Borrelienübertragung oder nur blauer Fleck?

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Hallo Forum,

letzten Dienstag entdeckte ich bei mir am Oberschenkel einen roten Fleck (1,5 cm Durchmesser).
Als dieser am Mittwoch immer noch in der gleichen Intensität vorhanden war machte ich mir Sorgen und ging am Donnerstag zum Arzt.
Obwohl der Fleck zu diesem Zeitpunkt schon etwas Farbe verloren hatte, meinte die Ärztin es sieht sehr nach einer Wanderröte aus und empfahl eine Behandlung mit AB. (Andere Symptome habe ich keine!)

Heute (nach nicht mal einer Woche) ist der Fleck fast verschwunden. Nennt mich verrückt – ich habe mich am Wochenende dahingehend selber verletzt, so dass ein blauer Fleck entstand – um zu testen wie sich die Färbung etc. verhält. Eine Ähnlichkeit ist vorhanden.

Warum mache ich das? Weil ich mir sehr unsicher bin ob dies was ich da hatte wirklich eine Wanderröte/Zeckenstich war. Und weil ich großen Respekt vor einer unnötigen AB-Behandlung und deren möglichen Folgen habe.

Warum schreibe ich das hier im Forum? Weil ihr mir schon so oft geholfen habt! – und sei es "nur" mit moralischer Unterstützung. Und genau das glaube ich, brauche ich jetzt. Es schwirren in meinem Kopf Fragen umher, von denen ich weiß mir kann sie keiner sicher beantworten…

Ich frage mich, ob dies wirklich ein Zeckenstich war oder ich mich nicht doch nur gestoßen habe (es ist weder ein Einstich, noch Hof erkennbar, noch habe ich eine Zecke gesehen)
Wie hoch ist das Risiko 6 Wochen zu warten um dann auf Antikörper zu testen, um dann bei positiven Werten mit AB zu behandeln bzw. bei negativen Werten immer im Ungewissen zu sein ob da nicht doch etwas ist.
Wie hoch ist das Risiko, dass ich durch eine unnötige AB-Behandlung etwas in meinem Körper zerstöre (z.b. Mitochondrien, Allergien, etc.)

Eigentlich gibt es nur eine Antwort: Mach die AB-Behandlung – die Vorwürfe die ich mir mache wenn es durch Unterlassen zu einer chronifizierten Borreliose kommt sind einfach zu groß!

Eine konkrete Frage habe ich jedoch noch:
Meine Ärztin hat die Therapie mit 200 mg Doxycyclin über 4 Wochen angesetzt.
Auf meine Frag weshalb nicht 400 mg (nach Leitfaden) meinte sie, dass sie mit dieser Dosis durchweg positive Ergebnisse erzielt hat. Falls ich jedoch 400 mg nehmen wöllte, muss ich dies per Privatrezept machen, weil die Kassen das nicht bezahlen.
Jetzt kommen natürlich wieder meine Bedenken bei einer so hohen Dosis! Aber eben auch das 200 mg zu wenig sind. Könnte ich ersteinmal 200 mg eine Woche lang einnehmen und falls ich es vertrage ab der zweiten Woche 400 mg?

Verzeiht mir meine ungeordneten Fragen, ich fühle mich so extrem verunsichert :(

lg Maler

edit: zu welchem Zeitpunkt empfehlt ihr eine Einnahme des Doxy? Abends oder Morgens? (es ist dazu nirgends eine Empfehlung zu finden)
 
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Windpferd

Hallo Maler,

Du schriebst es selber: "Eigentlich gibt es nur eine Antwort."

Dem stimme ich uneingeschränkt zu.

Und ich stimme DIR auch zu, was die Notwendigkeit der höheren Dosierung betrifft. (Dieses AB ist nicht so teuer.)

Ich persönlich sowie Bekannte von mir haben gute Erfahrungen damit gemacht, während der Antibiose Perenterol forte einzunehmen und danach evtl. ein Probiotikum. Wichtig ist "grunbetonte Rohkost" (schau mal unter "grün essen"!) ohne Kohlenhydrate. Dann berappelt sich Deine Darnflora bald wieder.

Alles Liebe
Windpferd
 

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Hallo Windpferd, vielen Dank für deine Zeilen und den Tip Perenterol. :wave:

Ich habe heute mit 200 mg angefangen und steigere bei Verträglichkeit auf 400 mg Doxy. Drückt die Daumen dass alles gut geht.

Achso, nochmal zu meiner Frage des Einnahmezeitpunktes des AB: meine Ärztin empfahl eine Einnahme Abends um evtl. Nebenwirkungen zu "überschlafen". Ich habe es jedoch frühs genommen weil ich meinen Schlaf dringend benötige und ich diesen nicht durch Nebenwirkungen rauben lassen will und mein Körper sich nachts vom AB erholen soll.
Gibt es einen optimalen Einnahmezeitpunkt oder ist dieser völlig irrelevan?

lg Maler
 
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kari

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Hallo Maler,

ich würde es ausprobieren, was dir besser tut.
Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt ist, dass Doxy erst den Magen verlassen haben sollte, bevor man sich in die Horizontale begibt, sonst könnten Verätzungen am Mageneingang drohen. Und da die meisten aus Verträglichskeitgründen es mit einer fetten Mahlzeit zu sich nehmen müssen, ist eher eine längere Zeit nach der Einnahme vor dem Zubettgehen angesagt.

Viel Erfolg bei deiner Behandlung! :)
 
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Super, vielen Dank für die Info kari! :)
 

Quittie

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Hallo Maler,

bei Verdacht einer möglichen Wanderröte würde ich in jedem Fall das Doxy nehmen, denn eine chron. Borreliose ist sicherlich verheerender als evtl. Nebenwirkungen des AB !
400mg Doxy wäre die bessere Option u.U., aber ob man damit auf der sicheren Seite ist kann auch nicht 100 %ig gesagt werden, da man nicht drinsteckt - 200mg könnten auch reichen bei dem einen oder anderen, und 400mg sogar u.U. nicht. Jedoch wenn ich die Chance hätte und ich persönlich würde mich bei meinem Arzt für 400mg Doxy grade machen, würde ich lieber die möglichst höhere Dosis nehmen, um die Borrelien wieder gänzlich loszuwerden.

Normalerweise zahlen die Kassen alles, was der Arzt für nötig hält, so wurde es mir von meiner Krankenkasse erklärt und bisher gab es da auch noch nie bei mir Probleme, auch nicht mit höheren Dosen oder längeren AB-Therapien!

Da ich bisher noch keine Nebenwirkungen bezüglich AB hatte, ist die einnahmezeit bei mir irrelevant. Und Herxheimer-Reaktionen treten wenn, auch so noch nach späterem einnehmen auf bzw auch nach Stunden nach Einnahme, selbst noch nach Absetzen, da steckt man nicht drin....

Alles Gute dir,
viele Grüße Quittie
 
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21.01.10
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Guten Abend,

ich nehme seit Dienstag 400 mg Doxy. Auftretende Übelkeit entgegne ich mehr oder weniger erfolgreich mit einem pflanzlichen Mittel (Iberogast).

Ich bin Angst-und Panikpatient und reagiere außerdem noch hochsensibel auf alles. Ich vermute trotzdem, dass sich seit zwei Tagen eine Art Herxheimer-Reaktion bei mir zeigt - wie aus dem Nichts fange ich an zu frieren und zittern.

Das bereitet mir Sorgen. Ich frage mich, wie gefährlich dass für mich werden kann (Schock)?

Auch frage ich mich ob ein Herabsetzen der Dosis sinnvoll ist oder ich durchhalten muss?

Ferner las ich die Empfehlung den AB-Spiegel im Blut bestimmen zu lassen (Schnellmetabolisierer/ Langsammetabolisierer). Wie heißt dieser Test genau und wie hoch sollten die Referenzwerte im Blut bei einer Antibiose mit Doxy sein? Wäre schön wenn ihr mir da weiterhelfen könnt - auch gerne per Link. Ich habe dazu leider keine genauen Angaben gefunden.

Vielen Dank und lieben Gruß
Maler
 
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Nachtrag: ich denke es ist kein Herx, sondern meine Psyche. Seit Mittwoch hatte ich jeden Tag eine Panikattacke (sonst 1-2mal im Monat), heute sogar zwei schwere - ich bin ganz schön labil, meine Stressschwelle liegt sehr weit unten. Heute war ich zur Triggerpunktbehandlung und bekam dadurch eine Panikattacke.

Ich denke das Doxy setzt meinem Körper heftig zu. Habe deshalb die Dosis erstmal wieder auf 200 mg herabgesetzt.
 
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Hallo,

ich habe nunmehr die Ergebnisse des EIA-Testes. Das Ergebnis besagt keine Infektion mit Borrelien. Leider wird seit diesem Jahr der Westernblot nur bei einem positiven EIA-Ergebnis als Kassenleistung zusätzlich durchgeführt.

Ich stehe jetzt vor der Entscheidung, ob ich aus eigener Tasche zusätzliche Tests durchführen lasse oder Ruhe gebe, da mich das ganze schon ziemlich verunsichert. Und es ja wohl nie wirklich Sicherheit gibt ob man mit Borrelien etc. infiziert ist und ob eine frühere Infektion ausgestanden ist oder nur schlummert bzw. in Schüben ihr Unheil treibt :eek:)

Ich bin halt sehr verunsichert, da ich Angst und Panikpatient bin und hin und hergerissen bin zwischen der Annahme das Groß meiner Symptome kommt durch die Psyche oder eben doch durch etwas anderes.

Hier ist das Testergebnis, ich freue mich wenn ihr da mal drüber schauen könntet und mir eure Meinung zu den Ergebnissen mitteilt und mir Tips geben könntet, ob weitere Tests sinnvoll sind.

Chlamydia pneumoniae – IgG-AK (EIA) +51,9 RE/ml < 16 0 = neg. >22 0 = pos.
Chlamydia pneumoniae – IgA-AK (EIA) 0,216 Ratio < 0,8 = neg >1,1 = pos.
Chlamydia pneumoniae – IgM-AK (EIA) 0,236 Ratio < 0,8 = neg >1,1 = pos.

Bewertung: Der Befund spricht für eine frühere Infektion mit Chlamydien. CAVE: Klinik of stumm. IgA – Antikörper oft nicht reagierend.

Borr. burgd. sens.str. IgG-AK (CLIA) < 5 AU/ml < 10 Normwert
Borr. burgd. sens.str. IgM-AK (CLIA) 16 AU/ml < 18 Normwert

Bewertung: der Suchtest auf Borrelien-Antikörper blieb unauffällig.

Yersinien-Blot-IgG Positiv, LcrV Bande Positiv, YopD schwach positiv
Yersinien-Blot-IgA negativ

Bewertung: Serologisch kein Hinweis auf akute Infektion, früher durchgemachte Infektion anzunehmen.

Anaplasma phagocytophilum IgG-AK IFT < 1:64 Titer 1:64 Normwert
Anaplasma phagocytophilum IgM-AK IFT <1:20 Titer 1:20 Normwert

Bewertung: auf frische oder frühere Infektion mit Anaplasma ph., dem Erreger der Ehrlichiose, serologisch kein Hinweis.

Danke und Grüße
Maler :wave:
 
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