Im Newsletter von edubily war heute der Hinweis auf
Kreatin auch für die Knochengesundheit mit einem Verweis auf diesen Artikel von 2019:
Ich habe eine Zusammenfassung des Knochen-Kapitels von einer KI (Claude.ai) schreiben lassen:
Abschnitt 4.3: Wirkung von Kreatin auf Knocheneigenschaften (Humanstudien)
Knochenumbaumarker – erste vielversprechende, aber widersprüchliche Befunde
Eine frühe Studie an älteren Männern (55–77 Jahre), die Kreatin (0,1 g/kg/Tag) während eines 10-wöchigen Krafttrainings einnahmen, zeigte eine Reduktion des Knochenresorptionsmarkers (urinary n-telopeptide cross-links of type 1 collagen) um
27 %, während die Placebogruppe einen Anstieg von 13 % verzeichnete. Die postulierte Erklärung: Kreatin stimuliert die Differenzierung von Osteoblasten (knochenaufbauende Zellen), die daraufhin Osteoprotegerin ausschütten – ein Protein, das die Aktivierung von Osteoklasten (knochenabbauende Zellen) hemmt und somit die Knochenresorption reduziert.
Jedoch konnten
vier weitere Studien mit einer Kreatin-Supplementierung von 5 g/Tag über 14–26 Wochen im Rahmen von Krafttrainingsprogrammen keine Auswirkungen auf Blut- oder Urinmarker des Knochenauf- oder -abbaus nachweisen. Dasselbe gilt für eine Langzeitstudie über 12 Monate mit sehr niedrig dosiertem Kreatin (1 g/Tag) bei osteopenischen postmenopausalen Frauen ohne Krafttraining.
Knochenmineraldichte – Meta-Analyse zeigt keinen klaren Effekt
Eine Meta-Analyse von Forbes et al. untersuchte fünf Studien mit
3–12 Monaten Kreatin-Supplementierung (5–8 g/Tag, teilweise mit einer Ladephase von ~20 g/Tag für 5 Tage) kombiniert mit Krafttraining (2–3 Tage/Woche) bei Männern und Frauen im Alter von 57–85 Jahren. Das Ergebnis:
Kein signifikanter Vorteil von Kreatin gegenüber Placebo bei der Knochenmineraldichte an Hüfte, Femurhals, Lendenwirbelsäule oder Ganzkörper.
Eine weitere, nach dieser Meta-Analyse veröffentlichte Studie (Kreatin ~8 g/Tag, 8 Monate Krafttraining, 3x/Woche, Durchschnittsalter 55 Jahre) bestätigte diesen Befund. Auch nach Einbeziehung dieser Studie in die Meta-Analyse blieben die Ergebnisse unverändert – kein signifikanter Effekt an irgendeiner Körperstelle.
Eine Ausnahme: Positiver Hinweis bei postmenopausalen Frauen
Die vielversprechendste Einzelstudie zeigte, dass eine Kreatin-Supplementierung (~8 g/Tag) über
12 Monate kombiniert mit Krafttraining (3x/Woche) bei postmenopausalen Frauen den Verlust an Knochenmineraldichte am
Femurhals abschwächte: Kreatingruppe –1,2 % vs. Placebogruppe –3,9 %. Zudem wurden positive Veränderungen der geometrischen Eigenschaften des Femurs (Breite des Femurschaftes) beobachtet, was die Biegesteifigkeit des Knochens positiv beeinflussen könnte.
Die Autoren weisen jedoch auf
methodische Einschränkungen hin: Die Stichprobengröße war relativ klein, und der besonders hohe Knochenverlust in der Placebogruppe lässt die Möglichkeit eines Zufallsbefundes offen.
Hochdosierte Bildgebungsstudie mit negativem Ergebnis
Eine große Studie mit
108 osteopenischen postmenopausalen Frauen über 12 Monate mit Kreatin (1 g/Tag) fand keinen Effekt auf die Knochenmineraldichte (Lendenwirbelsäule, proximaler Femur) und auch nicht auf die Knochen-Mikroarchitektur, gemessen mittels hochauflösender peripherer quantitativer Computertomographie (HR-pQCT) an Radius und Tibia. Ein wesentlicher Schwachpunkt dieser Studie war jedoch die sehr niedrige Kreatindosis (mindestens fünfmal niedriger als in anderen Studien) sowie das Fehlen eines Krafttrainingsprogramms.
Mechanistischer Hintergrund und Schlussfolgerung
Die Autoren betonen, dass Kreatin die Muskelmasse bei älteren Erwachsenen nachweislich erhöht, und einer der postulierten Mechanismen für einen positiven Knocheneffekt darin besteht, dass mehr Muskelmasse – und damit mehr Kraft – bei Muskelkontraktionen zu einer stärkeren mechanischen Beanspruchung (strain) des Knochens führt. Dies könnte über Mechanotransduktion die Knochenbildung anregen.
Insgesamt kommen die Autoren zu dem Schluss, dass die Evidenz für einen Effekt von Kreatin auf die Knochenmineraldichte beim Menschen
uneinheitlich ist. Für gesicherte Aussagen sind längere Interventionsstudien notwendig, die neben der Knochenmineraldichte auch strukturelle Knocheneigenschaften (z. B. geometrische Knochenkennwerte) erfassen.