Glückspilze und Pechvögel

Wolfgang Jensen

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Es gibt sie, die Glückspilze - sie gewinnen im Lotto, sie kommen bei Frauen an, der Blumentopf fällt dem Nebenmann auf den Kopf - diesem Pechvogel, der mit den Widrigkeiten des Lebens verbündet zu sein scheint. Er steckt sich bei gesunden Leuten an, das Auto springt nicht an, er muß zu Fuß zum Arzt gehen, nicht ohne unterwegs vom Auto eines Glückspilzes naßgespritzt worden zu sein. Sogar bei eineiigen Zwillingen, die unter fast gleichen Bedingungen aufwachsen und mit identischer genetischer Konditionierung ausgestattet sind, lassen sich erhebliche Unterschiede feststellen, was ihr Glück und Pech betrifft. Kann man das Glück suchen und auf dem richtigen Weg finden? Kann man dem Pech weiträumig aus dem Wege gehen? Läßt sich Glück gar erlernen durch Positives Denken? Oder kann man sogar ohne das sprichwörtliche Glück glücklich sein? Alle Dinge, die für das Leben wichtig sind - Liebe, Freunde, Zufriedenheit, Harmonie etc., kann man mit Geld nicht erwerben - und dann soll Geld glücklich machen? Oder ist es so, daß gerade das Streben nach Geld und das Bewahren müssen von materiellem Wohlstand dem wahren Glück im Wege steht? Habe ich Recht mit meiner Annahme: des Menschen Lebensinn besteht darin, sein Glück zu finden?

Ein Wolfgang, der hier gerne die Geschochte vom unglücklichen König eingefügt hätte, aber nicht weiß, wie er die aus seinem Fundus 1001-Gute-Nacht-Geschichten herüber kopieren kann. (Anhänge verwalten? - kümmere ich mich drum)
 
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Konkrete Frage in einem Nebelumwobenen Themengebiet.

Für den Asiaten ist das Glück eine Leistung.
Für den Europäer ist das Glück eine statistische Größe.

Eine Medalie die sich drehen lässt.

Hier nun meine Antworten aus meiner Lebensphilosophie.

- Kann man das Glück suchen und auf dem richtigen Weg finden?
Nein man kann das Glück nicht suchen sondern man muss es erkennen. Es gibt auch keinen "richtigen" Weg zum Glück sondern eine Verschiebung der Parameter der passenden Definition (z.B. sich etwas schön reden). Denn jedes Glück das ich habe ist das Unglück eines anderen den ich aber aus meiner Kalkulation meines Glücks raus subtrahiere. Einfache Ignoranz die uns befähigt Glück zu etwas erstrebenswertem zu erheben.

Kann man dem Pech weiträumig aus dem Wege gehen?
Das kann ich erst wenn ich vermögend bin alles Pech das mich ereilen könnte auch zu definieren um Ihm (weiträumig) aus dem Weg zu gehen. Erfordert mehr Erergie als ich in meinem Leben aufbringen könnte. Geht also aus meiner Sicht der Dinge um das Unglück definitiv nicht. Wir benutzen in unserer Gesellschaft dafür Staistiken und versuchen anhand dieser Erhebungen Risikofaktoren zu erkennen und dort mit entsprechenden Mitteln entgegen zu wirken. Schnellebigkeit befähigt uns aber Rosikofaktoren bei Bedarf zu ignorieren und so das "Pech" herauszufordern (Pech als Manifestation).

Läßt sich Glück gar erlernen durch Positives Denken?
Glück ist je nach Ansicht eine statistische oder eine erlernbare Komponente. Man muss hier aber ganz klar durchblicken lassen das sich die beiden Begriffe "Glück" und "Glück" definitiv unterscheiden. Aber zur Frage kann ich nur bemerken das Menschen die Ihr Glück dadurch definieren das Sie die Kehrseite der Medallie (in dieser Fragestellung das Unglück) ignorieren eigentlich nicht von Glück sprechen dürfen denn Sie kennen ja garkein Unglück und "schweben" so in einem statistisch unglücksfreien Raum der eher in spirituellen Kreisen zu finden ist. Menschen mit Neigung zu den realen Komonenten des Lebens schwingen eher zwischen den beiden Schwellwerten und verlieren so nicht ganz den Boden unter den Füssen. Menschen die aus dem größten Unglück noch versuchen etwas positives zu wringen finde ich Imposant aber einem aus meiner Sicht weltfremdem "think positiv" Menschen möchte ich mein Schicksal nicht in die Hand legen; denn er kennt keine Verantwortung. An dieser Stelle muss ich feststellen das ich zwischen postivem denken und Glück nur mit Gewalt eine Brücke bauen kann.

Oder kann man sogar ohne das sprichwörtliche Glück glücklich sein?
Eine Frage die sich selber beantwortet. Oder könnte man ohne was zu Essen satt sein ? Der "first contact" muss bewerkstelligt werden um die Definition hin zu bekommen. Reduziere ich das Glück auf das "clean" ist glücklich natürlich auch ohne das sprichwörtliche Glück zu bewerkstelligen. Nachzulesen in einschlägigen Dianetik Handbüchern. Eine Daseinsform die ich durch Ihre Abhängigkeit leider ablehnen muss.

Der Kausalschlag zwischen Glück und Geld kann jeder in der Folge 1-250 von Dagobert Duck nachlesen. Manifestiert man Glück kann man es auch verlieren somit erübrigt sich die Frage nach der Annahme ob Glück eine Sinnkomponente ist. Nur der der Glück definieren kann scheint dieser These nach lebenswert oder lebend zu sein. Dies ist nicht ganz stimmig mit unseren westlichen Werten und ich hoffe für alle Glücksjäger das Sie sich entgegen fundamental verbaler definitionen nicht auch noch eine Steigerung des Glücks anmaßen.

Aber es soll ja sowas wie überglücklich geben... so sagt man.

Während des tippens hatte ich das Gefühl als ob ein bisschen Glück hinter meinem Rücken vorbeigeschritten ist. Das wirft die neue Frage auf:
ist (oder hat) Glück ein (oder mehere) Wesen und wer belebt es ?
 
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Hallo Mike,
heute um 6.57 Uhr, als ich gerade aufwachte, hast Du schon so einen Text formuliert! Und auch noch mit wunderschönen Absätzen, für die ich Dir danke :) . Während ich jetzt meinen Tee trinke, lasse ich mir Deinen Beitrag noch einmal durch den Kopf gehen
.

Ich stimme Dir zu insofern als Glück von der Definition abhängt. Die wiederum hängt davon ab, in welchem Kulturkreis, in welcher Familie, in welcher "Leitkultur" Mann/Frau aufwächst. Sie verändert sich bestimmt auch mit dem Alter: ein Kind hat ganz andere Glücksmomente als ein Erwachsener. Ich denke auch, daß ein Kind schneller und häufiger sich glücklich fühlt als ein Erwachsener, weil die rationale Bremse bei ihm noch nicht ausgeprägt ist. Auch hat es meistens viel mehr die Fähigkeit, im Jetzt zu leben, ohne sich darüber Gedanken zu machen, was Übermorgen sein wird.

Wo ich nicht zustimme, ist
Denn jedes Glück das ich habe ist das Unglück eines anderen
. Wenn es für mich z.B. Glück ist, auf einen Berggipfel morgens um 5 Uhr zu stehen, ist das Niemandens Unglück.

Zurück zu den angeblichen Unglückspilzen: Ich denke, daß sie das, was ihnen zustößt, anders werten. Außerdem realisieren sich Gedanken. Wenn ich mit dem Gedanken in die große Stadt losfahre, daß ich sowieso keinen Parkplatz finden werde, wird das zu 99,9 % auch so sein. - Wenn ich mit dem Gedanken fahre, daß ich um punkt 10 Uhr einen Parkplatz an einem bestimmten Ort finden werde (ich bitte immer das Universum darum), dann klappt das auch zu 99,9%.
Der Unglückspilz wird sich bestätigt sehen und sein Verhalten/Denken beibehalten und so immer wieder die Bestätigung erhalten, daß er Recht hat. Der Glückspilz ebenso - nur andersherum.

Wenn es um positives Denken geht, so wäre hier erst einmal eine Definition vonnöten. Ich muss dabei als erstes immer an einen uralten schwarz-weiß-Film mit Cary Grant denken. Darin landet er (ich weiß nicht mehr warum) in einer Irrenanstalt, wo er nun in seinem abgeschlossenen Zimmer herumrennt und laut Anweisung des Arztes ständig sagt "es geht mir gut, es geht mir gut, es geht mir immer besser". - Die Stimme fängt tief an und steigert sich zu einem hysterischen hohen Ton. Und es geht ihm nicht besser. -
So also nicht.
Wenn es gelingt, den Humor auch in nicht so tollen Situationen zu behalten, dann finde ich das positives Denken in der guten Art. Beispiel: ich muss irgendwo schrecklich lange warten. Da habe ich die Möglichkeit, nun auszuflippen und mich total zu stressen. Oder ich habe die Möglichkeit, diese Zeit zu nutzen, um z.B. meine Jin-Shin-Übungen zu machen oder ein Buch zu lesen oder zu schlafen oder oder ....:)

Gruss,
Uta
 
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Ich muss jetzt leder weg aber ich muss Dir eben nocheinen Gedanken mittelen der mir gerade an der verklebten Hirnrinde haftet.

Stehst Du um 5 auf dem Berg und die Sonne geht auf dann hat irgendjemand der morgens immer einen Sonnenschein im Fenster hatte gerade heute keinen. Du glaubst garnicht wie lang so ein Schatten morgens um 5 sein kann.

l8r

Die Vielschichtigkeit dieser Ansicht vom Berg des Glück in das Tal der Erkentniss ahnt nur der Adler der eigentlich dort landen wollte wo Du gerade sitzt und so grimmig seine Runde um Dich zieht an deren Anmut Du Dich wiederum erfreust.

alles Philosophie oder so...
 
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Darüber muss ich jetzt auch erstmal nachdenken, Mike. - Aber ich glaube, ich bin nicht Deiner Meinung, wenigstens, wenn es um einen Berg über 3000 m geht

Uta
 
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Glück ist für mich etwas anderes als Freude - über viele Dinge kann man sich freuen - aber glücklich sein ist ein so wundervolles sehr tiefes Gefühl - das kann mir kein Lottogewinn etc. geben.

Tiefes Glück erfahre ich durch Liebe - alles durch Liebe.

Pech gibt es für mich nicht, denn wenn man etwas für sich in dem Moment negatives erlebt, so weiß man doch nicht, das dies vielleicht noch besser war, als was sonst hätte geschehen können.
Auch kann man aus jedem "Pech" etwas gewinnen, es kommt da auf den Blickwinkel an.
Z.B. ist vor einiger Zeit mein Auto kaputt gegangen, ich hatte einen kleinen Unfall, kurz danach einen Platten und anschließend setzte die Batterie aus - das könnte man ja als Pech bezeichnen. Aber seitdem laufe ich viel mehr durch die Gegend, dabei kann ich vieles entdecken, beten, Bewegung tut gut und vieles mehr :)

@ Uta - spannender Gedanke, Du hast es selbst in der Hand, ob Du z.B. einen Parkplatz bekommst? Das Universum erfüllt es Dir? Ist das Universum nicht ein unendlich großer Ort und es erfüllt Dir Deine Wünsche?
Wenn ich also sage, ich gewinne heute im Lotto und bitte das Universum - dann ist das so?

Schönen Tag noch
 
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Hallo Sternenfee,
an den Lottogewinn würde ich mich nicht auf diese Art herantasten. Das scheint mir nicht sinnvoll. - Aber wer weiß: vielleicht gibt es Leute, die es so versucht haben und Glück hatten?

Aber die Sache mit dem Parkplatz praktiziere ich seit Jahren, und es funktioniert wirklich.

Es gibt ein Buch, in dem das beschrieben wird. Man kann sich daraus ja nehmen, was man für sinnvoll hält:
Bücher von Amazon
ISBN: 393024313X
.

Gruss,
Uta ;)
 
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24.09.04
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Glück ist ein Gefühl

ein paar Gedanken zum Thema:

Glück ist ein GEFüHL, also ist eigentlich das Grosshirn mit seinen abstrakten Analysen nicht dafür zuständig und kann es eigentlich gar nicht erfassen und beschreiben. Dazu ein Kalenderspruch: Sobald man Gefühle in Worte fassen kann, hat ihre Stunde geschlagen.

Glück soll man angeblich erfahren können, wenn der Mensch fähig ist, sich voll auf das gerade jetzt machende zu konzentrieren. Es spiele keine Rolle, was das ist. Unterstütz den Gedanken: Lebe im Jetzt.

Glück und Pech mit anderen Worten: Annahme und Ablehnung.
Pech als Materie Pech ist ja wirklich sehr un-an-genehm (nicht angenommen, nicht genehm), weil es enorm klebt und dazu noch schwarz ist etc.
Glück ist voll im Annahmebereich, so wie bedingungslose Liebe.
Wunschlos glücklich beschreibt, dass dieser Mensch keine offenen Wünsche hat, so wie Unzufriedenheit ensteht aus nicht erfüllten Wünschen.
Also wieder: lebe im Jetzt.

Und dann gibt es noch diese Geschichte von der Schöpfung und wo das Glück verborgen werden soll, damit es nicht zu leicht zu finden ist: Somit suchen... und suchen... und suchen die Meisten im Aussen....und ganz wenige finden es...IN SICH SELBST. :fans:

Dazu noch ein Spruch: jeder ist sich seines Glückes eigner Schmied. :zunge: ;)
 

Wolfgang Jensen

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Das Leben scheint hier zu toben, auch wenn kein Wonnemonat dazu einlädt. Danke zwischendurch mal für Eure klugen Beiträge; ich hoffe, daran werden sich viele erfreuen können: Geteiltes Leid ist halbes Leid - geteilte Freude ist doppelte Freude!

Habe nach der Geschichte gesucht, sie gefunden, und versuche nun, sie hier einzuklinken. Klick, und ...
Die Geschichte vom unzufriedenen König
Der König regierte bereits viele Jahre zur Zufriedenheit seiner Untertanen, nur er selber war überhaupt nicht glücklich. In den Tiefen seiner Seele steckte ein giftiger Stachel, der ihn unzufrieden machte. Er verstand es nicht, weil er alles besaß, was sich ein Mensch nur wünschen konnte. Sein Leben verlief im Überfluß. Alle Köstlichkeiten dieser Welt wurden ihm serviert auf feinstem Porzellan, er schlief mit seiner liebreizenden Gemahlin auf kostbarem Linnen und die besten Schneider nähten seine Kleider. Aber was er sich auch Gutes tat, er fühlte sich immer schlechter. Bald spürten auch die Ratgeber des Königs Not. Sie berieten sich untereinander und kamen zu dem weisen Entschluß, daß das Glück für den König und sein Volk gleichermaßen wichtig sei. Aber keiner traute sich so recht, dem König einen Rat für sein persönliches Wohl zu geben. Ehrlich gesagt wußte auch niemand einen Rat. Eines Tages berief der König eine Sondersitzung seiner Weisen ein und erzählte von einem nächtlichen Traum. Ein Engel sei ihm erschienen, der einen Weg wußte, wie er wieder glücklich und zufrieden sein könne. Er solle das Hemd eines Menschen anziehen, der völlig zufrieden sei mit seinem Leben. Dann wäre er geheilt. Sofort ritten ein paar Dutzend seiner besten Leute durch das ganze Land und fragten alle Leute, denen sie begegneten, ob sie nicht von einem vollkommen zufriedenen Menschen wüßten. Was anfangs wie eine ganz leichte Aufgabe aussah, erwies sich mit der Zeit als sehr schwierig. Wohin die treuen, um ihren König besorgten Diener auch kamen, niemand wußte von einem solchen Menschen. Endlich, nach vielen Monaten des Suchens, bekamen einer von ihnen den Hinweis, daß tief im Wald in einer Köhlerhütte ein Mann lebe, von dem man annehme, er sei zufrieden. Der Diener war hocherfreut, er sah den Erfolg und den Lohn seiner Mühe dicht vor Augen und ritt sofort hin zu der Hütte im Wald. Er trat ein in den dunklen Raum, und es dauerte eine Weile, bis er den Mann sehen konnte, der still in einer Ecke auf dem Boden saß.
"Die Leute im Dorf erzählten mir, du bist zufrieden. Stimmt das?
"Ja, sagte der Mann, ich bin zufrieden".
"Bist du auch wirklich zufrieden, mit allem, was dein Leben betrifft, mit deiner schweren Arbeit, deiner Einsamkeit?"
"Ja, ich bin ganz und gar zufrieden mit allem, was war, was ist und was wird".
Nun erklärte der Diener sein Anliegen, daß der König von seinem Unglück nur geheilt werde, wenn er das Hemd eines zufriedenen Menschen trägt.
"Im Namen des Königs, ich bitte dich, gib mir dein Hemd".
"Das würde ich sehr gerne für den König tun", sagte der zufriedene Mann, der im Dunkeln auf dem staubigen Boden der Köhlerhütte saß, "aber ich besitze gar kein Hemd".
Scheint geklappt zu haben.

Von dieser Geschichte mag man berührt sein oder nicht. Mein Lieblingshemd ist ein Jeanshemd, ein Geschenk von meinem Freund Ulli, fünf Nummern zu groß. Er ist ein Junkie, der für mich eine entscheidende Lebensweiche stellte.

Ein Wolfgang, der noch nicht völlig enthemmd ist.
 
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21.04.05
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Hallo Uta und Himmelsengel - bitte erklärt mir doch mal, wie das funktioniert - denn wenn ich an das Universum denke - ist es das unendliche Weltall mit seinen Sternen - das ist kein Wesen, was etwas erfüllen könnte.
Und warum ist das Universum überhaupt daran interessiert, Wünsche zu erfüllen?
 

Lukas

:)



Bärbel Mohr - Bestellungen beim Universum

hab ich hier als PDF... mal als Mail bekommen... weiß leider nicht, wo es im Netz verlinkt ist...

... schade, dass es nicht bei jedem klappt :-/

Viele Grüße
Lukas






 

Wolfgang Jensen

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Interessant, wie Themen sich verwässern. Ich lebte 18 Monate mit einer geistig behinderten junge Frau, ein liebenswertes und liebenswürdiges Wesen. Mir gab sie Worte mit auf meinen weiteren Weg, Worte, die sich in mir einbrannten: Nich aufgeben.

Heute beim Hundespaziergang erzählte ich meiner Freundin von "Hans im Glück". So einer bin ich auch. Vor vielen Jahren, ich war 25, tauschte ich meine (wertvolle) Briefmarkensammlung gegen ein paar Märklineisenbahnen ein. Ein paar Jahre später, eine große Liebe an meiner Seite, schenkte ich die Eisenbahn ihrem Sohn. Alles weg, aber verloren? Die Erinnerung an eine wunderschöne Zeit mit E. steht heute in mir auf einem Parkplatz, auf dem immer Platz sein wird. Das nenne ich Glück, und frage: was ist ein Parkplatz? Hat der nicht Pech, der nicht aufhören kann zu meinen, Autofahren zu müssen - in einer Welt, deren ökologisches System ächzt und stöhnt?

Was mich viel mehr beschäftigt ist: kommt ein Mensch bereits als Glücksvogel/Unglücksrabe auf die Welt? Oder leben wir in einer Welt des Zufalls, die ohne System und willkürlich bestimmte Gaben über die Menschheit verteilt?

Ein Wolfgang, der sich auf bunte Meinungen freut.
 

Wolfgang Jensen

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Darf ich meine Frage noch einmal stellen ...

Kommt ein Mensch bereits als Glücksvogel/Unglücksrabe auf die Welt? Ist der Lebensweg vorgezeichnet?

Oder leben wir in einer Welt des Zufalls, die ohne System und willkürlich bestimmte Gaben über die Menschheit verteilt?

Gibt es Gesetze, die wir wählen können? Und gibt es andere Gesetze, denen wir folgen müssen?

... oder ist die Frage nach Freiheit oder Plan, Zufall oder Schicksal zu heiß?

Wolfgang
 
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Hallo Wolfgang,
über diese Fragen haben sich schon viele Leute den Kopf zerbrochen.
Ich denke, daß jeder für sich eine Antwort darauf finden wird. Vielleicht interessieren den einen oder anderen diese Fragen ja auch gar nicht. Die leben dann einfach. Die, denen es gut geht, freuen sich daran - hoffentlich! Und die, denen es nicht so gut geht, mögen anfangen, sich Gedanken zu machen, oder auch nicht.

Gruss,
Uta
 
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Sind das denn nicht auch wieder Fragen die den eigenen Glauben betreffen?
Finde schon, für mich gibt es keinen Zufall und keinen vorherbestimmten Weg, wie unser Leben verläuft liegt an uns selbst.
Geboren mit Unglück oder Glück finde ich Unsinn, denn jeder hat ihm geschenkte Eigenschaften und Gaben, diese kann er nach dem freien Willen nutzen - alles andere ist Ansichtssache.

Gott hat im meinem Glauben immer die besten Pläne für mich - aber ob ich diese befolge oder erkenne ist meine Entscheidung.
 
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Wolfgang Jensen schrieb:
Kommt ein Mensch bereits als Glücksvogel/Unglücksrabe auf die Welt? Ist der Lebensweg vorgezeichnet?
Oder leben wir in einer Welt des Zufalls, die ohne System und willkürlich bestimmte Gaben über die Menschheit verteilt?
Nun... ich denke nicht, dass unser Schicksal vorher bestimmt ist, wofür würden wir dann noch leben? Man kommt als unschuldiges, kleines Baby auf die Welt, das nicht weiss, was alles auf es wartet. Dann wächst es, wird älter und wird vor allem von der Umwelt geprägt. Von seinen Eltern, von seinen Mitschülern, es hat manchmal mehr Glück manchmal weniger. ABER (!) wer bestimmt überhaupt, was Glück und was Pech ist?! Das kommt auf die persönliche Einstellung an. Ein Pessimist hat oft Pech und ein Optimist versucht alles als Glück anzusehen. Einer der oft auf die Nase fällt und dann eines Tages nicht, denkt auch, dass er Glück gehabt hat! Denn er war sich ans "auf die Nase fallen" gewohnt.
An den Zufall zu glauben fällt mir jedoch auch schwer. Glück und Unglück ist nicht unbedingt Zufall, wie gesagt, wenn jemand mit einer guten Lebenseinstellung geht, empfindet er mehr Sachen als Glück.
Das andere Zeug, was du aufgezählt hast, von wegen vielen Frauen / Millionär usw ist schon irgendwie Zufall... aber es hat sicher auch einen Grund? Vielleicht hat er als kleiner Junge gelitten, und wird nun sozusagen entschädiget? Weil "Dauerglück" kann niemand haben, auch wenn es für uns so aussieht. Hat einer in einem Lebensbereich Glück, hat er sicher in einem anderen keines!

Wolfgang Jensen schrieb:
Gibt es Gesetze, die wir wählen können? Und gibt es andere Gesetze, denen wir folgen müssen?
Was verstehst du unter Gesetzen? Ich glaube nicht, dass wir irgendetwas tun können um unser "Glück" zu beeinflussen. Ausser, wir sehen auch die kleinen Dinge, die geschehen, als Glück an. Zum Beispiel wenn man nach draussen geht und eine wunderschöne Blume sieht. Das kann auch eine Art Glück sein?
Müssen tun wir sowieso nichts, ausser sterben =) Wir meinen, wir sind freie Menschen... also müssen wir nichts, oder?

Wolfgang Jensen schrieb:
... oder ist die Frage nach Freiheit oder Plan, Zufall oder Schicksal zu heiß?
zu heiss ist sowieso keine Frage, fragen darf man immer. Die Beantwortung darauf ist einfach schwierig, weil so ziemlich alle eine andere Meinung haben :)

Liebe Grüsse und was für ein Glück,dass ihr bis hier her gelesen habt ;)
Lilly
 
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;) :) :p) Lilly. - War überhaupt nicht schwierig, bis hierhin zu lesen, weil Du so schön klar und für mich verständlich schreibst.
Grüsse,
Uta
 

Wolfgang Jensen

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Klar, Uta, jeder lebt so einfach - vielleicht noch als Hansguckindieluft in den Tag hinein, oder zerbricht sich allein den Kopf. Also ich kenne keinen Menschen, der einfach so lebt, jedenfalls läßt das Leben einige Menschen, die glauben, daß das geht, nicht lange in Ruhe. Als Alternative sich den Kopf alleine zerbrechen finde ich auch nichtbesonders empfehlenswert, schon gar nicht in einem Forum, wo tatsächlich einige ihr Gefühl äußern, sich hier verstanden und aufgehoben zu wissen.

Wenn ich nicht glaubte, eine Klärung der Frage, ob wir in einer determinierten oder einer Welt des Zufalls leben, wäre wichtig für die gesamte mentale Dispositionierung eines Menschen, und eine der zentralen Ursachen für alle Blockaden und folgend Krankheiten, würde ich Dir das Folgende nicht erzählen.

Uta, ich weiß es wirklich aus erster Hand, habe es selbst erlebt, was es bewirkt, den Schritt aus der Welt der Beliebigkeit in die Welt einer konkreten Absicht zu gehen. Das geht zwar nicht mal eben so, aber das Ergebnis bei mir war: ich fühlte mich wie neugeboren, mein Alterungsprozeß hat fast ausgesetzt, von der sozialen Integrität und einigen anderen wunderbaren Phänomenen ganz zu schweigen. Oder wie willst Du vier gebrochene Rippen, eine davon in die Lunge, erklären, wo die Brüche nach 3 Tagen auf dem Röntgenbild nicht mehr zu sehen waren und ich entlassen wurde.

Also, wegen mir können wir sofort zur Beliebigkeit zurückkehren und ein Thema, daß für mich persönlich ohnehin keine Bedeutung mehr hat, im Hierundjetzt beenden.

Gruß

Wolfgang
 
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