Meine Alkoholgeschichte

wege1

Noch eine Idee?
Wenn schon Großvater und Eltern Alkohol in Mengen getrunken haben, dein Cousin noch dazu, irgendwie kurz gesagt, die ganze Familie - kam mir Familienaufstellung in den Sinn. Ich kenne es auch nur vom Hörensagen, nie selber (mit)erlebt. Im Forum gibt es einige, die damit Erfahrungen haben.
Mit diesem neuen Stichwort dann mal gesucht, mit den anderen Stichworten kombiniert, also mit Trauma, Alkohol.......systemstellen.org/ familienaufstellung/sucht/

Das mit der systemischen Aufstellung finde ich hier in Deinem Fall gar nicht so übel (machen meist Klinghardt Therapeuten).
Erkundige Dich doch wenigstens mal.....sprich mit Gruppenmitgliedern, ob‘s gepasst hat. 🤔
Ich kenne es und auch Fälle, wo es gewirkt hat. Trial & Error.

Es wäre m. M. nach zumindest der psysische Ausstieg aus dem Alkohol.....,
danach kommen auch keine Gedanken mehr, ich könnte ja mal nochmal ein Glas .........., oder vielleicht Wein. Nein.

Love it, change it, or leave it....... also: null Toleranz, ein bisschen schwanger ist auch schwanger...🤣

Sucht bekommt man weg, ich habe das sichere Gefühl, daß Du es schaffst, sonst wärst Du nicht im Forum.

LG, wege
 
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wundermittel
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Landbastian,
warum???

Schade, dass du nicht dabei geblieben bist. Zwar hat dein Rückfall nicht alles zunichte gemacht, wie es bei echten Alkoholikern der Fall sein könnte, aber warum bist du nicht dabei geblieben, was du so gut angefangen hast. Dein Körper scheint dir aber zu sagen, dass Alkohol nicht gut für dich ist.
Nochmal meine Frage: Was hat sich in den 11 Wochen in deinem Befinden gebessert? Ist es den Verzicht auf Alkohol wert? Lohnt eine Rückkehr zu alten Gewohnheiten den Verlust der Verbesserungen? Überlege, was du statt Alkohol trinken kannst, auch in Gesellschaft oder, wenn sie wieder offen sind, in Gaststätten: Kräutertee, Bitter Lemon (natürlich ohne Gin), Mineralwasser, Fruchtsaft, Tomatensaft. Hilfreich kann auch sein, zu beobachten, wie sich für dich als Nüchternem die Freunde zeigen, wenn sie getrunken haben. Als Nichttrinker bist du auch beliebt als Chauffeur beim Heimfahren.

Ich habe mich ja zum Verzicht auf Alkohol entschlossen, obwohl ich keinerlei Abhängigkeit hatte. Aber ich mache kein Evangelium daraus. An Weihnachten habe ich mit meinen Kindern mit einem viertel Glas Rotwein angestoßen. Es hat sogar geschmeckt, aber mehr war nicht nötig. Dass du gleich "ein paar" Bier getrunken hast, bevor du gemerkt hast, dass es nicht geschmeckt hat, zeigt, dass du gewohnt warst, gleich große Mengen zu trinken. Ein einziges kleines Glas hätte es auch getan.
Bleib bei deinem Entschluss. Du kannst nur gewinnen.
 
regulat-pro-immune

wege1

Ja, richtig Gerd. Es kommt ürsprunglich aus ner anderen Ecke.
Klinghardt Therapeuten bieten es meist seriös an.

LG, wege
 
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bieten es meist seriös an
Woran machst du es in dem Fall (Familienaufstellung) fest, seriös - unseriös?
Auf der Seite zur Klinghardt-Ausbildung liest man das:
Die ...Zusatzseminare gehören nicht unmittelbar zur Klinghardt-Ausbildung.
Es handelt sich um thematisch nahe, ergänzende Inhalte.
Weiter unten dort kurz einige Stichworte dazu "Das Familiensystem".

Es gibt auch das de.wikipedia.org/ Deutsche Gesellschaft für Systemaufstellungen
 

wege1

Ich hatte es einmal bei einem Klinghardt Therapeuten in der Gruppe gemacht und einmal bei einem Psychologen nach Hellinger.

Letztendlich hatte ich persönlich den Eindruck, das Prinzip ist das Gleiche und auch das Ergebnis unterschied sich in Nuancen.

Und es kostete beim Kl. Therapeuten einen Bruchteil.

Das ist nur mein persönlicher Eindruck, jeder kann für sich selbst entscheiden, was er tut. Manchmal kann man kostenlos vorab mal an einer Sitzung teilnehmen (Beobachter) und sehen, ob einem das überhaupt zusagt und für einen selbst Sinn macht.

Wer esoterische Methoden völlig ablehnt, kann es vergessen. Es ist ein Weg unter vielen und ein kostenlosen Anschauen ist ja nicht falsch.

Somit ist es ein Vorschlag, ob es hilft oder nicht, Sinn macht oder nicht, kann nur landbastian für sich sebst entscheiden.
 
Themenstarter
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Nach meiner drei monatigen Abstinenz folgte eine kurze Zeit mit Alkohol, dann wieder eine längere ohne. Dann ein Job, der mich überforderte. Damit ging einher, dass ich täglich trank.
Der Job war schnell Geschichte. Dieser Art von Überforderung folgte bei (Mal wieder) mit heftiger Skoliose bis hin zu wochenlang nicht Laufen können und Bandscheibenvorfall. Und ich trank wieder, jeden Tag :(

Also Job ist Geschichte, ich bin zwar nicht schmerzfrei, aber kann wieder quasi alles machen. Und erneut bin ich alkolfrei. Sehr vorsätzlich und es ist denkbar, dass ich nie wieder trinken werde. Es ist kein Versprechen, nur eine von mehreren Möglichkeiten. Definitiv wird diese Abstinenz noch länger als die letzten werden.

Es passieren schräge Sache in dieser Abstinenz ohne Druck. Ich habe eine tolle Frau kennen gelernt und wir teilen eine ähnliche Alkohol Geschichte und sind am genau gleichen Punkt. Das bekommt einer mit der zuhört und dann schlagartig nichts mehr trinkt. Er habe die letzten Wochen jeden Tag getrunken und das will er nicht, jetzt legt er eine Pause ein.
Das sind nun gerade zwei meiner drei Reisebegleiter der letzten zwei Monate geworden (ich lebe nomadisch)
Dann treffe ich weiter auf Menschen die ich schon länger kenne und die sich plötzlich öffnen und wie selbstverständlich von ihrer Abstinenz erzählen "Alkohol trinke ich schon lange nicht mehr" sagt ein 25jahriger ungefragt. Voll schön diese Begegnungen.

Tja und manchmal überlege ich ob ich gar nicht so dünnhäutig bin und so schnell beleidigt wie ich immer dachte. Seit ich gar nichts mehr trinke bin ich jedenfalls belastbarer. Gestern hatte ich einen Autounfall mit Blechschaden an beiden Autos, ohne Personenschaden. Vor vier Wochen habe ich begonnen Spanisch zu lernen und finde mich plötzlich zwischen Unfallgegner und fünf (!) Spanischen Polizisten wider. Nur einer sprach Englisch und mein Spanisch, nach vier Wochen, ist besser als sein Englisch. Eine Situation die mir noch vor zwei Jahren die Schuhe ausgezogen hätte. Eine Stunde lang mit fünf spanischen Polizisten in praller Hitze nehmen den von mir verursachten Schäden auf und sagen mir mein Pass wäre nicht gültig und meine Zulassungspapiere unvollständig uswusf. Gestern war das noch zwei, drei Stunden später unangenehm und dann war's weg.

Ich möchte das nicht alles auf den Alk schieben, aber es ist ein Faktor dabei. Mir geht's einfach besser. Und meine Schlafhygiene ist definitv dadurch verbessert :)
 
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Gratuliere zum Durchhalten.
Wenn du mal wieder überfordert sein solltest: Du hast erlebt, dass Alkohol das Problem nicht löst, sondern eher verstärkt. Viele Probleme könnten von einer gestressten bis geschädigten Leber kommen. Die Leber ist ziemlich regenerationsfähig, wenn der schädliche Einfluss wegfällt, aber das dauert. Und bis zum Erfolg sind auch kleine Mengen Alkohol Gift. Bevor du schwach wirst, erinnere dich an alles, was sich ohne Alkohol verbessert hat, und überlege, ob du das aufgeben willst. Gut, dass du Gleichgesinnte gefunden hast. Alkoholfreunde sind meist wenig tolerant gegen Saft- und Wassertrinker. Irgendwie wollen sie andere in ihr Elend hineinziehen, dessen sie sich nicht bewusst sind. Lass deinen letzten Rückfall endgültig den letzten sein.
Viel Glück dazu!
 
regulat-pro-immune
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und überleg dir doch irgendwas, daß dir hilft, wenn du mal zu viel streß auf einmal hast.

alk-probleme hatte ich nie, weil ich schon mit 13 gemerkt hab, daß ich den nicht gut vertrage, aber streß und ärger triggert meine blöde genet. krankheit, was ich unbedingt vermeiden muß.

also hab ich vor einigen jahren schon beschlossen, unvermeidbaren ärger auf max. 2 min zu begrenzen (mittlerweile weniger als 1 min, weil ich entdeckt hab, daß es hilft innerlich kurz ................ zu sagen).

außerdem hilft es mir, wenn ich etwas leckeres esse (nicht viel, aber sehr lecker).

und im inet nach infos suche, weil ich mich dann so darauf konzentriere, daß ich alles andere vergesse (manchmal auch, daß ein topf mit essen auf dem herd steht :oops: :giggle: ).

manche steigen auch von alk auf schokolade um.
wenn man sie verträgt und nicht zu viel ißt, kann es funktionieren. hat aber evtl. auch einen gewissen suchtfaktor.
und ist in gr. mengen auch nicht gesund.

manche joggen auch ne runde um den block (auch gesund, wenn es nicht gerade eine hauptverkehrsstraße ist).

oder legen sich ein hobby zu, das sie begeistert und ablenkt. manche sind dadurch schon bekannte schriftsteller oder maler geworden.

es gibt sicher noch etliche andere möglichkeiten,. google weiß bestimmt noch einiges. :)


lg
sunny
 
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18.03.12
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Es passieren schräge Sache in dieser Abstinenz ohne Druck. Ich habe eine tolle Frau kennen gelernt und wir teilen eine ähnliche Alkohol Geschichte und sind am genau gleichen Punkt. D

Das finde ich so schön, Landbastian, denn gemeinsam ist alles viel leichter zu schaffen und was gibt es schöneres als Antrieb, als die Liebe.❤️

Ich wünsche dir weiterhin viel Durchhaltekraft, viele schöne schräge Sachen und eine glückliche Zeit 2021 mit deiner Partnerin .🍀

Herzliche Morgengrüße von Wildaster
 
Themenstarter
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08.03.20
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Das finde ich so schön, Landbastian, denn gemeinsam ist alles viel leichter zu schaffen und was gibt es schöneres als Antrieb, als die Liebe.❤️

Ich wünsche dir weiterhin viel Durchhaltekraft, viele schöne schräge Sachen und eine glückliche Zeit 2021 mit deiner Partnerin .🍀

Herzliche Morgengrüße von Wildaster
Vielen Dank für den Zuspruch.
Es hat hier keine große Relevanz, dennoch der Klarheit wegen: keine Partnerin, bloß eine Reisebegleitung für eine gewisse Zeit.
 
regulat-pro-immune
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eine lange Krankheitsgeschichte begleitet mich und trieb mich schon mal, mit anderem Profil, in dieses Forum.
Aktuell kämpfe ich mit dem Thema Alkohol.
Es gibt viele Geschichten von lustig und amüsant über erschreckend bis hin zu strafbaren Handlungen, die mit dem Thema Alkohol zusammen hängen. Ich versuche mich aber kurz zu halten, da ich davon ausgehe, dass das die Wahrscheinlichkeit auf produktiven Ausgang fördert.
Kurzer Abriss meiner Trinkerkarriere:
Bastian, ich habe selber keine Erfahrungen mit Alkoholproblemen, nur durch eine Nichte habe ich ein paar Sachen mitbekommen, was das bedeuten kann. Sie sprach irgendwann mal ernsthaft von "ihrem Freund", dem Alkohol...wie auch immer. Also wie man von etwas spricht, zum Beispiel vom Alkohol - wenn ich das richtig sehe, sagst du keinmal, dass du ein "Problem" damit hättest. Ist das auch schon die Wirkung und Nachwirkung des Alkohols, dass "er" einem einreden will, der Freund zu sein, doch gar kein so großes Problem zu sein, dass man sich doch damit gar nicht das Leben, den Körper und so vieles kaputt macht...?
Mit 13 den ersten sehr heftigen Absturz
Nach den ersten heftigen Trinkerfahrungen im jungen Alter
Es scheint alles wuschig und unstrukturiert zu sein in meinem Denken darüber. Ich weiß klar, dass ich die sozialisierten Muster (Jeden Tag braucht man Alk, jede Feier muss getrunken werden….) defintiv ändern möchte. Ich weiß von mir aber auch, dass ich zu schnell und zu hart urteile und dass ich schnell ins Extremistische rutsche. Also will ich eglt dass mein Ziel ist: Niemand anderem rein zu reden. Einen Weg für mich, ja. Aber nicht für die anderen.
Klar, jeder kennt solche Worte, die letztlich nur ein ziemlich großes Problem umschreiben, ein Lebens-Problem. Allein das Trinken, jeder kennt das, wenn jemand anders sagt, ich trinke nicht, dann meint er Alkohol trinken, klar, niemand meint, ich trinke kein Wasser - Magst du ein Wasser? Nein, ich trinke nicht! - sagt keiner. Ist das alles schon die einlullende Wirkung des Nervengifts Alkohol?
wie man die "große Zuneigung" zu Alkohol nennt,
Nüchtern betrachtet hast Du ein Problem mit Suchtstoffen, welches viele plausible Ursachen hat.
Da Du das ja siehst, ist es "nur" noch an der Zeit, dieses Problem so gut wie mögklich zu lösen.
Ein Problem, ja, ein mächtiges Problem im wahrsten Sinne, ein Problem, das Macht über einen hat!
Was man vielleicht auch klar und deutlich so nennen sollte. Und vielleicht kommt man sonst auch nicht so schnell an die Ursachen heran, wenn man dem Alkohol erlaubt, auch die zuzudecken, was ja vielleicht sogar der eigentliche Anfang der ganzen "Geschichte" ist......
 
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17.03.16
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Hallo Landbastian,
heute bin ich noch einmal auf diesen Thread gestoßen. der mich damals sehr beeindruckt hat. Wie geht es dir heute? Hat du durchgehalten? Führst du noch das Nomadenleben, oder bist du sesshaft geworden? Einiges von deine Ausführungen möchte ich noch einmal aufgreifen.
Alkoholikergruppe schrecken mich total ab. Zum Einen will ich nicht Umgang mit Trinkern aufbauen, zum anderen habe ich eine AA Gruppe vor 20 Jahren kennen gelernt, die richtig hefitg gebechert haben bei ihren Sitzungen.
Das muss eine merkwürdige AA-Gruppe gewesen sein. Ich halte es ohnehin für falsch, dass jedes Mitglied sagen muss: Ich heiße …, ich bin Alkoholiker. Damit wird doch der Zustand erst zementiert. Der Spruch -einmal Alkoholiker, immer Alkoholiker- bewirkt meinem Empfinden nach eine Gehirnwäsche: Aufgeben ist schwer, das schaffe ich ohnehin nicht.
Besser wäre:
- Ich freue mich, dass ich keinen Alkohol mehr brauche!
- Meine Leber erholt sich.
- Die Freunde freuen sich, dass ich sie nach dem Fest nach Hause fahren kann.
- Mein Kopf ist viel klarer.
- Ich gebe kein Geld mehr aus, um mir zu schaden.

Ich glaube nicht, dass Süchte vererbar sind, aber das Vorleben, zB tägliches Trinken, hat definitiv Einfluss auf das Verhalten und die Akzeptanz der Kinder.
Beides ist richtig.
Das Verhalten der Eltern hat starken Einfluss auf Kinder. Wenn sie und die Großeltern sich aber schon vor deiner Geburt so verhalten haben, könnte die Epigenetik eine Rolle spielen. Das heißt, das Erbgut ist das gleiche, die Lebensweise kann aber beeinflussen, welche Gene an-, welche abgeschaltet werden, und das kann sich vererben. Dass du aber längere Phasen ohne Alkohol geschafft hast, spricht dafür, dass bei dir keine echte Sucht vorliegt.
Es spricht viel dafür, dass du es aus eigenem entschiedenem Willen schaffst. Grau hat recht:
Wer auf Druck von außen in eine Entziehung geht, weil er es alleine nicht schafft, wird oft nicht profitieren.
merke, dass ich satt von Therapien und Therapeuten bin.
Ich glaube auch, dass du dich wie Münchhausen am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen kannst.
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Vielleicht hilft es beim Durchhalten, falls dies überhaupt noch nötig ist, dich an das Gefühl am Morgen nach dem Rückfall zu erinnern, und daran, wie viel besser es dir ohne Alk geht.
Ich wünsche dir, dass du einen Job findest, wenn du nicht schon einen hast, der auch deine Bandscheiben nicht überfordert und dich befriedigt, und dass du nach deinem Nomadenleben ein wenig zur Ruhe kommst, oder möchtest du das nicht?
Alles Gute
Locke 38
 
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