Gleitwirbel L5/S1

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Hallo zusammen,

ich bin Sandra, 26 Jahre alt, Mama einer 4-jährigen Tochter – und ziemlich verunsichert.

Vielleicht bin ich hier nicht ganz richtig, aber ich hoffe trotzdem, dass mir jemand von euch weiterhelfen kann.

Bei mir wurde schon 2001 ein Gleitwirbel (L5/S1) festgestellt. Seit einiger Zeit schlafen mir fast regelmäßig die Beine ein – und zwar bis hoch zum Becken. Deshalb wurde ein MRT gemacht.

Jetzt habe ich den Befund vorliegen – aber dazu zwei unterschiedliche Meinungen. Und ich verstehe den Befund nicht wirklich. Deshalb würde ich mich sehr freuen, wenn mir jemand das übersetzen oder erklären könnte.

MRT-Befund (Auszug):
  • Bereich: Untersuchung von TH10 bis zum Kreuzbein (sakral).
  • Lendenwirbelsäule (LWS): Etwas steil gestellt, aber ansonsten normale Wirbelkörper bis L3/L4.
  • Bandscheiben: Ab L4/5 beginnende Verschleißerscheinungen (Bandscheibenhöhenminderung und Vorwölbung). In diesem Bereich ein kleiner Bandscheibenvorfall (NPP), der leicht nach links und nach unten drückt.
  • Gleitwirbel (L5/S1): Der Wirbel L5 ist gegenüber dem Kreuzbein (S1) leicht nach vorne verrutscht – also eine Spondylolisthesis Grad 1. Ursache: eine angeborene Bogenschlussstörung beidseits im Wirbelbogen von L5.
  • Nervenkanäle (Foramina): Rechts bei L5/S1 leicht eingeengt, dort drückt offenbar auch die Bandscheibe auf einen Nerv.
  • Rückenmark: Keine Auffälligkeiten im Bereich bis L1.
  • Zusatzbefund: Anzeichen eines alten Morbus Scheuermann (Wachstumsstörung der Brustwirbelsäule), aber ohne akute Veränderungen.
Diagnosen zusammengefasst:
  • Leichtes Wirbelgleitung (Spondylolisthesis Grad 1) am unteren Lendenwirbel.
  • Bandscheibenvorwölbungen an zwei Stellen (L4/5 und L5/S1).
  • Leichter Druck auf den Duralschlauch (Nervenhaut) – aber keine schwere Verengung des Spinalkanals.
  • Altbekannte Scheuermann-Veränderung in der Brustwirbelsäule – aber ohne akuten Handlungsbedarf.

Meine Frage an euch:

Wie ernst ist das Ganze? Und können die tauben Beine wirklich damit zusammenhängen?

Ich bin unsicher, weil mir zwei Ärzte unterschiedliche Dinge dazu gesagt haben. Der eine meint: alles halb so wild. Der andere rät zu einer OP. Was würdet ihr tun? Hat jemand ähnliche Erfahrungen?

Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe!

Liebe Grüße
Sandra
 
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Was du beschreibst – eingeschlafene Beine bis zum Becken – kann sehr wohl mit dieser Kombination zu tun haben. Vor allem, wenn der Gleitwirbel Druck auf die Nerven ausübt, was bei dir ja zumindest rechtsseitig der Fall zu sein scheint (Foramen eng + Bandscheibenvorfall drückt auf den Nerv). Auch die Vorwölbung bei L4/5 kann da mit reinspielen.

Was mir geholfen hat – und was man unbedingt erstmal konservativ probieren sollte, bevor man über OP nachdenkt:

1. Ganz gezieltes Training für die Tiefenmuskulatur (Core):
Ich meine nicht wildes Fitnessstudio-Training, sondern gezielte Übungen für die kleinen, wirbelsäulennahen Muskeln. Mir haben Physiotherapie mit Anleitung zur lumbalen Stabilisation und später Übungen mit dem Pezziball extrem geholfen. Wichtig: Kein Hohlkreuz provozieren, sondern Stabilität aufbauen.

2. Osteopathie oder sanfte Chiropraktik:
Die helfen dir nicht beim „Zurückschieben“ des Wirbels (das geht eh nicht), aber sie können Spannungen im Becken lösen, die das Ganze verstärken. Bei mir war’s die ISG-Blockade, die immer wieder reingehauen hat.

3. Wärme + sanfte Mobilisation:
Muskeln im unteren Rücken verspannen sich oft reflexartig – das kann die Beschwerden noch verschärfen. Wärmepackungen, Basenbäder oder auch mal ein entspannter Spaziergang statt Couch können Wunder wirken.

4. Nervensystem beruhigen:
Ich weiß, das klingt esoterisch – ist es aber nicht. Wenn du unter Dauerstress stehst (Kind, Alltag, Sorgen), reagiert dein Nervensystem empfindlicher. Magnesium (z. B. als Citrat), B-Vitamine oder Baldrian können hier helfen – besser schlafen, weniger Verspannung, weniger Schmerzleitung.

5. Ernährung beachten:
Wenn’s um Nerven geht, spielt auch Vitamin B12 eine Rolle – das nur am Rande. Und ich hab irgendwann gemerkt: Schweinefleisch, Weißmehl, Zucker – all das hat die Schmerzen gefördert. Warum? Keine Ahnung. Aber ich lass es weg.

OP – ja oder nein?
Meine Meinung: Bei Grad 1 und ohne massive neurologische Ausfälle (z. B. Lähmung, Inkontinenz) würde ich erstmal alle konservativen Möglichkeiten ausschöpfen. Eine OP ist schnell gemacht – aber die Rückkehr danach dauert lang und ist kein Spaziergang. Und viele berichten, dass’s hinterher nicht besser, sondern nur anders ist.

Wenn du magst, kann ich dir gern ein paar konkrete Übungen oder Tools zeigen, die mir geholfen haben (Thera-Band, Beckenbodenaktivierung, Vojta-Rolle usw.). Und: Du bist hier definitiv richtig im Forum – also bleib dran und lass dich nicht verrückt machen. Es gibt Wege, auch ohne Skalpell.

Alles Gute dir – und meld dich ruhig wieder!

LG
 
Hallo,

vielen Dank für deine Antwort.
Das Wirbelgleiten ist mir schon seit 6 Jahren bekannt und darüber hab ich mich auch schon schlau gemacht.
Ich möchte lieber eine Übersetzung des Befundes haben.
Mir wurde dazu leider nicht viel erklärt und
wenn man nicht richtig weiß was los ist,
verkrampft man sich finde ich noch mehr.

Aber ich danke Dir sehr für deine Antwort und der Bericht den ich bei dem Link angeschaut hab war sehr interessant.

LG Sandra :)
 
Hallo Sandra

Eine Übersetzung also...;)

also versuche ich das mal...

Was der Arzt da alles schreibt – was heißt das für dich?

1. Du hast einen Gleitwirbel (L5/S1, Grad 1):
Das bedeutet: Der unterste Lendenwirbel (L5) ist ein Stück nach vorne gerutscht – im Vergleich zum Kreuzbein (S1). Das ist bei dir schon länger so (seit 2001), aber das MRT bestätigt: Es ist eine leichte Verschiebung (Grad 1 ist die mildeste Form). Ursache bei dir: eine sogenannte „Bogenschlussstörung“ – also eine kleine Fehlbildung am Wirbelbogen. Heißt: Das ist kein Unfall oder Verschleiß, sondern etwas, das du sozusagen „mitgebracht“ hast.

2. Zwei Bandscheiben sind betroffen – und zwar L4/5 und L5/S1:
Beide Bandscheiben zeigen Verschleiß.

L4/5: Die Bandscheibe ist etwas flacher geworden (Höhenminderung) und schiebt sich leicht nach hinten (Vorwölbung), und zwar ein bisschen nach links.

L5/S1: Auch hier ist die Bandscheibe geschädigt und schiebt sich leicht nach hinten oben – ein sogenannter „subligamentärer Bandscheibenvorfall“. Noch nicht komplett rausgedrückt, aber deutlich verändert.

3. Nervenkanäle:
Auf der rechten Seite bei L5/S1 ist das „Neuroforamen“ – also die Lücke, wo der Nerv rauszieht – etwas eingeengt. Der Radiologe schreibt, dass dort tatsächlich ein Druck auf den Nerv durch die Bandscheibe sichtbar ist.

4. Spinalkanal (Rückenmarkskanal):
Die Weite ist an der Grenze, aber noch nicht so eng, dass man gleich von einer echten Verengung sprechen muss. Also: knapp, aber noch okay – zumindest laut Bildgebung.

5. Rückenmark und Brustwirbelsäule:
Das Rückenmark sieht bis zum ersten Lendenwirbel (L1) normal aus – kein Entzündungszeichen, kein Tumor, keine schlimmen Veränderungen.
Außerdem sieht man Spuren eines alten Morbus Scheuermann – das ist eine jugendliche Wirbelsäulenveränderung mit typischer Rundrücken-Tendenz. Aber der Radiologe schreibt: keine akuten oder schlimmen Folgen daraus.

️Was bedeutet das jetzt konkret für dich?
Ja, da drückt was auf einen Nerv – vor allem rechtsseitig im Bereich L5/S1. Das kann die Ursache für deine tauben Beine sein.
Ja, es gibt Verschleiß an zwei Bandscheiben – aber nichts, was „explodiert“ ist. Keine riesigen Vorfälle, keine akute Not-OP.
Nein, es ist kein Tumor, kein Bandscheibenvorfall mit Rückenmarksschaden, kein „Notfall“.
Aber: Es ist auch nicht harmlos. Du solltest das ernst nehmen – vor allem, wenn das Taubheitsgefühl zunimmt oder Schwäche dazukommt.

Meine Meinung (ganz persönlich):
Das MRT zeigt: Da ist was im Argen, aber du bist nicht „kaputt“. Ich würde alles tun, um das konservativ in den Griff zu bekommen: Bewegung, gezielter Muskelaufbau, Osteopathie, Entlastung. OP wäre für mich Plan Z, wenn gar nichts mehr geht.

Ich hoffe, das hilft dir etwas beim Sortieren. Wenn du Fragen zu bestimmten Begriffen hast – schreib einfach. Ich bleib dran.

Alles Gute dir – und Kopf hoch!

Wenn Du irgendwo hängen bleibst, poste doch die fraglichen Worte, dann können wir mit vereinten Kräften versuchen, sie zu enträtseln :) .

Liebe Grüsse
pita
 

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