Salz - je weniger, desto besser? | Doku | ARTE

  • Themenstarter Themenstarter zui11
  • Erstellt am Erstellt am
rate ich dennoch zur unraffinierten Natursalznutzung - ich kenne keinen, der Natursalz nutzt und an Bluthochdruck leidet, die Bluthochdruck-Leute, die ich kenne, nutzen alle Supermarkt-Salz

Das "Supermarkt"-Salz enthält eine Rieselhilfe. Möglicherweise kommt der Bluthochdruck von der Rieselhilfe als ein Faktor von mehreren?

Zusatz von Natriumferrocyanid finde ich auch lieb- und rücksichtslos.
Vor Allem schmeckt das ekelhaft.
Da stimme ich dir zu. Die Rieselhilfe umschließt die Salzkristalle, so dass von dem Salzgeschmack nichts mehr übrig bleibt.

Belastung der Nieren – Der Körper muss das überschüssige Natrium ausgleichen.

Erhöhter Blutdruck – Zu viel Natriumchlorid ohne Kalium kann den Blutdruck steigern.

Was schreibt wikipedia über die Rieselhilfe "gelbes Blutlaugensalz" Natriumferrocyanid:

Es ist in Wasser und Aceton gut, ... löslich.

Das Blutlaugensalz wird also vollständig vom Darm absorbiert und gelangt in alle Körperteile.

In wässriger Lösung (besonders in sehr verdünnter) zersetzt es sich in geringem Maße im Licht.

Das Mittel verteilt sich im Körper in stark verdünnter wässriger Lösung und ist damit besonders anfällig, sich zu zersetzen (natürlich auch ohne Licht. Mit Licht geht es nur schneller).

Die im Darm nur gering absorbierbare Substanz ist nicht genotoxisch oder karzinogen und zeigte in Tierversuchen bei sehr hohen Konzentrationen eine geringfügige nephrotoxische (nierenschädigende) Wirkung durch marginale Freisetzung von Blausäure.

Bei der Aussage "Die im Darm nur gering absorbierbare Substanz" dürfte es sich um einen der typischen Fehler handeln, die man immer wieder bei wikipedia findet. Wenn ein Mineral gut in Wasser löslich ist, dann wird es auch gut vom Darm absorbiert.

Wichtiger ist die Aussage, dass es eine "marginale Freisetzung von Blausäure" gibt, die die Nieren schädigen kann. Das Blutlaugensalz (die Rieselhilfe) steht im Gleichgewicht mit dem hochgiftigen Natriumcyanid (NaCN):

Na4[Fe(CN)6] == Fe=(CN)2 * 4NaCN

Der rechte Teil der Gleichung macht nur einen sehr geringen Anteil aus. Das Problem entsteht dadurch, dass der rechte Teil durch Zersetzung wegfällt und sich aus dem linken Teil immer wieder neu bildet, damit das Gleichgewicht erhalten bleibt.

Wenn der rechte Teil mit den schwachen Säuren im Körper reagiert, bildet sich Blausäure:

NaCN + H0-Säurerest => NaO-Säurerest + HCN (=Blausäure)

Das sind ganz geringe Mengen, die für einen gesunden und jungen Körper harmlos sind, aber bei geschwächten Menschen sich durchaus negativ auswirken können.

Die Rieselhilfe im "Supermarkt"-Salz dürfte also die Probleme verursachen, die von @Mara1963 immer wieder betont werden.
 
Neu hier? Dann ein herzliches Willkommen!
Du liest hier gerade eine Diskussion von Betroffenen – Menschen, die eigene Wege gehen und Erfahrungen teilen. Das kann am Anfang ungewohnt wirken: Jeder Verlauf, jede Geschichte ist anders.
Als Gast kannst du mitlesen und dich orientieren.
Als Mitglied kannst du Fragen stellen, antworten und dich aktiv einbringen.
Deine Wegweiser:
Lebensmittelzusatzstoff (E 535)

Trennmittel

Natriumhexacyanoferrat (II) ist ausschließlich für die Verwendung in Kochsalz und Kochsalzersatz zugelassen. Dabei gilt eine Höchstmengenbeschränkung von maximal 20 mg/kg.
Das heißt, 5 g Supermarkt-Kochsalz als Tagesdosis enthalten maximal 0,1 mg Natriumcyanoferrat. Diese 5 g werden allerdings nicht auf einen Schlag eingenommen, sondern über den Tag verteilt. Die Dosis macht das Gift!

Und als nächstes rechnen wir mal aus, wie viel Blausäure daraus wohl freigesetzt werden kann, und wieviel Blausäure aus natürlichen Lebensmitteln freigesetzt wird. Zum Beispiel Leinsamen: 10 Gramm Leinsamen dürfen 1,5 mg Blausäure enthalten (das ist mindestens 15 mal so viel!), und getestete Leinsamen überschreiten diesen Wert sogar oft: https://www.bav-institut.de/de/news...re-in-Leinsamen-Weitere-Probleme-festgestellt

Wer also Angst vor der Rieselhilfe hat, sollte keinerlei Leinsamen essen. Leinsamen dürfen ein Vielfaches mehr Blausäure enthalten als Bittermandeln. Das wußte ich auch noch nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kochsalz = Natriumchlorid und damit exakt dasselbe wie Steinsalz. ;)

Aber vielleicht meintest du "Salzbeschaffung", dann entschuldige ich mich für die Korinthenklauberei.
In der Tat meinte ich die Salzbeschaffung, die mich seither nicht mehr plagt.
Das von K+S hatte ich besorgt. Mit der >0,16mm Körnung verklumpt auch nichts nennenswert und wenn doch einmal nur ganz locker und lose. Ist auch angenehm von der Korngröße und Korngrößenverteilung und -struktur.

Ob Steinsalz oder Meersalz ist mir aber schon wichtig. MMn schmeckt Meersalz einfach nicht so sauber wie Steinsalz, d.h. Urmeersalz noch ohne Mikroplastik, Ölspur o. ä. Verunreinigungen.
 
Wichtiger ist die Aussage, dass es eine "marginale Freisetzung von Blausäure" gibt, die die Nieren schädigen kann. Das

...und da müssen ältere Menschen und solche mit Nierenproblemen schon aufpassen.

. Zum Beispiel Leinsamen: 10 Gramm Leinsamen dürfen 1,5 mg Blausäure enthalten (das ist mindestens 15 mal so viel!), und getestete Leinsamen überschreiten diesen Wert sogar oft: https://www.bav-institut.de/de/news...re-in-Leinsamen-Weitere-Probleme-festgestellt

Ja, mit Leinsamen muss man vorsichtig sein, ich nehme ihn z.B. nur angekeimt und ich weis nicht mal ob das die Blausäure reduziert.
 
Das heißt, 5 g Supermarkt-Kochsalz als Tagesdosis enthalten maximal 0,1 mg Natriumcyanoferrat. Diese 5 g werden allerdings nicht auf einen Schlag eingenommen, sondern über den Tag verteilt. Die Dosis macht das Gift!

Und als nächstes rechnen wir mal aus, wie viel Blausäure daraus wohl freigesetzt werden kann, und wieviel Blausäure aus natürlichen Lebensmitteln freigesetzt wird. Zum Beispiel Leinsamen: 10 Gramm Leinsamen dürfen 1,5 mg Blausäure enthalten (das ist mindestens 15 mal so viel!), und getestete Leinsamen überschreiten diesen Wert sogar oft:...
Diese mengenmäßige Betrachtung kann ich nachvollziehen und sie macht einen gewissen Sinn.

Andererseits erscheint mir das "Supermarkt-Kochsalz" 1. überflüssig (wegen der leicht zugänglichen Alternativen) und 2. ohne jeden Vorteil (außer preislich - was aber angesichts der geringen i.a. konsumierten Salzmenge über die Zeit kaum ins Gewicht fällt), den man zum möglichen Risiko/Nachteil ins Verhältnis setzen könnte.

Leinsamen dagegen hat ja auch gesundheitliche Vorteile.

Nur meine Gedanken 🤔
 
Klar, so kann man denken. Ich schrieb ja oben auch schon:
Wenn jetzt jemand sagen würde, "mir ist Industriesalz total unsympathisch, da sind Stoffe drin, die komisch klingen und mir Angst machen und über die ich mich nicht gründlich informieren will", dann kann ich das ja völlig akzeptieren.
Das wäre noch einmal eine andere (weniger rationale, mehr intuitive) Begründung, warum man dieses Salz nicht will.

Ich selber benutze dieses Supermarktsalz ja auch nicht mehr, und zwar aus denselben marktpolitischen Gründen, weshalb ich auch sonst nur noch sehr wenig aus konventioneller Produktion kaufe.

Ich argumentiere hier bloß gegen haltlose Theorien (Natursalz hätte eine andere Mineralzusammensetzung, oder Industriesalz würde Bluthochdruck verursachen), weil das Augenwischerei ist.
 
Ich argumentiere hier bloß gegen haltlose Theorien (Natursalz hätte eine andere Mineralzusammensetzung,...
Da fällt mir ein, dass ich dazu:
Das eine enthält: Natriumchlorid: 99 %, Calcium + Magnesium: 0,3 %, Sulfat: 0,7 %
das andere ("Natursalz, Bio"): Natriumchlorid: 99,8 % (soll wohl 98,8% heißen), Calcium 3.000 mg/kg | Magnesium 250 mg/kg | Kalium 900 mg/kg
gestern noch etwas schreiben wollte: Das ist doch gar nicht gleich!? Bezüglich Ca und Mg schon in etwa, aber im zweiten ist noch Kalium drin. Wobei ich immer noch dazu tendiere, dass das keine Rolle spielt, zumindest sofern das nicht pur verzehrt wird, sondern in eine Speise eingerührt wird, die sicherlich viel mehr Kalium enhält.
 
Du hast recht, das ist nicht ganz gleich, aber es sieht für mich so aus, als wären das verschiedene Meß- und Rundungsverfahren, so daß im einen Fall das Sulfat unterschlagen wurde, im anderen Fall das Kalium. (Sulfat verringert als Anion den Chlorid-Anteil, Kalium, Mg und Ca verringern den Natriumanteil.)

Die verschiedenen Salze in diesem Shop haben alle ganz unterschiedlich detallierte Angaben für die Inhaltsstoffe, insofern kann man sie nur annäherungsweise vergleichen. Wenn man das Produktdatenblatt anschaut, dann hat das Natursalz eine erheblich ausführlichere Analyse bekommen, was aber nicht heißt, daß die nicht gemessenen Elemente im anderen Salz gar nicht drin sind.

Bei der Analyse eines Siedesalzes steht für Kalium: 20 - 1000 mg/kg. Auch da kann man also nicht pauschal sagen, daß sich der Kaliumgehalt von Steinsalz und Siedesalz in jedem Fall unterscheidet.

Wobei ich immer noch dazu tendiere, dass das keine Rolle spielt, zumindest sofern das nicht pur verzehrt wird, sondern in eine Speise eingerührt wird, die sicherlich viel mehr Kalium enhält.
Nur um das noch mal zu unterstreichen: 5 g von diesem Salz liefern 4,5 mg Kalium. Das ist, verglichen mit dem Tagesbedarf an Kalium von ca. 4000 mg, absolut zu vernachlässigen.
 
Zuletzt bearbeitet:
wer viel schwitzt, z.B. aufgrund von Sport oder Veranlagung, oder weil er aus frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln kocht, der braucht auch mehr Salz.
Führt das tatsächlich zu mehr Schwitzen?
😲
🤔
#123

Liebe Kate,
ich hätte das anders formulieren müssen:
Menschen brauchen mehr Salz in ihrer Ernährung, WENN (!)
- sie viel schwitzen (das vermehrte Schwitzen kann sein aufgrund von viel Sport oder Veranlagung (Hyperhidrose) oder WENN (!)
- sie aus frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln kochen (vorgefertigte Nahrung enthält schon wegen der notwendigen Haltbarmachung oft mehr Salz).
In diesen 2 genannten Fällen würde ich persönlich stärker Salz verwenden. Zu wenig Salz kann ebenso schädlich sein wie zu wenig Salz. In diesem Zusammenhang nochmal der Begriff "Natrium-Kalium-Pumpe".
LG
 

Willkommen bei Symptome.ch
Schön, dass du da bist.

Symptome.ch ist seit vielen Jahren eine der größten und aktivsten deutschsprachigen Gemeinschaften rund um Gesundheit, Naturheilkunde und alternative Therapien. Hier tauschen sich Menschen aus, die Ursachen verstehen, Zusammenhänge erkennen und eigenverantwortlich etwas für ihre Gesundheit tun wollen.

Als Gast kannst du viele Themen mitlesen und dich informieren. Wenn du selbst Fragen stellen, auf Beiträge antworten oder mehr Inhalte sehen möchtest, registriere dich kostenlos. Die Gemeinschaft lebt vom Austausch – und jedes neue Mitglied bringt wertvolle Erfahrungen mit. 🙂

Zurzeit aktive Besucher

Statistik des Forums

Themen
69.527
Beiträge
1.068.000
Mitglieder
53.379
Neuestes Mitglied
dermistry
Zurück
Oben