Hallo,
ich melde mich mal hier, da ich dasselbe hatte (ich habe übrigens, wie hier schon oft berichtet, SIBO und eine mäßige Hyperchlorämie, beides ist/war "mitschuld" an meinen Magenblähungen).
Ebenfalls wie du, allerdings nicht nach dem Essen, sondern schon morgens beim Kaffeetrinken (schwarz) sehr voluminöse (viel Luft) Rülpser, Magenblähung, und nach dem Essen schlecht Luft bekommen, da der gesamte Bauch (auch der Magen! und der innerhalb von 10 Minuten nach dem Essen!) stark gebläht waren.
Stuhlbefund ergab Helicobacter pylori als negativ, und trotzdem: der Magen blähte sich schon morgens nüchtern, aber besonders nach dem Essen, auf.
Meiner Meinung nach dürfte es außer dem Helicobacter (auf den alle immer als erstes tippen) auch noch andere Keime geben, die im Magen überleben - wenn die Magensäure nicht passt!
Bei meiner Mikrobiomanalyse beispielsweise war ein pathogener Mundkeim (ein Gingivitis-assoziierter Keim namens Prevotella buccae) gleich an zweiter Stelle - also bei mir ein Leitkeim im Stuhl! Wie ist der da hingelangt? In dieser hohen Anzahl? Das war übrigens schon der zweite Hinweis auf zu wenig Magensäure (neben den Magenblähungen).
Da nahm ich Betain HCl-Kapseln ein ("künstliche Magensäure"), und das Problem war innerhalb von ein paar Tagen verschwunden. Allerdings kam es sofort wieder, sobald ich kein Betain HCl zum Essen nahm. Aber als Ursache konnte die fehlende Magensäure somit bestätigt werden.
Nach monatelangen Recherchen fand ich nicht nur heraus, dass ich SIBO (Dünndarmfehlbesiedelung, 2 positive Atemtests) habe, sondern auch eine Hyperchlorämie im Blut, die im Blutbild zwar immer wieder ersichtlich war, jedoch hat mich kein Arzt darauf hingewiesen. Meine Recherchen ergaben, dass eben ZU VIEL Chlorid im Blut ZU WENIG Chlorid im Magen verursachen kann, über folgenden Mechanismus:
Um Chlorid aus dem Blut in den Magen zu pumpen (wo dann zusammen mit Wasserstoff Magensäure daraus hergestellt wird), brauchen die Parietalzellen des Magens Bicarbonat. Denn beides ist negativ geladen (sowohl Cl als auch Bicarbonat haben ein Minus), und sie werden gegeneinander ausgetauscht.
Nun ist es aber so, dass Chlorid Bicarbonat aus dem Blut "verdrängt", das heißt, ein hoher Chloridspiegel veranlasst die Niere, Bicarbonat auszuscheiden, damit die Elektroneutralität (also das + und - Verhältnis) im Blut stabil bleibt. Im Endeffekt fehlt dann den Parietalzellen des Magens (und natürlich vielen anderen Zellen im Körper!) das Bicarbonat, um effizient Chlorid in den Magen zu pumpen. Das Chlorid bleibt im Blut, gelangt nicht in den Magen. Folge ist zu wenig Magensäure, zusätzlich zu einer Übersäuerung des restlichen Körpers durch die Hyperchlorämie (und den Bicarbonatmangel).
Das bedeutet übrigens auch, dass ich mit den Betain-HCl-Kapseln das Problem im Grunde nur verschlimmert habe, denn das Chlorid aus diesen Kapseln landet - wenn die Verdauung vorbei ist und das Chlorid seinen Dienst getan hat, im Blut landet und den Chlorid-Spiegel weiter in die Höhe treibt (wodurch noch mehr Bicarbonat aus dem Körper verdrängt wird - bei mir mit massiven Folgen für Muskeln und Nervensystem).
Seit etwa 3 Monaten kuriere ich das Problem mit einer Citrat-Malatmischung (Natriumcitrat, Mg-citrat, Mg-malat, Kaliumcitrat und Calciumcitrat), die ich low-dose verteilt über den Tag trinke und dabei den pH-Wert jedes Urins messe, sodass er möglichst wenig oft unter 5,5 fällt und nie über 7,5 (denn dann aktiviert sich der Pendrin-Transporter, der Bicarbonat ausscheidet und Chlorid zurückhält).
Nicht nur ist das Aufstoßen aus dem Magen und die Magenblähungen fast komplett weg, auch neurologische Symptome (meine "spastischen Zuckungen", also Myoklonien, meine Zitterattacken, meine massive Schwäche in den Beinen) sind weg bzw. viel besser geworden.
Fazit: Schau mal deine Blutbilder an, ob du ebenfalls eine Hyperchlorämie bei den Elektrolyten im Serum hast. Das könnte die Ursache für Magensäuremangel sein.
Hinweis: es gibt auch andere Ursachen (eben Helicobacter, B12-Mangel, etc.), bei mir war es das.
A propos: Natron einzunehmen würde das Problem nur verschärfen, weil durch die plötzliche Bicarbonat-Flut der Pendrin-Transporter in der Niere sofort aktiviert wird, um eine gefährliche Alkalose im Blut zu verhindern. Außerdem würde Natron die Magensäure für mehrere Stunden neutralisieren (abgesehen davon, dass es durch die chemische Reaktion im Magen irre Mengen an CO2 erzeugt, was erst recht wieder Magenblähungen verursacht). Das ist der Grund, warum ich Citrate und Malate nehme (werden langsam in der Leber zu Bicarbonat verstoffwechselt) und nicht Natron, und warum ich das Ganze low-dose über den Tag verteilt mache.