Günstige Schirmmöglichkeiten

wundermittel
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Hab was tolles gefunden! Fliegengitter, wieso auch immer. Einfach mal auf youtube nach Faraday und Fliegengitter suchen. Unglaublich mit Messungen!

Fliegengitter könnte man auch problemlos an die Wände machen. Es ist nur fraglich ob Fliegengitter "in sich geschlossen" sein muss. Bei Alu habe ich nun festgestellt, dass es keinerlei Sinn macht wenn das Alu nicht komplett eine "Einheit" ist.

Edit: Achtung es sind wohl Fliegengitter aus Metall
 
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Es ist nur fraglich ob Fliegengitter "in sich geschlossen" sein muss.

Edit: Achtung es sind wohl Fliegengitter aus Metall

Fliegengitter müssen aus Metall sein, sonst gibt es keine Abschirmwirkung. Bei Abschirmungen brauchst du immer eine geschlossene Fläche. An den Stellen, an denen du keine Abschirmung hast, kommt die Strahlung durch. Das ist auch das Problem bei den Fliegengittern. Ich habe mal 2 Anbieter von Fliegengittern aus Metall bei eBay herausgesucht:

1. Anbieter:

Eisen verzinkt: 2,80 Euro/qm (aber nicht vorrätig)
Aluminium: 6,29
Edelstahl: 8,59
jeweils 1 qm
Größe der Lücken: 1mm x 1mm
Drahtstärke: nicht angegeben

2. Anbieter:

Aluminium 1mx30m: 130,-
Preis für 1 qm: 4,33
Größe der Lücken: 1,19mm x 1,59mm
Drahtstärke: 0,22

Bei Gittern gibt es immer das Problem mit den Lücken. Beim 1. Anbieter sind die Lücken 1 qmm groß, beim 2. Anbieter 1,9 qmm. Der Preis beim 2. Anbieter ist um 1/3=1,33 niedriger, dafür sind die Lücken aber um den Faktor 1,9 größer also die Abschirmwirkung entsprechend geringer.

Die Abschirmwirkung von Alu ist deutlich geringer als von Eisen. Eventuell könnte man verzinktes Eisen nehmen, das aber gerade ausverkauft ist.

Die

Abschirmfarbe

HSF54, 5 l kostet rund 256,- und reicht für 40 qm für einmal streichen und erreicht 39 dB. 39 dB bedeuten:
dezi = 1/10
3,9 = Potenz von 10
Bei Leistungsangaben in Watt muss man noch die Wurzel ziehen bzw. die Potenz halbieren (Watt = Volt x Ampere): 3,9/2 = 1,95

10 hoch 1,95 sind 89 fache Dämpfung. Wenn man eine Strahlung mit 2.000 uW/qm von einem Mobilfunkturm hat, dann wird diese Strahlung um den Faktor 89 auf 22,5 uW/qm reduziert. Das wird zwar in der Praxis nicht ganz erreicht, ist aber schon recht gut.

Beim Fliegengitter müsste man die Drahtstärke mit den Lücken ins Verhältnis setzen, um die Dämpfung auszurechnen. Die Dämpfung dürfte geringer sein, als bei der Farbe.

Mit der Farbe kann man 40 qm abschirmen. 1 qm kostet also 6,40 Euro.

Eisen verzinkt ist mit 2,80 deutlich billiger, aber die Wirkung ist geringer. Alu mit 5,50 scheidet aus und Edelstahl mit 8,70 ist teurer.

Ich hatte auch alle Varianten ausprobiert, zuerst die billigen (Alufolie) und Trittdämpfungsfolie mit Alu beschichtet. Es hat auch etwas geholfen, aber zu wenig. Dann habe ich Holzleisten an der Wand angebracht und richtige Abschirmgitter angetackert. Und später habe ich Farbe benutzt. Zwischendurch hatte ich noch über Abschirmtapete und -stoffe nachgedacht.

Jeder Versuch hat Geld gekostet und zum Schluss hatte ich mehr als den doppelten Preis der Farbe bezahlt. Einfach weil die Farbe auf den ersten Blick recht teuer ist. Aber im Endeffekt geht es um meine Gesundheit. Wenn ich im Rollstuhl sitze oder mir die Graswurzeln ansehe, kann ich das eingesparte Geld auch nicht mehr richtig nutzen.
 
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regulat-pro-immune
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5 Liter sollen für 40 Meter reichen? (QM)... kann ich mir nicht vorstellen...

Was ich nicht ganz verstehe ist das mit dem "es muss geschlossen sein". Von Aluminium Faraday Käfigen verstehe ich es. Allerdings sah ich ein Foto eines Zimmers (hier im Forum) komplett mit Aluminium ausgekleidet. Verstehe nicht wie das dann funktionieren kann.

Und bei Farbe? Muss es nicht geschlossen sein? Denn man hat ja freiflächen dazwischen... Fenster... Boden etc..

Edit: PS vielen Dank für die ausführliche Antwort.
 
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5 Liter sollen für 40 Meter reichen? (QM)... kann ich mir nicht vorstellen...
Die Farbe ist sehr dünnflüssig. Sie reicht tatsächlich für ca. 40 qm.

Was ich nicht ganz verstehe ist das mit dem "es muss geschlossen sein".
Das hängt von den Strahlungsquellen ab. Die Wand in Richtung zum Mobilfunkturm muss geschlossen abgeschirmt werden. Du brauchst ein Messinstrument, um festzustellen, woher die Strahlung kommt und wie wirksam die Abschirmungen sind.

Und bei Farbe? Muss es nicht geschlossen sein? Denn man hat ja freiflächen dazwischen... Fenster... Boden etc..
Ich hatte ja geschrieben, dass ich die Fenster auch abgeschirmt hatte:
- mit Folie und Gardine (teuer)
- mit Abschirmgaze im Holzrahmen

Vergleiche das mit einer Dunkelkammer. Durch alle Ritzen kommt Licht.
 

Kate

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Zum Thema "Löcher": Es gibt eine Beziehung zwischen Maschenweite des Abschirmstoffes und den dadurch abgeschirmten Wellenlängen. Das war nach meiner Erinnerung u.a. Gegenstand in der o.a. Abhandlung, dürfte aber leicht zu recherchieren sein.

Dazu habe nochmal kurz geschaut und u.a. dies gefunden:
Auch mit feinem Maschendraht oder Metallgewebe lassen sich Mobilfunkwellen schirmen. Dafür muss die Maschenweite sehr klein gegenüber der Wellenlänge des zu schirmenden Signals sein. Bei 2,0 GHz beträgt letztere 15 cm. Will man diese Frequenz gut abschirmen, darf die Maschenweite nur wenige Millimeter betragen. Bei Drahtstärken von einigen 10 μm bereitet die Herstellung von Geweben mit solchen Maschenweiten keine Schwierigkeiten. Derartige Feinstgeflechte können ihre Schirmungswirkung auch in Verbundgläsern entfalten. Dieser Aufbau bietet den Vorteil, dass das Metallgeflecht einige Zentimeter über den Glasrand hinaus stehen kann. Somit ist eine leitende schirmdichte Verbindung mit metallischen Fensterrahmen oder einem anderen sich anschließenden Schirmmaterial gut möglich. Diese Lösung wird speziell bei kommerziellen Anwendungen bevorzugt.
Auch das metallische Fliegengitter (Produkt 4) hat eine sehr kleine Maschenweite gegenüber der Wellenlänge. Deshalb bietet es im unteren GHz-Bereich eine sehr gute Schirmdämpfung von über 30 dB; das entspricht einer Minderung der Leistungsflussdichte auf 0,1%. Ist die Maschenweite nicht mehr sehr klein gegenüber der Wellenlänge, nimmt die Schirmungswirkung bei höheren Frequenzen ab.
Bayerisches Landesamt für Umwelt: "Schirmung elektromagnetischer Wellen im persönlichen Umfeld", 2008; Download z.B. hier:

Funktionsweise: sind die Maschen des Gitters klein genug für ankommende Mikrowellen, werden diese abgeblockt bzw. reflektiert. Die Maschenweite ist maßgeblich. Faustregel ist, dass die Maschenweite kleiner sein sollte, als ein Dreißigstel der Wellenlänge, um eine gute Abschirmwirkung zu erzielen. Bspw. für 6,5 GHz WLAN mit einer Wellenlänge von 5 cm sollte die Maschenweite entsprechend max. 1,5 mm betragen. Gitterartige Abschirmmaterialien haben den Vorteil, dass sie den Feuchtigkeitstransport durch Wand nicht behindern.

(Dort wird auch ein Produkt von Hornbach verlinkt.)

Und noch zum oben schon erwähnten Thema Erdung von Schirmmaterial:
Die Wirkung eines Schirmes gegenüber hochfrequenten elektromagnetischen Wellen ist in den hier betrachteten Frequenzbereichen unabhängig von dessen Erdung. Die Schirmung von elektrischen Gleichfeldern und niederfrequenten elektrischen Wechselfeldern hängt dagegen ganz wesentlich von der Anbindung der elektrisch leitfähigen Schicht an das Erdpotenzial ab. Möchte man auch diese Felder schirmen, so müssen alle Schirmsegmente (Tapetenbahnen, Folien oder Schutzplatten) leitend verbunden und von einer Elektrofachkraft geerdet werden. Niederfrequente Magnetfelder werden von den besprochenen Wandbeschichtungen nicht abgeschirmt, da sie alle magnetisch durchlässig sind.
Bayerisches Landesamt für Umwelt: "Schirmung elektromagnetischer Wellen im persönlichen Umfeld", 2008 (Downloadlink s.o.)

Man kann sich auch durch Abschirmung des einen Bereiches den anderen verstärkt "reinholen":
Auswirkungen der HF-Abschirmung auf niederfrequente elektrische Felder / Sicherheitsaspekte
Für Abschirmzwecke eingesetzte Materialien sind durchweg elektrisch gut leitfähig bis hoch leitfähig, die abgeschirmten Flächen i.d.R. groß. Aufgrund dieser Eigenschaften kann es leicht zu Ankoppeleffekten niederfrequenter elektrischer Wechselfelder der Stromversorgung (50 Hz) an die Abschirmflächen kommen. Wird z.B. eine 230 V-Netzleitung in der Nähe einer leitfähigen Fläche oder direkt über die Fläche geführt, so breitet sich das vorher lokal beschränkte elektrische Feld der Leitung über die gesamte Fläche aus.

Das Thema ist jedenfalls nicht trivial und man sollte sich wohl u.a. überlegen, was man abschirmen möchte und vorher einen gut durchdachten Plan machen (ggf. rechtliche "Mieter-"Aspekte einbezogen).

Gruß
Kate
 
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Das Thema ist jedenfalls nicht trivial und man sollte sich wohl u.a. überlegen, was man abschirmen möchte und vorher einen gut durchdachten Plan machen (ggf. rechtliche "Mieter-"Aspekte einbezogen).

Genau das möchte ich auch betonen!
Man muss vorher messen oder messen lassen (Baubiologe), woher die Strahlung kommt und wie stark sie ist. Man muss auch die zahlreichen unerwarteten Reflektionen beachten.

Trotzdem bleibt die Frage, welche preiswerten Sofortmaßnahmen kann man einem Laien, der starker Strahlung ausgesetzt ist, empfehlen?
 

Kate

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Trotzdem bleibt die Frage, welche preiswerten Sofortmaßnahmen kann man einem Laien, der starker Strahlung ausgesetzt ist, empfehlen?
Das kommt aus meiner Sicht auch auf die Symptome an. Bei jemandem, der vermutet, aufgrund von NF-Strahlung schlecht zu schlafen, könnte man zunächst Netzfreischalter, größere Entfernung des Schlafplatzes von Sicherungskästen, Steckdosen, Leitungen in der Wand probieren. Bei HF-Strahlung wäre ein (geliehener) Baldachin eine Möglichkeit, den ich aber schon erden lassen würde, zumal Betten ja oft in Wand-/Steckdosennähe stehen. Und da wird es schon kompliziert(er).

Urlaub ein einer funkfreien Zone (falls es so etwas noch gibt) wäre sicherlich auch interessant. Alles, was teuer, aufwändig und nur schwierig reversibel ist, würde ich als "Test" eher nicht machen. Aber natürlich muss das jeder selbst entscheiden.

Gruß
Kate
 
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