Guten Morgen,
Zwei Fehler sind da drin:
1. Will sie die "Persisterformen " mit intrazellulären und intrazerebralen behandeln, sie zählt in diesem Zusammenhang Clarithromycin und Azithromycin auf. Diese beiden sind aber nicht Liquorgängig.
In der Frühphase empfiehlt sie Betaktam- AB (Penicilline, Cephalosporine). Die könnten tatsächlich in einem sehr frühen Stadium hochgenug dosiert gut wirken (im Beipackzettel steht bis 6000mg am Tag bei schweren Krankheiten). Man weiß aber ja nicht, ob nocht Co- Infektionskeime übertragen worden sind, heimtückischerweise können die Zecken ja eine ganze Reihe von Keimen übertragen, die alle nicht leicht zu erkennen sind und nach denen auch üblicherweise im Anfangsstadium nicht gesucht wird.
Sie schreibt ja auch, bei Co- infektionen Doxy. Ich würde auch in der Anfangsphase, aus eben diesem Grund, Doxy nehmen, so hoch dosiert wie möglich, bei Leichtgewichten 400mg, bei Schwergewichten eher mehr, auch je nach Pharmakokinetik. Diese Forderung erhebt sie z.B. auch nicht, zu beginnt wenigstens einmal einen Medikamentenspiegel zu bestimmen, damit man einen Anhaltspunkt hat, wie das Medikament wieder eliminiert wird oder ob es sich womöglich ansammelt.
Bei meinen Watschen funktioniert am besten Azi + Doxy oder Ketek.
Diese Studien, die sie anführt, sind alle in Vitro.
Und was heißt "die sich noch teilende Spirochäte" - kurz nach der Infektion -
was soll das denn heißen? Sie teilt sich natürlich immer, auch in Spätphasen, um überhaupt zu überleben, sonst wären wir auch ohne Behandlung alle über kurz oder lang gesund.
Die Borrelien bilden ihre Persisterformen aus, weil sie damit dem Immunsystem entkommen können, hin und wieder müssen sie zu Borrelien werden, damit sie sich wieder teilen können, die Persister leben nicht ewig.
Penicilline und Cephalosporine sind bakterizid (bei anderen Pathogenen), eben weil sie den Aufbau einer Zellwand verhindern, aber auch wieder nicht, denn die Borrelien können ohne Zellwand weiterleben, sich in Persisterformen verwandeln.
Huch, auf Seite 29 schreibt sie dann doch Mino, Azithro für die Frühphase??
Zusammen mit Metro/ Tinidazol, weil es in vitro gegen alles wirkt? Na auch gut.
Den Biofilmen kann man mit reichhaltig Enzymen an den Kragen gehen.
Metro und Tinidazol gehen auf die DNS der Bakterien, deshalb ihre bakterizide Wirkung, aber sie zerstören natürlich auch die DNS der Mitochondrein (im Gegensatz zu Makroliden und Tetrazyklinen), die Reparatut geht zwar, wird aber schwieriger, vor allem bei Langzeiteinnahme.
Vor allem aber sind Nitroimidazole wirksam gegen anaerobe Keime, z.B. Chlostridien, da gibts nur wenig Ersatz und ICH nehme deshalb weder Metro noch Tinidazol, das will ich mir als Reserve erhalten, wenn ich mal Keime habe, gegen die das wirkt. Besonders sehe ich die Möglichkeit, dass sich resistente Chlostridien entwickeln, wofür ich dann nichts mehr habe.
Trotzdem ist die eine von den "Guten", auch wenn ich denen allen übelnehme, dass sie sich auf Pripatpraxen zurückziehen.
Grüße von Datura