Kaltes atmosphärisches Plasma. Hier: Behandlung beim Diabetischen Fuß.

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Bad Oeynhausen – Eine Behandlung mit kaltem atmosphärischem Plasma, dem eine antimikrobielle Wirkung zugeschrieben wird, hat in einer randomisierten kontrollierten Studie in JAMA Network Open (2020; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2020.10411) die Abheilung von diabetischen Ulzera gefördert, zu denen es bei bis zu 10 % aller Diabetiker im Verlauf des Lebens kommt und die eine häufiger Ursache von Amputationen sind.

Die Kombination aus Neuropathie, Mikro- und Makroangiopathie und Fußdeformitäten macht Diabetiker anfällig für Ulzerationen, die sich leicht infizieren und wegen der diabetischen Stoffwechsellage schlecht abheilen. Der sogenannte diabetische Fuß ist der häufigste Anlass für Amputationen. In Deutschland werden jedes Jahr etwa 50.000 Füße als Folge einer Diabeteserkrankung amputiert.

Zu den experimentellen Therapien gehört die Anwendung von kaltem atmosphärischem Plasma. Es handelt sich um leicht ionisierte Luft, deren elektrisch geladene Teile in Laborexperimenten eine breite antimikrobielle Wirkung enthalten. Außerdem wird eine Stimulierung der Wundheilung diskutiert.

In der „Kaltplasma Wund“-Studie wurde die Behandlung erstmals in einer randomisierten kontrollierten und Patienten-verblindeten Studie an 62 diabetischen Fußulzera von 43 stationären Patienten untersucht. Die Wunden hatten einen Schweregrad von 1B und 2B gemäß der Wagner-Armstrong-Klassifikation, die Wundtiefe und Infektiosität beurteilt: 1B kennzeichnet eine oberflächliche, infizierte Wunde, beim Grad 2B reicht der infizierte Gewebedefekt bis zur Ebene von Sehnen oder Gelenkkapsel.

Die Wunden wurden zunächst täglich und später alle 2 Tage mit einem kleinen Gerät (Pen) behandelt, das das Kaltplasma für 30 Sekunden pro cm² Wundfläche auf die Oberfläche der Wunde lenkte. Die Kontrollgruppe erhielt eine Behandlung mit einem simulierten, inaktivierten Plasma, was für die Patienten nicht zu unterscheiden war.
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Aus einer Kooperation mit der AG von Brunn am Max-von-Pettenkofer Institut in München gibt es erste Indikationen, dass kaltes atmosphärisches Plasma auch Coronaviren in Lösung inaktivieren kann
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So wirkt kaltes Plasma auf menschliche Zellen
Menschliche Zellen sind aufgrund des Zellkerns und der zellulären Reparaturmechanismen gegen die Wirkung des Plasmas geschützt. In vitro wurde zudem beobachtet, dass der durch das kalte Plasma verursachte oxidative Stress zellbiologische Überlebensmechanismen stimuliert. Dies ist eine mögliche Erklärung, für die bei einigen Patienten beobachtete, verbesserte Wundheilung.
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Grüsse,
Oregano
 
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Mit "kaltem atmosphärischem Plasma" kann eigentlich nur die gute alte Ozontherapie gemeint sein - kreativ umbenannt. ;)
 
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... Die Kaltplasma-Therapie ist ein Beispiel dafür. Dabei handelt es sich um ein relativ neues Verfahren zur biologischen Desinfektion von Zähnen und Zahnfleisch und damit zur Vorbeugung und Behandlung verschiedenster Munderkrankungen. Es basiert auf der schonenden und effizienten Entfernung von Bakterien, Viren und Pilzen durch eine besondere Form des Sauerstoffs (Ozon) bzw. medizinisches Kaltplasma.
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Auch die Medizin setzt neuerdings auf kaltes Plasma. So lassen sich hartnäckige und gefährliche Bakterienbeläge bekämpfen, die Wundheilung verbessern und sogar Krebszellen in den Selbstmord treiben.
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Die Entdeckung aus dem All hat auf dem Boden neue Techniken hervorgebracht, mit denen sich kalte Plasmen bei atmosphärischem Druck erzeugen lassen. „Diese Geräte bringen große Hoffnungen für die Zukunft“, sagt Morfill, Direktor am MPE. In der Medizin sind sie bereits im Einsatz: als kugelschreibergroßer „Plasma-Pen“.

Das Gerät verursacht kleine elektrische Entladungen. In der Luft bildet sich so in einer Kette chemischer Reaktionen auch die Sauerstoffverbindung Ozon. Zwar ist davon auf der Haut nur ein warmer Lufthauch spürbar, doch „medikamentenresistente Bakterien werden so gezielt abgetötet“, sagt Morfill. Noch sind die genauen Wirkmechanismen nicht im Detail geklärt.
Keime in Wunden reduziert
In klinischen Studien hat sich der Nutzen der Plasmatherapie bereits erwiesen. In einer Studie mit rund 350 Patienten, die an chronischen Wunden und verschiedenartigen Hauterkrankungen litten, konnte so die Zahl krank machender Keime in zusätzlich mit Plasma behandelten Wunden um weitere 30 bis 40 Prozent gesenkt werden.
Seit Kurzem ist der erste deutsche Plasma-Pen zur Behandlung von infektiösen Hauterkrankungen und zur Verbesserung der Wundheilung als Medizinprodukt zugelassen. Entwickelt haben ihn Wissenschaftler des Greifswalder Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie (INP) zusammen mit Kollegen an der Charité Berlin und dem Universitätsklinikum Greifswald.
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Hallo MaxJoy,

mir fehlen wieder einmal die technischen Grundlagen zum Verständnis eines solchen Plasma-Pens. Ozon spielt dabei offensichtlich eine Rolle, nur scheint mir die Anwendung einfacher als die alte Ozon-Therapie. Und: in den hier angeführen Zitaten bzw. Artikeln wird diese Kaltplasma-Therapie schulmedizinisch vertreten, während die bisher bekannte Ozontherapie eher in das Gebiet der Heilpraktiker fällt.


Grüsse,
Oregano
 
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Naja, ein "Plasma-Pen" ist dann wohl ein kleiner Ozongenerator. Davon habe ich zwei daheim. Man kann damit Ozonisiertes Olivenöl herstellen für die äußerliche Behandlung, Ozonwasser für die innere und, wenn man mag, auch Wunden direkt begasen. Wobei ich das Ozonisierte Olivenöl nach Tesla sinnvoller finde, weil es über einen längeren Zeitraum wirkt als eine Begasung.

Alles Klassiker der alternativen Medizin, deren Vertreter von Schulmedizin, Pharma und Medien übelst verleumdet wurden (z. B. die "Hexe" Clark). Der "Scharlatan" und "Quacksalber" Humble praktiziert etwas ganz ähnliches mit Chlordioxid, einem weiteren Oxidanz. Mal sehn, unter welchem Namen das demnächst in der SM auftaucht.

Noch erstaunlicher ist die Wende bei Cannabis. Die selben Leute, die es kriminalisiert haben und immer mit dem Finger auf die Kiffer gezeigt haben, beanspruchen nun ein Monopol darauf. Und die Apotheker wollen jetzt das Gleiche auch bei CBD über die EU erreichen. Wie die Geier! Mich ärgert das schon, wenngleich ich den Vorteil sehe, dass diese extrem nützlichen Substanzen so für die Allgemeinheit zugänglich gemacht werden. Das hoffe ich jedenfalls ...
 
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Alles Klassiker der alternativen Medizin, deren Vertreter von Schulmedizin, Pharma und Medien übelst verleumdet wurden (z. B. die "Hexe" Clark). Der "Scharlatan" und "Quacksalber" Humble praktiziert etwas ganz ähnliches mit Chlordioxid, einem weiteren Oxidanz. Mal sehn, unter welchem Namen das demnächst in der SM auftaucht.

Ja, das bleibt abzuwarten. Vielleicht wird es dann auch ein paar ernstzunehmende Studien geben?

Grüsse,
Oregano
 
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Einen Studienmangel hat es zu keinem der erwähnten Oxidantien je gegeben. Im Gegenteil, es existieren zig Tausend davon zu jedem einzelnen aus 120 Jahren Forschung. Wenn du auf pubmed O3, H2O2 oder ClO2 eingibst, wirst du von Studien regelrecht erschlagen.

Aber es ist gelaufen und zumindest ich habe viel aus dieser Geschichte gelernt. Die Medien brauchen sich nicht über den massiven Vertrauensverlust zu wundern, den sie selbst verursacht haben. An ihre Stelle sind noch viel schrägere alternative Medien getreten, denen wir das diesjährige Sommertheater zu verdanken haben. Ich sehe das alles mit großer Sorge.
 
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Naja, ein "Plasma-Pen" ist dann wohl ein kleiner Ozongenerator. Davon habe ich zwei daheim. Man kann damit Ozonisiertes Olivenöl herstellen für die äußerliche Behandlung, Ozonwasser für die innere und, wenn man mag, auch Wunden direkt begasen. Wobei ich das Ozonisierte Olivenöl nach Tesla sinnvoller finde, weil es über einen längeren Zeitraum wirkt als eine Begasung.

Ich nehme das zurück, Plasmageneratoren sind keine Ozongeneratoren. Tatsächlich entsteht gar kein Ozon, sondern schwach geladene Kationen und Anionen, die Keime zerstören können, aber nicht stark genug sind, menschliche Zellen anzugreifen. Das ist tatsächlich etwas Neues und ein großer Fortschritt! :cool:
 
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Ozontherapie ist nicht nur etwas für Heilpraktiker. Ich wurde nach Krebs vor 40 Jahren von Ärzten mit Ozon behandelt, erst nur Injektionen, dann mit einer Art Blutwäsche, bei der Venenblut entnommen, mit Ozon angereichert und zurück infundiert wurde. Es war Teil der naturheilkundlichen Behandlungen, denen ich es wahrscheinlich verdanke, dass ich meine damals kleinen Kinder selbst großziehen konnte. Ein Rezidiv, dass nach Operation und Bestrahlung auftrat, ließ meine Prognosen nicht allzu rosig erscheinen.
Alles deutet darauf hin, dass es die Oxidation ist, die Viren und Bakterien besiegt. Ich räume jedoch diesen Therapien geringe Chancen ein, da sie ohne Medikamente auskommen. Das kann Big Pharma nicht passen. Die werden schon etwas finden, was diese neue Kalte-Plasma-Therapie ins Abseits rückt.
 
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Kaltes Plasma ist Oxidation (Elektronenklau) und Reduktion (Elektronenabgabe) gleichzeitig. Keime werden also von zwei Seiten beschossen und so zerstört. Das Erbgut von menschlichen (aeroben) Zellen wird dagegen nicht angegriffen, das ist ein wichtiger Unterschied zur Ozontherapie. Am ehesten ist kaltes Plasma mit der Kombination von CDL (Oxidanz) und DMSO (Antioxidanz) vergleichbar. Es scheint auch in die Zellen eindringen zu können und da Schadstoffe herauszuholen. Jedenfalls hatte ich heute ziemlich deutliche Entgiftungserscheinungen, die ich so nur von MMS kenne.
 
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Hallo MaxJoy,

hast Du einen solchen Plasma-Pen?
Was war der Verursacher an welcher Stelle, der diese deutlichen Entgiftungserscheinungen hervor gerufen hat?

Grüsse,
Oregano
 
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Das zeigt die Placebo-kontrollierte Kaltplasma Wund (KPW)-Studie mit 43 Patientinnen und Patienten.

Kaltplasma: Unterstützung bei Wunden

Viele Menschen mit Diabetes kämpfen mit Fußulzera – chronischen, offenen Wunden – die nur schwer verheilen. Für sie gibt es jetzt eine neue Behandlungsoption: Die zusätzlich zur Standard-Wundtherapie durchgeführte Therapie mit medizinischem Plasma („Kaltplasma“). An der KPW-Studie nahmen Patientinnen und Patienten mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes (Durchschnittsalter: 68,5 Jahre) teil, die mindestens eine chronische Wunde am Fuß aufwiesen, die mindestens 3 Wochen lang trotz Standard-Therapie nicht abgeheilt war. Insgesamt wurden bei den Studienteilnehmenden 62 diabetische Fußwunden beobachtet. Die Behandlungsmethode wurde auf 2 Therapiegruppen zufallsverteilt:

  • Standardtherapie plus 8 Anwendungen der Kaltplasma-Therapie über 14 Tage
  • Standardtherapie plus 8 Anwendungen der Placebo-Therapie über 14 Tage
Die Standard-Wundversorgung beinhaltete die regelmäßige Desinfektion, medizinische Wundreinigung mit Entfernung abgestorbenen Gewebes, feuchthaltende Wundauflagen sowie, falls notwendig, eine antibiotische Therapie.

Schnellerer Rückgang der Wundoberfläche

Die durchschnittliche Wundoberfläche war zu Beginn in der Kaltplasma-Gruppe größer. In beiden Gruppen konnte die durchschnittliche Wundoberfläche während der Studie verkleinert werden; jedoch zeigten sich bei den mit Kaltplasma behandelten Patientinnen und Patienten schnellere Heilungserfolge. Nach 8 Behandlungen waren bei ihnen nur noch 30,5 Prozent der ursprünglichen Wundoberfläche geblieben; bei der Kontrollgruppe mit der Placebo-Therapie waren es noch 55 Prozent.

Eine zusätzliche entzündungshemmende und keimentlastende Wirkung des Kaltplasmas konnte die Forschungsgruppe nicht nachweisen. Das könnte daran liegen, dass die Keimbelastung bereits durch die Standard-Therapie herabgesetzt war, so die Vermutung des Forschungsteams. In Zusammenhang mit der Zusatztherapie zeigten sich keine Nebenwirkungen – sie wurde also gut vertragen.

Fazit: Beschleunigter Heilungsprozess

In der Studie zeigten sich mit einer zusätzlichen Kaltplasma-Therapie schnellere Erfolge beim Verschluss chronischer Wunden, die zuvor nicht verheilt waren. Nach nur 14 Tagen war die Wundoberfläche deutlich kleiner, unabhängig vom Keimbefall und Entzündungsstatus der Wunden.

Inwiefern sich die kurzfristigen Erfolge auch über einen längeren Zeitraum beobachten lassen können, wird eine weitere Nachverfolgung der Teilnehmenden zeigen, die auf 5 Jahre angelegt ist. ...

Grüsse,
Oregano
 
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