Lebensbedrohliche Störungen der Organfunktionen
Weiße Blutkörperchen setzen massenhaft Gifte und Botenstoffe frei, die die Erreger bekämpfen sollen, aber gleichzeitig auch die kleinen Blutgefäße schädigen und regelrecht durchlöchern. Große Mengen Flüssigkeit (Blutplasma) können so ins Gewebe übertreten, die Blutgerinnung gerät außer Kontrolle und im ganzen Körper verstopfen immer mehr winzige Blutgerinnsel die Gefäße. Im Verlauf der Erkrankung kommt es durch den daraus resultierenden Sauerstoffmangel häufig zu lebensbedrohlichen Störungen der Organfunktionen bis hin zum sogenannten Multiorganversagen und septischen Schock.
Auch wenn die moderne Intensivmedizin zum Beispiel durch Beatmung, Blutwäsche, Kreislaufunterstützung, Gerinnungstherapie und künstliches Koma viele Organfunktionen vorübergehend ersetzen oder unterstützen kann, ist die Sepsis eine sehr schwere und Erkrankung, die jeder dritte Betroffene trotz maximaler Therapie nicht überlebt. Im septischen Schock stirbt sogar jeder Zweite. Die Überlebenschancen hängen vor allem davon ab, wie frühzeitig die richtige Therapie eingeleitet wird. Deshalb sollte eine Sepsis keinesfalls verschleppt werden. www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/infektion_immunsystem/blutvergiftung100.html