Nur wer eins ist mit Gott, kann über sich selbst hinauswachsen.

"Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden. Wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden," sagte der große Religionsstifter.

Es geht hier nicht darum, kein gesundes Selbstbewußtsein zu entwickeln oder gegenüber zersetzenden Einflüssen von außen zu verteidigen. Freiheit wo möglich, Unterordnung wo nötig! Ein gesunder positiver Stolz ist richtig und wichtig. Aber mit Maß und Ziel und nicht ohne Limit!

Die jüngsten Ausführungen über "metaphysische Spiritualität", angeregt von diversen Orakeln dieser Dämonenwelt, sind ja teilweise schön und gut, und sogar teilweise richtig.

Aber diese Pseudoweisheit appelliert dann schließlich wieder nur einmal mehr ans Ego. Der Menschen soll sich selbst zu einem Gott machen.

Diese Selbsterhöhung führt in die Irre. Sie wird Gott entlarven und gründlich zurechtbringen. Das meine ich mit der Philosophie dieser Welt, die nicht grundlegend etwas an den Zwängen des Menschen zu ändern vermag, jedoch immer so tut als ob. Dieser esoterische Mist verführt die Menschen und beschäftigt sie so lange mit sich selbst, bis sie sich verloren haben im System Satans.

Demut ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke. Wer sich in den Dingen, die Gott gehören, selbst zu verleugnen vermag, ist geistig stark anstatt schwach. Sich dort reduzieren, wo etwas Größeres zu Recht über sich zu setzen ist, ist weise. Das wäre ein großer Akt des Glaubens, wie ihn die Dämonen nicht mehr bereit sind zu praktizieren.

Und diese Rebellion lehren sie nun die Menschen in ihren spiritistischen Sitzungen. Da wird gechannelt was das Zeug hält. Leute, es wird euch nicht weiterbringen. Eine Sackgasse! Ihr könnt euch in eurer Fantasie noch sooft reinkarnieren, am Ende ist Scheitern und Verzweiflung, weil Gott das nicht dulden kann.

Nun denn, für jeden das passende Modell einer Weltanschauung. Die Menschen, die sich nach Leben sehnen, seien vor diesen Irrwegen gewarnt. Jedem das seine, mir das meine!

"Glücklich der starke Mann, der auf Gott vertraut," schreibt der weise Salomo.
 
Zuletzt bearbeitet:
Beitritt
17.07.10
Beiträge
2.811
Der Schmerz ist der große Lehrer der Menschen.
Unter seinem Hauch entfalten sich die Seelen.

M. E.-Eschenbach



Ohne Leid bildet sich kein Charakter,
ohne Vergnügen kein Geist.

E. Feuchtersleben
 

Windpferd

Guten Tag, Miglena,

vor einer Weile hatte ich, zur Beantwortung der Frage dieses Threads, auf die Gründer zweier Weltreligionen hingewiesen. Die hatten noch viel mehr getan, als diese Frage zu beantworten; sie hatten einen Weg in die Freiheit gewiesen. Keine "Spiritualität" (sondern konkretes Tun), keine "Metaphysik" (sondern Demut angesichts unseres Nichtwissens.)

Du hast Dich, bewußt, wie ich vermute, entschieden, dies - schweigend - beiseitezuschieben. (Eine Alternative hätte sein können: darüber zu sprechen.) Stattdessen kommt:

"Wer das Ganze besser begreifen will, sollte Schopenhauer lesen."
Tja, "das Ganze". Damit haben's die Philosophen. Jesus und der Buddha heben die Kleindetails gelehrt: Verkauft eure Reichtümer und spendet den Erlös. Nennt euere Gedanken - jeden! - schlicht "Denken". Nicht wirklich brillant, zugegeben.

Glaubst Du, Schopenhauer habe irgendjemandem den Weg zur Befreiung gewiesen? (Seine Bücher toll zu finden, das meine ich nicht.)

"Das ganze Universum ist ein ständiger Wechsel zwischen Werden und Vergehen, Aufbau und Zerstörung, Glück und Leid. Und der sog. '(Ur-)Wille zum Leben'" . . .
Tja, das ist nun wirklich "Metaphysik". So sieht die in der Tat aus. Man behauptet einfach - nach eigenem Belieben - irgendwas stehe "hinter" den Menschen, Dingen, Geschehnissen. Einfach, im Grund. (Nebenbei: Du weißt, daß Dein Philosoph die Essenz dieses Willens im Geschlechtstrieb sieht? Explizit.) Frage: wem, denkst Du, hilft dieser Glaube? in welchen Situationen? auf welche Weise? Welchen (konkreten) Weg weist er? Oder wie sonst hilft, ermutigt er? Beispielsweise, wenn ich Unrecht begangen habe? wenn ich Todesangst erlebe? wenn ich Liebe nicht erwidern kann? Usw. U.A.w.g.

"Dieser Urwille "wird uns immer wieder neu entstehen lassen und erneut zerstören. Bis in alle Ewigkeit."
Steile Behauptungen, würde ich sagen. Über alle Urknälle hinweg. Sprache prostituiert sich. Sie hat sich von den Fakten emanzipiert. Tagträumerei kann zu Sucht werden. Auch für ganze Subkulturen. Sie lullt uns ein.

Jesus und der Buddha sind beim Naheliegenden geblieben. Beispielsweise bei dem Umstand, daß "Ewigkeiten" (incl. unserer Wiedergeburt - weil wir nämlich so irre wichtig sind) nicht das Thema sind. Sondern dies: daß keiner sicher sein kann, die nächste Stunde zu überleben. Das lullt nicht ein sondern macht wach. Ungemütlich wach. Antikuschelig. (Nebenbei, "Buddha" bedeutet der Erwachte.)

(Nebenbei: Schopenhauer und der "Buddhismus". Das ist eine Legende; er hatte davon keine Ahnung. Konnte er auch nicht. Er hat in den Upanishaden gelesen - was ganz anderes. Die Idee von schlichter Praxis - u.a. Meditationspraxis - lag ihm völlig fern.)

"Es gibt viele schlimme und grausame Dinge auf dieser Welt, auch die Natur und jedes Lebewesen können grausam sein. Dies kann man mit den Gesetzen der Natur (Physik, Biologie, Evolution u.s.w.) erklären."
So?

Warum das so ist, weiß ich nicht, aber es wird schon einen Sinn haben,
Na, dann können wir uns ja zurücklehnen. (Deine Formulierung klingt, als sei's im Grund egal. So hat Jesus uns nicht "getröstet")

". . . nicht für den einzelnen . . ."
wir sind aber Einzelne.

". . .aber für das Ganze, das Universum."
Was ist denn das nun wieder? Galaxien und Schwarze Löcher? Die Schmetterlinge und Bienen, die langsam ausgerottet werden? Menschen, die sich nicht wie Du reisende Lebenskünstler nennen mögen? Die sich z.B. fragen, "wie zu leben sei"?

"Wir können nur lernen, damit so gut wie möglich umzugehen und das Beste daraus zu machen."
Flapsig ist Deine Rede, meine Liebe. So haben unsere Lehrer nicht geredet. So redet keiner, der den Angesprochenen und sich selber ernst nimmt.

Schade, Miglena.

Herzlich
Windpferd


PS: Du hast verschwiegen, was Schopenhauer über "die" Frauen schrieb. Das hätte die User sicher entzückt. Ich mag jetzt die Stellen nicht heraussuchen; aus dem Gedächtnis: Sie seien keineswegs schön, vielmehr "das unästhetische Geschlecht". Ohne Sinn für Bildung, Künste u. dgl. Wenn sie sich sanft und verfeinert geben, so verbirgt das nur, daß sie im Grund nur sexuelle Interessen haben.

Vielleicht magst mal bedenken, was dies für Frauen bedeutete, die über Generationen hinweg um grundlegende Menschenrechte kämpfen mußten. Noch immer müssen. (Wobei für den schreibenden Philosophen "Mitleiden" der Zentralbegriff seiner Ethik war.)

Fakt ist, daß er sich durchaus verliebt hat, aber durchwegs in zu alte oder zu junge, die ihn abwiesen. Also kann man schon mal vermuten, daß er nicht fähig war, unerfüllte Liebe fruchtbar zu machen. Was ein Teil eines "Weges" wäre. "Metaphysik geht auch ohne." Weil die halt bloß aus Wörtern besteht.
 
Beitritt
18.03.12
Beiträge
7.376
Ich habe gerade angefangen Johannes zu schreiben und nun rutscht mir Windpferd hier dazwischen und mein Kopf raucht.

Aber warum soll ich, die nicht philosophische ,aber praktisch irdische Wildaster ,nicht doch schreiben, wie ich es vorhatte.
Wichtig ist in so einem Austausch die Akzeptanz und der Respekt vor dem Anderen.
Egal welche Glaubensrichtung man eingeschlagen hat.
Ich glaube,dass jeder von uns schon einmal erfahren hat,dass zwischen Himmel und Erde eine Verbindung besteht und es etwas gibt,was uns bis tief im Herzen erreichte.
Ist es denn so wichtig zu streiten welche Richtung die Richtige ist und wäre es nicht besser darüber zu reden,wie der eigene Glaube,egal welcher half, wacher,stärker und beschützter das Leid besser ertragen/ bewältigen zu können?

Immer waren mir die Menschen lieb,die hinter ihrem Glauben standen und ihn auch lebten und nicht nur mit Worten,denn man erkennt dann schon eine gewisse Stärke und Gelassenheit.

Hallo kralik,schade,dass du nicht weiter mit uns diskutierst,denn dein Eingansposting las sich sehr gut und ich war auf euren weiteren Austausch gespannt.
Mich erreichten nur deine eigenen Worte nicht,denn du müsstest sprühen vor Energie ,um uns mitzureißen und das ist dir nicht gelungen.

Die Welt könnte anders aussehen,wenn Jeder auch Ich,offener für das Leid auf der Welt sein würde.
Aber man ist oft in seinem Alltag verstrickt,dass der Atem fehlt.
Ich würde sehr gern auf mein eigenes Leben zurückschauen mit weniger Leid und erhalte vielleicht einmal im Angesichts meines Todes die Antwort- warum!

Ich werde übrigens liebevoll erwartet und das weiß ich !!!

Liebe Grüße von Wildaster
 
Zuletzt bearbeitet:

Binnie

Der Schmerz ist der große Lehrer der Menschen.
Unter seinem Hauch entfalten sich die Seelen.

M. E.-Eschenbach



Ohne Leid bildet sich kein Charakter,
ohne Vergnügen kein Geist.

E. Feuchtersleben
Danke Rawotina! Damit kann ich für mich etwas anfangen. Mich hat mein Leiden (durch Krankheit) u.a. gelehrt, dass ich mich weniger auf andere Menschen verlassen soll, sondern mehr nach Kraft und Antworten in mir selber suchen soll.

Viele Grüße
Binnie
 
Beitritt
17.07.10
Beiträge
2.811
Ja, liebe Binni, das ist ein guter Ansatz. Ich wünsche Dir viel Erfolg und alles Gute.

LG Rawotina
 

Binnie

Ja, liebe Binni, das ist ein guter Ansatz. Ich wünsche Dir viel Erfolg und alles Gute.

LG Rawotina
Danke, Dir auch Rawotina. Was ich noch ergänzen möchte: was bei mir das Kranksein noch bewirkt hat, nämlich eine noch größere Wertschätzung der Natur!

Viele Grüße
Binnie
 
Beitritt
15.05.13
Beiträge
1.750
Hallo Windpferd,

da sieht man wieder einmal, wie wichtig es ist, gut vorbereitet zu sein, wenn man diskutiert, und dabei nicht oberflächlich erscheinen will. Ich dachte, Du wüsstest gut Bescheid über den Buddhismus, aber jetzt stelle ich fest, dass es da gewisse Lücken geben muss, denn was die Haltung gegenüber Frauen betrifft, waren der Buddhismus und das Christentum nicht besser. Kein Wunder, denn all diese Lehren sind von Männern kreiert.

Im Buddhismus als einer gelebten und organisierten Religion wurde und wird den Frauen in Asien eine untergeordnete Rolle zugewiesen und in den Werken des Mahâyâna ebenso wie des Theravâda tauchen immer wieder frauenfeindliche Aussagen auf. Gautama Buddha hatte die Absicht, dem Menschen einen Weg aus dem Leiden heraus zu zeigen, aber er äußerte nie die Absicht, die soziale Stellung der Frau zu verbessern. Buddha hat in einigen Sutten ganz schön über die Frauen gewettert.

Buddha meinte, wenn Frauen einen Orden gründen wollen, dann müsse er wohl schon nach 500 Jahren wieder zurückkommen und nicht erst nach 1000. Und als er doch endlich nach langem Flehen eines Mönches nachgab und es erlaubte, dass es Nonnen gibt, erlegte er den weiblichen Nonnen gleich ums vielfache mehr Pflichten und Regeln als den Mönchen auf.

Zu Schopenhauer: Thema des Threads ist die Frage "Warum leiden wir?" Mit Schopenhauer wollte ich meine persönliche Alternative zur Beantwortung dieser Frage empfehlen. Meine persönliche Meinung ist, dass Schopenhauer die beste Antwort darauf hat. Jeder kann ihn lesen und sich selbstverständlich seine eigene Meinung bilden. Es ist nur ein Tipp. In meinem obigen Post schrieb ich aus Zeitmangel sehr abgekürzt und verallgemeinert, wie ich persönlich die Dinge sehe. Jeder kann das so interpretieren, wie er will. Ich habe damit keine Probleme.

Schopenhauer war kein Prediger wie Buddha und Jesus, er war Philosoph. Ein Philosoph versucht, die Welt und das Leben zu erklären, ein Prediger versucht, der Welt, den Menschen vorzuschreiben, wie sie zu leben haben. Daher kann Schopenhauer keine konkreten Patentrezepte und einzelnen Regeln aufstellen, das wäre nicht seine Aufgabe als Philosoph. Jeder kann aus seiner Lehre eigene Schlussfolgerungen für sich selbst und das eigene Handeln ziehen, nicht wahr. Das nennt man wohl selbstbestimmtes Leben und Handeln.

Ich weiß, dass Schopenhauer sich über die Frauen negativ äußerte aufgrund seiner negativen Erfahrungen mit einigen von ihnen. Das schmälert seine Bedeutung trotzdem nicht und ändert nichts an meiner Meinung, dass seine Theorie brillant ist. Und ich bin mir sicher, er hatte einfach nicht die richtige Gesprächspartnerin, denn hätte er mich gekannt, dann hätte er die Frauen in den höchsten Tönen gelobt. :D Doch dann hätte er vermutlich keinen Grund mehr gehabt, seine für viele deutsche und europäische prominente Denker außerordentlich bedeutende Metaphysik zu schreiben. Ich mag nicht nur seine Lehre, sondern ich empfinde sogar Mitleid für ihn, denn er scheint ein sehr verletzlicher Mensch gewesen zu sein.

Philosophische Grüße,
Miglena
 
Zuletzt bearbeitet:
Beitritt
14.03.07
Beiträge
6.626
Du meinst, Du hast den Stift in der Hand. Ja, Eigenverantwortung ist gefordert. Aber der menschliche Wille als die einzige Schicksalsschmiede? Das ist nur teilweise zutreffend. In Wirklichkeit bist Du auf der Suche. Du suchst nach Kriterien von außen, wie Du leben willst, eigentlich nach dem tieferen Sinn. Und dazu orientieren wir uns automatisch an geistigen Größen und nicht nur an dem Naheliegenden.

Ich merke, alles was mich umgibt, stammt nicht von mir, nicht mal mein eigenes Leben. Es wurde mir gegeben. Was liegt da näher, einen Lebengeber in Betracht zu ziehen. Diesen sollten wir suchen, nicht nur unseren eigenen Willen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Der Tod ist nicht das Ziel. Wenn Du es so willst, sicher. Aber das Ziel kann eben auch ein ewiges Leben mit Gott sein.
Gruß,
Johannes


Hallo Johannes,

der Name meines Vaters;). Sein Gott hat mit ihm meine Welt verlassen.

Was ich eigentlich damit sagen möchte, dass Dein/mein Gott erst zusammen mit Dir geboren wurde.
Zuerst bist Du, als Dein Sein und dann, wenn Du möchtest, dann kannst Du Gott in Dein Leben den Einlass gewähren. Wenn Du oder ich nicht geboren wären, würde es "Dein" oder mein Gott nicht geben. "Du" gibst ihm die Chance sich zu entfalten. Du suchst, Deine Sehnsucht, Dein Alleinsein.

Wird sich wohl für Dich sehr befremdlich anhören, aber das meine ich mit Stift in der Hand, mein Sein war zuerst und dann kam mein Gott, ich hoffe Du verstehst wie ich es meine, erst das Sein, dann Gott und die Liebe.;) Wenn Du/ich nicht "Bin" gibt es Deinen/meinen Gott auch nicht.


Herzlichst
Kayen
 
Beitritt
08.10.06
Beiträge
939
Hallo Johannes,

der Name meines Vaters;). Sein Gott hat mit ihm meine Welt verlassen.

Was ich eigentlich damit sagen möchte, dass Dein/mein Gott erst zusammen mit Dir geboren wurde.
Zuerst bist Du, als Dein Sein und dann, wenn Du möchtest, dann kannst Du Gott in Dein Leben den Einlass gewähren. Wenn Du oder ich nicht geboren wären, würde es "Dein" oder mein Gott nicht geben. "Du" gibst ihm die Chance sich zu entfalten. Du suchst, Deine Sehnsucht, Dein Alleinsein.

Wird sich wohl für Dich sehr befremdlich anhören, aber das meine ich mit Stift in der Hand, mein Sein war zuerst und dann kam mein Gott, ich hoffe Du verstehst wie ich es meine, erst das Sein, dann Gott und die Liebe.;) Wenn Du/ich nicht "Bin" gibt es Deinen/meinen Gott auch nicht.


Herzlichst
Kayen

Hm, das sind Wortspiele. Du kannst es so oder anders herum formulieren.

Mein Gott existierte zuerst und nicht umgekehrt! Ich existiere, weil Gott es so wollte, und mein Bewußtsein ist das Resultat seines Willens und nicht umgekehrt. Gott ist keine Projektion des Gehirns, auch wenn er sich dort teilweise spiegelt oder sonstwie manifestiert. Sondern der Mensch, die Materie seines Körpers und sein Geist, ist eine Projektion von der göttlichen Lichtquelle.
Gott agiert, der Mensch reagiert!

Natürlich kann man diese Logik rethorisch auch umdrehen und hat auch dann eine gewisse Richtigkeit, schließlich gibt es eine gewisse relative Willensfreiheit, mit der man sich seines Gottes mehr oder weniger bewußt sein kann, und Gott läßt dies durchaus lange Zeit so oder so zu.

Aber das hat wieder seine Grenzen. Dann sind deine Mitmenschen auch nur eine Einbildung. Sie hat es vorher nicht gegeben und beginnen erst zu existieren, als du sie kennenlergntest. Aus subjektiver Sicht ist das schon richtig. Aber deshalb glaube ich dennoch, daß es auch schon vor meiner Geburt Menschen gab und ich auch noch viele kennenlernen werde, die ich heute noch nicht kenne, aber dennoch schon existieren.

Den absoluten Beweis oder Gegenbeweis kannst Du rein rethorisch oder in einer Gegenüberstellung subjektiver oder objektiverer Wahrnehmung nicht bringen. Aber für mich ist die objektivere Version der Weltsicht sinniger und vernünftiger und ich bin der Meinung das dies auch das beste für andere ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Oben