Co-Abhängigkeit wie verhalte ich mich?

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Hallo,

viele Grüße an alle.

Ich bin nun seit einen Jahr mit meinen Freund zusammen. Ich wusste auch von Anfang an das er ein Alkoholiker ist. Wir haben einige Monate in Zweisamkeit verbracht. Es war ein ewiges auf und ab.

Nun möchte ich mich auch mal wieder mit Freunden oder meiner Familie treffen. Und er verfällt in einen enormen Eifersuchtswahn und Beleidigungen. Mir ist Familie das wichtigeste was es gibt. Er gehört auch dazu, will sich aber nicht integrieren obwohl ihn alle so gut aufgenommen haben. Ist das normal das er so eifersüchtig ist und das er mich für sich ganz allein möchte?

Ab nächste Woche trete ich eine Kur an. Auf die ich mich schon sehr freue. Wir haben getrennte Wohnungen. Bei ihm ist aber einiges im argen. Ihm wurde vor einem halben Jahr der Strom abgeklemmt und nun braucht er weiterhin eine Unterkunft. Weil er die Kontrolle über den Alkohol verliert und ich keine Kündigung erhalten möchte, darf er nicht in meiner Wohnung bleiben. Aber ich fühle mich so schlecht dabei, als ob ich ihn Stich lasse obwohl ich eigentlich nur auf die Kur konzentrieren sollte. Muss ich mich schlecht fühlen?

Er hat mir nun versprochen in diesen Zeitraum in eine Klinik zu gehen aber macht das überhaupt SINN wenn er es nur aus Not tut? Er hat schon so viel versprochen aber er macht es nur halbherzig. Ein vergleich wäre ein Raucher der sagt das er aufhören will, aber im gleichen Atemzug an der Zigarette zieht.

Mit kommt es so vor das ich schon sehr tief in der Co-Abhängigkeit drin stecke aber ich nicht weiß wie ich mich daraus befreien soll. Ich habe immer solche Schuldgefühle obwohl ich nicht schuld bin. Ich erledige zum Teil auch seine Überweisungen oder hole Post damit der Briefkasten nicht überquillt. Das einzige was ich nicht mache ist Alk kaufen. Aber ich weiß trotzdem nicht weiter. Ich lieb ihn doch so sehr.

lg Sandy
 
wundermittel
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Hallo Angie

Ich finde es sehr mutig von Dir hier so offen zu schreiben, danke für das Vertrauen.

Wichtigstes:
- DU bist nicht verantwortlich für Seine Sucht

Es ist ganz klar richtig dass DU für Dich schauen magst und auch tust

Ich verstehe sehr gut, dass Du Dich nicht gerade wohlfühlst bei diesen Gedanken, jedoch aus einem Grund benötigst Du ja diese Kur.

Und darum, trotz Deiner Gefühle, halte daran fest. Mach es so wie es Dich stimmt.

Das Teilnehmen in einer Selbsthilfegruppe wird dir nach der Kur sicherlich nocheinmal Halt und vor allem Erkenntnisse bringen, dass Du auf einem guten Weg bist.

Ich drücke Dir die Daumen

Auf bald
Morja
 
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Morja danke das Sie sich die Zeit genommen haben mir zu antworten. Ich werde mich vollkommen auf die Kur konzentrieren. Mein Freund ist eh für sich allein verantwortlich wenn es um diese Sucht geht. lg
 

nicht der papa

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Ist das normal das er so eifersüchtig ist und das er mich für sich ganz allein möchte?
lg Sandy
Ja. Das macht der Alkohol.

Er hat mir nun versprochen in diesen Zeitraum in eine Klinik zu gehen aber macht das überhaupt SINN wenn er es nur aus Not tut?
lg Sandy
Um so schlechter es einem Alkoholiker geht und um so verlassener er ist, um so eher macht er was.

Er wird nun u.U. eine Entgiftung machen, was mMn. ein guter Anfang ist.
Die müsste aber anschliessend sinnvollerweise mit Sitzungen bei einer Selbsthilfegruppe wie den AA oder Guttemplern unterstützt werden. Alleine schaffen das nicht so viele. Manche erst nach einer längeren Entziehungskur.

Wobei hier ja auch noch die Frage ist, wie es wohnungsmäßig weitergeht, wenn Du wieder von der Kur zurück kommst.

Mit kommt es so vor das ich schon sehr tief in der Co-Abhängigkeit drin stecke aber ich nicht weiß wie ich mich daraus befreien soll. Ich habe immer solche Schuldgefühle obwohl ich nicht schuld bin. Ich erledige zum Teil auch seine Überweisungen oder hole Post damit der Briefkasten nicht überquillt. Das einzige was ich nicht mache ist Alk kaufen. Aber ich weiß trotzdem nicht weiter. Ich lieb ihn doch so sehr.

lg Sandy
Ein Alkoholiker wird leider immer Gott und die Welt dafür verantwortlich machen, dass er trinkt, es ihm schlecht, er seine Job verloren hat, etc.
Aus dem Kreislauf kommt er nur raus, wenn er es wirklich will und was dagegen tut.
Da hilft es ihm eigentlich nicht wirklich, wenn er etwas abgenommen bekommt. Denn dann kommt der komplette Zusammenbruch nur noch später.
Es ist nicht deine Schuld, dass er trinkt und sich deshalb in einer schlechten Situation befindet. Nur, dass Du dich ausgerechnet in ihn verliebt hast.;)

Man kann sich das Leben auch einfacher machen. Rein theoretisch.:cool:
 
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Wir haben einige Monate in Zweisamkeit verbracht. Es war ein ewiges auf und ab.
War die Formulierung "Zweisamkeit"bewußt, oder unterbewußt ? Die Zweisamkeit wurde ja auch von Wolfgang Ambros besungen: "Zweisamkeit ist Einsamkeit zu zweit", denn niemand will sich richtig auf den anderen einlassen, niemand will etwas von sich selbst aufgeben (was ja auch Selbstschutz ist). Bei Drogensüchtigen sagt man auch: Sie sind "stoned", d.h. man könnte genausogut versuchen eine emotionale Beziehung zu einem Stein herzustellen. Doch dann, wenn sie einmal emotional reagieren, dann oft zornig und wütend. Auch das fühlt sich an, als ob man einen Stein an den Kopf geschlagen bekommt. Ich glaube dieses Bildnis sagt schon vieles aus ... Ich selbst mußte das auch mal schmerzhaft erfahren, denn der Drogensüchtige macht sich nicht nur selbst "dicht", um nichts mehr zu spüren, sondern er spürt (wie ein Stein, oder Rocker) auch nicht, wann er den anderen verletzt.

Ist das normal das er so eifersüchtig ist und das er mich für sich ganz allein möchte?

Das klingt schon einmal coabhängig ... "Er liebt mich eben so sehr !" Ein Gesunder würde wohl sagen: "Er findet eben keinen anderen Idioten, der so blöd ist wie ich es bin ..." Nur ein Co-Abhängiger würde es nicht so ausdrücken, denn es tut ihm sooooo gut, wenn er vom anderen so dringend gebraucht wird. Dadurch fühlt er sich aufgewertet und das Schlimmste was einem Co-Abhängigen passieren könnte wäre, wenn der Alki ihn eines Tages nicht mehr brauchen und sagen würde: "Ich bin jetzt clean, und möchte lieber mit einem "normalen Menschen" zusammen sein. Ich weiß, daß Du es lieber hättest, wenn ich wieder an der Flasche hänge und Du wieder Macht über mich hast. Aber gerade das kann ich jetzt nicht mehr brauchen, denn damit provozierst Du bei mir nur einen Rückfall. Ich fühle, daß Du mich nicht liebst, sondern ich nur Deine Eitelkeit befriedigen soll. Dieses Gefühl kann ich aber nicht ohne Alk aushalten und da ich weiß daß Du nichts gegen einen Rückfall einzuwenden hättest, wirds mir bei Dir zu gefährlich. (das sagen sie nach ihrer Therapie nämlich fast wörtlich).
Mit kommt es so vor das ich schon sehr tief in der Co-Abhängigkeit drin stecke aber ich nicht weiß wie ich mich daraus befreien soll.
Genauso wie ein Alkoholiker sich aus seiner Sucht befreien soll, denn die "Sucht gebraucht zu werden" ist eine Sucht, die es in sich hat.

Ich habe immer solche Schuldgefühle obwohl ich nicht schuld bin.
Ein Co-Abhängiger würde sagen, ich habe Angst, daß mein Emotional-Sklave verschwunden ist, wenn ich wieder komme.

Übrigens wäre Coda für Dich die richtige Gruppe.
Startseite CoDA Deutschland e.V.
Alanon = Angehörige von Alkoholikern, ist mehr für Ehepartner oder Kinder, die sich nicht einfach von íhrem Alki trennen können und versuchen müssen damit klarzukommen. (ich würde es aber nie mehr versuchen, denn irgendwie ist es schon krank (selbstschädigend) es überhaupt zu versuchen)

Das Gute zieht das Gute an, wie das Schlechte das Schlechte anzieht,
doch das Gute stößt das Schlechte genauso ab,
wie das Schlechte das Gute abgestoßt.
Drum soll Gut sein, wer vom Schlechten verschont bleiben will.
(Spiegelgesetz oder Resonanzgesetz)

Gruß Manno
 

nicht der papa

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@Manno
ich bin oft mit dir einer Meinung. Aber manchmal habe ich das Gefühl, Du weisst nicht genau, von was Du schreibst.:cool:
 
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Hallo Angie :wave:

Frag dich mal selber, warum hast du dich genau in diese abhängige Person verliebt.Warum genau er?:keineahnung: :idee:

Ich habe selber ein Suchtproblem und auch schon eine 4 Jahre lange Beziehung mit einem schweren Alkoholiker gehabt. Kann dir also gut nachfühlen.

Die Hoffnung, dass sein Leben besser wird ist leider nicht gross, die Statistik spricht gegen ihn. Auch wenn diese Aussage wirklich hart ist, es ist die Wahrheit. Erst wenn er aus dem Schweinetrog fressen musste (sinnbildlich zu verstehen) hat er überhaupt eine Chance auf Besserung. Warum soll er ernsthaft etwas gegen seinen Zustand unternehmen? Er hat ja dich. Du bist auch noch so grosszügig ihm lästig gewordenes abzunehmen und seinen Alkohol hat er auch noch. Für ihn stimmt die Situation so. Natürlich möchte er dich nicht verlieren, darum beschwichtigt er dich auch mit Versprechungen aufzuhören. Ich bezweifle auch nicht das er es in diesem Moment so meint, doch die Realität schaut leider anders aus.

Wenn du ihm wirklich helfen willst, lass ihn fallen. Es gibt Gründe warum sich jemand betäuben muss. Sein jetziges Leben muss ihn dermassen stressen, dass er lieber ein trockenes Leben führen will. Erst wenn er am Abgrund steht, sich entscheiden muss zwischen Leben und Tod, erst dann hat er eine Chance.

Falls du mehr über das Verhalten von Süchtigen erfahren willst, oder sonst Fragen hast, stehe ich dir sehr gerne bei Seite. Du darfst mir auch jeder Zeit Persönlich Kontakt mit mir aufnehmen :mail:

Schau gut zu dir, sei etwas egoistischer und mach dich BITTE nicht kaput :fans:
 
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noch kurz was zu dem was Monno geschrieben hat.

Dein Text ist sehr schroff geschrieben. Demjenigen dem du diese Zeilen geschrieben hast, kann es so nicht annehmen, auch wenn es grundsätzlich für mich stimmt was du da schreibst.

Es gibt gründe warum Menschen mit Süchtigen zusammen sind. So wie du es schreibst braucht es sehr viel, deine Zeilen überhaupt anzunehmen.

Ich wünsche mir sehr von dir Monno, dass du dich ein wenig in den anderen reinversetzt. Würdest du dich nicht angegriffen fühlen?

Von einem ganz guten Freund könnte ich sowas annehmen, aber nicht von jemandem der in einem Forum antwortet. Schliesslich wollen wir uns hier nicht noch mehr beschuldigen, sondern gegenseitig weiter bringen und Tipps geben.

Bitte sei so gut und überdenke deine doch sehr schroffe Wortwahl nochmals.
 
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Hallo @ all, danke für die vielen Antworten.


@ nicht der papa,

"Ja. Das macht der Alkohol."
Das ist wirklich eine sehr schlimme Krankheit wenn man gezwungen ist immer extrem eifersüchtig zu sein.

"Um so schlechter es einem Alkoholiker geht und um so verlassener er ist, um so eher macht er was."
Das find ich ziemlich heftig das erst alles zu spät sein muss, bevor etwas unternommen wird. Naja die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Wenn er merkt das keiner mehr da ist kümmert er sich mal um seine Probleme. Andere Freude hat er ja nicht mehr, nur mich hat er noch nicht verloren.

"Ein Alkoholiker wird leider immer Gott und die Welt dafür verantwortlich machen"
Ja diese Ausreden und Vorwürfe sind sehr anstrengend und machen auch vieles kaputt. Leider kann man sich nicht aussuchen in wen man sich verliebt.


@ Manno

"War die Formulierung "Zweisamkeit"bewußt"
Ich war vor unserer Beziehung ziemlich lange allein. Dann habe ich mich sehr in meinen Freund verliebt und wollte viel Zeit mit ihm verbringen. Ich habe mich nach außen abgegrenzt (was ihn sicherlich sehr gefallen hat) da ich das völlig genießen wollte. Deswegen das Wort Zweisamkeit.

"Ich bin jetzt clean, und möchte lieber mit einem "normalen Menschen" zusammen sein"
Das ich Co-Abhängig bin weiß ist. Das ich damit umgehen muss weiß ich auch. Ich geh ihm aber auch kein Bier kaufen oder unterstütze die sauferei. Für meine Wohnung habe ich regeln aufgestellt die er befolgen muss sonst darf er meine Wohnung verlassen. Klar kann es sein das wenn er clean ist das er sich trennt, dann sollte es so sein. Mein Leben würde das auch nicht zerstören.

Die Seite sieht auf jeden Fall sehr gut aus.


@ Blackfly

"Warum genau er?"
Er war am Anfang so süß, liebevoll und romantisch. Hat mich total verwöhnt und eingefangen. Ich hab auch erst später gesehen (sehen wollen) das er noch immer an der Flasche hängt und das auch nie aufgegeben hat obwohl er es gesagt hat.

"Die Hoffnung ... doch die Realität schaut leider anders aus."
Ja Hoffnung ist schon etwas schlimmes. Wir legen uns immer ein Bild in den Kopf und verfolgen dieses. Ich wurde schon sehr oft betrogen, verletzt, beleidigt, enttäuscht und trotzdem überwiegt die Hoffnung auf Besserung. Bloß der Realität ins Auge zu blicken ist sehr schwierig. In anderer Hinsicht bekomm ich das gut hin aber in der Beziehung zu einen Alkoholiker nicht wirklich. Scheinbar müssen auch Co-Abhängige richtig auf die Fresse fallen bevor sie lernen.

"Lass ihn fallen"
Das erste mal das ich ihn fallen lasse ist jetzt während der Kur. Eine Woche ohne Heizung und Strom kann eine Menge bewirken

Danke für den persönlichen Kontakt ;)

zu Manno: Vielleicht lernt man das so in einer Selbsthilfegruppe?


@ Amy
"Helfersyndrom?"
Im Unterbewusstsein könnte das vielleicht dazu begetragen haben.
 

nicht der papa

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Dadurch dass bei Alkoholikern vermehrt Eifersuchtsvorstellungen auftreten, die auch zu wahnhafter Eifersucht werden können, sind Psychiater früher sogar so weit gegangen zu behaupten, dass Eifersuchtswahn fast beweisend für Alkoholismus wäre.

Dabei ist die Ursache nicht zwangsläufig die Angst vor Liebesverlust.
Auch ein gestörtes Verhältnis zur Umwelt oder eine Abwehrung der Schuld am eigenen Versagen, die auf den Partner übertragen wird, können dahinter stecken. Die Verdächtigungen können groteske Formen annehmen.

Ich kenne das selbst.:cool:
Auf der Spitze seiner Eifersucht, nach fast 3 Wochen ohne Schlaf, weil er mich ganz gezielt nicht hat schlafen lassen, war für mich dann de Käs endgültig gegesse und ich habe meinen ersten Mann verlassen.
Nein danke. Nie mehr wieder.:schock:
 
regulat-pro-immune
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Bei aller Liebe zu seinem Partner darf man sich selbst einfach nicht vergessen sonst ist auch die Partnerschaft am Ende. Es bringt keinem etwas, sich selbst den Bach runter gehen zu lassen, nur um dem Partner zu helfen ...
Man selbst ist nie verantwortlich für die Probleme des anderen und man sollte eine Grenze ziehen bis wohin man sich selbst auch nicht mit der Hilfe für den anderen schadet.

Viel Stärke und Kraft für alle, die in einer solchen Situation sind.
 

konfus

ich war vor vielen Jahre einige Zeit in einer Analon Gruppe, das sind die Gruppen der Anonymen Alkoholiker für Angehörige und genau das was Manno schreibt und auch wie sie schreibt, wurde mir dort erklärt, manches war ein Schock, aber ein heilsamer, Coabhängigkeit merkt man erst, wenn man nervlich am Boden ist, leider hilft man dem Süchtigen unbewusst.
Um sich aus diesem Teufelskreis zu befreien ist eine solche Gruppe unbedingt erforderlich, man sieht dort erst, wie tief man in der Krankheit mit drin steckt, man sieht aber auch, wie andere es geschafft haben, wieder ein normales Leben zu führen, manchmal hat es sogar der Partner geschafft, dadurch seine Sucht zu bekämpfen, wenn er nämlich merkt, dass sich da jemand verändert, anders mit ihm umgeht, ihn alleine mit seiner Sucht lässt, dann evt. wir er nachdenken, das sollte man aber nicht unbedingt erwarten.
Kleiner Nachtrag....meiner wurde trocken, verlassen habe ich ihn trotzdem, weil er halt unerträglich war, solange er trank, war ich ja immer schuld, die habe ich mir nicht mehr geben lassen.
Ich habe dort viel gelernt, man wird nicht immer mit Samthandschuhen angefasst, aber es war wirksam und ich habe mich auch nie mehr mit einem Alk abgegeben, das möchte ich nicht mehr erleben, auch für viele andere Dinge im Leben waren die 12 Schritte der Alanon für mich wichtig, auch bei Problemen mit (erwachsenen) Kindern, es gibt dort einen Spruch, der heisst...
In Liebe loslassen.
Lg
Konfus
 

Sternenstaub

1.
Ich bin nun seit einen Jahr mit meinen Freund zusammen. Ich wusste auch von Anfang an das er ein Alkoholiker ist. Wir haben einige Monate in Zweisamkeit verbracht. Es war ein ewiges auf und ab.
2.
Nun möchte ich mich auch mal wieder mit Freunden oder meiner Familie treffen.
3.
Und er verfällt in einen enormen Eifersuchtswahn und Beleidigungen.
4.
Mir ist Familie das wichtigeste was es gibt. Er gehört auch dazu, will sich aber nicht integrieren obwohl ihn alle so gut aufgenommen haben. Ist das normal das er so eifersüchtig ist und das er mich für sich ganz allein möchte?
5.
Ab nächste Woche trete ich eine Kur an. Auf die ich mich schon sehr freue.
6.
Ihm wurde vor einem halben Jahr der Strom abgeklemmt und nun braucht er weiterhin eine Unterkunft.
7.
Weil er die Kontrolle über den Alkohol verliert und ich keine Kündigung erhalten möchte, darf er nicht in meiner Wohnung bleiben.
8.
Aber ich fühle mich so schlecht dabei, als ob ich ihn Stich lasse obwohl ich eigentlich nur auf die Kur konzentrieren sollte. Muss ich mich schlecht fühlen?
9.
Er hat mir nun versprochen in diesen Zeitraum in eine Klinik zu gehen aber macht das überhaupt SINN wenn er es nur aus Not tut?
10.
Er hat schon so viel versprochen aber er macht es nur halbherzig. Ein vergleich wäre ein Raucher der sagt das er aufhören will, aber im gleichen Atemzug an der Zigarette zieht.
11.
Mit kommt es so vor das ich schon sehr tief in der Co-Abhängigkeit drin stecke aber ich nicht weiß wie ich mich daraus befreien soll.
12.
Ich habe immer solche Schuldgefühle obwohl ich nicht schuld bin.
13.
Ich lieb ihn doch so sehr.

lg Sandy

Hallo Sandy,
dein Posting hat mich angesprochen, darum schreibe ich dir hier!

Eines teile ich dir schon mal vorab mit, nämlich, dass dein Leben eine Kostbarkeit ist.:kiss:

1.
Jede Frau, die einigermaßen frei in sich selbst ist, hätte niemals zwei Monate in Zweisamkeit unter solchen Umständen zugelassen.

Ich denke, dass dies alles hat geschehen können hängt mit deiner eigenen Unfreiheit zusammen!

Kann dies so sein?

2.
Eine sehr gesunde Einstellung, wenn die Familie und die Freunde positiv (heilsam) sind.

3.
Dies zeugt von der Unfreiheit deines Partners, mit dem du eine Verbindung eingegangen bist und genauso von deiner eigenen Unfreiheit, so denke ich.

Kann dies so sein?

4.
Dazu brauche ich nichts zu schreiben, denn dies ist etwas, was du in dir selbst beantworten solltest!

Jedoch kann ich dir mitteilen, dass es deine eigene seelische Struktur ist, dass es so gekommen ist, wie es gekommen ist.

Hättest du selbst eine freiere seelische Struktur, würdest du dich niemals auf so etwas eingelassen haben...

...also ist in dir selbst zu finden, dass es so ist, wie es ist!

Ich denke, du solltest massiv an dir arbeiten, damit du freier wirst in dir selbst!

5.
Ich hoffe sehr darum, dass du durch den Abstand, den die Kur bedingt, alles, was mit dieser nicht feiheitlichen Beziehung zusammen hängt, aus einem anderem Blickwinkel heraus betrachten kannst und du etwas zu dir selbst finden kannst bzw. wirst.:)

6.
Wenn es schon so weit gekommen ist, dann ist zu überlegen, inwieweit er noch die Fähigkeit besitzt, sein Leben überhaupt noch zu meistern!

Dieser Mann braucht fachkompetente Hilfe, die du ihm sicherlich nicht geben kannst, oder?

7.
Warum und weshalb hast du dich überhaupt auf so etwas eingelassen?, denn dies hat nur an dir, ja, an dir selbst gelegen (die Beziehung zu beginnen), der Schlüssel ist also in dir selbst, in deinen eigenen Energien (deinem Leben) zu suchen und deutet auf sehr große Unfreiheit in deinem eigenem innern hin, so denke ich!

8.
Dort ist der Punkt (des Rätzels Lösung) in dir selbst zu finden, den du finden solltest, damit du dein Leben besser und freier leben kannst, denn dein Leben ist sehr, sehr kostbar!:kiss:

9.
Wie hoch schätzt du die Möglichkeit ein, dass er frei wird, ein gesundes Leben führen zu können?

Nicht der Wunsch sollte dabei berücksichtigt werden, sondern die Realität.

10.
Wenn du dies schon erkennst, dann kannst du auch herausfinden, was mit dir selbst los ist, dass du all dies lebendig sein läßt.:)

Wo ist den Freiheit im Leben durch Fesselung?

Dein kostbares Leben ist sehr wertvoll, dies bedeutet auch, es in bestmöglicher Freiheit leben zu können, nicht wahr!

11.
Das denke ich auch, dass du schon tief in der Co-Abhängigkeit dich befindest, jedoch nicht ohne Grund, der wiederum ist in dir selbst zu suchen ist, so denke ich!

Es ist Hoffnung da, denn wenn du dich fragst, wie du dich aus dieser Co-Abhängikeit befreihen kannst, wenn du jedoch nicht weißt wie, dann solltest du nach genau diesem Weg Ausschau halten!

Ich denke, du solltest lernen loszulassen und darüber hinaus auf die Suche gehen, die Wurzel in dir selbst zu finden, denn dein eigenes innere hat es ermöglicht, dass es so hat kommen können!

12.
Wunderbar, du erkennst etwas sehr wichtiges, nun brauchst du nur noch auf die Suche zu gehen, woher diese Schuldgefühle kommen.

Schuldgefühle tragen ein unsagbares Lebens- und Zerstörungspotenzial in sich, beinhalten tiefste Fesselungen, die nicht konform sind, mit dem, was die Freiheit beinhaltet.

Schuldgefühle heilen nicht, sondern zerstören das Leben!

Schuldgefühle machen unfrei, so das überhaupt geschehen kann, was dir widerfährt/widerfahren ist, dies ist meine Meinung!

Suche die Quelle all deiner Schuldgefühle und schmeiße deine Schuldgefühle auf den Misthaufen, wo diese hingehören, auf das du endlich besser und freier leben kannst!:kiss:

13.
Warum?

Aus eigener Feiheit oder eigener Fesselung heraus?


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Herzliche Grüße Jürgen-Ernst
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

nicht der papa

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und ich habe mich auch nie mehr mit einem Alk abgegeben, das möchte ich nicht mehr erleben, .....
Lg
Konfus
Ja. Das ist die Konsequenz, wenn man das einmal durch hat. Wobei sich das bei meinem ersten Mann erst entwickelt hat und anfangs für mich gar nicht erkennbar war.:cool: War ja selbst noch sehr jung damals.

Habe mich später einmal in einen Mann verliebt. Der war Ingenieur und hat auch als solcher gearbeitet. Ich habe aber schnell gecheckt, dass er Alk ist, der gerade trocken war, aber immer wieder Saufphasen hat, aus denen er sich selbst dann ohne fremde Hilfe rausholen konnte. Immerhin.
Aber da war ich sowas von schlagartig entliebt, dass ich über mich selbst überrascht war.;)

Ich glaube in punkto verlieben nicht so recht an das Helfersyndrom.
Eher, dass Frau da oft komplett blauäugig ist und wenn sie dann merkt, was Sache ist, in wen sie sich da verliebt hat, das Ganze einfach unterschätzt. Oft denkt, dass das nicht so schlimm und gemeinsam schon zu schaffen ist und keine Ahnung hat, was da wirklich auf sie zukommt.
Woher auch? Mit der damit verbundenen speziellen Problematik hat Frau oft noch nie was zu tun gehabt.
 

konfus

naja, da ist schon was dran an der Coabhängigkeit, da gerät jeder hinein, der mit jemand zusammen ist, der süchtig ist. Klar blauäugig war ich natürlich, sind die meisten, aber dann tut man alles um dem Süchtigen zu "helfen", oder zu vertuschen, weil man sich selber schämt oder sonstwas, das ist die Abhängigkeit. Die vestehen es auch meisterhaft beim Gesunden Schuldgefühle zu erwecken, so in etwa, siehst Du, deshalb muss ich ja trinken.
Ging mir danach auch so, schon wenn ich sah, in welchem Tempo jemand sein Glas trinkt, bin ich buchstäblich ernüchtert, mit einem Alk kann man kein normales Leben führen, es sei...man trinkt auch, letzteres ist nicht ernst gemeint.
 
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Für mich ist das auch eine Sache wie Konfus und Manno beschreiben. Samthandschuhe helfen nicht. Man muss sich der Co Abhängigkeit bewusst sein. Es gibt keinen GUTEN oder SCHLECHTEN Abhängigen. Ich bin noch ein netter Co...der keinen Stoff besorgt.:D

Aber Angie, da du deine Situation erkannt hast, kannst du dir helfen. Nutze die Gruppenmöglichkeit. Dadurch hast du sogar eine kleine Chance, die Liebe zu retten. Leider nur eine Kleine, da du ahnst, das Liebe mit Abhängigkeit nach solch einem Prozess nüchtern betrachtet wird. Für mich hast du kein ausgeprägtes Helfersyndrom. Du stellst Regeln auf. Ziehst Grenzen. Weibchenspiel sehe ich hier auch nicht. Das ist deine Chance. Durchkotzt es und dann liebe die Realität. Wenn ihr das schafft, seit ihr für immer verbunden.
Wenn nicht...es gibt wundervolle Männer auf dieser Welt.;)

Fühle dich umarmt, denn Liebe versetzt Berge,. Doch manchmal muss man erkennen das es besser ist auf die Liebe zu verzichten, da sie nur einseitig ist.

Ich war noch nie einen Tag auf meinen Mann eifersüchtig. Mache ihn auf tolle "Schnitten" aufmerksam. Er freut sich wenn man mich noch anschaut. Vertrauen ist eine Basis von Liebe. Nicht Eifersucht.

Liebe Grüße, Difi
 
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hallo @ all,

danke für die vielen antworten. ich fahre morgen zu meiner kur. ich werde auf jeden fall nach der kur noch mehr schreiben. meine gruppe habe ich auch schon gefunden. jetzt werde ich mich 3 1/2 wochen nur um mich kümmern.

lg an alle ;)
 
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