Profit auf Rezept - Dokumentation - 45 Min - NDR

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Wuhu,
hier ein Televisions-Tipp für heute:
Montag, 11. November 2013, 22:00 bis 22:45 Uhr [VPS 22:00]

45 Min - Profit auf Rezept : Dokumentation

Manfred L. lebte jahrelang sehr gut mit seinem Medikament, einem Blutverdünner. Dann verschrieb ihm sein Internist ein neues Präparat. Der 74-jährige Rentner bekam plötzlich Hautausschlag, schlechte Nierenwerte und Nasenbluten. Auf Anraten seiner Hausärztin Manja Dannenberg setzte er das neue Medikament sofort ab, seit dem ist alles wieder in Ordnung. Manfred L. hatte seinem Internist vertraut; was er nicht wusste: das neue Präparat war achtzehnmal teurer als sein altes Medikament. Neue Medikamente, so Kritiker, würden oft mit aller Macht von den Pharmaunternehmen auf dem Markt gedrückt und mit Hilfe einiger Ärzte den Patienten verschrieben - nicht immer zu deren Vorteil.

Über den Einfluss von Pharma-Industrie auf die Ärzteschaft berichtet das NDR Fernsehen in seinem Doku-Format "45min" am 11. November 2013, um 22 Uhr: "45min - Profit auf Rezept." Autor Klaus Balzer hat unter anderem einen Anästhesisten-Kongress auf Sylt besucht. Mehr als 1.000 Mediziner wurden schon am Eingang zum Kongress von einem wuchtigen Info-Stand eines Pharma-Riesen empfangen - auch mit Werbegeschenken. Kugelschreiber, Taschen, Schreibblöcke - alles mit dem Aufdruck des Medikamentes, an das sich die Ärzte in der Praxis erinnern sollen. Viele Ärzte griffen bei den Geschenken zu.

"Man darf die Wirkung dieser Werbekampagnen nicht unterschätzen", warnt Prof. Arnold Ganser, Chefarzt der Onkologie an der Medizinischen Hochschule Hannover. Er selbst hatte sich früher von Pharmaunternehmen zu solchen Kongressen einladen lassen, bis er merkte, dass dahinter ein fragwürdiges System steckt. Mittlerweile engagiert sich Ganser in der pharmakritischen Mediziner-Organisation MEZIS ("Mein Essen zahl` ich selbst") und Pharmavertreter haben auf seiner Station keinen Zutritt mehr.

Konzerne lassen sich ihre Kampagnen viel kosten: So sind die Marketing-Etats oft drei Mal höher als die Investitionen in Forschung. Zudem erhielten Ärzte, die neue Medikamente verschreiben, mitunter für die Beobachtung der Wirkung eines Medikaments bis zu 600 Euro pro Patient - " allein dafür, dass sie einen von der Industrie erstellten, völlig nutzlosen, Beobachtungsbogen ausfüllen", moniert Prof. Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft.

2012 entschied der Bundesgerichtshof, dass Kassenärzte, die zum Beispiel Geld als Gegenleistung für die Verschreibung von Arzneimitteln nehmen, sich nicht der Bestechung strafbar machen. Grund: Kassenärzte seien keine Amtsträger wie Beamte oder angestellte Ärzte von Universitätskliniken, insofern greife hier das Strafgesetzbuch nicht. Der BGH hat den Gesetzgeber aber aufgefordert, entsprechende Regelungen auch für niedergelassene Ärzte zu schaffen - bisher ohne Ergebnis.​
Q: www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/start291-epgdetail_sid-1440919.html

Wahrscheinlich nach der Ausstrahlung bald auch online zu sehen ( Sendungen | NDR.de - Mediathek )
 
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Wahrscheinlich nach der Ausstrahlung bald auch online zu sehen ( Sendungen | NDR.de - Mediathek )
Hallo Alibiorangerl,

ich habe mir die Sache durchgesehen.

Mit meinem Blutverdünner war ich auch lange glücklich, bis die Apotheke mir ein anderes Mittel angedreht hat, worauf mir immer übel wurde.
Aber, da ich ein sparsamer Mensch bin, habe ich das Mittel weiter genommen, bis ich die 99 Stück aufgebraucht hatte und ein Neues brauchte.

Die Ärztin, ansonsten zufriedenstellend und sehr freundlich, hat mir dann erklärt, daß sie das teuere Marcumar nicht aufschreiben könne.....

Ich bin dann so frei gewesen und habe mir ein Privatrezept geben lassen. Wenn ich wieder eine neue Packung brauche, werde ich mal die Rezepte versuchen der Kasse inRechnung zu stellen, mal sehen was da draus wird.

LG Rota
 
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