Ist ADHS überwiegend erblich?

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Es gibt ein umstrittenes Buch über den Zusammenhang von ADHS und Phosphat, wie es in Backpulver enthalten ist.
Ich hatte einen Schüler, der starke ADHS-Symptome hatte. Seine Mutter ernährte ihn phosphatfrei, wodurch sich sein Verhalten plötzlich zum Besseren änderte. Leider konnte sie es nicht lange durchhalten. und der Junge fiel wieder ins alte Verhalten zurück.
 
Deshalb ist es auch immer gut, sich weder auf Studienberichte in der (Regenbogen-)Presse noch allein auf die Zusammenfassungen am Anfang zu verlassen, sondern erst in die Studie selbst reinzuschauen, bevor man ein Urteil darüber abgibt. Ich habe sogar schon festgestellt, daß Forschungsartikel von nicht-englischmuttersprachlichen Autoren manchmal in schlechtem bis fehlerhaftem Englisch geschrieben sind, das dann auch in der Übersetzung sicher nicht klarer wird. (Die Bemerkung bezieht sich jetzt nicht auf den vorliegenden Artikel).
 
Das bedeutet nicht, daß es nicht erblich wäre. Auch Intelligenz ist in ähnlichem Ausmaß erblich und hat keinen rein biologischen Marker.
Die Intelligenz kann man trainieren, der Begriff dazu ist Epigenetik. ADHS stellt ein Konstrukt dar, um legale Drogen zu verschreiben, die mit Kokain verwandt sind. Das wollten besonders junge Leute immer mehr. Nach der langen Einnahme ist das Gehirn manchmal schon so irreparabel beschädigt, dass es nicht mehr weitergeht.

Suizide wegen des Missbrauchs wurden sogar einmal in der New York Times thematisiert.
 
Die Intelligenz kann man trainieren, der Begriff dazu ist Epigenetik.
Ja, das ist der Umweltanteil von 40-60%, und entsprechend gibt es auch einen genetischen Anteil von 60-40% (je nach Studie), der eben vorgegeben ist, und an dem niemand etwas ändern kann, weder bewußt noch unbewußt. Aber das ist bei ADHS genauso, nur daß die Anteile der Genetik da möglicherweise noch etwas höher liegen.
 
Aber das ist bei ADHS genauso, nur daß die Anteile der Genetik da möglicherweise noch etwas höher liegen.
Na ja, ich meine doch den anderen Aspekt.


Die Ärzte betrachten die sogenannten psychischen Krankheiten als etwas wie neurologische oder somatische Störungen.


Wenn früher jemand unter gedrückter Stimmung oder Traumata gelitten hatte, waren die Psychoanalyse oder die kognitive Therapie nach Beck dafür zuständig, weiß der Himmel, was noch ...


Dann kamen die Psychopharmaka, die vorübergehend Linderung verschaffen. Sie wirken nicht gezielt auf die Ursache, sondern nur auf der Ebene der Symptome, also das ist die eine Ebene.


Die zweite besteht darin, dass sie alle auf lange Sicht mehr Schaden anrichten. Das alles kann man im Buch von R. Whitaker nachlesen. Gott sei Dank gibt es das endlich auf Deutsch. Anatomie einer Epidemie Wenn Psychopharmaka krank machen


Zu ADHS:

Martine Hoogman von der Universitätsklinik in Nijmegen, die Erstautorin dieser Studie, wurde kürzlich für einen ausführlichen Artikel zu ADHS im New York Times Magazine befragt. Meiner Meinung nach waren ihre Gehirnfunde viel zu klein, um etwas über Unterschiede zwischen Menschen mit und ohne ADHS-Diagnose aussagen zu können. Das sage ich seit bald zehn Jahren.

Interessant, dass Hoogman, die die Botschaft „ADHS ist eine Gehirnstörung“ in die Welt setzte, was massiv von den Medien verbreitet wurde, nun scheinbar ihre Meinung geändert hat:

„Als ich Hoogman kürzlich per E-Mail interviewte, war ich überrascht zu erfahren, dass sie ihre Aussage im Nachhinein bereut. ‚Damals betonten wir die von uns festgestellten Unterschiede (wenn auch geringfügige), aber man kann auch schlussfolgern, dass das subkortikale und kortikale Volumen von Menschen mit und ohne ADHS nahezu identisch ist‘, schrieb sie. Rückblickend fügte sie hinzu, es sei nicht angemessen gewesen, aus ihren Ergebnissen zu schließen, dass ADHS eine Hirnstörung sei.“ (New York Times Magazine, 2025)

Gehirnstörung oder nicht, andere Gehirne oder (nahezu) identisch – wo ist da der Unterschied? Man rühre im Quark und alles wird gleich.
Wirklich Quark, also echter Unsinn für die Massen. Die Wirkung ist dann die explodierte Zahl der Verschiebungen dieser legalen Gifte, und dann entstehen sehr seltene Störungen, wie bei mir. Dazu kommt, dass der Entzug ewig dauern kann, und es entstehen neue Krankheiten dank dieser Medikamente. Das ist alles nicht so schwer zu verstehen, scheint mir.

Zur ‚Gehirn-Psychiatrie‘
 
... es geht nach meiner Einschätzung am Thema des Threads vorbei ...
Ist das so, oder wäre nicht das
... die sogenannten psychischen Krankheiten als etwas wie neurologische oder somatische Störungen.

auch Vorraussetzung für eine (körperliche) Erblichkeit (also nicht nur "Erblichkeit" im Sinne von Weitgabe per Erziehung)?

Vielleicht stehe ich auch auf der Leitung 🤔
 
Man kann leicht aus Zwillingsstudien schließen, dass ADHS zu 80% erblich ist und Autismus zu 60-90%. Das heißt nicht, dass man als Nachkomme von Personen mit diesem Merkmal mit der Wahrscheinlichkeit diese Störung kriegt, sondern, dass unter denen die das haben der Anteil der Erblichkeit entsprechend hoch ist.

Wenn gar nicht alle, die das geerbt haben, es aber haben oder irgendwann entwickeln, heißt das dann nicht zwingend, daß es noch andere Faktoren geben muß, die das entweder begünstigen oder vielleicht auch verhindern? Und die Betroffenen, die da nichts geerbt haben, es aber trotzdem haben, vielleicht gibt es da Gemeinsamkeiten, gemeinsame "Umweltfaktoren"?

So könnte man vielleicht eine beeinflußbare Größe finden.
 
auch Vorraussetzung für eine (körperliche) Erblichkeit (also nicht nur "Erblichkeit" im Sinne von Weitgabe per Erziehung)?

Vielleicht stehe ich auch auf der Leitung 🤔
Ich denke, wir reden von zwei verschiedenen Unterscheidungen somatisch/psychisch. Das eine ist die praktische: was wird auf dem heutigen Kenntnisstand als psychisch verstanden und was dagegen kann an biologisch-somatischen Faktoren festgemacht werden und folglich auch mit somatischen Therapien (wie z. B. pharmakologisch) behandelt werden. Diese Unterscheidung verändert sich ständig durch den medizinischen Fortschritt. Das andere, was du wohl meinst, ist eine philosophische Unterscheidung: muß nicht alles, was von Genen gesteuert wird, etwas Materielles und folglich Somatisches sein? Das sehe ich auch so, aber es hat m. E. keinerlei Relevanz für die praktische Unterscheidung im therapeutischen Alltag, und um die ging es Igor doch (nach meinem Verständnis), weil es auf einer anderen Ebene liegt.

Wie schon geschrieben: Niemand kennt heute ein biologisches Korrelat für Intelligenz, das man quasi im Blut eines Neugeborenen messen und durch Präparate gezielt verbessern könnte, aber trotzdem ist sie zu einem gewissen Anteil (!) klar "körperlich" (= genetisch) vererblich.
 
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Wenn gar nicht alle, die das geerbt haben, es aber haben oder irgendwann entwickeln, heißt das dann nicht zwingend, daß es noch andere Faktoren geben muß, die das entweder begünstigen oder vielleicht auch verhindern?
Ja, genau das heißt es. Das ist ja gemeint mit "zu 70%" oder "zu 50%" erblich. Die anderen 30% oder 50% sind diese anderen Faktoren.

Damit ist aber nicht gemeint, daß (am Beispiel der Intelligenz) 50% meines oder deines IQ auf Gene und 50% auf Umweltfaktoren zurückgehen, sondern daß die Streuung zwischen den Individuen in der Bevölkerungsgesamtheit (also z.B. die Unterschiede zwischen IQ 80 und IQ 120) sich statistisch (also im Durchschnitt!) zu 50% auf die Gene und zu 50% auf die Umwelt zurückführen lassen. Im Einzelfall kann das ganz anders aussehen.
 
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