Meiner Meinung nach gibt es hier das Problem, dass Spiritualität individuell und kaum objektivierbar ist, dass es insofern nicht Aufgabe eines Behandlers sein kann, dem Patienten seine "aufzudrücken". Oder anders ausgedrückt, dass er dem Patienten grundsätzlich nichts voraus hat und nicht in ihn hineinschauen kann. (Auch wenn man ja schon sehr spezielle Kopf-MRTs gemacht hat, die Aktivitäten bestimmter Hirnareale unter bestimmten Einflüssen wie Fotos, Videos oder Musik aufzeigen. Man könnte so womöglich auch "Glaubenssätze" nachweisen, müsste aber vorher schon eine Idee haben, welche das sein könnten oder welche man "prüfen" möchte. "Kinesiologie" u.a. Biofeedbackmethoden finde ich eher zweifelhaft - aber auch dazu gibt's hier Diskussionsmöglichkeiten.)
Hier sprichst Du genau den Kern der Spiritualität an. Sie ist individuell erfahrbar und wahrnehmbar, aber es ist immer dieselbe Spiritualität. Es gibt ja nicht für jeden eine andere Spritualität. Heilung/Behandlung im Vergleich dazu, ist auch subjektiv, da jeder Patient anders ist und eine individuelle Behandlung benötigt, die das medizinische System aber eigentlich nicht liefert, da sie sich an Diagnosen, Sollwerten und Leitlinien orientiert und versucht, zu objektivieren.
So gibt es auch für jeden nicht eine eigene Welt. Es gibt die Welt (als Gesamtheit von Natur, Lebewesen, Pflanzen, Menschen, Systemen, Strukturen, Universum, Planeten usw.) und es ist für jeden dieselbe Welt. Nur jeder nimmt sie individuell für sich wahr. Durch eine andere Sichtweise oder durch Kenntnis der Naturgesetze oder der ihr zugrunde liegenden Prinzipien, können die Sichtweisen anderer ebenfalls wahrgenommen werden und/oder in das eigene Bild integriert werden. Um dies näher zu verdeutlichen, gibt es eine Metapher, dass wenn vier Menschen vor einem Elefanten stehen und beschreiben, was sie sehen, dann sieht jeder etwas anderes. Der eine sieht das Hinterteil mit Schwanz, der andere den Kopf mit Rüssel, die anderen die Seiten mit den Ohren, die zwar ähnlich sind, aber in ihrer Wahrnehmung spiegelverkehrt. Jeder sieht etwas anderes, aber sie sehen alle dasselbe. Und das beschreibt es sehr gut. Für jeden ist es die Wahrheit, aber trotzdem ist es auch für jeden unterschiedlich. [Ich habe nach dem Schreiben des Textes nachgeschaut, ob ich sie finden kann, sie heißt "Die Parabel von den blinden Männern und dem Elefanten". Ich habe nicht von blinden Männern geschrieben, sondern von Menschen, die sehen können. Ich lasse das aber so stehen, da ich den Text nachträglich nicht abändern möchte].
Wir sind selbst Individuen, die in ihrer Individualität Teil der Ganzheit sind. Sprich, wir sind als individuelle Menschen, als individuelles Bewusstsein auch Teil der gesamten Welt und des Kosmos, Teil des Bewusstseins. Wie eine Welle im Meer. Und so nehmen wir auch uns selbst und alles, was ist, wahr. Wir müssen immer prüfen, ob wir tatsächlich wahrnehmen oder mit dem Verstand etwas projezieren oder interpretieren und wir müssen uns immer bewusst sein, dass wir nur ein Teil des Ganzen sind und auch immer nur einen Teil des Ganzen sehen können. Deswegen ist das Interessante ja, dass wir dieselben Inhalte in den verschiedensten Lehren, Kulturen, Traditionen, Wissenschaften, Erfahrungen usw. sehen, da diese tatsächlich der Wahrheit entsprechen. Es sind verschiedene Blickwinkel auf dasselbe und deswegen kommen sie auch zu ähnlichen Aussagen und Beschreibungen. Wir müssen dabei die Teile für uns immer mehr zu einem Ganzen zusammenführen. Dann wird das Bild immer ganzer, das Bewusstsein dehnt sich aus. Das ist damit gemeint, wenn von Bewusstseinsentwicklung die Rede ist. Wir erweitern unseren Blick und unsere Wahrnehmung. So sehen wir immer mehr die Teile und Zusammenhänge und sehen immer mehr das Ganze. Wir sehen dann in der Elefentan-Metapher, auch die anderen, und wie sie die Teile wahrnehmen, und wie die Teile zusammengehören. Man könnte es vielleicht so beschreiben, dass wir zuerst ganz nah am Elefeanten stehen und nur unser eigenes Elefantenteil sehen. Dann gehen wir immer weiter weg vom Elefanten und sehen plötzlich die anderen drei Menschen und wie sie den Elefanten sehen und warum und wie alle Teile zusammenhängen. Wir sehen, dass die Menschen unterschiedlich groß sind und dadurch auch auf ihrer Seite nur Teile sehen, dass der eine nur an einer kleinen Stelle schaut ein anderer nur anfasst und nicht schaut, dass wir selbst nur eingeschränkt wahrnehmen. Und dann bei weiterem Zurücktreten, sehen wir noch die Umgebung oder dass vielleicht jemand hinter einem der 3 Menschen steht und dem einen die Augen zuhält.
Das mit dem Behandler-Patient-Verhältnis sehe ich genauso, wie Du schreibst, dass ein Therapeut seinem Klient nichts "aufdrücken" sollte. Das ist genau der Knackpunkt, ob und wie eine Behandlung wirkt. Es geht um Selbstverantwortung. Darum, dass wir die Verantwortung für unsere Gesundheit, für unser Handeln, für unser Leben, für das, was uns geschieht, ... nicht nach Außen abgeben. Das heißt, dass wir nicht anderen oder etwas die Schuld geben (was auch nichts anderes ist, als die Verantwortung abzugeben), von anderen wollen, dass sie uns gesund machen oder unsere Probleme lösen oder uns Antworten geben. Wenn wir diesen Schritt gehen, diesen Schalter umlegen, diese Erkenntnis haben, das Bewusstsein dahingehend erweitern, dass wir für uns Verantwortung übernehmen, unsere Gesundheit selbst in die Hand nehmen, ist das der Schlüssel, der erstmal die Tür öffnet.
Deswegen ist es auch wichtig, dass ein Therapeut immer die Selbstbestimmung und Selbstverantwortung des Klienten und Patienten achtet. Dass er sich bewusst ist, dass er nur Hilfe zur Selbsthilfe geben kann und seine Aufgabe nur darin bestehen kann, dem Klienten/Patienten Impulse zu geben, damit dieser selbst erkennt, selbst entscheidet. Es geht beim Klienten/Patienten dabei immer um Selbsterkenntnis und um Selbstheilung. Er muss und kann den Weg nur selbst gehen.
Ob jemand in einen hineinschauen kann, hängt von den Mitteln ab und von der eigenen Wahrnehmung und davon, was Du Dir darunter vorstellst. Wir nehmen alle wahr. Es kommt dann darauf an, wieviel Du wahrnimmst. Und auch wieder, ob Du "nur" äußere (fremde) Mittel dafür akzeptierst oder auch innere (Deine eigenen). Wir nehmen alle mehr wahr, als wir physisch sehen und wahrnehmen können. Und ich hatte Coaches und Lehrer, die konnten sehr viel wahrnehmen und "sehen". Sie konnten und können Energiefelder lesen, Glaubenssätze, die jemand hat, Gedanken, Emotionen, den Namen der Oma und die Zusammenhänge der eigenen energetischen Muster, die ganzen, heute würde ich es auch psychische Dinge nennen, Traumata, Muster, Verbindungen konnten sie bei den Teilnehmern sehen. Wir haben Techniken gemacht, da kannst Du z.B. innere Bilder eines anderen wahrnehmen, u.a. Erinnerungen aus früheren Erlebnissen, von früheren Inkarnationen, von Geburt, auch jüngere Erlebnisse. Andere haben dies auch so einfach ganz natürlich wahrgenommen. Wir können das alle. Jeder kennt es bestimmt, dass man sich beispielsweise an bestimmten Orten nicht wohl fühlt, dass wir bei anderen Menschen etwas wahrnehmen, was sie nicht verbal ausdrücken, dass wir Ahnungen haben, die sich dann bewahrheiten. Auch Intuition zählt dazu. Ein Therapeut kann also durchaus viel mehr bei seinem Klient/Patient wahrnehmen und weiß somit viel mehr, als derjenige selbst. Dann besteht die Aufgabe darin, diesen einfühlsam und liebevoll zu unterstützen, sich selbst wahrzunehmen, sich selbst bewusst zu werden. Der Therapeut ist dabei derjenige, der eine Art Raum bereitstellt, in dem der Klient sein darf, in der er geschützt ist, in der er wahrnehmen, fühlen, erkennen kann. Der Tehrapeut sollte Hilfe zur Selbsthilfe geben und ihm seine Eigenverantwortung und Selbstbestimmung lassen. Daran erkennt man meiner Meinung nach einen guten Therapeuten/Behandler. In der Schulmedizin ist dies z.B. meist nicht anzutreffen. Aber das liegt auch an den Patienten, die ja genau das wollen. Sie wollen die Verantwortung an den Therapeuten abgeben, der sie "gesund machen" soll oder "die Symptome wegmachen soll". Aber jede Heilung ist Selbstheilung. Denn wir können uns nur selbst heilen. Alles, was von Außen scheinbar heilt, ist nur ein Anstoß und kann auch nur ein Anstoß sein, dass Selbstheilung geschehen kann.
Ein Therapeut sollte auch "mehr" wissen oder anders wissen, als der Klient, sonst kann er ihm ja nicht helfen. Er braucht eine andere Sichtweise, neue Impulse, größere Zusammenhänge, Ursachen, andere Möglichkeiten, als der Klient/Patient, sonst bringt es den Patienten/Klienten ja nicht weiter. Ein Arzt weiß ja auch mehr (sollte er jedenfalls), als sein Patient oder wie Du schreibst "er hat ihm mehr voraus".
Was materielle Beweise für Gedanken, Gefühle, Wahrnehmungen angeht: Die gibt es nicht und die kann es auch nicht geben. Das sind einerseits auch wieder nur äußere Instanzen, die uns etwas aufzeigen sollen. Das ist ja nichts Schlechtes, es kann auch eine Hilfe sein, dass wir es selbst wahrnehmen, aber es ersetzt nie die eigene Wahrnehmung und die eigene Erkenntnis. Und anderseits sind das, was Du aufführst nur rein materielle Methoden, um etwas zu finden. Wir können dies alles selbst in uns und mit unseren Körpern wahrnehmen, wir brauchen eigentlich keine (äußeren) Hilfsmittel, aber es kann helfen, dass wir dahinkommen, dass wir es (wieder) lernen. Als Kinder haben wir das alles wahrgenommen. Die ganze feinstoffliche Welt. Kinder sehen die Aura, sie merken, wenn sie angelogen werden, sie sehen Energiefelder in der Natur und um die Menschen, Tiere und Pflanzen. Erst mit der Zeit verlieren sie (und wir) es meistens, da sie dabei nicht ernst genommen werden oder gesagt bekommen, dass sie eine große Phantasie haben. Sie werden abgelehnt, wenn sie davon sprechen oder ihnen wird es schlecht geredet, sie werden vielleicht sogar dafür bestraft, wenn sie davon erzählen und ihnen wird vor den Kopf gestoßen. Sie werden damit abgelehnt und in unserer Gesellschaft gibt es dafür so gut wie keinen Raum. Es gibt aber auch Menschen, die es sich bis in das Erwachsenalter bewahren.
Was das Bewusstsein angeht, so gibt es auch hier Hinweise, dass es etwas geben muss, dass "die Welt im Innersten zusammenhält". Das ist meist die Erkenntnis von vielen Forschern, Dichtern und Denkern (Einstein soll gesagt haben "Gott würfelt nicht", Max Planck sagte „Ich betrachte das Bewusstsein als grundlegend. Ich betrachte die Materie als abgeleitet vom Bewusstsein.“, auch Goethe, Tesla, Carl Gustav Jung, Newton und weitere bestätigen das in ihren Werken und Aussagen). Auch Forschungen und persönliche Erlebnisse von Menschen gehen in diese Richtung, z.B. Berichte von Nahtoderlebnissen, Kinder, die von früheren Inkarnationen berichten, Quantenphysik (sog. Doppelspaltexperiment, das zeigt, dass der Beobachter Einfluss auf das Experiment hat und sich Materie/Licht mal als Teilchen und mal als Welle zeigt), Chemie (die Heisenberg'sche Unschärferelation, die besagt, dass "Je genauer man den Ort eines Teilchens bestimmt, desto ungenauer kennt man seinen Impuls – und umgekehrt.", also auch wieder, dass etwas Einfluss auf die Materie hat), Atom- und Teilchenforschungen, die zeigen, dass je kleiner sie analysieren, was Materie ist, desto mehr finden sie nichts, usw.. Sie alle kommen irgendwann an einen Punkt, wo sie feststellen, dass es eigentlich keine feste Materie gibt und/oder dass es eine (übergeordnete) Instanz geben muss, die Einfluss hat und die nicht materiell ist.
Aber es gibt etwas, das in die Richtung von Aufnahmen geht. Es gibt bspw. die Auraphotographie. Sie macht das Energiefeld des Menschen als Farben um den Körper sichtbar. Das haben wir bei den energetischen Ausbildungen, die ich gemacht habe, auch mal gemacht. Aber am Ende braucht es hier auch wiederum jemanden, der dann wahrnehmen kann, was die Farben aussagen. Am Ende läuft es immer darauf hinaus, auch wegen der Selbstverantwortung, dass nur wir selbst es sind, die uns die Beweise liefern können, die wir haben wollen. Es ist nichts so Beweis genug, wie die eigene Wahrnehmung, Intuition, Erfahrung und Erkenntnis. Es braucht nichts anderes. Und nichts anderes wird auch funktionieren. Denn alles andere kann nur Glaube sein.
Als Beispiel: Meine Mutter hat, als ich Kind war, mir immer gesagt, fasse nicht auf die heiße Herdplatte, die ist heiß und Du tust Dir weh. Was habe ich gemacht? Ich habe natürlich drauf gefasst. In dem Moment, habe ich die Erfahrung gemacht, ich wusste, was "heiß" und "weh tun" bedeuten Ich habe es erkannt und wurde mir bewusst. Zuvor hätte ich nur meiner Mutter glauben können. Deswegen ist glauben oft ein Anfang und sinnvoll, wenn er dann zu Erkenntnis wird oder Teil einer Erkenntnis.
Kinesiologie, die Du anspricht, genauso wie Pendeln oder mit dem Tensor zu arbeiten, sind Methoden, die unsere eigene Wahrnehmung verstärken und sichtbarer machen. Wir nehmen alle sehr fein wahr. Wir sind uns nur meist dessen nicht bewusst und deswegen darauf nicht trainiert, dies in unserem Alltag mit einzubeziehen. Auch, weil noch das materielle Weltbild vorherrscht, das nur akzeptiert, was es messen und physisch beweisen kann. Mit "Hilfsmitteln" können wir dies erfahrbarer machen, um es besser wahrzunehmen.
Noch kein Forscher konnte Gedanken oder Gefühle messen oder im Körper "finden". Aber jeder "weiß" und stellt nicht in Frage, dass es diese gibt, da er sie selbst hat und subjektiv erleben kann. Das ist doch der Beweis, den auch jeder akzeptiert. Wenn ich es wahnehmen kann, dann ist es. Wenn andere etwas wahrnehmen, dann muss da auch etwas dran sein. Dann kann ich forschen und herausfinden, was da dran ist. Und das fängt immer mit Beobachten an, mit der Instanz, die beobachtet. Das, was wir sind, individuelles Bewusstsein - bewusstes Sein, das individuell ist. Das Sein, das sich bewusst ist. Das, was sieht, was ist. Individuell als Mensch oder übergeordnet als *das Bewusstsein* (die übergeordnete Instanz, die alles im Inneren zusammenhält).