Unsere Pflanzen - Die Wurzeln der Welt

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Häufiger mal gibt es Streitthemen über vegetarische, vegane oder tierische Ernährung.
Aber wer denkt schon über das Innenleben einer Pflanze nach?

Wohl, aus dem Grunde, kommt Emanuele Coccia mit einem Büchlein daher und schreibt über

"Die Wurzeln der Welt"

Er wirft Philosophie und Naturwissenschaften in einer m.E. angenehmen Weise vor; das Leben immer nur vom Menschen oder bestenfalls vom Tier her zu denken.

Ein Auszug aus der Zeit online:

"Was dieses Buch so zauberhaft macht, ist, wie es Gedanken sacht aufhebt, die wohl jeder schon einmal gedacht hat, der sich auf Natur eingelassen hat (also hoffentlich, leider tut es nicht jeder), und diese dann weiterträgt. Etwa die Überlegung, ob Pflanzen, trotz der Absenz von Sinnesorganen und komplexen neuronalen Strukturen, so etwas wie ein Bewusstsein, ein Weltempfinden haben.
Immerhin ähneln die Wurzeln, wenngleich im Dunkeln verborgen, in Aufbau und Funktion dem tierischen Gehirn. Sie sind keine Anker, sie sind Netzwerke, durch sie fließen Nährstoffe und Informationen, sie durchdringen ihre Umwelt und stehen mit ihr in Kontakt. Schon Platon schrieb, dass der Mensch ein Gewächs sei, "das nicht in der Erde, sondern im Himmel wurzelt".
Dankenswerterweise nimmt Coccia nicht die Abkürzung über Metaphern, etwa wenn er über Wurzeln schreibt. In der Sprache ein Synonym für Standhaftigkeit und Erdung, sind die unterirdischen Fortsätze von Baum, Kraut, Busch und Strauch viel mehr. Sie sind ein Spiegelbild des heliozentrischen Lebens, das die Pflanzen mit ihren Blättern in der Luft führen. Die Erde ist dabei nicht die feuchte homogene Masse, sondern ein mineralisches Wunderland, voller eigener Regeln und Bewohner, die sich uns Tieren zwar nicht erschließen, aber deswegen nicht weniger wertvoll sind.
Es gibt Stellen in Coccias Buch, die verlangen es, zwei-, drei-, sogar viermal gelesen zu werden, nicht immer kann man sich am Ende sicher sein, den Gedanken verstanden zu haben. Das ist eine angenehme Lektion in Demut. Diese empfiehlt Coccia als Mittel gegen den herrschenden tierischen Chauvinismus. Man weiß es ja eigentlich und vergisst es doch: Es sind Pflanzen, die "Welt machen"."


Über den Autor:
Emanuele Coccia, geboren 1976, ist Professor für Philosophiegeschichte an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris. Er promovierte in Florenz und war Assistenzprofessor für Geschichte der Philosophie in Freiburg. Sein Buch La Vie sensible (Payot, 2010) wurde in mehrere Sprachen übersetzt. 2017 wurde er für die Die Wurzeln der Welt mit dem Prix des Rencontres Philosophiques de Monaco ausgezeichnet.

Also nicht vergessen; es sind die Pflanzen die uns Atmen lassen und Sauerstoff brauchen wir um zu Leben.
:):fans:
 
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