Ist ADHS überwiegend erblich?

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--- Anm. Moderation ---

Beiträge bis #15 aus diesem Thread als längeres Off Topic (OT) ausgelagert:

--- Ende Anm. ---



Was soll das ?
Man kann leicht aus Zwillingsstudien schließen, dass ADHS zu 80% erblich ist und Autismus zu 60-90%. Das heißt nicht, dass man als Nachkomme von Personen mit diesem Merkmal mit der Wahrscheinlichkeit diese Störung kriegt, sondern, dass unter denen die das haben der Anteil der Erblichkeit entsprechend hoch ist.
Der Rest der Umweltfaktoren ist unbekannt bzw. es gibt so viele denkbare, dass man die nicht sicher statistisch auseinanderhalten kann. Das was der Klinghardt da erzählt kann man nur als Vermutung akzeptieren bzw. so wie der das darstellt ist das unseriös; daher werden solche Leute nur von Laien wahrgenommen.
 
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Man kann leicht aus Zwillingsstudien schließen, dass ADHS zu 80% erblich ist und Autismus zu 60-90%.
Bitte die Studien gern nennen (verlinken). Oder besser noch zu diesem schon mehrfach von Dir eingebrachten Thema einen Thread mit aussagekräftigem Titel in einer passenden Rubrik eröffnen.

daher werden solche Leute nur von Laien wahrgenommen.
Das stimmt nach meiner Kenntnis so nicht. Von welcher Profession/Lobby kommst Du?
 
Ja, es gibt eine kleine Menge Leute, die ich nicht als Laien bezeichnen würde, die aber keine Wissenschaftler sind, wie manche Heilpraktiker. Die meisten Heilpraktiker würde ich aber auch Laien nennen. ;)
 
Bitte die Studien gern nennen (verlinken). Oder besser noch zu diesem schon mehrfach von Dir eingebrachten Thema einen Thread mit aussagekräftigem Titel in einer passenden Rubrik eröffnen.

Das stimmt nach meiner Kenntnis so nicht. Von welcher Profession/Lobby kommst Du?
1. https://www.nature.com/articles/s41380-018-0070-0
"ADHD’s high heritability of 74% motivated the search for ADHD susceptibility genes."
2. Ich bin Humanbiologe und der Klinghardt ein Traumtänzer.
 
Bin ich dumm oder drücken sich diese Autoren wirklich so konfus aus:

Family, twin, and adoption studies show that ADHD runs in families. ADHD’s high heritability of 74% motivated the search for ADHD susceptibility genes. Genetic linkage studies show that the effects of DNA risk variants on ADHD must, individually, be very small.
Also 74% Vererblichkeit von ADHD im Sinne von, der Großteil der ADHDler hat genetischen Einfluss X, aber der genetische Einfluss X an sich hat praktisch keinen Effekt darauf, ob man ADHD hat oder nicht?​
Adoption studies suggest that the familial factors of ADHD are attributable to genetic factors rather than shared environmental factors [3, 4] with the most recent one reporting rates of ADHD to be greater among biological relatives of non-adopted ADHD children than adoptive relatives of adopted ADHD children. The adoptive relatives had a risk for ADHD like the risk in relatives of control children [4].
Hier weiter: Ausschlaggebend sei die genetische Veranlagung anstelle der Faktoren gemeinsamen Heranwachsens, was dadurch gezeigt wäre, dass ADHD unter nicht-adoptierten Verwandten höher ausfalle als ADHD unter adoptierten Verwandten. Und dass adoptierte Verwandte ein ADHD-Risiko wie das der Kontrollgruppe haben. Bitte was? Das widerspricht sich inhaltlich noch im gleichen Satz.​
 
Also 74% Vererblichkeit von ADHD im Sinne von, der Großteil der ADHDler hat genetischen Einfluss X, aber der genetische Einfluss X an sich hat praktisch keinen Effekt darauf, ob man ADHD hat oder nicht?

Hier weiter: Ausschlaggebend sei die genetische Veranlagung anstelle der Faktoren gemeinsamen Heranwachsens, was dadurch gezeigt wäre, dass ADHD unter nicht-adoptierten Verwandten höher ausfalle als ADHD unter adoptierten Verwandten. Und dass adoptierte Verwandte ein ADHD-Risiko wie das der Kontrollgruppe haben. Bitte was? Das widerspricht sich inhaltlich noch im gleichen Satz.​
1. Es hängt ja davon ab wie sich die Gene bei der Befruchtung der Eizelle paaren ob dieses Risiko zum Tragen kommt oder nicht.
Grundsätzlich wird die Erblichkeit damit errechnet, dass man die Konkordanzrate von ein- und zweieiigen Zwillingen subtrahiert und mal zwei nimmt. Das macht man weil die zweieiigen Zwillinge ja im Schnitt 50% der Gene teilen, d.h. die sind rechnerich halbe Eineiige. Damit hat man dann ziemlich genau den Durchschnittswert der Erblichkeit.
2. Ich habs mal übersetzen lassen: Adoptionsstudien legen nahe, dass familiäre Risikofaktoren für ADHS eher auf genetische als auf gemeinsame Umweltfaktoren zurückzuführen sind. Eine aktuelle Studie berichtet von einer höheren ADHS-Rate bei biologischen Verwandten nicht adoptierter ADHS-Kinder als bei Adoptivverwandten adoptierter ADHS-Kinder. Das ADHS-Risiko der Adoptivverwandten entsprach dem Risiko der Verwandten von Kontrollkindern.
Das geht über das von mir gesagte hinaus, bestätigt das aber grundsätzlich.
 
Adoptionsstudien legen nahe, dass familiäre Risikofaktoren für ADHS eher auf genetische als auf gemeinsame Umweltfaktoren zurückzuführen sind. Eine aktuelle Studie berichtet von einer höheren ADHS-Rate bei biologischen Verwandten nicht adoptierter ADHS-Kinder als bei Adoptivverwandten adoptierter ADHS-Kinder. Das ADHS-Risiko der Adoptivverwandten entsprach dem Risiko der Verwandten von Kontrollkindern.
Das liest sich so, dass schlussendlich die Umweltfaktoren das Bestimmende sind. Dass der genetische Hintergrund von sich aus kein ADHD vorrausbestimmt, wohl aber statistisch bedeutend empfindlich(er) macht gegenüber solchen Umweltfaktoren. Also liege für Betroffene ganz deutlich die Krux in der Vermeidung und Ausheilung solcher auslösender externer Einflüsse, welche Leute mit anderen genetischen Vorraussetzungen eher unbehelligt wegstecken.
 
Ich weiß nicht ob wir den selben Artikel gelesen haben; ich hab ihn ja extra auf Deutsch übersetzt. Der größte Teil des Risikos ist genetisch (74%). Welche Umweltfaktoren infragekommen kann man nicht beantworten weil es halt viele mögliche gibt. Dass die genetischen Voraussetzungen da sein müssen damit diese greifen ist selbstverständlich.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich habe in dem zitierten Aufsatz nachgeschaut: Mit "adoptive relatives" sind die Adoptiveltern gemeint, die also gerade nicht biologisch verwandt sind. Der Satz macht durchaus Sinn. Adoptiveltern von ADHS-Kindern haben genauso oft ADHS wie die biologischen Eltern von Nicht-ADHS-Kindern. Wobei "genauso oft" auch nicht stimmt. Es waren in der Studie 18% der biologischen Eltern von nichtadoptierten ADHS-Kindern, 6% der Adoptiveltern von ADHS-Kindern und nur 3% der biologischen Eltern von Nicht-ADHS-Kindern. Weiß aber nicht, ob die Differenz von 3% zu 6% Signifikanzniveau erreicht.
 
Mit "adoptive relatives" sind die Adoptiveltern gemeint (ich habe in dem zitierten Aufsatz nachgeschaut), die also gerade nicht biologisch verwandt sind. Der Satz macht durchaus Sinn. Adoptiveltern von ADHS-Kindern haben genauso oft ADHS wie die biologischen Eltern von Nicht-ADHS-Kindern.
Ja, logisch, aber das sagt ja nichts über die Erblichkeit aus.
 
Doch, ex negativo schon. Wenn man feststellen würde, daß sowohl biologische Eltern als auch Adoptiveltern von ADHS-Kindern immer zu 18% selbst ADHS haben, würde man auf geringe Erblichkeit schließen können, weil die gemeinsamen Gene offenbar egal sind. Umgekehrt kann man auf einigermaßen hohe Erblichkeit schließen.
 
Doch, ex negativo schon. Wenn man feststellen würde, daß sowohl biologische Eltern als auch Adoptiveltern von ADHS-Kindern immer zu 18% selbst ADHS haben, würde man auf geringe Erblichkeit schließen können, weil die gemeinsamen Gene offenbar egal sind. Umgekehrt kann man auf einigermaßen hohe Erblichkeit schließen.
Tja, ist aber nicht so und darum gings ursprünglich in dem Zitat auch nicht.
 
Wie bitte? Exakt darum ging es; um eine Methode, die Erblichkeit von ADHS abzuschätzen, nämlich 74%. Granit hat die Methode nicht eingeleuchtet, ich habe versucht, sie in klarerem Deutsch zu paraphrasieren.

Das ist doch simple Logik:
Wenn genetischer Faktor, dann verschiedene Häufigkeiten bei Verwandten gegenüber Unverwandten.
Wenn gleiche Häufigkeiten bei Verwandten wie bei Unverwandten, dann kein genetischer Faktor.


Korrekt:
Wenn kein genetischer Faktor, dann gleiche Häufigkeiten bei Verwandten gegenüber Unverwandten.
Wenn verschiedene Häufigkeiten bei Verwandten wie bei Unverwandten, dann ein genetischer Faktor.
 
Zuletzt bearbeitet:
die aber keine Wissenschaftler sind, wie manche Heilpraktiker.
Das gilt allerdings für viele Ärzte auch - manche geben es offen zu. Für das Verstehen von Studien braucht es oftmals vertiefte Statistik-Kenntnisse (manchmal zusätzlich auch andere, z.B. labormedizinische). Aber das mal nur am Rande.

Ich verstehe den von Granit zitierten Teil auch nicht wirklich, kann nur ahnen, was gemeint ist . Würde es so sehen, wie von Malvegil interpretiert (korrigierte Variante, die erste ist m.E. falsch). Es ist aber in der Studie sehr merkwürdig formuliert. Möchte auch erinnern, dass es hier um eine Studie geht.
 
Und dass adoptierte Verwandte ein ADHD-Risiko wie das der Kontrollgruppe haben. Bitte was? Das widerspricht sich inhaltlich noch im gleichen Satz.
In meinem Übersetzer (DeepL-Translator) klingt das so:
Die Adoptivverwandten wiesen ein ADHS-Risiko auf, das dem Risiko bei Verwandten von Kontrollkindern entsprach [4].
Was "Kontrollkinder" sind, müsste man dann in [4] nachschauen, ist mir spontan auch nicht klar.

Welche Umweltfaktoren infragekommen kann man nicht beantworten
In dieser Studie nicht, weil sie nicht untersucht wurden. D.h. nicht, dass sie nicht untersuchbar sind.

Also 74% Vererblichkeit von ADHD im Sinne von, der Großteil der ADHDler hat genetischen Einfluss X, aber der genetische Einfluss X an sich hat praktisch keinen Effekt darauf, ob man ADHD hat oder nicht?
Dies habe ich auch überhaupt nicht verstanden. DeepL-Translator (kostenlose Version) übersetzt es so:
Genetische Kopplungsstudien zeigen, dass die Auswirkungen einzelner DNA-Risikovarianten auf ADHS sehr gering sein müssen.
 

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