Trotz Krankheit und Problemen glücklich sein

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hallo,

vorhin war im frühstücksfernsehen (zdf) ein extrem behinderter mann, der darüber berichtet hat wie es im pflegeheim ist, wenn man selbst nichts mehr machen kann und dann zwangsweise mit rtl2 o.ä. berieselt wird, essen bekommt, das man nicht mag, nicht allein nach draußen kann usw.

immer wenn ich sowas seh, höre, lese, wird mir noch mehr bewußt wie gut es mir trotz der schlimmen krankheiten, behinderungen, geldmangel und einsamkeit geht.
aber auch so gibt es jeden tag etliche momente in denen ich trotz allem mehr oder weniger glücklich bin.
u.a. auch, weil ich es sein will, da man sich doch sonst nur selbst das leben versaut und es doch eh viel zu kurz ist und oft durch dinge, die man nicht verhindern kann (genet. krankheiten, früher tod aller angehörigen und freunde usw.) schon sehr schwierig ist.

wenn man will, reichen auch kleinigkeiten um trotz allem happy zu sein. z.b. wenn man sich bewußt macht wie toll es ist, wenn man noch allein rausgehen kann, irgendwas essen kann, das einem gut schmeckt (auch wenn es nicht immer besonders gut verträglich ist :whistle: ), selbst bestimmen kann, was man im tv sehen will, im inet surfen kann, noch zukunftspläne haben und umsetzen kann, entweder im berufl. bereich oder als hobby, evtl. auch ein ganz neues.

grandma moses hat z.b. erst mit 75 angefangen zu malen und wurde sogar noch berühmt und malen geht ja auch noch, wenn man nicht mehr ganz fit ist.
oder bücher oder kurzgeschichten schreiben oder handarbeiten oder auch mal im film usw. als statist mitwirken usw. usw.

oder auch mal einen tag einfach vertrödeln und sich freuen, daß man nicht mehr früh aufstehen muß um pünktlich beim job zu sein und den ganzen tag tun und lassen kann was man will und pläne für die nächsten tage schmieden usw. usw. usw.

und wenn man noch fit genug ist, kann man auch mal ein paar stunden auf ein kl. kind aufpassen und mit ihm spielen, damit die mutter mal zum friseur gehen oder einen einkaufsbummel machen kann.
mit kl. kinder zu spielen macht viel spaß. ich kann es aus gesundh. gründen nicht mehr, mach es aber seit einigen jahren auf entfernung im bus, wenn ein kleines in blickrichtung sitzt und vor kurzem hat mich eins trotz maske anscheinend wiedererkannt. es strahlte mich von sich aus an und machte die dreh-und winkbewegungen mit der hand, die ich immer mache, wenn ich im bus mit den ganz kleinen spiele. sowas macht spaß. :)
und jetzt gibt es frühstück, das macht auch spaß.:)


lg
sunny
 
wundermittel
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18.03.12
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Wer das kann, liebe sunny, ( siehe Überschrift) der ist gut dran und es freut mich, dass du immer und immer wieder trotz deiner vielen Problemen nach vorn schaust und dabei auch Glück verspürst.:)💞
Das ist sicher in deiner Situation nicht einfach und zeigt, dass du nicht aufgibst und Stärke hast und trotz allem dein Leben eigenständig gestaltest❤️

Wenn ich es nicht selbst in meinem Leben oft erlebt hätte, wie es ist, wenn man auf einmal nicht mehr atmen kann weil Probleme einen erdrücken, die Gesundheit verloren geht, dadurch auch die Lebensfreude und der Antrieb fehlt und man kein Licht mehr sieht, dann würde ich jetzt schweigen.
Aber ich kenne es und weiß wie schwer es ist, wieder nach vorn zu schauen. Ich kam nur mit Hilfe da wieder heraus und, dass ich Verantwortung für andere trug.
Man freut sich über jeden Strohhalm und ich wünsche mir, dass durch sunnys Zeilen Hoffnung bei Betroffenen aufkeimt und ihr auch an mir seht, dass es wirklich viele Wege zum Glück gibt und das Leben wieder lebenswert trotz Krankheiten und anderen Problemen werden kann. Holt euch bitte Hilfe, sprecht darüber und versucht jetzt nach draußen in die Sonne zu kommen.
Es gibt auch heute noch Phasen, wo ich weit weg vom Glücklichsein bin, dann hole ich Kraft aus der Natur und erfreue mich an den Menschen, die mich mögen und gern mit mir zusammen sind.
Mir half/hilft auch der Austausch und das Miteinander hier im Forum sehr.

Alles Gute dir und allen Anderen.🍀🍄🐞
Wildaster
 
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Alles Gute dir und allen Anderen

danke gleichfalls. :) 🌼🌿 🌷 🍀🌼

weit weg vom Glücklichsein

das gibt es bei jedem immer wieder mal. ich hab es das erste mal sehr kraß und sehr bewußt erlebt als ich 18 monate alt war und dann noch sehr oft.
falls es jemanden interessiert, was da war und wie es dazu geführt hat, daß ich beschlossen habe trotz allem immer wieder glücklich zu sein: es steht gleich in meinem jammerthread (beine-thread).



lg
sunny
 
regulat-pro-immune
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erfreue mich an den Menschen, die mich mögen und gern mit mir zusammen sind

das war mir auch immer sehr wichtig. aber einige sind tot, obwohl sie fast alle jünger waren als ich und ein paar waren nicht mehr auffindbar nachdem ich lange zeit im ausland war und kein telefon hatte und sie in der zeit wohl geheiratet haben und umgezogen sind.

und die ich direkt nach meiner rückkehr kennengelernt hab, sind auch schon tot und wegen der uv usw. konnte ich auch nirgendwo mehr hingehen, wo ich neue leute hätte kennenlernen können.

die sehr netten leute, mit denen ich beruflich zu tun habe und die sich gern mit mir unterhalten, obwohl sie wegen familie, beruf, fortbildungen usw. eigentlich keine zeit haben, sind alle sehr viel jünger als ich und haben schon für ihre freunde und partner usw. zu wenig zeit.
da find ich es schon ganz toll, daß sie sich trotzdem zeit nehmen, mit mir zu reden und das sehr gern, u.a. wohl auch weil sie mit mir über alles reden können und nicht fürchten müssen, daß ich es anderen erzähle oder blöde bemerkungen mache.
und in den nächsten tagen seh ich sie wieder, nachdem sie jetzt teils 2 - 3 wochen in urlaub waren. das wird eine schöne woche. :)


lg
sunny
 
Themenstarter
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das ist garnicht so ungewöhnlich. ich hab mich ja viele jahre lang um kinder gekümmert, die dringend hilfe brauchten und teils auch noch sehr klein waren.
es waren alles kinder, die einige unterstützung brauchten um eine mehr als schwierige situation zu meistern und die teils schon sehr gestört waren.

bei den anderen gab es vielleicht immer eine oma oder tante, die auf sie aufgepaßt hat, wenn die mutter zum friseur oder zum arzt oder einkaufen ging.

die meisten hatte ich nur 2 oder 3 nachmittage pro woche, nur ein geschwisterpaar (mädchen knapp 11, junge 5 1/2, beide mit gr. problemen) ein jahr lang 24/7 und lange danach noch mal ganz kurz (da konnte ich sehen, was alles nachgewirkt hat und was sie selbst schon alles in den griff bekommen hatten).
und eins (junge 3,5 und junge 1,5) 3 jahre lang fast jeden nachmittag (zuerst nur den größeren, der schon div. probleme hatte, dann beide).

teils hatten die kinder schon eine gewisse stärke, weil sie sonst garnicht ohne ganz erhebliche probleme mit der für sie mehr als schwierigen situation fertig geworden wären, teils haben sie die nach und nach entwickelt, weil sie endlich unterstützung hatten.

einen hab ich später noch mal zufällig getroffen bzw. er mich, weil ich ihn garnicht wiederkannt hätte, da er schon fast erwachsen war und es ging ihm gut und er sagte, daß es auch seiner schwester gut geht.

und einen hab ich im inet wiedergefunden und ihm eine kurze mail geschickt, weil ich wissen wollte ob es ihm gut ging (lt. inet ja, weil er mit knapp 23 sein studium trotz auslandssemester schon fast abgeschlossen hatte und bei seinen mitstudenten sehr beliebt war).

es hätte gereicht, wenn er ganz kurz geschrieben hätte, daß es ihm gut ging, zumal er sich wohl kaum an mich erinnern konnte, da er erst 3,5 war als ich ans andere ende von deutschland gezogen bin.

aber da er ein ganz besonders netter mensch ist, schrieb er daß er an die zeit nur eine sehr schwache erinnerung hätte (irgendwas ganz besonderes, daß ich mit ihm unternommen hatte) und ob ich ihm noch schreiben könnte, was wir damals alles zusammen unternommen hatten.
hab ich gern gemacht soweit mir die ausflüge usw. noch eingefallen sind, aber dann hab ich den kontakt abgebrochen, weil er sich nicht verpflichtet fühlen sollte, sich jetzt um mich zu kümmern (d.h. mir immer wieder mal zu schreiben) nur weil ich ihm damals geholfen hab.

kinder, die überhaupt nicht gefordert werden und denen man alles abnimmt, entwickeln diese stärke oft nicht und haben im späteren leben teils auch probleme mit auftauchenden schwierigkeiten fertigzuwerden.

wobei es natürlich nicht gut ist, wenn sie die stärke durch sehr ungute dinge entwickeln.
das kann man auch mit positiven dingen erreichen, die ihnen spaß machen.


lg
sunny
 
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