Resistente Stärke - Präbiotika und Probiotika - Peptide

Kate

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Hallo liebe Eva und liebes Orangerl
Roh essen ist nie Stärke, Knollen werden nur gekocht zu Stärkelieferanten. Karotten sind auch keine Stärkelieferanten, sondern bestehen zu 50% aus Zucker, es sind zuckerhaltige Gemüse. Was wäre mit Süßkartoffeln?
Interessant, die Aussage zum "roh essen", war mir nicht so bewusst. Da sind dann wohl eher die berühmten "Ballaststoffe" in großen Mengen enthalten.

Die Süßkartoffeln müsste ich ja genauso kochen, um Stärke zu erhalten (und wüsste auch nicht, dass sie überhaupt zum rohen Verzehr geeignet sind). Wenn Kochen erforderlich ist, dann gingen die von Orangerl genannten Gemüse (Pastinaken, Petersilienwurzeln) und auch Kartoffeln ja genauso. Mir ging's drum, dass mittags der Herd kalt bleibt oder keiner verfügbar ist. Eine Lösung für den Salat könnten allerdings erkaltete Kartoffeln sein, denn nur ein Teil der Stärke wird ja in RS umgewandelt - oder? 💡

Vielen Dank für Deine Feintuning-Tipps für die Ernährung, da bin ich immer scharf drauf 🌶

...das klingt etwas verwirrend - Du meinst vermutlich, die Kohlenhydrate der Karotte bestehen zu (etwa) der Hälfte aus Zucker (also reine Saccharose)...https://de.wikipedia.org/wiki/Karotte

Der Rest von den Kohlenhydraten sind wohl andere Zucker- und/oder Stärke-Formen; Interessant wär wohl welche genau respektive wie der "Ballaststoff"-Anteil da mitrein spielt... 🤔
Ich bin auch verwirrt, allerdings auch über die von Dir zitierten Zahlen. 2,08 +3,63 ist schon mehr als 4,8, da passt irgendwas nicht... und es bleibt insoweit auch kein "Rest". Oder stehe ich auf der Leitung?

Die anderen von Dir genannten Gemüse finde ich toll, esse sie sowieso (abends, wenn gekocht wird) :) Mittags ging's mir um was Rohes oder zumindest vorgekocht-kaltes, da schmecken vielleicht Kartoffeln besser. Oder man nimmt Chips aus Gemüse ;)

Find's aber gut, dass wir noch etwas mehr Klarheit in die Begriffe bringen. Wenn ich es richtig verstehe, setzt Du "Zucker" mit Saccharose gleich?

Gruß
Kate
 
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Wuhu Kate,
... Ich bin auch verwirrt, allerdings auch über die von Dir zitierten Zahlen. 2,08 +3,63 ist schon mehr als 4,8, da passt irgendwas nicht... und es bleibt insoweit auch kein "Rest". Oder stehe ich auf der Leitung?
Die anderen von Dir genannten Gemüse finde ich toll, esse sie sowieso (abends, wenn gekocht wird) :) Mittags ging's mir um was Rohes oder zumindest vorgekocht-kaltes, da schmecken vielleicht Kartoffeln besser. Oder man nimmt Chips aus Gemüse ;)
Find's aber gut, dass wir noch etwas mehr Klarheit in die Begriffe bringen. Wenn ich es richtig verstehe, setzt Du "Zucker" mit Saccharose gleich?
ja, so hab ichs zumindest gelernt; Das Dumme ist halt, dass "Zucker" auch schon mal dort und da für bestimmte Kohlenhydrate verwendet wird, die Verwirrung ist somit "perfekt"; In Wikipedia ist das denk ich ein "Tipp"-Fehler, der Bindestrich vor "Ballaststoffe" ist wohl zuviel, auf dieser Seite https://www.gesundheit.gv.at/leben/ernaehrung/saisonkalender/jaenner/karotten sind Kohlenhydrate und Ballaststoffe getrennt angegeben...

Wegen Mittags: (vor-) gekochtes, abgekühltes Gemüse find ich auch sehr gut, da kann man auch div Gemüse/Knollen/Wurzeln mischen, schmeckt dann auch gleich jeweils ein bisschen anders; Für Rohes könnte man auch die eine und andere Wurzel/Knolle fein raspeln und ev ein bisschen mit Gewürzen/Kräutern/Essigspritzer usw usf abschmecken - die obligaten Gemüse-Sticks/Chips (mit oder ohne Dipp) werden halt auch mit der Zeit fad (abgesehen davon, dass es wie Eva schon schrieb es wg der "Zucker"- bzw Kohlenhydrat-Arten besser ist sie zu kochen/abzukühlen)...

Lass es Dir jedenfalls gut schmecken :giggle:
 

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Kate

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Hallo orangerl,

mit dem Bindestrich hast Du wohl recht. Dass viele Zucker mit Saccharose gleichsetzen, ist denke ich richtig. Saccharose ist ein Di-Saccharid: https://de.wikipedia.org/wiki/Saccharose.

In dem Wikipedia-Artikel ist auch eine Lebensmittel-Tabelle, die unterteilt nach

Gesamtkohlenhydrate
inkl. Ballaststoffe
GesamtzuckerFructoseGlucoseSaccharose

Hier wird also mindestens ein Teil der Ballaststoffe zu den KH gezählt. Und es werden auch noch einige Monosaccharide aufgeführt. Und wenn ich "Zucker" sage, meine ich auch die Monosaccharide mit ;)

Andererseits:
Als Zucker wird neben verschiedenen anderen Zuckerarten ein süß schmeckendes, kristallines Lebens- und Würzmittel bezeichnet, das aus Pflanzen gewonnen wird und hauptsächlich aus Saccharose besteht.
Unter den Zuckerarten wird's dann kompliziert... aber es werden auch die Einfachzucker/Monosaccharide aufgezählt.
Einfachzucker befinden sich als Glucose (Traubenzucker) und Fructose (Fruchtzucker) in Lebensmitteln wie Obst, Honig und Süßigkeiten. Auch die Galactose, der sogenannte Schleimzucker in der Milch, ist ein Einfachzucker. Demgegenüber sind Rohr-, Milch- oder Malzzucker Zweifachzucker; Stärke und Glykogen sind Vielfachzucker. Alle höheren Zucker müssen zuerst zu wasserlöslichen Di- oder Monosacchariden abgebaut werden, um über Transportproteine – wie die Glucosetransporter – oder einfache Diffusion ins Blut aufgenommen bzw. in die Leber transportiert werden zu können.

Naja, wie auch immer... es scheint jedenfalls wichtig, sich jeweils im Gespräch darüber zu verständigen, was gemeint ist.

Mit Chips meinte ich übrigens keine rohen Gemüse-Sticks o.ä., sondern wirklich dieses Naschzeug. Da ist wohl RS drin... dennoch möchte ich so etwas nicht in meinem Mittagessen oder meiner regelmäßigen Nahrung haben.

Gruß :)
Kate
 
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Liebe Threadmitbeschreiber!

Ich habe nochmal meine Methode zur Herstellung der Knochenbrühe optimiert:
. Viele Knochen (ca.2kg) in 5l Wasser über Nacht bei niedriger Hitze kochen. Ich habe da bei meinem Herd momentan ein gutes Gefühl, da es schon öfter gut geklappt hat.
. Morgens irgendwann mit der Kelle von oben das Fett über ein Sieb in ein Glas mit 1 TL Salz abschöpfen. Das ergibt dann ein Glas mit Fett oben und Brühe unten. Somit habe ich das Fett gesammelt in einem Behälter und kann es zum Anbraten benutzen. Es ist nur fraglich, wie lange es angebrochen im Kühlschrank hält. Normalerweise hatte ich das Fett verteilt auf alle Gläser, aber dann rutscht es beim Entnehmen oft in die Brühe. Mit dem Fett muss ich aufpassen. Wenn zu viel davon in das Gericht rutscht, ergibt es bei mir ein Völlegefühl.
. Man kann auch weitere Gläser abfüllen, das wäre dann die pure Knochenbrühe ohne Gewürz.
. Nun in den Topf Gemüse und Gewürze geben, je nach dem, was man am liebsten hat. Mit Wasser auffüllen und weiterkochen (zB 2h).
. Die Brühe über ein Sieb in Gläser gießen. Jeweils 1 TL Salz dazu.
. Nun kann man die ausgekochten Knochen und Gemüseteile nochmal mit Wasser aufgießen - somit spülen - aufkochen und als Resultat erhält man verdünnte Knochenbrühe.

Die Haltbarkeit empfinde ich als sehr gut, wenn ich heiß abfülle und noch Salz dazugebe. Allerdings standen die Gläser auch im Winter draußen und die angebrochenen im Kühlschrank. Zu lange offen im Kühlschrank schimmelt es irgendwann.
 

Kate

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Wie geht's Euch Mikrobiom-Züchtern denn eigentlich so? :) Von einigen hat man ja ewig nichts gelesen...

Ich versuche inzwischen, wegen der stark reduzierten Enterokokken im letzten Floratest, zum Primal Defense Ultra noch das Lactobact forte zu nehmen. Die Bazillen ergänzen sich gut und das Lactobact soll sogar für CED-Erkrankte gut sein, somit für mich mit (leichterem) Leaky Gut und einer doch zeitweise heftigen Darmsymptomatik vermutlich auch. Dachte ich... nur leider macht das Lactobact selbst beim Einschleichen ziemliche Probleme. Nun ja, ich versuche es halt weiter ganz langsam.

Der Bazillencocktail sieht damit so aus:
Primal Defense ultra
HSO-probiotische Mischung (5 Milliarden KBE) 410 mg
(HSO: homeostatic soil organisms, homöostatische Bodenorganismen;
KBE: koloniebildende Einheiten)

Saccharomyces boulardii
Bacillus subtilis
Lactobacillus acidophilus
Lactobacillus brevis
Lactobacillus casei
Lactobacillus paracasei
Lactobacillus plantarum
Lactobacillus rhamnosus
Lactobacillus salivarius
Bifidobacterium bifidum
Bifidobacterium breve
Bifidobacterium lactis
Bifidobacterium longum

Ionische pflanzenbasierte Mineralien 290 mg
Eisen (aus ionischen pflanzlichen Mineralien) 2 mg (10%)
Gerstengras, Hafergras

Andere Inhaltsstoffe:
Pflanzliche Kapsel (Cellulose), organischer Reis (Hülle). Probiotika
werden in Milchprodukten kultiviert, die im Allgemeinen während des
Fermentationsprozesses verbraucht werden.
---
Lactobact forte

Gesamtkeimzahl: 2,5 x Milliarden KBE/Kapsel

Lactobacillus bulgaricus SP96CS
Lactobacillus helveticus LMG26307
Bifidobacterium infantis B5478
Bifidobacterium animalis B5764
Enterococcus faecium B4598

Glutamin: 300 mg
Biotin: 25 µg

Andere Inhaltsstoffe:
Hydroxypropylmethylcellulose (Kapselhülle), Reisstärke, Trennmittel:
Magnesiumsalze der Speisefettsäuren, Verdickungsmittel: Gellan
---
Ab und an kommt noch das Florassist Mood dazu, nur wird mir das alles zusammen irgendwie gerade zu viel ;)

Ansonsten scheint der verringerte Fleischkonsum sich positiv auf die (Verringerung der) Fäulniskeime (Klebsiellen, Clostridium species) auszuwirken, irgendwann werde ich nochmal einen Floratest machen. Umgesetzt habe ich auch Evas Tipp, auf etwas Stärke zu jeder Mahlzeit zu achten.

Gruß
Kate
 
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Hallo Ihr Lieben,

warum es Sinn macht, gegen den Coronavirus Probiotika zu nehmen (vor allem Probiotika mit Lactos und Bifidos, sie helfen am besten bei Infekten der oberen Atemwege), steht hier https://drruscio.com/probiotics-protect-against-cold-flu-and-respiratory-tract-infection/

"Probiotika waren besser als Placebo, wenn es darum ging, die Anzahl der Episoden akuter Infektionen der oberen Atemwege, die Häufigkeit der Episoden akuter Infektionen der oberen Atemwege und den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren." So ziemlich einheitlich in den Ergebnissen.

Neben Vitamin C (Darmtoleranz), Vitamin D und Zink-Supplementierung (2 x 25 gramm) scheint auch Melatonin wichtig zu sein (5 g).



Liebe Grüße an alle und bleibt´s g´sund!

Eva
 
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05.08.09
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Guten Abend,
ich hätte eine Bitte. Wenn Ihr das unverschämt findet, dann bitte löschen oder ignorieren.
Ich kenne die Zusammenfassung des Threads über die Resistente Stärke und habe früher auch mein sog. Darmpaket, bestehend aus Kartoffelstärke, Haferkleie, Flohsamenschalen, GOS, Akazienfaser und Inulin genommen.

Dann habe ich die Ernährung umgestellt mit viel Obst und Gemüse, kein Gluten, wenig Fleisch, keine Eier, wenig Fett, keine Milchprodukte.
Damit konnte ich Verbesserungen von vielen Baustellen in meinem Körper erzielen.

Nun hat sich allerdings seit Monaten starker Durchfall eingestellt, vermutlich durch die Entgiftung. Nachdem ich dies jetzt aber nicht mehr ignorieren konnte, dass mein Darm Hilfe braucht, habe ich eine Stuhlanalyse machen lassen.

Das Ergebnis ist wie erwartet sehr schlecht
Keine Diversität der Bakterien mehr, Fäulnisflora, Zuviel hist aminbildende Bakterien, keine schleimhautschützenden Bakterien mehr, keine Laktobakterien, kaum Bifidos us w.

So, nun muss ich etwas tun. Ich habe wieder Smithsonian dem Darmpaket angefangen und würde gerne wissen, ob die Erste Seite der Zusammenfassung noch aktuell ist, bzw. ob irgendwo in diese riesigen Thread noch irgendwelche Schätze gibt, die noch gefunden werden sollten.

Der neuerliche Beginn mit meinem Darmpaket ist nicht so einfach, da ich mit Bauchschmerzen reagiere.

Nun meine Fragen: Kann ich schon von Beginn an wieder Probiotika dazunehmen, oder ist das kontraproduktiv, da ich ja überhaupt keine gescheite Flora mehr habe.
ist es sinnvoller, erst Nur die RS und die Fasern einzuschleichen?

Es tut mir leid, wenn meine Fragen unpassend sind, aber ich fühle mich von der Fülle an Informationen im Moment echt überfordert.

Über jedwede Hilfe würde ich mich sehr freuen
Liebe Grüsse
Engelchen
 
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26.06.10
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Hat eigentlich hier jemand seine chronische Sinusitis und damit verbundene Infektanfälligkeit in den Griff bekommen und vor allem wie?

Ich überlege zurzeit mir Simbioflor 1 direkt in die Nase zu sprayen. Die reine Behanandlung mit oralen Probiotika bringt dagegen nichts bzw. könnte auch Auslöser gewesen sein, auch wenn sie mir sonst viel bringen.
 
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Lucy Mailing, PhD, integrative Gut Health, fasst zusammen, wie alles, was dem Darm hilft, gegen Covid-19 hilft:

https://www.lucymailing.com/how-gut-health-affects-resistance-to-infection/

So sehr sich die COVID-19-Pandemie derzeit in aller Munde befindet und befindet, befinden wir uns immer noch inmitten einer lang anhaltenden Epidemie von Darmdysbiose und chronischen Krankheiten. Und da ungefähr 90 Prozent der Patienten, die mit COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen, an einer oder mehreren Grunderkrankungen leiden (einschließlich Fettleibigkeit, Bluthochdruck, chronischer Lungenerkrankung, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen), sehe ich in diesem Bereich immer noch mein Wissen. Energie- und Inhaltsproduktionsbemühungen sind am besten gerichtet.

COVID-19 und der Zusammenhang mit dem Darm:

  • Während das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 hauptsächlich durch Atemtröpfchen verbreitet zu sein scheint, ist der bei COVID-19 auch der fäkal-orale Weg auch ein potenzieller Übertragungsweg. Dies bedeutet, dass das lebende Virus durch Fäkalien ausgeschieden und durch ungewaschene Hände auf den Mund oder andere Schleimhautoberflächen übertragen werden kann.
  • Der Eintritt des Virus in den Körper erfordert sowohl den Zellrezeptor ACE2 als auch ein Transmembranprotein namens TMPRSS2. Diese Proteine sind nicht nur in den Lungenalveolarzellen vorhanden, sondern werden auch in Zellen des Dünndarms und des Dickdarms stark exprimiert.
  • Viele Menschen haben Verdauungssymptome. Laut einem kürzlich veröffentlichten Bericht hatten 50,5 Prozent der Personen, die wegen COVID-19 in Hubei, China, im Krankenhaus waren, Verdauungssymptome wie Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen. Bei vielen Patienten gingen Verdauungssymptome der Entwicklung von Husten, Atemnot oder Fieber voraus. Ein kleiner Prozentsatz kann auch nur mit Verdauungssymptomen auftreten.
  • Das Virus kann sogar fünf Wochen nach Abklingen der Atemwegsbeschwerden im Stuhl sichtbar sein.
  • Es wurde berichtet, dass COVID-19 eine Darmentzündung verursacht . Ob es in der Lage ist, den Darm langfristig zu schädigen, wie es das in der Lunge zu tun scheint, ist noch unbekannt.
Nachdem die Darmbarriere erste Verteidigungslinie gegen Erreger und Toxine ist und sich 70 % der Immunzellen unseres Körpers im Darm befinden (über GALT), ist es auch der Darm, der potentielle Eindringlinge durch Kolonisationsresistenz fernhält. Kolonisationsresistenz bedeutet, dass es im Darm Nährstoffnischen gibt (Nischen, die durch Nährstoffe bestimmt sind, aus denen die Wirtsdiät besteht), die mit Mikroben gefüllt sind. Neue oder potentiell schädliche Mikroben haben Schwierigkeiten, eine Nische zu finden, in der sie sich im Darm ansiedeln können (=Kolonisationsresistenz).

Wenn unser Darm jedoch einer signifikanten Störung ausgesetzt ist, kann er der Invasion durch neue Mikroben nicht länger widerstehen. Antibiotika zB. können Mikroben aus ihren Nährstoffnischen „entfernen“ und neuen oder vorhandenen Krankheitserregern die Möglichkeit geben, sich einzumischen und Infektionen im Darm zu verursachen. Auch schlechte Ernährung oder andere Umweltfaktoren können Nährstoffnischen verändern.

Ballaststoffe verringern die Anfälligkeit für Infektionen

SCFAs (Butyrate, Acetate, Propionate) liefern Energie für die Zellen, die die Darmbarriere bilden, und stimulieren die Sekretion einer schützenden Schleimschicht, die Mikroben in sicherem Abstand von unserem Darmepithel hält.

Ballaststoffe schützen vor Infektionen im Darm:

Bacteroides, die Propionate produzieren, reduzieren Wachstum und Besiedlung von Salmonellen https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30057174 Hier erhöhen Butyrate die Resistenz gegen von C. difficile produzierten Toxine durch Unterstützung der Darmhypoxie https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30995474

Der Entzug von Ballaststoffen erhöht signifikant die Expansion von opportunist. Mikroben https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27863247

Ballaststoffe schützen aber auch vor Infektionen außerhalb des Darms über verschiedene Mechanismen:

1.)Ballaststoffe und die daraus resultierende SCFAs schützen vor Atemwegsinfektionen. Hier wird festgestellt, dass bei Mäusen bei Influenza die antivirale Immunität verbessert wird bzw. das Überleben nach Influenza-Infektion erhöht wird, indem sie die Bildung neuer Immunzellen im Knochenmark fördern https://www.researchgate.net/public...ocyte_Hematopoiesis_and_CD8_T_Cell_Metabolism Die ballaststoffreiche Ernährung reduzierte die hier die durch das Immunsystem verursachten Schäden in der Lunge, indem sie den Zustrom von Immunzellen (Neutrophile) in den Atemweg reduzierten. Das geschah durch die Darm-Knochenmark-Lungen-Achse: SCFAs aus dem Darm wirken auf Rezeptoren im Knochenmark, wo neue Immunzellen gebildet werden. Sie erhöhen spezifisch die Anzahl der Monozyten, die auf Gewebsschutz und –reparatur spezialisiert sind. Diese Monozyten produzierten weniger entzündl. Signalmoleküle, wodurch potenziell schädl. Neutrophile verringert wurden.

2.) Hier https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19890268 beeinträchtigen Antibiotika die Immunantwort auf eine Infektion mit Influenzaviren signifikant verringerte und erhöhte die Virusreplikation in der Lunge. Toll-like-Rezeptoren (TLRs) im Darm waren hier entscheidend für die Reaktion auf die Influenza-Infektion. Mit Antibiotika behandelte Mäuse hatten niedrigere Darmspiegel an Lipopolysacchariden (LPS), die starke Stimulatoren dieser immunbildenden Rezeptoren sind.

3)PPAR-Gamma-Agonisten reduzieren die Morbidität und Mortalität von mit Influenza infizierten Mäusen. PPAR-Gamma fungiert als Kontrollschalter des Epithelstoffwechsels und verhindert das Austreten von Sauerstoff in den Darm https://www.lucymailing.com/the-oxygen-gut-dysbiosis-connection/ Das Aktivieren des PPAR-Gamma-Weges verringern die Morbidität und Mortalität von Mäusen, die mit hoch pathogenen Influenzastämmen infiziert sind https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3584640/ https://www.pnas.org/content/106/13/5306

Altern und Darmmikrobiota: Kalorienreduzierung kann schützend sein, wird jedoch während der Infektion nicht empfohlen

Ältere Menschen sind anfälliger für Infektionen und die damit verbundenen Komplikationen. Altern ist oft verbunden mit einer Abnahme der Mikrobiota-Diversität und einer Verschiebung hin zu einer entzündlicheren Mikrobiot sowie mit einer geringeren Häufigkeit von Butyrat produzierenden Mikroben und einer höheren Häufigkeit von fakultativen anaeroben Proteobakterien in Verbindung gebracht https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20571116

Allerdings haben mehrere Studien gezeigt, dass gesunde, langlebige Menschen ein Mikrobiom haben, das genauso oder noch vielfältiger aussieht als das von jungen Menschen https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27676296

Kalorieneinschränkung verlängert die Lebensdauer in Tiermodellen konstant und verringert die Alterung des Immunsystems. Sie fördert eine schnelle Expansion und einen lang anhaltenden Anstieg von Lactobacillus fördert https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28891744

Allerdings verringerte hier Kalorieneinschränkung als Reaktion auf eine Influenza-Infektion das Überleben gealterter Mäuse https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15983169 Kalorienrestriktion reduzierte hier die Aktivität natürlicher Killerzellen in der Lunge, was zu einer erhöhten Virusreplikation führte. Dies deutet darauf hin, dass, obwohl eine Kalorieneinschränkung viele Langzeitparameter des Alterns positiv beeinflussen kann, eine Kalorieneinschränkung die Anfälligkeit erhöhen kann, sobald eine Exposition aufgetreten ist.

Auch hier war Kalorieneinschränkung im Zusammenhang mit einer Influenza-Infektion mit einer erhöhten Häufigkeit entzündungsfördernder Proteobakterien verbunden und korrelierte damit mit der Schwere der Infektion https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28979265

Insgesamt deutet dies darauf hin, dass eine angemessene Ernährung und reichlich Kalorien für die Unterstützung der Darmgesundheit und Immunität während der Infektion unerlässlich sind.

Probiotika als Schutz vor Atemwegsinfektionen:

Wenn wir die Evidenz für Probiotika in Betracht ziehen, ist es natürlich wichtig zu berücksichtigen, dass die Auswirkungen stamm- und krankheitsspezifisch sind:

 
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2. Teil der Zusammenfassung:

Könnte soziale Distanzierung die Darmmikrobiota beeinflussen?

Es gibt gute Gründe, sich jetzt sozial zu distanzieren. Sozialer Kontakt ist ein primärer Weg, um Infektionskrankheiten zu verbreiten, und die Abflachung der Kurve ist wichtig, um Leben zu retten und Burnout bei Mitarbeitern des Gesundheitswesens an vorderster Front zu verhindern.

Interessanterweise ist sozialer Kontakt auch eine Möglichkeit, harmlose oder sogar nützliche Mikroben mit anderen zu teilen. Es wurde gezeigt, dass verheiratete Personen und Personen, die sich einen Wohnraum teilen, Darmmikrobiome haben, die einander ähnlicher sind. Geselligkeit beim Menschen wurde mit einer höheren Darmdiversität in Verbindung gebracht. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2452231719300181

Kann eine Darm- oder Atemwegsinfektion die Darmmikrobiota verändern?

Bestimmte Darmpathogene können den Darmstoffwechsel verändern und die Zusammensetzung der Darmmikrobiota zu ihren Gunsten verändern. Das kann die zugrunde liegende Pathophysiologie sein, die bei Personen mit postinfektiösem Reizdarmsyndrom vorliegt. Die Auswirkungen einer Infektion auf den Darm sind jedoch nicht auf Darmpathogene beschränkt, sondern passiert auch nach viralen Infektionen.

Hier https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25366965 schädigte eine Influenza-Infektion der Atemwege den Dünndarm, nicht wegen einer Darm-Virusinfektion, sondern aufgrund von Immunzellen, die in der Lunge aktiviert wurden, die ins Darmgewebe transportiert wurden und hier zu Entzündungen führten.

Hier hatten jene Menschen bei der Arbeit mit Primaten die größte Artenvielfalt im Darm, die am geselligsten mit den Primaten umgingen (pflegen, berühren) https://www.welt.de/wissenschaft/ar...reundeskreis-foerdert-die-Darmgesundheit.html

Es macht daher Sinn, bei „social distancing“ viel Zeit in der Natur verbringen, um die Artenvielfalt durch Kontakt mit der Natur zu fördern.

Möglichkeiten zur Unterstützung Ihrer Darm-Immun-Achse: Antibiotikavermeidung (nach Möglichkeit), ballaststoffreiche Diät, regelmäßige Bewegung, genug Schlaf, Probiotika, Butyrat-Supplementierung, Zeit in der Natur
 
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Der neuerliche Beginn mit meinem Darmpaket ist nicht so einfach, da ich mit Bauchschmerzen reagiere.
Nun meine Fragen: Kann ich schon von Beginn an wieder Probiotika dazunehmen, oder ist das kontraproduktiv, da ich ja überhaupt keine gescheite Flora mehr habe.
ist es sinnvoller, erst Nur die RS und die Fasern einzuschleichen?
Hallo Engelchen, Dein Post ist vor lauter Corona, glaube ich, überlesen worden!

Vielleicht hilft es besser, mit einer bestimmten Probiotika-Art zu beginnen. Oft helfen SBO-Probiotika am Anfang besser als Probiotika mit Milchsäurebakterien. SBO-Bakterien produzieren viele antibiot. und antiparasitäre Stoffe, viele Medikamente sind von ihnen abgeleitet. Vor allem bei SIBO (Durchfall oder Verstopfung) können sie am Anfang helfen. Als Faserprodukt ist Akazienfaser recht gut verträglich für den Anfang.

LG Eva
 
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Liebe Eva,
danke trotzdem für Deine Antwort.
ich habe mit meinem Darmpaket plus Probiotika begonnen, habe alles ein bisschen eingeschlichen und jetzt Vertrag ich es ganz gut.
Werde nach und nach auch die Menge erhöhen, aber im Moment bin ich ganz zufrieden so.
Der Durchfall ist größtenteils gestoppt, Blähungen habe ich, aber die sind auszuhalten oder ich fahre dann ein bisschen zurück.
Jetzt bleib ich einfach dran und hoffe, dass im Laufe der Zeit sich doch wieder eine gewisse Diversität der Flora ergibt.

Liebe Grüße
Monika
 
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@evalesen

Hast du zufällig irgendwas gelesen, was bei dem Saccharomyces boulardii Eine angemessene und brauchbare Dosierung wäre? Ich kann die Keimzahl ja schlecht mit denen bakterieller Probiotika vergleichen. Danke.
 
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@evalesen

Hallo Magg,

Hast du zufällig irgendwas gelesen, was bei dem Saccharomyces boulardii Eine angemessene und brauchbare Dosierung wäre? Ich kann die Keimzahl ja schlecht mit denen bakterieller Probiotika vergleichen. Danke.
Dr. Ruscio schreibt von 2 Kapseln mit je 3 Mrd. (im amerikanischen Bio.) CFU, ich selbst nehme 3 x 3 Mrd. https://store.drruscio.com/products/sacchromyces-boulardii-probiotic?variant=8632522833972
ich habe mit meinem Darmpaket plus Probiotika begonnen, habe alles ein bisschen eingeschlichen und jetzt Vertrag ich es ganz gut.
Werde nach und nach auch die Menge erhöhen, aber im Moment bin ich ganz zufrieden so.
Hallo Engelchen,

super, das hört sich ja gut an!

Jetzt bleib ich einfach dran und hoffe, dass im Laufe der Zeit sich doch wieder eine gewisse Diversität der Flora ergibt.
Machst Du da auch einen Test, um das zu überprüfen?

LG Eva
 
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05.08.09
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Ja, ich glaube schon, dass ich dann nochmal testen lasse. Aber ich denke, nicht vor einem halben Jahr

Liebe Grüsse
Monika
 

Kate

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Hallo zusammen,

ich habe gerade vom Autoimmunportal eine Einladung zu einem Darm-Online-Kongress erhalten. Es gibt die Info auch Online:
Gesunder Darm: Schlüssel für deine Gesundheit – gratis Online-Kongress

Wir zeigen dir den Weg zur Darmgesundheit

Der Darm ist von zentraler Bedeutung für Deine Gesundheit. Es gibt allerdings nur wenige Menschen, die sich dieser wichtigen Rolle des Darmes bewusst sind.

Wenn du mit einem gesunden Darm deine Gesundheit auf ein neues Level heben möchtest, dann halte Dir unbedingt die Zeit ab Freitag, den 22.05.2020 frei.

Ab dann startet nämlich der kostenfreie Darmkongress in dem Dir über 25 Experten (Ärzte, Professoren, Heilpraktiker & Patienten) erklären werden, wie Dein Darm funktioniert und wie Du dieses Wissen nutzen kannst – wissenschaftlich, fundiert, verständlich und praxisnah.

Dort stehen weitere Informationen (u.a. zum Ablauf) und ein Anmeldelink.

Für Viele hier im Thread könnte das interessant sein, gerade in Zeiten, in denen ein gut funktionierendes Immunsystem besonders wichtig ist.

Gruß
Kate
 
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20.08.09
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Für Viele hier im Thread könnte das interessant sein, gerade in Zeiten, in denen ein gut funktionierendes Immunsystem besonders wichtig ist.
Liebe Kate,

danke für den Link! Ich finde auch, gerade jetzt ist der Focus auf den Darm doppelt wichtig. Ich hoffe außerdem, dass die Mikrobiomforschung trotz Corona bzw. auch nach Corona wieder weitergeht.

LG Eva
 
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