"Ritalin - Medizin, die krank macht" (3Sat)

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Ritalin - Medizin, die krank macht?
Ritalin steigert die Konzentrationsfähigkeit. Das ist unbestritten. Die schulischen Leistungen von Kindern, die unter Unruhe leiden, werden durch Ritalin meistens besser.
Auch bei Erwachsenen wirkt das Medikament und sorgt dafür, dass man sich weniger verzettelt und Aufgaben entschlossener angeht. Angesichts dieser Erfolge werden die Nebenwirkungen des Medikaments gerne verdrängt: Ritalin hemmt den Appetit, führt zu Einschlafproblemen, kann Depressionen hervorrufen und bei Kindern das Wachstum beeinträchtigen.

Krank macht es aber noch in einem ganz anderen Sinne. Denn seit durch die Einnahme von Ritalin wibbelige Kinder schleunigst beruhigt und zerstreute Eltern im Handumdrehen zielstrebig werden, boomt die Diagnose ADHS regelrecht.

Fast scheint es, es gäbe die Krankheit vor allem, weil es das Medikament dazu gibt. Werbekampagnen in den USA fordern dazu auf, mentale Missstände beim Kind nicht länger zu verleugnen, sondern durch Medikamente endlich zu beheben.

Lebhafter Charakter? Da ist eine Krankheit schon besser, denn die kann man, anders als den Charakter, mit Tabletten behandeln. Der Film von Fabienne Clément und Myriam Gazut zeigt, wie schmal die Trennlinie zwischen "krank" und "gesund", "auffällig" und "normal" heute geworden ist, wenn es um ADHS geht. Und er zeigt den Trend bei Ärzten und Eltern im Zweifelsfall lieber "krank" zu diagnostizieren, weil die Lösung gleich zur Hand ist - ganz im Sinne der Pharmaindustrie.
Ritalin - Medizin, die krank macht?

Die Sendung wird am 20.4.,14 Uhr, wiederholt. Es lohnt sich, die Sendung anzusehen. Evtl. ist sie auch über die Mediathek nachzusehen.

Grüsse,
Oregano
 
hallo oregano,
du hast da zwar etwas zitiert, aber was ist denn deine Meinung dazu?
Ich weiss seit kurzem auch, woran ich mein ganzes leben gelitten habe!
ich nehm ritalin in kombination mit einer Psychotherapie.
ja, es geht besser zum Arbeiten, ansonsten hätte ich die Stelle gleich wieder künden können.
depressionen hatte ich vor zwei Jahren und da wusste ich nichts von ADS als erwachsene. Jetzt geht es mir besser, weil ich auch erfolgserlebnisse habe und sehe, dass ich etwas kann und zu gebrauchen bin. schlafn kann ich eher besser als früher, weil der Leistungsdruck nicht mehr so hoch ist.
ritalin füllt nicht einfach die mankos, ich bin nach wie vor ads und merk das tägl. bei der Arbeit.

bei Kindern ritalin anwenden, weil sie auffällig sind, sehe ich auch als problem an, es braucht eine ganzheitliche betreuung, Verständnis und strukturierung.

Ich habe aber den eindruck, man sollte da mal die Pharmakonzern- ärzteabsprachen unter die Lupe nehmen und den eltern mehr schützenhilfe geben.
wenn lehrer sagen, ein schüler sei ihm zu schwierig, die eltern sollen ihm MPH geben, ist das ein schuss nach hinten!

Ich möchte mein ADS als meine Lebensart sehen, es ist auch positives damit verbunden und ich hoffe, mal auch MPH verzichten zu können.

Die krankheit gibt es nicht erst seit es das medikament gibt, es gibt sie - so glaube ich - schon seit es menschen gibt.

und in verschiedenen Stärken, d.h., viele Menschen können ganz gut damit leben und sich arrangieren, wenn sie im richtigen umfeld, mit dem richtigen verständnis von ihrer Umgebung leben.
aber das ist in der schnelllebigen zeit eine utopie!
einige kriegen ein burnout, andere depressionen oder beides und einige haben ADHS und passen einfach nicht in diese zeit und gesellschaft.
das gefühl habe ich manchmal auch- ich sei in der falschen zeit geboren, es geht mir vieles zu schnell, ist zu laut und zu hektisch, respektlos, zu fordernd, anonym.....
da braucht es wohl irgend ein"Adapter", der uns an diese zeit anschliessen kann und da ist MPH eben ferade am passendsten.

da kommen dann viele endlich aus sich heraus und erfahren, dass es eben diesen adapter gibt, der ihnen hilft, am gesellschaftlichen leben teilzuhaben!

ein diabetiker bekommt sein insulin, ohne dass die halbe welt darüber diskutiert, ob das gefährlich sein könnte, schilddrüsenpatienten und andere Kranke bekommen auch ihre medis, die die forschung Gott sei Dank erfunden hat.

so sehe ich das und ich bin einfach dankbar, dass mein defizit einen namen hat. Es liegt mir fern, mich hinzusetzen und nichts zu tun weil ich ja ads habe, dann würde ich zum sozialschmarotzer!
Ich will arbeiten und am leben teilhaben und akzeptiert werden.
 
Vor 30 Jahren schrieb ich meine sonderpäd. Hausarbeit über Hyperaktivität und Autosuggestion (=eigenen Einfluss).
Schon damals war es schlicht kriminell, wie der fremde - vor allem medikamentöse - Einfluss so gut wie kritiklos forciert wurde. Nach Möglichkeiten des eigenen Einflusses wurde gar nicht gefragt, ja, sie wurden als Gefahrenrisiko angeprangert, während Medikation stets als "wissenschaftlich abgesichert" galt.
Als Ich-kann-Schule-Lehrer habe ich mich vor allem mit dem pädagogischen Aspekt von Ritalin befasst und diesen Medikamentennamen ganz praktisch mit "Impotenz und Inkompetenz der etablierten Zuständigen" umschrieben. Weil die Lehrer das Kind nicht beschulen können - und das auch nicht lernen s/w/ollen - muss es chemisch beschulbar gemacht werden? Weil die Eltern mit der in ihrer Ausbildung gelernten Pädagogik Probleme nicht lösen sondern ausufern lassen können, muss das Kind an diese lebensuntüchtigen Eltern chemisch angepasst werden?
In der neuen Ich-kann-Schule sieht Problemlösung anders aus. Ich habe sie ganz konkret am Beispiel beschrieben und berichtet.
Der Mensch ist nämlich auch ein GEISTESwesen und es ist möglich, seinen GEIST zu gebrauchen.
Bei einem meiner letzten Vorträge fragte ich die anwesenden LehrerInnen, wie oft sie die Worte Seele und Geist in den letzten drei Jahren in ihrer Schule gehört haben. Alle bekundeten, dass sie die dort überhaupt noch nicht gehört haben. SEELE und GEIST kommen in der praktischen Pädagogik heute also nicht mehr vor, wie will man da auch nur ein Problem verstehen, geschweige lösen???
Freundlich grüßt
Franz Josef Neffe
 
Hallo Franz JosefnNffe,

du hast schon recht und ich bin ehrlich froh, dass es auch noch andere gibt, die Medikamente nicht zuvorderst haben.

ich bekomme MPH erst seit etwa 1 Monat. bin 42 geworden um zu erfahren was mit mir los ist!
das medikment hilft mir, eine arbeit zu tun, die ich eigentlich so nicht tun will!
ich bin auf dem weg, meine nische zu suchen und träume davon, erfüllung zu finden in einer fruchtbaren Arbeit, die mir aber gneug Gehalt ermöglicht, damit ich den aktuellen lebensstandard halten und ohne MPH leben kann.

Ich möchte nicht den eindruck erwecken, dass Kinder einfach gestopft werden sollen, damit sie ins system passen und wenn es heilmassnahmen gibt und Pädagogen, die sie ihnen vermitteln können finde ich das gut und hätte das gern auch in Anspruch genommen als kind.

Natürlich wüsste ich auch gerne was mir helfen kann ohne Medikament leben zu können, falls du für Erwachsene Chaoten auch einen Tipp hast!

Aber ich will nicht nach irgendwelchen Gebrechen suchen die nicht vorhanden sind nur um zu beweisen dass ich kein ADS habe.
ich möchte dies aber nicht als Krankheit sehen sondern als Lebensart.

Das Problem ist dass man mit dieser Lebensart kein Platz hat in der Arbeitswelt hat und in der Gesellschaft nicht ernst genommen wird.

Seele und Geist sind mir mehr als nur ein Begriff. ich weiss aber nicht, inwiefern das ADHS- menschen helfen soll.:confused:
 
GEIST - Medizin, die gesund werden lässt

Es verdient Respekt, dass Du nach Deinen Möglichkeiten fragst und sie suchst. Leider waren die Vorgaben, die man uns in den letzten Jahrzehnten als Lösung verkauft hat, so gut wie alle nicht richtig. Nicht nur die Schulprobleme sind infolgedessen ständig gestiegen sondern u.a. auch die Gesundheitsprobleme. Wir sind dabei, unsere Volkswirtschaften damit zu ruinieren.
Selbstverständlich hat der Mensch reichlich Fähigkeiten, seine Probleme zu lösen ohne chemische Drogen. Er hat sie nur nicht entwickelt. Das Interesse an der Nichtentwicklung eigener Fähigkeiten ist ganz offenbar riesig. Oder kannst Du mir aufzählen, wer Dir welche Möglichkeiten der SELBSTentfaltung in Deinem Leben aufgezeigt und vorgemacht hat?
Sie machen es alle nicht vor, weil sie es selber nicht können. Und damit nicht das herauskommt, bedrängen sie dich ständig mit Schablonen, die sie selber nicht verstanden haben.
Wieviele Eltern, Lehrer, Therapeuten, die für Kinder Ritalin & Co. verlangen, kennst Du konkret, die es selber schon genommen haben und berichten können über etwas, was sie dadurch gelernt haben und was sie weitergebracht hat?
WAS MIT DIR LOS IST, hast Du immer ganz konkret in Dir drin a) gespürt, b) erkannt und gewusst.
Du bist nicht 42 geworden, um zu erfahren, was mit Dir los ist; Du bist 42 geworden, um Dich - nicht in Einklang mit Deiner eigenen WAHRnehmung - in eine gängige Schablone einfügen zu lassen. Bist DU DIR treu geblieben? Ich meine dies kein bisschen als Vorwurf.
Für uns konstruieren andere Schablonen. Schablonen, mit denen sie meinen "absahnen" zu können. Dafür brauchen sie uns passend für ihre undurchdachten, nicht mit dem Leben übereinstimmenden Konstruktionen. Sie konstruieren eine künstliche Realität, für die sie uns möglichst künstlich brauchen, die völlig irreal ist und zusammenbrechen muss. Wir erleben es ja gerade.
Was wir alle dringlich zu lernen haben ist SELBER DENKEN.
Du bist ja dabei. Du stellst Fragen. Du wirst Antworten finden, immer wieder neue. Es gibt kein vorgefertigtes Leben, Leben ist immer neu.
Du brauchst keine Gebrechen bei Dir suchen, Du bist vollkommen normal. Fühle doch mal genau hin: Deine Geistes- und Seelenkräfte haben HUNGER und Durst. Nach was hungern und dürsten sie? Wer gibt ihnen Stärkung und Pflege? Jeden Tag. Es ist DEINE Aufgabe, DU bist ihre Chefin. Kann es IN DIR ruhig und friedlich und harmonisch und stark werden, solange Deine feinsten und genialsten Kräfte und Talente am Verhungern und Verdürsten sind?
In der Bibel gibts einen ganz praktischen Rat dafür: "Sprich nur ein (gutes) Wort, so wird Deine Seele gesund!" Stärke Deine Seele und den Geist nicht weniger oft als Deinen Körper!
Eine gute, praxisbewährte Anleitung für einen guten Umgang mit seinen unbewussten Geistes- und Seelenkräften kann Coués kleines Buch über Autosuggestion sein, das es für ein paar Franken in jeder Buchhandlung gibt.
Wir sind auf unserem Lebensweg immer an dem Punkt, an dem wir gerade sein können. Es ist gut und verdient Respekt, dass Du Dir die nächsten möglichen Schritte genauer anschaust. Ich freue mich auf Deinen Erfolg.
Franz Josef Neffe
 
Hallo Franzjosef, (ist diese Anrede okay?)

danke für deine ermutigenden Zeilen. Das ist für meinereine sehr viel auf einmal, ich werde noch eine Weile darüber nachdenken und wieder nachlesen müssen.

Ins Auge gestochen und hängen geblieben ist mir vorher weniger dein Text als einizg und allein deine signatur!

""Menschen werden auffällig, damit uns was auffällt." fjn

trotz allem muss ich wiederholen dass es für mich eine Erleichterung, erfahren zu haben dass ich ein Aufmersamkeitsdefizit habe.
Na gut, ich bin nicht die schnellste, bin verträumt und sehr sensibel, dneke meine eigenen sachen, lebe zeitweise mit dem Kopf in den wolken....
das sind Dinge, die ich nicht mit Medikamenten wegmachen will und auch nicht kann.

Momentan lerne ich mit dieser " Gehhilfe" umzugehen, werde mir aber auf keinen fall erlauben, es einfach immer zu nehemn.
Du hast Recht, ich bin die Chefin über meine Seele und Geist und ich achte meine "Mitarbeiter"!
Ich gebe ihnen Nahrung und Wasser, indem ich mich kreativ betätige und dadurch dass ich zu den hochsensiblen gehöre.
Ich versuche, in dieser lauten Welt, meiner Sensibilität Raum zu lassen- es ist ein zermürbender Kampf!

Seit gestern weiss ich auch, dass ich vom sozialpsychiatrischen dienst keine hilfe erwarten kann! sie verkaufen bloss und gucken, dass man sich nicht gleich eine überdosis reinzieht! diese Frau hat keinen blassen Schimmer von mir und meiner Art! Ich war dort vor Jahren schon mal weil ich ein essproblem hatte und auch bisschen ein Mobbingtrauma- da wurde mir glatt eine depression aufgeschwatzt!:confused:

Heute muss ich nicht zur Arbeit, da habe ich das ritalin weggelassen. Ich spüre aber den Unterschied schon- fürs Arbeiten würde meine verfassung nicht sehr gut sein.
Weisst du, irgendwie habe ich auch Mitleid mit den kindern, die dann so auffällig und anders sind, sie werden von den anderen auch getriezt und gemobbt und haben oft keinen Anschluss. Folgen die daraus entstehen können wissen wir ja.
Aber ich finde es nicht gut wenn Kinder die Medikamente gegen ihren willen erhalten!

wenn sich jeder selber helfen könnte, hätten wir eine heile welt! Mediziner, Versicherungen,die Pharmaindustrie und vieles mehr wären überflüssig...............
 
Zuletzt bearbeitet:
Geist, die Medizin, die gesund werden lässt

Sich kreativ betätigen und zu den Hochsensiblen gehören mag der verdauung dienen, aber zum SATTwerden und Wachsen brauchst Du:
+ Sag Dir täglich mehrmals, dass Du GUT bist!
+ Sag Dir täglich, dass Du ein wunderbarer Mensch bist!
+ Sag Dir täglich, dass Du an Dich glaubst!
+ Sag Dir täglich, dass sich alle an und mit Dir FREUEN können!
+ Sag Dir täglich, dass Du einfach GENIAL gegabt bist!
+ Sag Dir täglich, dass Du Dich bestens entwickelst!
+ Sag Dir täglich, dass Du liebenswert bist!
+ Sag Dir täglich, dass Du schön bist!
+ Sag Dir täglich, dass Du ein Segen für Deine Mitmenschen bist!
+ ........
Dir fällt da sicher noch mehr ein.
Und sag das alles auch Deinen Kräften und Talenten und gewinne sie dadurch zu Deinen persönlichen Freunden!
Je unbequemer es sich beim erstenmal anhört, desto nötiger braichst Du es.
Und wenn DU DICH endlich so GUT gehandelst, dann können die anderen von Dir abschauen, wie man das macht, und es nachmachen.
Erkennst Du, wie wichtig Du bist?
Wenn es Dir gut geht, lernen es auch die Profis in den Institutionen irgendwann von Dir.
Du bist wirklich wichtig.
Ich wünsche Dir alles Gute.
Franz Josef Neffe
 
dass ritalin wirkt steht außer frage,das tat es anfangs auch,2 Monate lang.Danach bekame ich üble Nebenwirkungen zu spüren sowieso ein Hauptwirkungsverlust..Symptome unterdrücken klappte mit den ersten Einnahmen super..Leider wirklich nur Symptombehandlung..
Das Zeug ist dermaßen ungesund und schädlich..
 
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