Öko-Test entdeckt Mineralöl in Kokosöl (Februar 2020)

Kate

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Hallo zusammen,

viele Forums-Mitglieder nutzen Kokosöl, z.B. weil es eins der wenigen unproblematisch erhitzbaren Öle ist oder weil sie Paleo-Ernährung oder deren Variante AIP (Autoimmunprotokoll) praktizieren, in der viele Lebensmittel tabu sind, oder vielleicht auch einfach wegen des Geschmacks. Öko-Test hat in seiner aktuellen Ausgabe leider in vielen Kokosölen Mineralöl gefunden - wie auch schon in vielen anderen Lebensmitteln (z.B. Schokolade).
Wir haben Kokosmilch und Kokosöl für umfangreiche Analysen in drei Untersuchungslabore geschickt. Im Test sind 20 Marken, darunter 16 Bio-Produkte.

Die wichtigsten Testergebnisse im Überblick:
  • Sechs Kokosmilche im Test schneiden mit dem Gesamturteil "sehr gut" ab.
  • Die Bestnote erhalten außerdem vier getestete Kokosöle.
  • In der Hälfte der Kokosöle im Test stecken sehr hohe Gehalte an Mineralölbestandteilen, darunter sind auch Bio-Produkte.
Das ist erschreckend: Fünf Kokosnussöle im Test sind stark mit den Mineralölbestandteilen MOSH und MOAH belastet. Vier davon sind bekannte Bio-Marken. Die gesättigten Kohlenwasserstoffe MOSH reichern sich im menschlichen Körper an. Noch bedenklicher sind die MOAH-Belastungen in den Ölen.

MOAH sind aromatische Kohlenwasserstoffe, unter denen sich auch krebserregende Substanzen befinden können. Sie sollten deshalb in Lebensmitteln überhaupt nicht vorkommen. Ein Kokosöl im Test enthält mit fast zehn Milligramm pro Kilogramm am meisten MOAH.
Wer den gesamten Test lesen möchte, kann diesen online kostenpflichtig abrufen, das Heft kaufen oder in der öffentlichen Bücherei einsehen (mache ich öfter mal). Hier eine Aussage zu den Kokosölen, die demnach eher zu meiden sind:
Die fünf Öle, die jeweils das Urteil "mangelhaft" erhielten, sind:
  • "Kokosöl Neutral" von Alnatura,
  • "Kokosöl Nativ" von Bio Planète,
  • "Bio Kokosöl Nativ, Naturland" von Rewe,
  • "Schneekoppe Kokosöl, nativ kaltgepresst" von Aldi und
  • "Palmin 100 % reines Kokosöl, geschmacksneutral" von Kölln.
In ihnen entdeckte das Labor zudem aromatische Kohlenwasserstoffe (MOAH). Unter diesen befinden sich auch krebserregende Substanzen. "Sie sollten deshalb in Lebensmitteln überhaupt nicht vorkommen", so die Tester.

Ja, welche kann man denn nun laut Öko-Test mit gutem Gefühl zu sich nehmen? Ich habe nach Infos im Web gesucht und diese gefunden:
Kunden können bedenkenlos auf das exotische Fett von Rapunzel oder Borchers zurückgreifen.

In der Aufzählung fehlen allerdings 2 von den 4 "sehr gut" getesteten (siehe Öko-Test-Zitat ganz oben)... Ich habe hier gerade ein großes Glas Kokosöl von dennree stehen, das aber leider nicht getestet wurde... 🤔

Gruß
Kate

Nachtrag:
Hier soll es nicht darum gehen, ob Kokosöl grundsätzlich gesund ist, dazu hatten wir hier einen Thread: https://www.symptome.ch/threads/das-reine-gift-professorin-warnt-vor-kokosoel.138002/
 
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Ich hab mir den Test damals gleich gekauft, da ich sehr viel mit Kokosöl mache und ich auch gesehen hatte, dass mein übliches Kokosöl eine schlechte Note erhalten hat. Deshalb hab ich jetzt nach Alternativen geschaut....
 
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Ich habe bio planete deshalb angeschrieben (das Kokosöl verwende ich seit Jahren) und folgende Antwort bekommen:

vielen Dank für Ihre Nachricht und dass Sie uns die Möglichkeit geben, auf Ihren Ärger zu reagieren und einige Dinge richtig zu stellen.

Auch wir sind schockiert über das ÖKO-Test-Ergebnis, das wir keineswegs so stehen lassen können. Wir investieren seit jeher sehr viel Zeit, Mühe und Sorgfalt in die Qualitätssicherung unserer Produkte und haben bisher bei Rückständen wie z. B. Weichmachern Maßstäbe gesetzt. Vor allem aber sind wir verärgert darüber, dass man bewusst die Verunsicherung von Kunden in Kauf nimmt.

Sie finden anbei unsere offizielle Stellungnahme sowie ein weiteres Informationsschreiben.

Wir können Ihre Verunsicherung sehr nachempfinden, liebe Frau G. Wir können Ihnen aber versichern, dass unser Kokosöl bedenkenlos verzehrt werden kann.
(Ein kleines Beispiel noch: In handelsüblichem Brot ist die Belastung von MOSH/POSH bis zu 45 mal so hoch.)

Wir hoffen, unsere Erläuterungen helfen Ihnen, sich selbst ein Urteil zu diesem Testergebnis zu bilden. Sie können sicher sein, dass wir bei der Qualität all unserer Produkte keine Kompromisse machen und würden uns natürlich sehr freuen, wenn Sie uns weiterhin Ihr Vertrauen schenken. Wenn Sie noch Fragen haben oder gern weitere Auskünfte hätten, zögern Sie bitte nicht, uns zu kontaktieren.

und dann die zweite Email vom Qualitätsmanagement:

vielen Dank für Ihre Nachricht. Die Bewertung der Mineralölkomponenten ist nicht so einfach, wie es die Berichterstattung von Ökotest suggeriert. Wir bitten Sie, sie nachfolgenden Informationen zu beachten. Von unseren Kokosölen geht keine Gesundheitsgefahr aus.

Ziel ist es, Lebensmittel frei von gesundheitsgefährdenden Stoffen oder Rückständen zu produzieren und zu verpacken.

Mineralöle kommen jedoch überall in der Umwelt vor, daher ist ein Handeln entlang der gesamten Wertschöpfungskette erforderlich.

Zum einen sind Kartonverpackungen aus Recyclingmaterialien als eine Eintragsquelle in Lebensmittel identifiziert (Druckfarben und Karton). Zum anderen können Erntemaschinen (Dieselmotoren) aber auch sonstige Umweltemissionen (Autos, Motorräder, Flugzeuge, Ofenheizungen, Reifenabrieb) die Ursache sein. Ebenso können Pflanzenschutzmittel, die häufig auf Paraffinbasis hergestellt sind, verantwortlich sein.

Auch im Produktionsprozess oder beim Transport gibt es viele Eintragsquellen: Vom Jutesack – dessen Fasern mit Mineralölen haltbar und geschmeidig gemacht werden – über s.g. Food Grade Schmieröle - also für den Lebensmittelkontakt zugelassene Schmieröle an den Produktionsanlagen - bis hin zu Kunststoffverpackungen, aus denen Mineralöl-ähnliche Substanzen, sog. POSH, ins Lebensmittel übergehen können.

Denn gleich und gleich gesellt sich gern: Fette sind fettliebend - Mineralöle lösen sich also besonders gut in Fett bzw. Öl, also auch im ölhaltigen Teil der Ölpflanze und konzentrieren sich dort.
Bei Gehalten in Höhe von wenigen Milligramm ist davon auszugehen, dass es sich um die Summe vielfältiger unvermeidlicher und allgegenwärtiger Eintragswege handelt. Leider ist es nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik nicht möglich, Mineralölkohlenwasserstoff-Fraktionen eindeutig ihren Quellen zuzuordnen.

Für MOSH und MOAH in Lebensmitteln gibt es bislang keine Grenzwerte, da die toxikologische Bewertung der Aufnahme von MOSH und MOAH durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) noch nicht abgeschlossen ist.

Vertreter der Lebensmittelüberwachungsbehörden der Länder und des Lebensmittelverbands haben im April 2019 Orientierungswerte für Mineralölkohlenwasserstoffe in Lebensmitteln veröffentlicht. Diese Werte geben eine Orientierung, welche Gehalte an Mineralkohlenwasserstoffen bei guter fachlicher Herstellungspraxis realistisch sind. Sie liegen für MOSH bei 13 mg/kg, für MOAH unter der Bestimmungsgrenze von 2 mg/kg.

Die von ÖKO-TEST ermittelten Werte unseres BIO PLANÈTE Kokosöl nativ liegen sowohl für MOSH als auch für MOAH unterhalb dieser Orientierungswerte. Die Werte der bedruckten Seiten eines bekannten Test-Magazins lagen übrigens bei 297 mg/kg für MOSH und 38 mg/kg für MOAH.

Das Bewertungsschema von Öko-Test ist für uns als Hersteller leider nicht nachvollziehbar. Obwohl es mittlerweile wissenschaftlich fundierte Orientierungswerte gibt, folgt Öko-Test augenscheinlich einer eigenen Werte-Skala.

Für uns als Bio-Hersteller ist es besonders von Interesse, den Fokus auf die Qualität von Nahrungsmitteln zu lenken und auf Schwachstellen aufmerksam zu machen.

Wir wählen unsere Lieferanten, Rohwaren, Verpackungen und Produktionshilfsstoffe sorgsam aus und prüfen regelmäßig – mit modernsten Analysemethoden und externen Laboren – die Qualität unserer Produkte.

Unser Ziel ist es, die Gehalte an MOSH in Lebensmitteln möglichst gering zu halten und weiter zu reduzieren. Aber sie komplett zu vermeiden, ist aufgrund der Umwelteinflüsse kaum möglich.
Wir arbeiten hierzu seit Jahren mit unseren Lieferanten und Landwirten an der Reduzierung von möglichen Eintragsquellen. Die konsequente Ursachenforschung ist uns sehr wichtig!

Für das BIO PLANÈTE Kokosöl nativ bestätigen unsere Qualitätskontrollen eine chargenübergreifende und lieferantenunabhängige niedrige Belastung. Hierzu haben wir in den letzten Jahren viel Ursachenforschung und viele Analysen durchgeführt.

Auch aktuelle Untersuchungen unseres BIO PLANÈTE Kokosöl nativ zeigen keine bis geringe MOSH-Werte, die unter den Orientierungswerten liegen. MOAH wurden im Rahmen unseres Monitorings nachweislich bislang in keiner der seit 2014 untersuchten Chargen nachgewiesen. Die von der ÖKO TEST ermittelte Belastung können wir anhand unserer Ergebnisse aus mehreren, unabhängigen, akkreditierten Laboren nicht nachvollziehen.

Der menschliche Organismus ist Mineralölverbindungen täglich aufgrund von Kosmetika, Dieselabgasen, Materialabrieb, Zeitungsdruckfarben u. ä. ausgesetzt. Diese Hintergrundbelastung wird durch die Lebensmittelaufnahme nur geringfügig erhöht. Eine Gesundheitsgefahr geht von dem Produkt nicht aus.
 
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