Unabhängige Studien zur Vitamin D-Supplementierung?

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Es gibt viele Studien zu vielen Themen. Das Studiendesign ist entscheidend für die Durchführung einer Studie und ihre Verwertbarkeit. Doppelblindstudien gelten meines Wissens als zuverlässige Studien, es sei denn, wichtige Faktoren wurden dabei übersehen oder weg gelassen.

Wie sieht es mit entsprechenden Studien zur Vitamin D- Supplementierung eigentlich aus? Auf vielen Seiten im Internet kann man lesen, wofür eine Vitamin-D3-Supplementierung wichtig ist.
Aus gutem Grunde - ich vertrage bisher die Vitamin D-Präparate nicht - würde mich interessieren, ob und welche solcher Studien bekannt sind. Wichtig ist mir hier auch das Wort "unabhängig".

Hier z.B. werden Symptome beschrieben, die laut dieser Seite durch Vitamin D behoben werden können:
Willkommen beim unabhängigen Ratgeber zum Vitamin D

Was auf dieser recht bekannten Seite jedoch nicht beschrieben wird, sind unerwünschte Wirkungen. Und die müßten doch da auch aufgeführt werden, wenn da wirkliche Forschung dahinter stehen würde?

Grüsse,
Oregano
 
Hallo,

darf ich zunächst darauf hinweisen, daß die Unverträglichkeit in der Galenik zu suchen sein könnte, sodaß ein einwandfreies Präparat möglicherweise koscher ist.
Auch eine Überdosierung wäre erwägenswert, weshalb vonvorneherein und auch zwischenzeitlich, jedenfalls wenn die Dosis sehr hoch ist, gemessen werden müßte, ob das Maximum der Verträglichkeit (Vergiftung) evtl. überschritten wurde.

Gruß
 
Das stimmt natürlich, Forgeron. Aber genau deshalb suche ich ja nach überzeugenden Studien. Das Argument "Überdosierung" müßte in einer solchen STudie ja auch mit eingeschlossen sein.

Das arznei-telegramm äußerte sich einstens kritisch:
PRÄVENTION MIT HOCHDOSIERTEM VITAMIN D?

Grüsse,
Oregano
 
Auf der Suche nach solchen Studien bin ich auf diese gestoßen:

Low levels of vitamin D may be associated with longevity, according to a study involving middle-aged children of people in their 90s published in CMAJ (Canadian Medical Association Journal).
...
Previous studies have shown that low levels of vitamin D are associated with increased rates of death, heart disease, diabetes, cancer, allergies, mental illness and other afflictions. However, it is not known whether low levels are the cause of these diseases or if they are a consequence.
...
More research is needed to understand the link between lower vitamin D levels, genetic variants and familial longevity.
Low vitamin D levels linked to longevity, surprising study shows

Also auch kein endgültiges Ergebnis; - mehr Forschung ist nötig...

Grüsse,
Oregano

Übrigens: tanning bed = Solarium, Sonnenbank :)
 
Ich wüsste jetzt auf Anhieb keine Studie, wo ich zu 100% sagen kann dass diese unabhängig ist, da man nie sicher sein kann ob diese Studie nicht von Leuten durchgeführt wurde, die ein gewisses Interesse daran haben, ein bestimmtes Ergebnis zu provozieren. Mal abgesehen von der Kompetenz der Beteiligten und die Kontrolle dieser Studie.

Insgesamt sind aber der überwiegende Anteil der Berichte die ich über Vitamin D gelesen habe eher positiv! Prof. Dr. Holick, der Vitamin D Pionier, hat einige Studien und Recherchen aufgestellt und empfielt grundsätzlich Vitamin D, wenn auch in geringeren Dosen wie 1000-2000IE.

Ob das letztendlich alles tatsächlich stimmt und wir aufm richtigen Weg sind mit der VitaminD supplementierung, weiß ich leider nicht und mir kommen schon auch hin und wieder Zweifel auf. Aber letztendlich kann alles was wir tun im Grunde mehr Schaden als Nutzen anrichten.

Ich würde am liebsten mein VitD von der Sonne bekommen, aber die ist leider hierzulande kaum vorhanden, daher nehme ich diese Pillchen.. Die Sonne bildet übrigens, neben Vitamin D3, noch 9 (!) andere Steroidhormone. Daran kann man auch erkennen, wie wenig wir doch eigentlich wissen, dass wir 1 von 10 syntetisch herstellen konnten und noch nichtmal den Wirkungsspektrum davon sicher einordnen

just my two cents..
 
Hallo Osho

Dazu kommt noch das die Supplementation bei Frauen und Männer ein anderen Wirkungspektrum hat , was die Hormone angeht

zBsp:

Bei Männer pusht Vitamin D das Testosteron

Bei Frauen passiert genau das Gegenteil, es baut sich ab

Hatte das hier im Forum schon mal verlinkt , finde es nicht mehr

irgendwo im Wust von Vitamin D Threads

liebe grüße darleen:wave:
 
Die Sonne bildet übrigens, neben Vitamin D3, noch 9 (!) andere Steroidhormone. Daran kann man auch erkennen, wie wenig wir doch eigentlich wissen, dass wir 1 von 10 syntetisch herstellen konnten und noch nichtmal den Wirkungsspektrum davon sicher einordnen

Hey, danke. Mich zieht es im Frühling immer in die Mittagssonne, obwohl ich im Winter genug Vitamin D nehme!

Hier was über die Forschung zum optimalen Vitamin-D-Spiegel:
Deutsches Ärzteblatt: Bedeutung von Vitamin D in der Krebsprvention: Konflikt zwischen UV-Schutz und Anhebung niedriger Vitamin-D-Spiegel? (17.09.2010)

Viele Grüße
Mara
 
Hallo,

Dr. med. Volker Schmiedel, Chefarzt einer Naturheil-Klinik in Kassel scheibt im "Naturarzt 1/12":

"Ich selbst gebe vielen meiner Patienten weit mehr als 2000 IE (dann allerdings unter Laborkontrollen) und habe dabei noch nie eine Überdosierung gesehen - im Gegenteil: Ich muß teilweise das Zwei- bis Dreifache der oberen Dosisempfehlung geben, um bei manchen Patienten auch nur in die Nähe des Optimalbereichs zu kommen. Dabei sind wir dann immer noch weit von der Überdosierung entfernt.
Von Überdosierung wird in der Literatur nur berichtet, wenn weit überzogene Dosen (10.000 IE und mehr) über Monate eingenommen wurden. Auch bei Polarforschern, die sich täglich von Eisbärleber ernährten, wurde schon eine Überdosierung gesehen-eine Gefahr, der wir hier eher selten ausgesetzt sind."

Unter Bezug auf Dr. med. Raimund von Helden in "Gesund in 7 Tagen - Erfolge mit der Vitamin-D-Therapie", wo es heißt:
"Unverträglichkeitsreaktionen sind äußerst selten, vermutlich aufgrund einer Allergie gegenüber Erdnußöl, das als Trägersubstanz in den Kapseln "Dekristol 20000" enthalten ist. In diesem Fall ist ein anderes Präparat zu nehmen",
habe ich gelernt, daß es oft auf die Galenik ankommt, weniger auf die eigentliche Substanz eines Präparates, wenn Unverträglichkeiten registriert werden.

Gruß
 
Danke für diese Infos, Forgeron.
Aber das sind keine Studien, wie ich sie mir vorstelle. Es geht mir auch nicht um Überdosierungen sondern eher um Unverträglichkeiten und deren Ursachen. Gerade wenn man den Dr. van Helden liest, hat man ja den Eindruck, daß Vitamin-D-Supplementierung immer bekömmlich ist. Von Unverträglichkeiten ist da nie die Rede.

Ganz interessant finde ich diese Zusammenfassung:
...
Die bisher publizierten Korrelationsstudien sind interessant. Der Beweis bleibt jedoch zu führen, dass erniedrigtes 25-OH-Vitamin D3 auch eine kausale Rolle in der Krankheitsentwicklung spielt. 25-OH-Vitamin D3 wurde bisher als Prohormon ohne eigene biologische Wirkung angesehen. Vor kurzem wurde allerdings gezeigt, dass 25-OH-Vitamin D3 direkt an den Vitamin D-Rezeptor bindet und eine agonistische Wirkung entfaltet (Lou et al., 2010). Reduzierte 25-OH-Vitamin D3-Spiegel gehen über einen weiten Bereich mit normalen 1,25-Dihydroxy-Vitamin D3 Spiegeln einher, unterhalb von 40 nmol/l 25-OH Vitamin D3 kommt es sogar zu einem paradoxen, vermutlich durch Parathormon vermittelten Anstieg des 1,25-Dihydroxy-Vitamin D3 (Need et al., 2000). Erst bei hochgradigem Mangel an 25-OH-Vitamin D3 fällt auch das Calcitriol ab (Need et al., 2008).

Dunkelhäutige Menschen haben infolge der geringeren Durchlässigkeit der Haut für UV-B-Strahlen deutlich niedrigere 25-OH-Vitamin D3-Spiegel, aber normale oder sogar erhöhte Calcitriol-Plasmaspiegel (Engelman et al., 2008; Daniels et al., 1997). Nach jüngeren Untersuchungen haben auch Patienten mit Autoimmunerkrankungen tendentiell erhöhte Calcitriol-Spiegel (Blaney et al., 2009), bedingt möglicherweise durch Stimulation der 1-alpha-Hydroxylase durch inflammatorische Zytokine. In der Therapie sollten daher nur im Ausnahmefall aktive Vitamin D-Verbindungen zum Einsatz kommen, zum Beispiel bei der Niereninsuffizienz. Alle anderen Patientengruppen sollten mit dem “Prohormon”, das (s.o.) möglicherweise doch kein Prohormon ist, dem nativen Vitamin D3 substituiert werden.
....
https://immunendokrinologie.de/html/vitamin_d.html

Grüsse,
Oregano
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Oregano,

es stimmt nicht ganz, daß bei Dr. von Helden nie die Rede von Unverträglichkeiten sei.

So schreibt er auf Seite 84, daß Tabletten-Präparate mit 1000 Einheiten und weniger angesichts der hohen erforderlichen Dosen nicht für die Vitamin-D- Therapie geeignet sind, weil dabei der Patient unnötig viele Zusatzstoffe aufnimmt.

Ich habe das mal anhand von 2 Präparaten (Fa. Bakanasan und Hevert) überprüft und festgestellt, daß das Hevert-Präparat insoweit ok ist, während dasjenige von Hevert infolge von 4 belastenden Stoffen (3 stark, 1 weniger) im Hinblick auf die o.a. Warnung nicht empfehlenswert ist.

Zugegeben, von Helden widerspricht sich in gewisser Weise, wenn er einerseits quasi vor Zusatzstoffen warnt, andererseits aber die Vit.-D-Therapie für sicher u. unbedenklich hält.

Was mir auffiel:
In seinen weiteren Ausführungen weist er den Nahrungsmitteln keine bedeutende Wirkung für die Vit.-D-Aufnahme zu, was auch durch Aussagen anderer Quellen stimmt.
Allerdings stellt sein Internet-Test überwiegend darauf ab.

Im übrigen darf man davon ausgehen, daß der von mir zitierte Dr. Schmiedel dafür bekannt ist, alle einschlägigen Studien zu kennen, weshalb er sich in dem von mir genannten Artikel auch entschieden gegen Bedenkenträger wendet.

Gruß
 
Danke für den Link, flower.

Der Artikel ist informativ, wenn er auch nichts Neues gegenüber anderen Artikeln bringt - finde ich wenigstens.
Wir hatten dieses Journal schon einmal irgendwo verlinkt, weshalb ich nachgeschaut habe, wer dahinter steht:

COM Marketing AG in Sachseln

Da frage ich mich, inwieweit das wirklich eine unabhängige Meinung ist oder ob da evtl. doch Marketing dahinter steht?

Grüsse,
Oregano
 
Hallo Oregano,

So schreibt er auf Seite 84, daß Tabletten-Präparate mit 1000 Einheiten und weniger angesichts der hohen erforderlichen Dosen nicht für die Vitamin-D- Therapie geeignet sind, weil dabei der Patient unnötig viele Zusatzstoffe aufnimmt.

Ich habe das mal anhand von 2 Präparaten (Fa. Bakanasan und Hevert) überprüft und festgestellt, daß das Hevert-Präparat insoweit ok ist, während dasjenige von Hevert infolge von 4 belastenden Stoffen (3 stark, 1 weniger) im Hinblick auf die o.a. Warnung nicht empfehlenswert ist.

Vielleicht wären Vitamin D3 Tropfen zur supplementierung besser als Tabletten. Ich nehme an, dass in den Tropfen weniger Zusatzstoffe sein werden. zB die von Oleovit machen einen recht guten Eindruck:
Fresenius Oleovit - D3-Tropfen - 9088880039847
 
Hallo Obscura,

danke für den Hinweis. - In dem Zitat von Forgeron ist wohl ein Tippfehler: er spricht im Vergleich beide Male von Hevert. -

Ich vertrage alle möglichen Präparate, auch die aus der Klösterl-Apotheke, nicht.
Leider!

Grüsse,
Oregano
 
Hallo Oregano,

sicher ist Dir das bekannt, trotzdem will ich nochmal darauf hinweisen, daß Trevor Marshall ja derjenige ist, der sagt, daß vielen chronischen Erkrankungen eine Dysregulation des Vitamin D Rezeptors (VDR) („who is expressed almost everywhere in the human body“) zugrunde liegt, was sich z.B. dann vermuten läßt, wenn der 25D-Wert niedrig und der 1,25-D Wert erhöht ist. Woraus folgt, daß ein niedriger Spiegel an 25D allein nicht zwangsläufig mit „Mangel“ gleichzusetzen ist und im Mindesten der 1,25D Wert ebenfalls gemessen werden sollte, was i.d.R. jedoch nicht gemacht wird.

Marshall hat er über die Jahre immer wieder auf die Arbeiten anderer industrieunabhängiger Forscher hingewiesen, die zumindest Zweifel aufkommen lassen, ob die flächendeckende unkritische Ergänzung von Vit D allein aufgrund niedriger 25D Werte sinnvoll ist. Das Meiste findet man auf der Seite ‚The Marshall Protocol Knowledge Base’ Home (MPKB). Es ist jedoch sehr viel (Lese-)Arbeit, das zu verfolgen, zumal ständig neue Erkenntnis hinzukommen.

Das Meiste in Bezug auf Vitamin D ist noch nicht wirklich eindeutig belegt und der Organismus ist hochkompliziert. Z.B. sagt Marshall, daß 25D in hohen Dosen eine gewisse Affinität zum VDR hat, ihn allerdings nicht aktivieren kann, dabei aber den eigentlichen Aktivator, das 1,25D, vom VDR fern hält, also in hohen Dosen quasi "immunsuppressiv“ wirkt.

Der Entdecker des 1,25-D ist Dr. Tony Norman, emeritierter Professor für Biochemie und Biomedical Sciences „he has spent his life studying it, and other related compounds like 24,25-D.” Hier findet man die lange Liste seiner Publikationen:
Biochemistry Department: Anthony Norman

Hier unsortiert einige wenige Arbeiten, die Zweifel an dem Nutzen einer bevölkerungsweiten allgemeinen Vit D Ergänzung aufkommen lassen:

Vitamin D and host resistance to infection? Putting the cart in front of the horse
Exp. Biol. Med. 2010;235:921-927
© 2010 Society for Experimental Biology and Medicine
Danny Bruce, Jot Hui Ooi, Sanhong Yu and Margherita T Cantorna

1
1α,25-dihydroxyvitamin D3 is a potent suppressor of interferon γ–mediated macrophage activation

Evidence that 1,25-dihydroxyvitamin D3 inhibits the hepatic production of 25-hydroxyvitamin D in man.
J Clin Invest. 1984 October; 74(4): 1540–1544.
doi: 10.1172/JCI111568
PMCID: PMC425325
N H Bell, S Shaw, and R T Turner

In einer seiner frühen Veröffentlichungen sagt Marshall:
https://trevormarshall.com/BioEssays-Feb08-Marshall-Preprint.pdf

Vitamin D discovery outpaces FDA decision-making
The US FDA currently encourages the addition of Vitamin D to milk and cereals, with the aim of reducing rickets in children, and osteoporosis in adults. However, Vitamin D not only regulates the expression of genes associated with calcium homeostasis, but also genes associated with cancers, autoimmune disease, and infection. It does this by controlling the activation of the Vitamin D Receptor (VDR), a type 1 nuclear receptor and DNA transcription factor. Molecular biology is rapidly coming to an understanding of the multiplicity of roles played by the VDR, but clinical medicine is having difficulty keeping up with the pace of change. For example, the FDA recently proposed a rule-change which will encourage high levels of Vitamin D to be added to even more foods, so that the manufacturers can claim those foods "reduce the risk of osteoporosis.” The FDA docket does not review one single paper detailing the transcriptional activity of Vitamin D, even though, on average, one new paper a day is being published on that topic. Nor do they review whether widespread supplementation with Vitamin D, an immunomodulatory secosteroid, might predispose the population to immune dysfunction. This BioEssay explores how lifelong supplementation of the food chain with Vitamin D might well be contributing to the current epidemics of obesity and chronic disease.
 
Hallo Paula,

erst einmal vielen Dank für Deine reichliche Auswahl an LIteratur. Ich werde das nach und nach lesen.
Ja, ich kenne in etwa das Marshall Protokoll, und ich habe auch schon öfters davon gelesen, daß der "Hype" zum Vitamin D vielleicht etwas zu früh ist und sich ändern könnte.

Grüsse,
Oregano
 
Marshall ist kein Mediziner und auch ich bin auf seine und auch die anderer kritische Stimmen gesehen. Für mich ist Vitamin D als NEM oder über Sonnenbank unverzichtbar und komme zum Entschluss dass ich persönlich es doch weiterhin regelmäßig einnehme bis ich eines Tages in ein sonnigeres Land auswandern werde

Das mit der Diagnosestellung ist eine andere Geschichte, ich nehme es präventiv, mein Laborwert von exakt 50ng/dl nehme ich einfach nur zur Kenntnis ohne daraus eine Schlussfolgerung zu ziehen
 
Ich weiß nicht, ob dieser ZEIT-online-Artikel schon einmal verlinkt wurde.
Auf jeden Fall finden sich darin einige Punkte, die ich in Bezug auf Studien und eben evtl. auch Unverträglicheit interessant finde:

Prävention: Was Vitamin D wirklich bringt | ZEIT ONLINE

Andere mahnen zur Vorsicht. Nicht alle Vorteile seien bewiesen, und Vitamin D in Pillenform oder als Lebensmittelzusatz könnte mehr schaden als nützen. JoAnn Manson, Endokrinologin an der Harvard Medical School , glaubt, dass die Daten den Enthusiasmus nicht rechtfertigen: "Es gibt viele Gründe dafür, dass niedrige Spiegel von Vitamin D mit chronischen Krankheiten zusammenhängen könnten." Manson war Teil einer Arbeitsgruppe, die 2010 im Auftrag des Institute of Medicine (IOM) , einem Gremium der Nationalen Akademien der Wissenschaften der USA, Hunderte Studien durchging. Das Fazit: Vitamin D sei wichtig für gesunde Knochen, aber bisher gebe es keine Beweise dafür, dass es auch vor anderen Krankheiten schütze. "Massenmedikation ist nichts, das man leichtfertig beginnen sollte", sagt selbst Julian Peto. Und er fügt hinzu: "Was wir bisher wissen, kommt vor allem aus Beobachtungsstudien."
...
JoAnn Manson hat in Harvard die Vital-Studie begonnen , an der 20.000 gesunde US-Amerikaner teilnehmen. Fünf Jahre lang erhalten sie jeden Tag 2.000 Internationale Einheiten (UI) Vitamin D oder ein Placebo. Ähnliche Studien laufen in Finnland , Neuseeland und der Schweiz an. Eine weitere ist in Großbritannien geplant.
...
zeigt sich zwar immer wieder, dass kranke Menschen weniger Vitamin D in ihrem Blut haben. "Aber das könnte auch daran liegen, dass diese Menschen weniger Sport machen und damit weniger an der freien Luft sind", sagt Andrew Grey von der Universität Auckland in Neuseeland . Hinzu kommt, dass Vitamin D fettlöslich ist und sich deshalb im Fettgewebe ansammelt. Übergewichtige haben daher meist weniger davon. Dann sei der Vitaminmangel aber nicht die Ursache, sondern ein Symptom schlechter Gesundheit, sagt Grey.
...
Heike Bischoff-Ferrari von der Universität Zürich . Die Wissenschaftlerin leitet die DoHealth-Studie , die zurzeit in acht europäischen Städten mehr als 2.000 Über-70-Jährige aufnimmt, um den Effekt von Vitamin D auf Brüche und Blutdruck, Infektionen und die geistige Leistungsfähigkeit zu untersuchen. "Ich würde beim Blutdruck, bei den kardiovaskulären Erkrankungen und beim Darmkrebs einen Nutzen erwarten", sagt Bischoff-Ferrari. Aber die Belege seien nicht gut genug, um eine Empfehlung abzugeben.
...
Zu viel des Vitamins kann auch schaden, warnt Clifford Rosen, einer der Autoren des IOM-Berichts . "Mit 75 Nanomol pro Liter kann ich noch leben, aber darüber mache ich mir Sorgen", sagt er. Er beruft sich unter anderem auf eine australische Studie von 2010, in der Frauen, die älter waren als 70, einmal im Jahr eine Megadosis von 500.000 Einheiten bekamen. Mit 120 Nanomol Vitamin D pro Liter aber fielen die Frauen auch häufiger hin und brachen sich öfter die Knochen als die Placebo-Gruppe.
...
Vergangene Woche erschien im Canadian Medical Association Journal eine erstaunliche Analyse: Menschen aus besonders langlebigen Familien, die eine erhöhte Chance haben, selbst sehr alt zu werden, hatten demnach niedrigere Vitamin-D-Spiegel als ihre Lebenspartner. Eine Arbeit, die im Januar im American Journal of Cardiology erschien, zeigte, dass Vitamin D Entzündungen reduziert. Aber nur bis der Spiegel von Vitamin D 50 Nanomol pro Liter erreicht, dann kehrt sich der Zusammenhang um. Das Fazit der Autoren: Nur bei den Menschen, die zu Beginn sehr niedrige Werte haben, ist die Gabe der Vitamine hilfreich.

Grüsse,
Oregano
 
Auch hier wird die "grenzenlose" Einnahme von Vitamin D3 eher kritisch gesehen:

...
Nicht mit Vitamin D um sich werfen!
Aufbauend auf diesen Beobachtungen interpretieren die Forscher die auffällig niedrigen Vitamin D-Spiegel vieler Patienten mit rheumatischen Erkrankungen als eine Art Schutzreflex des Körpers gegen chronische Infektionen. Sie raten deswegen davon ab, Vitamin D bei Autoimmunkrankheiten unkritisch zu substituieren.
Einer der Autoren des Reviews, die Wissenschaftlerin Amy Proal, geht sogar noch einen Schritt weiter: „Die Einnahme von Vitamin D wird derzeit in nie dagewesenen Dosierungen empfohlen. Gleichzeitig werden nahezu alle Autoimmunerkrankungen häufiger.“ Soll heißen: Vitamin D könnte Rheuma, Allergien & Co nicht nur verschlimmern, sondern möglicherweise auch zu deren Entstehung beitragen. Klar ist: Das alles ist zwar eine durch Forschungsergebnisse gestützte Hypothese, aber eben doch nur eine Hypothese. Mehrheitsmeinung ist es nicht. Aber Vitamin D wäre auch nicht das erste Vitamin, von dem sich die Medizin nach großem Jubel wieder vorsichtig distanziert.
...
Vitamin D - streitbarer Stoff - DocCheck News


Wie immer gibt es auch eine mächtige Gegenmeinung:

https://articles.mercola.com/sites/...y-i-dont-recommend-the-marshall-protocol.aspx

Grüsse,
Oregano
 
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