Pflegeheimerfahrungen mit Angehörigen?

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Einen " Kater Oscar ", den wünschte ich mir in jede Pflegeeinrichtung, denn er besitzt ungewöhnliche Fähigkeiten.💕

Das Tier kann anscheinend den Tod voraussagen . Damit haben die Angehörigen eine Chance, rechtzeitig Abschied zu nehmen.

"Oscar" gehört irgendwie - und keiner weiß genau warum und seit wann - zum Inventar des amerikanischen Pflege - und Rehabilitationszentrum Steere House, in der Abteilung für Demenz.
Irgendwann fiel den Pflegern auf, dass "Oscar" in dem Heim seine eigenen Runden machte, ganz wie Ärzte und Pflegern.
Er scheint zu verstehen, wenn Patienten im Sterben liegen.
Er riecht an den Patienten und beobachtet sie und setzt sich neben Menschen, deren Tod innerhalb weniger Stunden bevorsteht. Mehr als 50 Todesfälle kündigte "Oscar" an.

Das Pflegepersonal ist inzwischen dazu übergegangen, die Angehörigen zu verständigen, wenn sich "Kater Oscar" zu einem Patienten gelegt hat.
Eine schlüssige Erklärung für die ungewöhnliche Fähigkeit des Katers gibt es bisher nicht. Dem Pflegepersonal ist das egal, so lange Angehörige mit Hilfe eine größere Chance haben, sich von ihren Sterbenden Angehörigen zu verabschieden.

 
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wundermittel
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" Für eine Pflege in Würde"💞

328.000 Unterschriften wurden vom Stern für die Pflegepetition gesammelt und dem Petitionsausschuss übergeben und heute findet die Anhörung im Bundestag statt.

Das Thema ist im Fokus und hoffentlich bewirken die vielen Unterschriften etwas und sind der "letzte Tropfen auf dem heißen Stein".

Ich wünsche es so sehr.💓

 
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PFEGEREFORM 2021

Die Pflegereform sollte aus drei Säulen bestehen.
Die häusliche Pflege als erste Säule, die stationäre Pflege als zweite Säule und die bessere Entlohnung für Pflegepersonal als dritte Säule.

Zuletzt wurden die Reformpläne aber massiv reduziert:
Die geplante Erhöhung von Pflegegeld und Tagespflege wurde gänzlich gestrichen. Die Pflegeleistungen werden erst zum 1.1.22 um 5 Prozent erhöht. Besonders die häusliche Pflege findet in dem neuen Entwurf leider erneut wenig beachtet.
Wann und in welchem Ausmaß die Reformpläne umgesetzt werden, ist noch unklar.
Was bleibt, ist die Unsicherheit bei Pflegebedürftigen und Pflegenden Angehörigen. Es bleibt abzuwarten, was in den nächsten Monaten passiert.

Das ändert sich durch die Reform wirklich.....

 
regulat-pro-immune
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"In Deutschland leben nach jüngsten epidemiologischen Schätzungen rund 1,6 Millionen Menschen mit Demenz. Die meisten von ihnen sind von der Alzheimer-Krankheit betroffen. Durchschnittlich tre- ten Tag für Tag etwa 900 Neuerkrankungen auf."

Es ist so wichtig und nicht nur, wenn man älter wird, dass man mit der Familie darüber spricht, was wäre wenn....
Meine Kinder, die sich nicht vorstellen möchten, dass ich vielleicht einmal eine Betreuung benötige, kennen meine Wünsche.
Dank unserem Forum habe ich schon sehr lange eine Patientenverfügung und eine Betreuer - und Vorsorgevollmacht.💞

Natürlich möchte ich bis zuletzt selbstständig in meinen vier Wänden wohnen und wenn es nicht so kommen sollte, möchte ich auf keinen Fall meinen Kindern zur Last fallen.
Wie gern würde ich dann am oder im Wald wohnen oder bei einer eintretenden Demenz in diesem Demenzdorf.
Ich wünschte mir in jeder Stadt so ein Dorf und Einrichtungen, wo sich jeder Bewohner wohl- angenommen und beschützt fühlt.
Sollte ich irgendwann in so eine Einrichtung einziehen, dann hoffe ich, so eine tolle junge Frau wie Nele an meiner Seite zu haben.❤️


 
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04.05.21
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Hallo Wildaster, :)

ich habe Deine ersten beiden Beiträge gelesen und werde mit Sicherheit auch die anderen alle lesen. Du beschreibst die Situation richtig gut und ich kann mich hier oftmals selbst darin wiederfinden.

Es sind elf Seiten, aber das ist ein so wichtiges Thema. Ich frage mich auch immer wie andere das gemeistert haben und welchen Blick sie auf das Älter werden und auf die Pflege haben.

Ich habe vor kurzem auch meine Schwiegermama und meinen Vater verloren, die ich auf ihren letzten Wegen begleitet habe. Ich habe hier so viel erlebt. Wenn ich einmal Zeit finde, schreibe ich vielleicht auch etwas darüber.

Das Demenzdorf finde ich auch richtig gut. Leider tut man sich da noch schwer mit.

Liebe Grüße an Dich, Wildaster und an alle, die hier mitlesen
 
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Liebe Juliette,

mein aufrichtiges Beileid.❤️ Es tut immer weh, sich von einem geliebten Menschen zu verabschieden.
Mir gab es Kraft im Schmerz, meinen Mann und meine Eltern auf ihren letzten Weg begleiten zu dürfen. Jeder Abschied verändert einen und man bekommt einen ganz anderen Blickwinkel auf das Leben.
Erging es dir auch so, Juliette?

Ich hoffe, dass du die Zeit findest, etwas mehr von deinem Erlebten zu schreiben. Aus Erfahrung weiß ich, dass zur Zeit, die man zum Schreiben benötigt, auch die Emotionen dazukommen. Du hast recht, es ist ein sehr wichtiges Thema und oft bleiben die Betroffenen damit allein. Als ich seelisch und gesundheitlich vollkommen am Ende war, schenkte mir mein Jüngster ein IPad, war damit zum ersten Mal im Internet und fand gleich unser Forum.
Schicksal und großes Glück zugleich!💞

Ich würde mich freuen, bald wieder etwas von dir zu hören/lesen.

Liebe Abendgrüße von Wildaster:)
 
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18.03.12
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Das letzte Tagebuch/ Notizen aus dem Hospiz

Eine herzergreifende Doku und ein großes liebes Danke dafür, dass es die Palliativmedizin und diese tollen Helfern gibt.❤️
Das Schicksal von Rudi ging mir noch zusätzlich ans Herz.💓

Ich habe schon öfters die Hand eines Sterbenden gehalten und nie ging es spurlos an mir vorbei, es half mir, mich selbst zu finden, das Leben bewusster wahrzunehmen und daraus Schlüsse für mein eigenes Leben zu ziehen.

Liebe Grüße von Wildaster

 
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18.03.12
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Probleme mit dem Pflegeheim? Das rät die Verbraucherzentrale :

- Bei Problemen mit dem Pflegeheim unbedingt die Mängel dokumentieren.
- Die Verbraucherzentrale zeigt auf, in welcher Reihenfolge man welche Stelle informieren sollte.
- Sich beraten lassen, bevor das Heimentgelt gekürzt wird.


Ich wünsche euch natürlich, dass ihr mit der Unterbringung eurer Lieben zufrieden seid und wenn nicht, wünsche ich euch viel Kraft und natürlich Erfolg.🍀
Aus Erfahrung weiß ich, dass es oft Situationen gibt wo man am Verzweifeln ist und man oft nicht weiter weiß.
Ich ließ mich als Angehörige mit in den Heimbeirat wählen und konnte mich so verstärkt für die Interessen der Bewohner und ihre Angehörigen einsetzen.

Liebe Grüße von Wildaster💞
 
regulat-pro-immune
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Zum Heim gehört oft auch ein Arzt, der die Heimbewohner betreut. Bei meiner Mutter habe ich erlebt, daß ihr bisher behandelnder Arzt das Interesse an ihr verloren hat, sobald sie im Heim untergebracht war. Er empfehl, einen anderen Arzt zu suchen, was meine Mutter gar nicht gut fand mit ihren 86 Jahren. Zum Glück haben wir dann noch eine Ärztin gefunden, die auch Homöopathiin war und meine Mutter schon von früher kannte.

Grüsse,
Oregano
 

James

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Meine Erfahrungen sind alles Andere als positiv und ich möchte darüber berichten:


Meine Mutter (95!) leidet seit über 40 Jahren an Dünndarmbeschwerden, die durch zu starke Bestrahlung mit Verbrennungen nach einer Total-OP verursacht wurden. Das Äußert sich durch Koliken, die mal leichter oder schwerer verlaufen und etwa aller Monate 1x auftreten.
Die letzte Kolik war heftig und wurde durch Erbrechen begleitet. Das veranlasste das Heim den Notarzt zu rufen. Er wies sie in ein Krankenhaus ein. Die Untersuchung und das MRT hatte als Ergebnis: Dünndarmverschluss! Da sie eine sofortige OP ablehnte, ordnete man sie als Palliativ-Patientin ein und es war klar, dass sie sterben würde. Nach kurzer Zeit wurde sie mit diesem Befund in das Heim entlassen.
Als sich ihr Zustand langsam normalisierte, sie essen konnte und Stuhlgang hatte war uns klar, dass sie nur eine Kolik hatte und keinen Darmverschluss. Die Heimärztin war aber von dieser Tatsache nicht zu überzeugen, denn die Krankenhausärzte hatten ihren Bericht so abgefasst und der galt. Eine Visite lehnte sie ab, denn auf Palliativ gesetzte Menschen regt man nicht zusätzlich auf! Die Folge war, dass sie weder Insulin noch Medikamente oder Stützstrümpfe bekam und sich Wasser in den Beinen staute. Da sie merklich aber langsam abbaute, drängten wir auf Medikamente, aber sie bekam weder eine Visite und nur Insulin. Erst eine Beschwerde und die Androhung juristischer Maßnahmen machte eine Visite mit Aufhebung palliativer Maßnahmen und gewohnter Medikation möglich. Einige Tage später schmeckte ihr der Obstkuchen so, dass sie 2 Stücken verdrückte. Ohne den Druck, den wir auf das Heim und die Ärztin ausgeübt haben, wäre das Ergebnis leider anders.
 
Themenstarter
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18.03.12
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Zum Glück haben wir dann noch eine Ärztin gefunden, die auch Homöopathiin war und meine Mutter schon von früher kannte.
Da habt ihr wirklich großes Glück gehabt, Oregano und freut mich im Nachhinein sehr.🙂

Ich war gerade dabei dir zu antworten und las dabei die Zeilen von James und konnte nicht weiterschreiben. All das, was ich mit den Ärzten bei meinen Eltern in den 15 Jahren Pflegeheim negativ erlebte, und auch bei den anderen Bewohnern mitbekam, überrollte mich.

Wir ALLE wissen, dass pflegebedürftige Menschen in Einrichtungen neben einer umfassenden Pflege und Betreuung auch eine regelmäßige ärztliche Betreuung benötigen.
Leider ein Dauerthema!!
Es ist eine Dreieckbeziehung Arzt, Patient und Pflegeheim/Pflegekräfte, aber leider habe ich nicht erlebt, das Bewohner und Angehörige gleichberechtigt eingebunden werden.

Mir erging es wie James, denn nur durch Druck und meiner Hartnäckigkeit konnte ich meine Eltern vor einiges bewahren. Es war ein ewiger kräftezehrender Kampf.

Ich wünschte mir einen Arzt für alle Bewohner in einer Einrichtung, der öfters bei den Bewohnern vorbeischaut und auch ein Ansprechpartner für Angehörige ist und nicht, dass bei dringenden Fällen der Hausarzt verhindert ist und viel später dann ein Notarzt angefordert wird und man seinen Angehörigen plötzlich im Krankenhaus vorfindet.

Auch ich hätte Beispiele die zeigen würden, dass bei der ärztliche Betreuung in Pflegeeinrichtungen verdammt viel schief läuft.

Ich wünsche jedem der Angehörige betreut, viel Kraft, weiter viel ❤️ und alles Gute auch für eure Lieben. 🍀🍀🍀
Wildaster
 
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