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Schokolade - Für und Wider

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VERBRAUCHER-TIPP

Schokolode


Übler Beigeschmack: Bitterschokolade mit Schwermetall

Sie ist für viele die süßeste Verführung und eine pfundige Versuchung: Schokolade macht glücklich und dick, gesund und krank: Letzteres leider nicht nur, wegen ihres hohen Fett- und Zuckergehalts. Die Zeitschrift Ökotest hat 22 Bitterschokoladen unter die Lupe genommen und bei vielen Produkten einen hohen Gehalt an Cadmium entdeckt. Nur knapp die Hälfte der Produkte darf man sich sorglos auf der Zunge zergehen lassen.

Was ist Schokolade?

Laut „infodienst Verbraucherschutz Ernährung“ ist Schokolade ein Erzeugnis aus Kakaoerzeugnissen, Zuckerarten und Milch oder Milcherzeugnissen, das mindestens 35 % Gesamtkakaotrockenmasse, davon mindestens 18 % Kakaobutter und
mindestens 14 % entölte Kakaotrockenmasse enthält. Schokolade mit Qualitätshinweisen, z.B. "fein", "Edel" enthält: mindestens 43 % Gesamtkakaotrockenmasse, davon mindestens 26 % Kakaobutter.

Durch unterschiedliche Mischungen von Kakaomasse und Kakaobutter lassen sich verschiedene Geschmacksnoten erzielen, z.B.:
Halb-/Zartbitter Schokolade mit mindestens 50 % Gesamtkakaotrockenmasse und Edel-/Extrabitter Schokolade mit mindestens 60 % Gesamtkakaotrockenmasse.

Weiße Schokolade ist streng genommen keine Schokolade, da sie neben Zucker und Milch nur Kakaobutter enthält.

Was ist Cadmium?

Cadmium ist ein Schwermetall, das bei der Zinkgewinnung anfällt und für Menschen, Tiere und Pflanzen giftig ist und bei erhöhter Zufuhr schwere Schäden hervorrufen und sogar tödlich sein kann. Mehr als 90 Prozent des Cadmiums in unserem Körper nehmen wir durch Lebensmittel auf. Es gibt in Deutschland keine zulässigen Höchstmengen für Cadmium in Lebensmitteln, allerdings Richtwerte. Relativ hohe Cadmium.-Konzentrationen finden sich in Wurzel- und Großblattgemüsen, Leinsamen, Mohn, Sonnenblumenkernen sowie Wildpilzen. Cadmiumverbindungen sind recht flüchtig, so dass Raucher eine besondere Cadmium.-Belastung haben.
https://www.br-online.de/land-und-leute/sendungen/wirinbayern/montag.xml

:mad: ,
Uta
 
Themenstarter
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Bitterschokolade mit Cadmium

Die Diskussion darüber, ob nun Schokolade , vor allem aber Bitterschokolade bzw. reiner Kakao, gesund ist, geht weiter.

Hier ein durchaus positiver Artikel dazu, in dem vor allem darauf hingewiesen wird, daß Bitterschoko/Kakao in kleinen Mengen den Blutdruck senken kann:

TP: Länger leben mit dunkler Schokolade
Schokolade senkt den Blutdruck

An der Universität Köln beschäftigt sich seit Jahren eine Arbeitsgruppe mit der Wirkung von Kakao auf das Herzkreislaufsystem. Das Team stellte verglich schon vor einigen Jahren einmal den Effekt des Konsums von weißer und dunkler Schokolade und stellte fest, dass Bitterschokolade den Blutdruck von Patienten leicht sinken ließ, während ihre helle Schwester – die kein Kakaopulver, sondern nur die Kakaobutter enthält – wirkungslos blieb. Allerdings aß jeder der Versuchsteilnehmer die beachtliche Menge von einer ganzen Tafel täglich.


Foto: Info-Zentrum Schokolade

Im April diesen Jahres veröffentlichten die Wissenschaftler um Dirk Taubert eine Studie, eine Meta-Analyse, zum Effekt der Polyphenole in Kakao sowie schwarzem und grünem Tee. Polyphenole sind pflanzliche Stoffe, die entzündungshemmend wirken und gut für das Herzkreislaufsystem sind – sie sind auch in Rotwein enthalten (vgl. In vino sanitas).

Obwohl sowohl Schokolade als auch Tee viele Polyphenole enthalten, zeigte sich in den breit angelegten Studien (fünf Studien mit 173 Teilnehmern mit Schokoladenkonsum, fünf Studien mit 343 Teilnehmern mit Teegetränken), dass nur die Kakaoprodukte nachweislich den Blutdruck der Probanden senkten, der Tee hatte keine derartige Wirkung. Die Forscher vermuten, dass es an den verschiedenen Arten von Polyphenolen liegt, die Kakao und Tee enthalten (vgl. Cocoa, but not tea, may lower blood pressure).


Gruss,
Uta
 
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14.09.06
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Bitterschokolade mit Cadmium

Hallo,

ich habe dazu dann gleich mal eine andere Frage. Wenn ich lese, Cadmium entsteht bei der Zinkgewinnung wird mir ganz anders. Ich nehme ein hochdosiertes Zinkpräparat. Das könnte doch dann auch ziemlich belastet sein, oder?

Eine Schokolade wurde bei der Cadmium-Untersuchung mit sehr gut ausgezeichnet. Feine Bitter von DM.

LG
Marlon
 
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...
21.12.07 - Eine letzten Monat in der Fachzeitschrift Circulation veröffentlichte Studie besagt, dass an Flavanolen reiche Zartbitterschokolade bei elf Patienten nach Herztransplantation koronare Vasodilatation und verbesserte vaskuläre Funktionen induzierte.

Dieser auch in anderen Studien beobachtete kardioprotektive Effekt war bei Patienten, die Kakao-freie Kontrollschokolade aßen, nicht zu beobachten.

Doch bevor wir nun alle große Mengen an Zartbitterschokolade kaufen: Die Sache hat einen Haken, so das Editorial der Lancet-Ausgabe vom 22. Dezember: Einige Schokoladenhersteller entfernen die bitter schmeckenden Flavanole aus den festen Bestandteilen des Kakaos.

Dadurch kann es passieren, dass auch dunkel aussehende Schokolade keine Flavanole enthält und daher auch keinen gesundheitsfördernden Effekt hat. Die Konsumenten geben den Flavanol-Gehalt der Schokolade nur selten auf der Packung an.

Außerdem warnt der Leitartikel, dass trotz Flavanolen in der Schokolade "der Teufel im Fett, Zucker und den Kalorien steckt". Um einen Gesundheitsvorteil zu haben, muss man also bei mittlerem Konsum Flavanol-reicher Schokolade die Kalorien wieder ausgleichen, indem man weniger andere Nahrungsmittel zu sich nimmt.
Der Teufel in der Zartbitterschokolade (21.12.07) - aerztlichepraxis.de

Uta
 
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19.03.06
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Ich habe da mal eine Frage:

Woher kommt eigentlich die Schwermetallbelastung bei Schokolade? Liegt das nicht ausschließlich an der (Alu)Verpackung?

Herzliche Grüße von
Leòn

(Erklärte Naschkatze und Schokoladenliebhaber ;) )
 
Themenstarter
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10.01.04
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Die Cadmium-Belastung ist sozusagen der Kakaobohne "immanent" ;):

Cadmium unterscheidet sich vor allem dadurch von den anderen Schwermetallen, dass der Gehalt bei dunklen Schokoladen deutlich höher ist, als bei Milch- oder Sahneschokoladen. Cadmium wird durch die Wurzeln des Kakaobaums aufgenommen. Dabei spielt vor allem der Boden eine bedeutende Rolle. Die Böden in den Anbaugebieten Mittelamerikas sind stärker belastet, als die Böden in Westafrika. Die ICCO nennt für Kakaobohnen aus Venezuela und Ecuador einen Cadmiumgehalt von 0,18 bis 1,5 mg/kg. Im Vergleich dazu für Kakaobohnen aus Westafrika nur 0,08 bis 0,14 mg/kg.
Ein Richt- oder Grenzwert für den Cadmiumgehalt von Schokolade existiert zur Zeit nicht. Ein vom BVL und anderen vorgeschlagener Grenzwert sollte bei 0,3 mg/kg liegen. In der oben genannten Untersuchung des BVL aus dem Jahr 2002 hätten 2,8 % aller Proben diesen Wert überschritten. Auch bei einer Untersuchung von Ökotest im Herbst 2005 überschritten einige Proben Werte von 0,3 mg/kg, einige erreichten sogar mehr als 0,4 mg/kg.
Die WHO nennt 1 Mikrogramm je Kilogramm Körpergewicht als tolerierbare tägliche Aufnahme die als unbedenklich gilt. Danach wäre auch der tägliche Verzehr von 100 g der stärker belasteten Schokoladen kein Problem.
Der Otto Normal Verbraucher, der weit weniger als 100 g Schokolade pro Tag isst, ist ohnehin weit von der täglichen Höchstdosis entfernt. Die Universität Wien hat für Österreich berechnet, dass die tägliche Cadmiumaufnahme bei durchschnittlich rund 9,4 Mikrogramm pro Tag liegt (Quelle: Gutachten der Universität Wien).
Schokolade und Kakao - Gesundheit

Gruss,
Uta
 
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25.05.06
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Bio-Schokolade gesünder? Eine durchschnittliche, lernende (+gefrustete) deutsche Frau, die sich nicht nach Vollwert ernährt (oder eine Blätter-Gemüse essende Vollwert-Familie); wieviel nimmt die Cadmium auf? (Der Rest durch Zigaretten).
Cadmium kommt sehr stark durch die Luft vom Verkehr in die Wohnungen.:schock: Da müßte man in den Urwald ziehen, oder einen Voll-Luftfilter installieren.
 
Themenstarter
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Hallo Wissen ist Macht,

das Schlimme bei Cadmium und solchen Giften ist ja, daß sie sich summieren und nicht abbauen. Also geht es doch darum, sie möglichst überhaupt nicht aufzunehmen, um möglichst wenig davon abzubekommen. Den Verkehr können wir ja nur begrenzt meiden. Zigaretten und Schoko dagegen schon.

Warum nennst Du ausgerechnet "eine durchschnittliche, lernende (+gefrustete) Frau...." als Beispiel?

Grüsse,
Oregano
 
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25.05.06
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Ja, Oregano, ich habe ja (leider) davon gehört, daß Cadmium nicht vermeidbar ist, weil es auch auf dem Land in der Luft ist.
Blätter nehmen dieses Gift wohl verstärkt aus der Luft auf.
(Angeblich sollen sogar Vegetarier stark davon belastet sein, laut offizieller Gesundheitsbehörde).

Ich habe mich schon des öfteren mit Schokoladenessen auseinandergesetzt, welches ja vor allem bei Frauen als bei Männern (vielleicht war das mal früher so, und nicht in einem Forum wie diesem) vorkommt. Jene trösten sich eher mit Schokolade. Um zu lernen benötige ich auch eher Schokolade, das stellte mal meine jüngste Schwester bei sich fest, als sie Führerschein machte.

(Ohne "nerven" zu wollen: Alpha-Liponsäure entgiftet auch ganz gut Cadmium). Bio-Schokolade erscheint mir wirklich verträglicher, aber es kann sein, daß trotzdem genauso viel Cadmium drin ist, wenn dies an der Luft liegt.
Keine Verhältnisse mehr wie zur Zeit der Evolution.
 
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