Seit 14 Jahren unklare Nervenschmerzen, Lähmungsanfälle, Medikamentenunverträglichkeit – keine Diagnose

  • Themenstarter Themenstarter Amena
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Hallo zusammen,

mein Name ist Amena, ich bin 38 Jahre alt und komme ursprünglich aus Afghanistan.
Ich lebe seit einigen Jahren in Deutschland und suche verzweifelt nach einer Erklärung für meine seit 14 Jahren bestehenden Schmerzen.

Alles begann plötzlich mit einem starken Schmerz in meinem Bein, der sich in den folgenden Jahren auf beide Beine, später auf den ganzen Körper ausbreitete.
Heute habe ich häufig Anfälle, bei denen mein Körper taub wird, ich nicht mehr laufen oder meine Hände bewegen kann. Diese Phasen halten manchmal mehrere Tage an.
Zwischendurch gibt es brennende Schmerzen, Muskelverkrampfungen, Zittern, Schwäche, Schlafstörungen und starke Erschöpfung.

Ich war bereits bei sehr vielen Ärzten (Orthopädie, Neurologie, Psychosomatik).
Mehrfach wurde ich stationär behandelt, auch in der Karl-Jaspers-Klinik in Bad Zwischenahn.
Leider hat bisher keine Untersuchung (Blutbilder, MRT, EMG usw.) eine klare Ursache gezeigt.
Ich habe viele verschiedene Medikamente ausprobiert – Antidepressiva, Schmerzmittel, Beruhigungsmittel – doch ich vertraue ihnen nicht mehr, weil sie mich stark benommen machen und ich mich dadurch wie abgeschaltet fühle.

Ein Arzt in meiner Heimat sagte einmal, meine Schmerzen seien „seelisch“ – und tatsächlich verschlechtern sie sich bei Stress oder Angst.
Ich weiß also, dass der Schmerz mit meiner Vergangenheit (Krieg, Flucht, seelische Belastungen) zu tun haben kann.
Trotzdem wünsche ich mir eine medizinische Erklärung, denn mein Körper reagiert so heftig, dass ich manchmal den Rettungswagen rufen muss.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht – mit chronischen Nervenschmerzen ohne Befund, die sich bei Stress verschlimmern?
Oder kennt jemand eine Klinik oder Therapieform, die auch ohne starke Medikamente arbeitet?

Ich bin dankbar für jeden Hinweis oder Austausch.

Viele Grüße
Amena
 
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Hallo Amena,

mein Eindruck ist, dass dein Histaminhaushalt völlig aus dem Ruder gelaufen ist, wohl eine Folge der Traumata, die du erleiden musstest. Zuviel Histamin führt zu einem ganzen Sternenhimmel an Symptomen, überschießenden Immunreaktionen, rätselhaften Entzündungen, Schmerzen, Schlaf- und Konzentrationsstörungen und Problemen mit den Nerven. Im Blutbild ist das nur indirekt erkennbar und wird von den Ärzten meist falsch interpretiert. Leider verschlimmern die meisten Medikamente, Drogen und viele Nahrungsmittel die Probleme, weil sie die Histaminausschüttung aus den Mastzellen fördern, den Abbau behindern oder selbst Histamin enthalten. Eine Behandlung ist daher kompliziert, langwierig und braucht viel Selbstdisziplin. Du findest hier im Forum viele Beiträge, die um dieses Thema kreisen.

Nach meiner Erfahrung eignen sich folgende Mittel zur Behandlung und sind gut verträglich:

  • Psychedelika in kleinen Mengen (Microdosing) schützen und beruhigen das Nervensystem, nehmen Schmerzen und Ängste und sorgen für einen gesunden Schlaf. Legal anwenden könntest du den Fliegenpilz und verschiedene Cannabinoide. PEA und CBD verursachen keinen Rausch, THC schon, hat aber den stärksten Effekt. Die Kombination von PEA mit einem Mastzellenstabilisierer wie liposomalem Luteolin hat sich bewährt. Die meisten Schmerzmittel und Psychopharmaka sind dagegen Gift für dich, lediglich Ibuprofen eignet sich bei Kopfschmerzen, sollte aber auch nicht zu oft genommen werden.
  • Antioxidantien fahren ein überaktives Immunsystem wieder herunter und lindern Entzündungen: Vitamin C, D etc. Orientiere dich an den empfohlenen Dosierungen, wasserlösliche Vitamine kannst du kurzzeitig aber auch in größeren Mengen einnehmen.
  • Vermeide entzündungsfördernde Lebensmittel. Keine scharfen Gewürze, keine Tomaten, keine Zwiebeln, kein Knoblauch, Vorsicht bei fermentierten Lebenmitteln. Bei Gemüse kannst du nach der Farbe gehen: Helles Gemüse ist neutral (Kohl, Kartoffeln). Rotes und schwarzviolettes Gemüse nur in kleinen Mengen bzw. lieber ganz vermeiden. Fleisch ist auch neutral, solange es frisch zubereitet wird.
  • Atemübungen und moderates Training (Gymnastik, Schwimmen, Spazierengehen etc.) halten deinen Körper in Schuss und helfen beim Histaminabbau. Vermeide dagegen große Anstrengungen, mäßig aber regelmäßig ist die richtige Strategie.

Man könnte noch viel schreiben, aber das soll jetzt erst einmal zur Orientierung und als Hinweis für eigene Recherchen genügen.

Gute Besserung! :)
 
Hast Du eine Hautbiopsie gemacht bekommen, wegen Small-Fiber-Neuropathie?

Streß löst leider Schübe aus, wo es schlechter wird. Ist bei mir auch so.
Seelischer Streß ist einfach großer Mist.

Antidepressiva etc. am besten ganz niedrig einschleichen und auch wieder ausschleichen. Dann kannst Du bei Nebenwirkungen besser gegensteuern und Deine eigene Dosis finden. Ärzte verschreiben ja immer nach Beipackzettel, die Dosis ist gerade für Frauen oft zu hoch.

Amitryptilin wirkt gegen zuviel Histamin, ist ein Blocker. Trizyklisches Antidepressiva. Schmerzmedikament. Migräneprophylaxe. Gegen Reflux. In niedriger Dosierung, braucht keine hohe Dosierung. Bis mal Ruhe im System ist. Habe das kürzlich in einem medizinischen Bericht gefunden, leider finde ich ihn nicht mehr.
 
Alles was MaxJoy zu Histamin geschrieben hat, unterschreibe ich auch! Ergänzend dazu kann man auf eine Histaminabbaustörung untersuchen - evtl. sind da Substanzen wie B6 und Kupfer zur Unterstützung der Abbauwege hilfreich (ist bei mir der Fall).

Kommt evtl. auch eine Toxinbelastung in Frage (Schwermetalle, Pestizide, Holzschutzmittel, ...)?
Kann ja auch beides gleichzeitig vorliegen.
 
Hallo zusammen,

vielen herzlichen Dank für eure lieben und ausführlichen Antworten. 🌷
Ich habe alles aufmerksam gelesen und bin wirklich beeindruckt, wie viel Zeit ihr euch genommen habt, um mir zu helfen. Es tut gut zu merken, dass andere meine Geschichte ernst nehmen.

Einiges, was ihr geschrieben habt, klingt sehr vertraut. Ich habe seit Jahren Allergien, aber bisher keinen Blut- oder Hauttest gemacht, um genau zu wissen, worauf ich reagiere. Wenn ich etwas nicht vertrage, wird meine Haut rot, heiß, juckt und brennt. Außerdem habe ich Blutarmut und Vitaminmangel.

Mein Magen ist sehr empfindlich: Wenn ich frittierte oder stark gebratene Speisen esse, wird mir schlecht, und ich muss mich manchmal mehrmals am Tag übergeben.
Wenn ich dagegen gekochtes oder gedämpftes Essen esse, geht es mir viel besser. Auch Bewegung und eine leichtere Ernährung helfen mir.

Eure Hinweise zu Histamin, Mastzellen und den Vitaminen (z. B. B6 und Kupfer) finde ich sehr interessant. Ich werde das mit meinem Hausarzt besprechen und hoffe, dass ich bald herausfinde, was meinem Körper wirklich fehlt.

Vielen Dank noch einmal für eure Unterstützung und euer Mitgefühl.

Liebe Grüße
Amena
 
Ich habe seit Jahren Allergien

Bei mir sind die meisten Allergien und Unverträglichkeiten in Wahrheit Pseudo-Allergien, die je nach Histaminstand kommen und gehen. Ein Pricktest zeigt nur deine aktuelle Tagesform, an schlechten Tagen wirst du auf alles Mögliche reagieren und an guten vielleicht sogar gar nicht.

Wenn ich dagegen gekochtes oder gedämpftes Essen esse, geht es mir viel besser. Auch Bewegung und eine leichtere Ernährung helfen mir.

Solche Selbstbeobachtungen sind entscheidend, um einen Weg aus deiner Misere zu finden, denn die Trigger, die eine Histaminausschüttung auslösen, können von Person zu Person sehr unterschiedlich sein. Achte insbesondere auf deinen Darmzustand, eine Dysbiose mit histaminproduzierenden Bakterien und Pilzen (insbesondere Candida) löst Blähungen und Durchfall durch Gärprozesse aus. Reduziere deinen Zuckerkonsum am besten auf ein absolutes Minimum, um das in den Griff zu bekommen und deinen Darm zu sanieren. Entzündungen im Darm dürften auch die Ursache für die Blutarmut und die Mangelerscheinungen sein.

Die Pille, die dich wieder gesund macht, gibt es nicht. Du musst vielmehr schrittweise eine neues Gleichgewicht finden, mit jeder kleinen Verbesserung wird die Zahl der guten Tage wachsen.
 
Ich danke dir ganz herzlich, lieber MaxJoy! Das ist tatsächlich endlich ein neuer Ansatzpunkt für mich. Gleich nächste Woche will ich versuchen, mit meinem Hausarzt zu reden, und hoffe, dass wir meine Behandlung dann überdenken und vielleicht ganz neu angehen können.

Liebe Grüße
Amena
 
Gleich nächste Woche will ich versuchen, mit meinem Hausarzt zu reden,...
Hallo Amena, ich befürchte, dass dir dein Hausarzt nicht wirklich wird helfen können. Ich hatte auch eine sehr starke Histamin Intoleranz und hab sie besiegt, indem ich alle Milchprodukte und rotes Fleisch weggelassen habe. Anfangs hab ich eine Woche vegan gegessen um zu merken, wo überall Milch drinnen ist und zu sehen, ob das mir hilft, es hat sofort geholfen. Später hab ich dann Fisch, Geflügel und Eier wieder dazu genommen. Du kannst das ja mal versuchen. Alles Gute!
 
Ich werde das mit meinem Hausarzt besprechen und hoffe, dass ich bald herausfinde, was meinem Körper wirklich fehlt.
Wenn dich der Hausarzt dabei unterstützt, muss er ein ganz besonderer Hausarzt sein.

Schulmediziner halten sich oft lediglich an ihre schulmedizinischen Kenntnisse.
 
Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass die Symptomatik alleine auf Histamin zurück zu führen ist, da muss schon mehr dahinter stehen. Die Psyche scheint mir da noch eher das Problem zu sein.
Das wird nämlich zu einem Selbstläufer. Streß, körperliche Symptomatik -> noch mehr Streß, noch mehr Symptomatik, insbesondere die Verdauung spricht auf sowas sehr schnell an.
 
Vielen Dank an alle! 🙂 Ja, ich glaube auch, dass die Psyche eine entscheidende Rolle bei mir spielt. Aber Psyche und Körper sind da in einem Teufelskreis miteinander verbunden, glaube ich. Und ich stelle mir vor, dass man diesen Kreis von irgendeiner Seite angreifen und schwächen könnte.
 
in... Gleich nächste Woche will ich versuchen, mit meinem Hausarzt zu reden, ...
mich würde es auch überraschen, wenn der Hausarzt sich mit Histaminabbauproblemen auskennt. Der HNO-Arzt und Allergologe, bei dem ich vor 1,5 Jahren mal war, hatte davon jedenfalls absolut keinen Schimmer. War aber sehr interessiert an dem, was ich ihm dazu erzählen konnte - und fand diesen Ansatz, dass ich seitdem auch kaum noch Allergieprobleme habe, auch sehr interessant.

Ich rate Dir in jedem Fall, dich vor dem Gespräch mit dem Arzt da noch tiefer einzulesen. Wenn Du das mit dem Histaminbau untersuchen lassen möchtest, empfehle ich das Labor IMD in Berlin/Potsdam.

Nach meiner Erfahrung sind viele Ärzte da auch sehr offen und interessiert. Einige aber auch gar nicht - da würde ich über einen Arztwechsel nachdenken.
 
ich glaube auch, dass die Psyche eine entscheidende Rolle bei mir spielt. Aber Psyche und Körper sind da in einem Teufelskreis miteinander verbunden

Die Zeit heilt alle Wunden, sagt man - aber das kann sehr lange dauern. Es gibt jedoch Techniken, um Traumata sehr schnell zu heilen. Vielleicht findest du folgenden Beitrag hilfreich:

Bewege deinen Zeigefinger im Abstand von 30 - 40 cm wie das Pendel einer großen Uhr vor deinem Gesicht hin und her und folge ihm konzentriert mit den Augen. Erinnere dich dabei bewusst an die schlimmsten Demütigungen, die du in deinem Leben erfahren musstest. Du wirst merken, dass du die Szenen zwar abrufen kannst, aber durch die Konzentration bei den Augenbewegungen wirst du die damit verbundenen negativen Gefühle nicht aufbauen können. So programmierst du dein Gehirn um und löschst dein Trauma ein für allemal.

Wiederhole die Übung in den folgenden Tagen noch ein paar Mal. Du kannst auch deine Freundin bitten, die Bewegungen mit dem Zeigefinger zu machen, und es gibt auch Therapeuten, die diese Technik anbieten.

Quelle: https://www.symptome.ch/threads/geburtstagsschlaege.143641/#post-1292783
 
Woher soll ich das wissen? Man kann sich an den Kundenrezensionen orientieren. Ich bin nicht sehr markentreu, habe aber bisher noch keine Probleme gehabt.
 

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