Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach (SPD) nahm Ende 2020 an, dass ungefähr zehn Prozent der Infizierten mit „Long Covid“ zu kampfen hätten. Dies sei eine im ersten Moment sehr hoch wirkende Zahl, doch sie passe zur derzeitigen Studienlage, sagte Post-Covid-Expertin Jördis Frommhold im Dlf.
Es gebe auch Studien, die von weniger Prozent ausgingen, im Bereich von zwei bis drei Prozent. Allerdings müsse „man da genau hinschauen, welche Patienten die eingeschlossen haben“. Das Studien-Design sei maßgeblich. Eine Studie aus Wuhan habe beispielsweise nur Patienten mit schwersten Verläufen im Krankenhaus eingeschlossen. Sie wurden nach sechs Monaten befragt – „ohne weitere Nachsorge, ohne Reha, einfach nachhause, fertig“. Von diesen Patienten hatten 76 Prozent weiter Symptome. „Das sind natürlich Zahlen, die klaffen weit auseinander. Deswegen denke ich, mit den zehn Prozent ist das schon nicht ganz unrealistisch“, so Frommhold.