"Klug entscheiden"- Initiative/Hilfe bei Diagnostik und Therapie

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"Klug entscheiden"- Initiative/Hilfe bei Diagnostik und Therapie

Klug entscheiden ist eine Initiative der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), die sich gegen Über- und Unterversorgung wendet. Zwölf Fachgesellschaften nehmen an der Initiative unter dem Dach der DGIM teil und haben praktische Empfehlungen erstellt.

Klug entscheiden soll eine konkrete Hilfe bei der Indikationsstellung zu diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen sein. Darüber hinaus soll die Initiative aber auch grundsätzlich dafür sensibilisieren, klug zu entscheiden und nicht alles medizinisch Machbare zu tun.
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https://www.klug-entscheiden.com/?mc_cid=70cdd57796&mc_eid=7cb6c282fb

Hier geht es zur Mediathek:
https://www.klug-entscheiden.com/mediathek/

Hier sind solche "klugen" Entscheidungen in den einzelnen Fachgebieten gesammelt:
https://www.klug-entscheiden.com/fileadmin/user_upload/Sammelband_Klug_Entscheiden.pdf

Ich finde, das ist ein recht gutes "Tool", um zu Entscheidungen zu kommen und abzuwägen, ob evtl. vorgeschlagene Diagnostik-Möglichkeiten und/oder Therapiemöglichkeiten auch wirklich sinnvoll sind.

Beispiele dazu finden sich im "Naturheilkundlichen Newsletter" von Dr. Schmiedel:
https://www.dr-schmiedel.de/naturheilkundlicher-newsletter/, u.a.
... Unter „Red Flags“ versteht man Warnhinweise auf eine spezifische vertebragene Ursache mit oft dringendem Handlungsbedarf, so zum Beispiel anamnestische oder klinische Hinweise auf eine Fraktur, einen Tumor, eine Infektion oder eine Radikulopathie/Neuropathie.

Die asymptomatische Cholezystolithiasis (Gallenstein) soll in der Regel nicht operativ behandelt werden.
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Weder umfangreiche klinische Beobachtungen noch detaillierte Analysen prospektiver Studien zum klinischen Verlauf der asymptomatischen Cholezystolithiasis belegen den Nutzen der Cholezystektomie bei asymptomatischen Steinträgern.

Bei Patienten mit Vorhofflimmern und dennoch nur geringem Schlaganfall-Risiko (CHA2DS2- VASc-Score = 0) soll eine Blutverdünnung nicht durchgeführt werden.

60 % der Patienten mit einem CHA2DS2-VASc-Score von 0 und damit niedrigem Schlaganfallrisiko werden oral antikoaguliert und damit einem unnötigen Risiko schwerer Blutungen von 3–5 % pro Jahr ausgesetzt.

Nähere Infos und weitere Tipps zum „Nichtstun“ unter https://www.klug-entscheiden.com/
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Grüsse,
Oregano
 
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Danke für die informativen Hinweise. Die Adressaten sind Ärzte und medizinisches Fachpersonal?

Die Initiative ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung: Vermeidung von Unter- und Überversorgung mit "diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen". Hier liegt so manches im Argen. Das ist mittlerweile auch als Fehl-Leistung im medizinischen System angekommen, etwa auf der einen Seite die flächendeckende, aber in vielen Fällen unbegründete Verabreichung von Antibiotika oder von aggressiven Therapien, wenn diese die geringe Lebenserwartung der Behandelten nur geringfügig verlängern, oft deren Lebenszeit sogar noch verkürzen - und auf der anderen Seite eine fehlende psycho-onkologische Betreuung von "Patienten mit malignen Erkrankungen".

Es fragt sich, was alles unter "diagnostische und therapeutische Maßnahmen" fällt, offenbar keine naturheilkundlichen Maßnahmen, mit Sicherheit keine homöopathische Therapie.
 
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