Blockierte Schulter

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Hallo zusammen

Ich geb mir alle Mühe, geduldig zu sein, aber gerade habe ich wieder einen schwierigen Moment, weshalb ich mich gerne mit Leuten, die etwas Ähnliches kennen, austauschen würde.

Entschuldigt, es wird etwas länger …

Seit nun zwei Monaten habe ich Probleme mit meiner linken Schulter. Erst war es ein Schmerz bei irgendeiner Bewegung. Nebenbei kurz wahrgenommen und gedacht: «Oh, hoppla, da zickt mal wieder etwas.» Ist doch so: Mal ist’s ein Ellbogen, der nicht ganz mitmachen will, gerne auch mal ein Handgelenk, auf das man sich mit stechendem Schmerz nicht mehr aufstützen kann, weil irgendeine Sehne verrutscht, etwas gereizt oder was auch immer ist. Da schüttelt man ein bisschen aus und vermeidet die entsprechende Belastung, und am nächsten Tag ist nichts mehr zu spüren. Nichts, womit man sich beschäftigen muss, verschwindet von allein, kann man direkt wieder vergessen. Genauso erging es mir mit der Schulter: Ich hab’s nicht weiter beachtet.

Doch irgendwann wurde mir bewusst: Der Schmerz bei gewissen Bewegungen war nicht weg. Da hatte ich dann gerade Ferien und dachte mir, dann hätte ich ja jetzt Zeit, mal bewusst den Arm zu schonen, was ich während dem Arbeiten (hauptsächlich am Computer) halt nicht unbedingt getan habe, da ich mich dabei auf anderes konzentrieren muss. Ich habe in den Ferien viel gelesen und dabei den linken Arm bewusst ruhen lassen. Alltägliche Arbeiten hab ich genauso gemacht, einfach extreme Bewegungen gemieden. Ich kann nicht nachvollziehen, wie es entstanden ist, aber eines Tages ca. Ende Woche zwei des Problems zog ich mich an, wollte den BH schliessen und musste feststellen, dass ich den linken Arm nicht mehr ansatzweise an die Stelle hinterm Rücken bewegen konnte – Schulter und Oberarm blockierten schmerzhaft. Wann genau ich feststellte, dass ich den linken Arm nicht mehr wirklich anheben konnte, kann ich nicht sagen.

Auf jeden Fall noch in dieser Woche, als ich die Unbeweglichkeit festgestellt hatte, unterlief mir ein böser Fehler, weil ich meine Einschränkung noch nicht verinnerlicht hatte. Beim Wäscheaufhängen (etwas über Kopf) wollte ich ein etwas grösseres Wäschestück mit einer schwungvollen, beidhändigen Bewegung auf die Leine befördern … Ein stechender Schmerz schoss unmittelbar ins Schultergelenk und ging eigentlich auch gleich wieder zurück, jedoch setzte sofort ein zweiter Schmerz etwas unterhalb im Oberarm ein, der fast wie in Zeitlupe den Oberarm herunterzog und dabei immer intensiver wurde. Es fühlte sich an, als würde mir jemand den Arm ab- und dabei den Muskel durchreissen. Mir blieb der Atem weg, ich sackte zusammen, versuchte verzweifelt, mit dem rechten Arm den linken festzuhalten und zu entlasten, und zitterte heftig, bis der Schmerz nach einer gefühlten Ewigkeit (effektiv wahrscheinlich etwa 20–30 s) sehr langsam wieder nachliess und der Atem zurückkehrte.

Dieser «Unfall» war sicher nicht vorteilhaft für meine Problematik, umso mehr wollte ich nun sorgsam mit der Schulter umgehen. Ich liess sie ruhen, bewegte mich vorsichtig. Da es nicht besser wurde, suchte ich Rat im «digitalen Ratgeber» der Krankenkasse, welcher Symptome abfragt und dann eine Empfehlung ausgibt, ob und wann man zum Arzt soll und was man selber tun kann. Ich bin ja sowas von nicht scharf darauf, zu einem Arzt gehen zu müssen … Nun ja, der Rat war, noch zwei Tage zu warten mit Arzt und währenddessen schonen, kühlen und Schmerzmittel schlucken. Also habe ich auch gekühlt, Ibuprofen aber nur halbherzig mit ungutem Gefühl probiert (soll ja Entzündungen hemmen). Unterdessen hatte ich übrigens irgendwann feststellen müssen, dass das Schmerzproblem nun auch in der rechten Schulter angekommen war …

Nach weiteren drei Tagen ohne Fortschritt und massiver Bewegungseinschränkung des Arms brauchte ich nun definitiv fachmenschlichen Rat und hab bei MedGate angerufen (versicherungsmodellbedingt). Der Ärztin erzählte ich die Beschwerden, dass es schon mind. vier Wochen dauerte und dass ich seit zwei Wochen den Arm nur noch sehr eingeschränkt bewegen könne. Nach vorne ausgestreckt kam ich gerade etwa bis 90 Grad, seitlich abgespreizt ging schon bei 45 Grad definitiv nichts mehr. Die Ärztin meinte, ja, ruhig halten, schonen, kühlen und Ibuprofen seien schon richtig gewesen. Ich solle nun nochmals fünf Tage dasselbe tun, einfach mit höherer Ibuprofen-Dosis (3x400 mg/Tag). Na gut. Hab mir also das höher dosierte Ibuprofen geholt und eingenommen. An Tag sechs Kontrollanruf: Sind die Beschwerden zurückgegangen, die Beweglichkeit besser? – Minimal. – Okay, machen Sie einen Termin bei Ihrem Hausarzt, das muss wohl mal geröntgt werden.

Also hab ich mir sofort für den nächsten Tag einen Termin bei meinem Hausarzt gemacht, der mich aber fürs Röntgen weiterverweisen musste, was dann aber wieder am nächsten Tag gleich gemacht wurde. Diese angewinkelte Armposition (Unterarm waagrecht vorm Bauch mit Handfläche nach oben) konnte ich nicht wirklich einnehmen, musste mit der rechten Hand kräftig nachhelfen, um wenigstens einigermassen in dieser Position zu sein. Röntgen ohne Befund, da sei nichts wirklich zu sehen. Im Verdacht standen ja Impingement (was beim Röntgen durch zu nahe beieinanderstehendem Oberarmkopf zu Schulterdach hätte zu sehen sein müssen) oder Kalkschulter (eher untypisch für mein Alter, wäre im Röntgen zu sehen gewesen). Dass sich eine Diagnose so hinzog, zerrte an den Nerven, weil ich einfach nicht wusste, ob ich die Schulter unbedingt ruhig halten sollte oder ob das vielleicht das Problem nicht noch verschlimmerte. Dazu das Damokles-Schwert über meinem Kopf, ob sich die rechte, ebenfalls schmerzhafte Schulter irgendwann auch noch versteift und ich endgültig einpacken kann, weil’s das dann definitiv gewesen wäre mit der Alltagsbewältigung …

Nun also auch noch ein MRI, zwei Tage darauf. Der fünf Tage später erhaltene Befund sehr diffus: eine leichte Signalsteigerung am Ansatz der Supraspinatussehne und ein leichtes umgebendes Ödem «vereinbar mit einer fokalen Reizreaktion, DD Tendinopathie. Ursächlich könnte hier auch ein Impingement der Sehne vorliegen.» Zu deutsch: «Ja, da ist was, aber ehrlich gesagt nicht wirklich ’nen Plan, was das ist.» Sonst zum Glück aber alles heile, keine Sehnenrisse o.ä., wovor ich mich gefürchtet hatte. Mit der Beurteilung «Bild eines Impingement, Zeichen einer Ansatztendinopathie und Reizreaktion der Supraspinatussehne» wurde ich dann also zum Physiotherapeuten überwiesen.

Ich hatte Glück und habe sofort Physiotermine bekommen. Da bin ich nun drin, zweimal wöchentlich. Aber ehrlich, mein Physio ist auch etwas ratlos und musste nach drei, vier Mal zugeben, dass er dachte, das wäre aufgrund der Diagnose auf der Verordnung eine leichtere Sache. Er gibt sich ja Mühe (was eben in einer knappen halben Stunde so drinliegt), und zusammen haben wir zumindest die Muskeln, die durch die viel zu lange andauernde Schonung ihren Dienst deutlich reduziert hatten, wieder einigermassen in ihre Form zurückgebracht und mir fällt der Bewegungsradius, den ich habe, leichter. Nach der Behandlung durch den Physio oder nach meinen eigenen Übungen scheint sich der Radius jeweils etwas erweitert zu haben, jedoch bin ich spätestens am nächsten Morgen wieder zurück auf dem alten Stand.

Da ist einfach ein Punkt, über den hinaus es nicht geht, als wäre das Gelenk einfach gar nie dafür ausgelegt gewesen. Wenn ich links und rechts dieselbe Bewegung versuche, sehe ich im Spiegel, wie sich rechts das Gelenk dreht, aber links geht nur die Schulter als Ganzes hoch. Links dreht sich einfach nichts, als wären Oberarmkopf und Schulterblatt fest miteinander verwachsen, jede scheinbare Bewegung der Schulter kommt tatsächlich aus dem Rücken, nicht aus dem Gelenk. Ich hatte meinem Physio schon mal gesagt, dass sich bei jeder Bewegung das Schulterblatt mitbewege, und habe ihm beim letzten Mal auch nochmals gesagt, dass Oberarmknochen und Schulterblatt wie miteinander verleimt wären. Er meinte, da wäre wohl der Oberarmkopf nicht richtig im Gelenk zentriert, aber bis jetzt hat er nichts diesbezüglich getan. Naja, die Schulter selbst ist ja mittlerweile nicht mehr die einzige Baustelle. Durch die fehlende Bewegung aus der Schulter verdreht sich scheinbar mein Ellbogen immer mehr, der ganze Arm bis in die Finger sind im Tagesverlauf ein einziges Überraschungspaket an Intermezzi mit Schmerzen, Klemmen, Zerren, Zwicken, Kribbeln, Ziehen …

Seufz … Mir ist bewusst, dass Gelenkprobleme nicht von heute auf morgen verschwinden. Im Alltag bin ich aber reichlich eingeschränkt – Haarewaschen einhändig, zusammenbinden nur sehr mühsam, Deo nur knapp unter die Achsel bekommen, nur lockere Shits an-/ausziehen können, nichts beidhändig oben aus einem Schrank nehmen können, Abfallsack nicht in den Container heben können, Dinge nicht beidhändig vom Boden aufheben können, ohne in die Knie gehen zu müssen, keine schnellen, schwungvollen Armbewegungen, … Alles, was ausgestreckte Arme braucht, seitlich, nach vorn, nach oben, geht nicht oder nur mühsam einigermassen … Das und der nicht ersichtliche Fortschritt oder wenigstens guter Plan mit Aussicht macht es schwierig, die Geduld nicht zu verlieren. Ich habe den Eindruck, dass keiner wirklich weiss, was da los ist mit meiner Schulter und wie sie wieder in Ordnung kommen kann.

Gibt es hier jemand, der sich diesen Roman angetan hat und versteht, wie’s mir ergeht? Selber solche Schulterprobleme hatte? Irgendwelche Tipps, was helfen könnte? Ideen, was da schiefläuft? Zuspruch? Schelte für zu viel Ungeduld?

LG
Frustelinchen
 
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vor über 20 jahren hatte ich heftige schmerzen in beiden schultergelenken und eine zunehmende bewegungseinschränkung.
beim orthopäden wurde geröngt, das bild sahen dann noch 2 andere und jeder sagte was anderes und die physiotherapie machte alles nur noch schlimmer.

ich hab dann das schlimmere gelenk komplett stillgelegt, also absolut keine bewegung, auch keine noch so leichte tasche tragen usw. und nach einigen wochen wurde es so weit besser, daß ich es wieder ein bißchen bewegen konnte, aber noch sehr geschont habe und vor allem keine über-kopf-bewegungen udn keine schnellen bewegungen gemacht habe. zusätzlich hab ich entzündungshemmende homöop. mittel genommen. einige zeit später war wieder alles ok, ich hab aber trotzdem die gelenke geschont, also keine heftigen bewegungen, über-kopf-arbeiten immer nur sehr kurz gemacht usw., dadurch war ich dann völlig schmerzfrei und konnte die gelenke auch normal bewegen.

jahre später bekam ich im re. shcultergelenk wieder schmerzen. vom hausarzt hab ich mir dann eine überweisung zum mrt geben lassen und da war eine bursitis zu sehen, was ich da auch erwartet hatte, weil ich die nach einem sturz auch schon mal im kniegelenk hatte. in dem fall hab ich die schmerzen aber wieder ziemlich schnell wegbekommen, weil ich ja schon erfahrung damit hatte.

seitdem paß ich wieder auf, daß ich die gelenke nicht so sehr belaste (in einigen gelenken sind auch arthrosen, meniskusschäden usw., alles nur beim mrt zu sehen) und bin dadurch schmerzfrei, sogar bei den gelenken, die vor 20 jahren schon operiert werden sollten.

schmerzmittel hab ich nie genommen. abgesehen davon, daß ich die nicht vertrage, haben sie alle erhebliche nebenwirkungen und sie führen auch dazu, daß man das betroffene gelenk nicht genug schont und es dadurch nicht heilen kann.


lg
sunny
 
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Hallo Sunny

Es ist schon etwas tröstlich zu hören, dass da jemand ist, der die Leidensgeschichte nachvollziehen kann. Danke für deine Zuschrift!

Allerdings ist deine Geschichte auch nicht gerade ermutigend, was die Ärzte anbelangt. Man möchte ihnen doch wirklich vertrauen, dass sie wissen, was sie tun. Schliesslich geht es nicht um irgendwas Nebensächliches, sondern um unsere Gesundheit, unser Wohlbefinden, unsere Lebensqualität und unter Umständen sogar um unser Leben. Ich gehe wirklich selten zum Arzt, war in meinem ganzen Leben glaub keine zehn Mal da. Es muss wirklich etwas sein, bei dem ich mir nicht mehr zu helfen weiss und das ich nicht mehr ertragen kann. Aber jedes Mal, wenn ich denke, nach mir Laien nun das Problem in die Hände des Fachmanns zu legen, kommt dabei nichts Klares heraus, es wird ein bisschen probiert, und mit Glück erledigt sich das Problem ja …

Du schreibst, dass du nach einiger Zeit stillhalten wieder etwas bewegen konntest, aber halt keine Über-Kopf-Bewegungen gemacht hast. Hattest du bei deinen Schulterproblemen denn auch eine absolute Bewegungseinschränkung, weil sich die Gelenke sozusagen vom Skelett her nicht bewegen liessen, oder war das Bewegen zu schmerzhaft, weshalb du die Gelenke nicht weiter bewegt hast? Das ist so ein Punkt, an dem ich bei allen Ratschlägen im Web verzweifle: Es wird immer davon ausgegangen, dass die Schmerzhaftigkeit die Limitierung sei und man halt immer nur bis an deren Grenzen üben soll und sich damit der Spielraum sukzessive vergrössere. Bei mir ist die Limitierung aber, dass das Gelenk keine Bewegung machen kann …

Das mit dem Ruhigstellen ist halt so ’ne Sache. Dazu müsste ich mich sowieso wochenlang krankschreiben lassen – einarmig lässt sich mein Job nicht machen, aber mit dem verbliebenen Bewegungsspielraum einigermassen. Mein Physio hat die Stirn gerunzelt, als ich ihm erzählte, dass ich es erst mit schonen und ruhighalten versucht hatte und die Unbeweglichkeit erst in diesem Zeitraum entstand. Ruhigstellen ist ja eben oft fast schädlicher als das ursprüngliche Problem. Was ich in meinem Fall so ziemlich bestätigt sehe. Nur wegen den ursprünglichen Belastungsschmerzen wäre ich nicht zum Arzt gegangen, damit hätte ich mich arrangiert (tue ich ja jetzt mit der ebenfalls betroffenen, rechten Schulter auch) und sie wahrscheinlich früher oder später in den Griff bekommen. Aber mit nur einer Schulter kann man einfach nicht mehr richtig leben (beileibe nicht nur, dass ich in diesem tollen, heissen Sommer auch gerne mal schwimmen gegangen wäre …), und das ist das grössere Übel. Die rechte Schulter kann ich vermutlich nur noch fast normal bewegen, weil ich diese wegen der linken Unbeweglichkeit ja gar nicht ruhigstellen konnte und immer bewegen muss.

Ibuprofen hatte ich nur wegen der entzündungshemmenden Komponente probiert, weil von einer entzündlichen Sache ausgegangen wurde. Gegen die Art Schmerzen hat das Schmerzmittel keine Wirkung. Mein Hausarzt hatte mir nach dem MRI-Befund begleitend zur Physio nochmals Ibuprofen empfohlen (mit Magenschutzmedikament gegen Geschwüre …). Zuerst hab ich’s nochmal eine Woche genommen, aber mit sehr ungutem Gefühl. Da bereits die ersten fünf Tage Entzündungshemmung keine Auswirkung gezeigt hatten und auch jetzt keine Veränderung auszumachen war, habe ich damit wieder aufgehört. Es widerstrebt mir aus Prinzip, ein Medikament einzunehmen, weil eine Begleitkomponente (in hohen Dosen!) eine erwünschte Wirkung haben könnte, während die Hauptkomponente und die zweite Begleitkomponente überflüssig sind, aber im Körper rumschwirren und irgendwas tun. Was für homöopathische Mittel waren das, die du genommen hast?

Ach, ich hoffe immer wieder aufs Neue, dass es vielleicht plötzlich «Knack!» macht in meiner Schulter und die Bewegungsmöglichkeiten wieder da sind. Dann könnte ich auch endlich am Kern der Sache, an den Belastungsschmerzen, arbeiten … Oder es soll alles so wieder verschwinden, wie es aufgetaucht ist: ohne ersichtlichen Grund …
 
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bei mir waren es am anfang nur heftige schmerzen, dann eine zunehmende versteifung des gelenks bis dann sogar ein sehr kräftiger orthopäde es nicht mehr geschafft hat, den arm mehr als wenige zentimeter hochzuheben, obwohl ich bewußt locker gelassen habe.

gearbeitet habe ich während der ganzen zeit, aber ich hatte keinen job, bei dem ich beide arme gleichzeitig hochheben mußte und der andere arm ging ja noch so halbwegs.

welche hom mittel ich damals genommen habe, weiß ich nicht mehr, aber es würde dir auch nichts nützen, weil man für jeden patienten das genau passende finden muß, damit es wirkt. können leider auch nur sehr wenige der ärzte usw. die homöopathie auf dem schild stehen haben. genauso wie es ja leider auch nur rel. wenige wirklich gute ärzte gibt.

aber es gibt gute. geh halt einfahc noch zu ein paar anderen orthopäden. solang man die ursache nicht kennt, kann man auch nicht optimal therapieren.


lg
sunny
 
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14.03.07
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Hallo Frustelinchen,

von meiner linken Schulter kann ich inzwischen auch ein Lied singen.
Meine Beschwerden fingen vor Jahren schleichend an und seit dem ich mit dem linken Fuß umgeknickelt bin und sich dort eine Gefühlsstörung eingeschlichen hat, wurde auch die linke Schulter schlimmer.

Mein tägliches Ritual ist, im Stand, die Schulter vorsichtig nach unten zu ziehen/schieben, soweit es nicht schmerzhaft wird und dann kurz in dieser Position verharren
und dann, in dieser immer noch nach unten gezogenen Position vorsichtig die Schultern nach hinten (leicht zusammen) schieben.
Dabei einige Sekunden, ca. 30, wenn möglich auch länger oder aber auch anfänglich kürzer verharren und tief in den Brustkorb ein- und ausatmen.
Es knackt auch manchmal und es stellt sich Erleichterung der Schmerzen und eine wesentlich bessere Bewegung ein.
Es ist nur ein Versuch, da die Einschränkungen und Hilfsmaßnahmen bei Jedem verschieden sein können.
Mir hilft diese Maßnahme und ich wünsche Dir viel Glück, dass es auch bei Dir funktioniert.
Bedenke, erst einmal ganz vorsichtig heran tasten.

Liebe Grüße und gute Besserung wünscht Dir Kayen
 
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25.09.13
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Hallo Frustelinchen,

ich habe auch Schulter-Arm-Rücken-HWS-Probleme. Auf den medizinischen Bildern sieht man auch nichts dramatisches, halt altersgemäße Abnutzung, allerdings auch eine Verkalkung am Sehnenansatz. Auch habe ich die Diagnose "Ulnarisrinnensyndrom".

Wenn man sich dann unterhält - auch mit anderen Laien, wie hier im Forum - dann hilft wohl immer etwas anderes. Da gibts wohl ziemlich viele Möglichkeiten. Aber eins weiß ich für mich ganz genau: Ruhigstellen verschlechtert die Problematik. Durch das Ruhigstellen am Computerarbeitsplatz ist der ganze Mist ja entstanden.


Somit zähle ich jetzt mal meine Maßnahmen auf, die mir helfen, die aber zB sunny wahrscheinlich nicht machen würde:

- Mir wurde Physiotherapie verschrieben für die rechte Schulter. Der Therapeut konnte es gut mobilisieren. Er massierte auch unter dem Schulterblatt. Er meint, man müsse verklebte Bereiche wieder geschmeidiger bekommen. Die Theorie stimmt bei mir, es hat etwas geholfen. Wahrscheinlich trinke ich auch zu wenig.

- Ich habe mich jeden Tag auf den Teppich in Rückenlage gelegt und den Arm in verschiedene Positionen gebracht und "gedehnt", jetzt kann ich den Arm in fast alle Positionen wieder legen, auch nach hinten. Langsam bin ich auch wieder so weit, dass ich verschränkte Hände hinter dem Nacken in Rücklage bequem finde und länger aushalte.

:anbeten:
- Ich gehe 1x pro Woche in Yoga. Es werden die klassischen Figuren geübt - für mich alles eine Qual, es ziept und zuppelt in den Schultern (und sonst auch überall), aber ich glaube daran, dass es was bringt, da ich keine akute Reaktion auf die Übungen zeige und sich der Schultergürtel jetzt über die Jahre verbessert hat. Auch wird durch Yoga das Gelenk "weiter". Den Begriff habe ich erst nach meinem Schulterproblem verstanden - wo ja oft von Impingement gesprochen wird.

- Ich praktiziere so oft es geht eine gute Haltung. ("Schulterblätter in die Hosentaschen....") Dabei "beult" sich der Rundrücken aus. Auch wird die Taille schmaler und die Bauchmuskeln kräftiger. Jetzt bin ich dabei diese gute Haltung auch beim Putzen und Aufräumen anzuwenden und merke, dass es manchmal einer Yogaübung ähnelt und erst jetzt verstehe ich manche Anweisungen zB für das rückengerechte Heben.

:sleep:
- Beim Schlafen versuche ich mich immer wieder in gestreckte Positionen zu legen, da diese ganzen Gelenkverengungen und Sehnenverkürzungen natürlich nicht nur in der Schulter stattfinden. In der Seitlage drücke ich die Schulter auch mal kräftig wieder ins Gelenk, dadurch liegt man mehr auf der Schulter und der Rücken wird gerader. Ein Spezialkissen habe ich nicht, da ich mir ein normales Kissen besser in optimale Positionen falten kann. In Seitlage muss ich den Kopf um die Schulterbreite erhöhen. Ich achte auch darauf, dass der Nacken lang ist. Ich merke, dass all die Maßnahmen entlasten, auch wenn sie sich kompliziert anhören und viele auch nicht im Bett sowas machen würden.

- Beim Radfahren habe ich jetzt auch eine "Yoga-Übung" herausgefunden, die den Nacken streckt und den Rundrücken ausbeult. Sieht natürlich nicht cool aus. Ich stütze mich auf den Lenker und drehe die Ellenbogen etwas Richtung innen.

- Ruckartige Bewegungen wie zB bei Zumba musste ich leider auch erstmal lassen, dadurch hatte ich anschließend (nachdem ich einige Tage überlegt habe, um überhaupt auf diese Ursache zu kommen) einen steifen Nacken. Meine Theorie dazu ist, dass die versteiften Bereiche im Schultergürtel zu stark an der Wirbelsäule zerren.

Die gesamten Sommerferien war kein Yoga. Aber die neu gebildeten Arm und Rückenmuskeln sind in den 6 Wochen auch nicht verschwunden, und die "hohe Planke schwebend in die tiefe Planke" schaffe ich trotz dieser Pause ganz gut. Also durch die richtige Haltung im Alltag, kräftigt man auch die Muskeln für Sondersituationen.
:kraft:

Dann bin ich mal gespannt, ob du mit meinen Bemerkungen etwas anfangen kannst.
Ob es bei mir wieder richtig gut wird - keine Ahnung. Aus Unkenntnis hatte ich mich Jahrzehnte nicht um den Rücken gekümmert.

Liebe Grüße
Earl Grey
 
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Auch ich hatte im letzten halben Jahr ein Schulterproblem rechts, das sich ähnlich anfühlte (konnte den Arm nicht mehr ohne Schmerzen abspreizen, nicht mehr schräg vorne über den Körper legen). Im MRT hat sich ein stark abfallendes Schulterdach mit entsprechenden Degenerationen darunter (AC-Gelenk etc.), mehrfache Bursitis und Ausdünnung einiger Sehnen gezeigt (Subscapularis, Supraspinatus). Ich habe zuerst Stoßwellen bekommen, das hat gar nichts gebracht.

Was dann eine langsame und stetige Verbesserung angestoßen hat, war eine wochenlange Triggerpunktbehandlung (u. a. Dry Needling) meines Osteopathen an allen möglichen Oberarm- und Schultermuskeln, Gymnastik (Außenrotatoren und Schulterblattanbindung auftrainieren, Haltungstraining) und eine einmalige Injektion von Autologem Plasma (zentrifugiertes Eigenblut) durch den Orthopäden. Inzwischen, nach vier Monaten sind die Beschwerden wieder vollständig verschwunden. Ich kann jetzt sogar wieder nachts auf der Schulter liegen.

Allerdings kann man aus den diversen Erfahrungsberichten eines ableiten: Die Ursachen können sehr verschieden sein, entsprechend wird sich auch eine erfolgversprechende Behandlung unterscheiden müssen. Auch wie alt man ist, spielt natürlich eine Rolle. ;) Bei mir sind (am ganzen Körper) Triggerpunkte ein wichtiger Faktor, und ich bin konstitutiv etwas hypermobil, ich entwickle aber anscheinend keine so drastischen Entzündungen. Was da dann hilft, muß man einfach langsam herauszufinden suchen (genau wie Earl Grey das eben beschrieben hat). Ein guter Physiotherapeut oder Osteopath kann dabei helfen, aber das muß man sich auch erst mal leisten können ... Die meisten Orthopäden unterschätzen den Einfluß von Triggerpunkten -- logisch, weil man sie auf ihren Bildern nicht sehen kann. :D

Und: Geduld muß man wohl auch aufbringen.

Grüße,
Sonja
 
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25.09.13
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Schon das Wissen darum, ob man ein hypermobiler Typ ist unterscheidet ja dann die Therapien. Bei mir ist Dehnen wohl ziemlich wichtig, weil ich es spüre, dass es mir gut tut. Hypermobil bin ich im Schulterbereich ganz bestimmt nicht.
 
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15.08.19
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Hallo Kayen

Vielen Dank für deine Mitteilung und Erfahrungen!
Mein tägliches Ritual ist, im Stand, die Schulter vorsichtig nach unten zu ziehen/schieben, soweit es nicht schmerzhaft wird und dann kurz in dieser Position verharren und dann, in dieser immer noch nach unten gezogenen Position vorsichtig die Schultern nach hinten (leicht zusammen) schieben.
Da sagst du was … Ich merke immer wieder, dass ich ständig die Schulter hochgezogen halte. Deswegen versuche ich immer wieder, diese bewusst zu entspannen und abzusenken und «in die Länge zu ziehen». Aber bei der nächsten Gelegenheit bemerke ich wieder die verkrampfte, hochgezogene Haltung. Am liebsten würde ich einen Sandsack auf die Schulter schnallen, der mich daran hindert, die Schulter nach oben zu bekommen. Sicher kommt das (auch) von der Armhaltung beim Arbeiten: relativ eng zusammen die Arme nach vorn zu Tastatur und Maus. Auch dabei versuche ich immer wieder bewusst, die Schulter zu senken und entspannen, aber sobald ich mich wieder auf die Arbeit konzentriere, ist’s wieder vorbei …

Manchmal scheint sich die Arbeitshaltung so negativ auszuwirken, dass die Schulter sich kaum mehr in eine normale Position bringen lässt. Wenn ich aufstehe und gehe, bleibt die Schulter in der hochgezogenen Position und droht gleichzeitig nach vorne zu kippen, das Schulterblatt scheint weit aus dem Rücken rauszuragen. Gerade gestern zur Mittagspause hatte ich das wieder extrem. Hab mich dann rücklings auf eine Bank gelegt bzw. wollte mich legen, aber konnte es im ersten Anlauf überhaupt nicht. Links setzte ich sofort mit dem Schulterblatt auf, bevor der Rücken lag, und schon ein leichtes Aufsetzen war stark schmerzhaft. Ich musste erst in halbliegender Position mit dem Arm verschiedene Bewegungen ausprobieren, bis sich die Position des Schulterblattes so weit geändert hatte, dass es sich langsam einigermassen in seine normale Lage zurückbewegte und ich mich vorsichtig hinlegen konnte. Dann habe ich weiter den Arm (mit Unterstützung bzw. Absicherung durch den rechten) in alle Richtungen bewegt und versucht, das Gelenk in eine brauchbare Position zu bekommen und es aufzudehnen.

Sowas, oder auch die Behandlung durch den Physio, bringt mir einen etwas erleichterten Bewegungsspielraum, aber ich habe halt immer den Eindruck, dass das Ende der Fahnenstange immer an demselben Punkt bleibt. Ich betrachte mein Schulterproblem mittlerweile dreischichtig:
– Im Kern sitzt eine Schmerzhaftigkeit bei bestimmten Bewegungen. Diese Bewegungen betreffen vor allem Strecken der Schulter insbesondere nach vorn und oben (mit langem Arm nach etwas greifen) und rasche, schwungvolle, abrupt endende Bewegungen (nach einer lästigen Fliege schlagen). Dabei setzt der kurze, klemmende Schmerz im Gelenk ein, gefolgt vom langen, zerrenden, sich in Zeitlupe den Oberarm hinunter ausdehnende Schmerz, der auch nur langsam wieder zurückgeht. Intensität abhängig von der auslösenden Bewegung. Dieses Problem habe ich beidseitig.
Sozusagen über diesem Schmerzproblem findet sich die Steife der linken Schulter, welche ich zweischichtig sehe:
– Eine «weiche» Blockade, die verursacht wird durch Muskeln und Sehnen, die durch das Ruhighalten und Nichtbenutzen des Armes verkürzt sind. Dagegen kämpfe ich (und der Physio) mit Dehnen an und bekomme einen einfacheren Bewegungsradius. Allerdings bleibt der Bewegungsradius weiter beschränkt.
– Eine «harte» Blockade, die ich skelettbedingt interpretiere: eine Fehlpositionierung wahrscheinlich des Oberarmknochens in der Gelenkpfanne (das, was der Physio als nicht richtig zentriert bezeichnete), welche gewisse Bewegungen verunmöglicht. Diese äussert sich zum Beispiel auch darin, dass ich meinen Unterarm nicht nach aussen drehen kann: Lasse ich den Arm hängen, hebe den Unterarm 90 Grad an (zeigt nun nach vorn), kann ich mit anliegendem Ellbogen keinerlei Bewegung nach aussen machen. Rechts kann ich dies einigermassen (ca. 40 Grad, dann wird’s im Oberarm zerrend-klemmend schmerzhaft).

Und hier, an diesem Punkt, fühle ich mich hilflos. Zum einen weiss ich eben nicht, was bzw. wie das Gelenk nicht richtig sitzt, also in welche Richtung sich etwas bewegen müsste, zum anderen verstehe ich auch nicht, wodurch diese Fehlpositionierung entstanden ist und wie dagegen gearbeitet werden kann. Auch frage ich mich immer wieder, weshalb diese Fehlpositionierung auf den Röntgenbildern nicht zu sehen war. Schliesslich konnte ich da die erforderliche, angewinkelte Position des Arms nicht wirklich einnehmen, weil das Gelenk blockierte.

Ich habe nun noch zwei Termine beim Physio offen (nächste Woche). Ihn werde ich nochmals auf die «harte» Blockade ansprechen. Danach muss das Ganze erstmal wieder zurück zu meinem Hausarzt. Der soll mir nun die Röntgenbilder mal zeigen und erklären, was darauf tatsächlich zu sehen ist. Bisher habe ich dazu von ihm nur eine mündliche, telefonische Aussage bezüglich allfälligen Fehlbildungen oder Kalk, was beides negativ ist. Ich habe immer mehr den Eindruck, dass zu sehr auf Impingement (also Problem zwischen Oberarm und Schulterdach) oder Kalkablagerungen fokussiert geguckt und die Problematik Oberarmkopf zu Gelenkpfanne einfach übersehen wurde.
Es ist nur ein Versuch, da die Einschränkungen und Hilfsmaßnahmen bei Jedem verschieden sein können. Mir hilft diese Maßnahme und ich wünsche Dir viel Glück, dass es auch bei Dir funktioniert. Bedenke, erst einmal ganz vorsichtig heran tasten.
Vielen Dank für den Zuspruch! Ich bleibe dran und tue, was ich kann und für richtig empfinde (immer in der Hoffnung, nichts Kontraproduktives zu tun)!
 
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12.05.11
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Hast du schon immer den angewinkelten Unterarm nur so wenig nach außen drehen können? 40 Grad? Normal sind doch 90! Das klingt für mich danach, daß man unbedingt gemeinsam mit einem Physiotherapeuten danach suchen muß, wo die Unbeweglichkeit genau herkommt. Es muß ja nicht die Gelenkstellung sein, Muskelverkürzungen und -dysbalancen sind in dieser Körperregion auch extrem häufig bei unserem leidigen Stuhl-Schreibtisch-Leben.

Oder noch genauer: Die Stellung des Oberarmkopfes in der Gelenkpfanne wird zu allererst von den Muskeln der Rotatorenmanschette bewirkt. Sehr oft sind die Muskeln hinten (die Außenrotatoren) zu schwach, der Kopf verrutscht, nutzt den Knorpel falsch ab etc.
 
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15.08.19
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Hallo Earl Grey

Auch dir danke für deine Zeilen!
- Mir wurde Physiotherapie verschrieben für die rechte Schulter. Der Therapeut konnte es gut mobilisieren. Er massierte auch unter dem Schulterblatt. Er meint, man müsse verklebte Bereiche wieder geschmeidiger bekommen. Die Theorie stimmt bei mir, es hat etwas geholfen.
Mein Physio hatte damit begonnen, eine rechtsseitige leichte Beckenrotation durch Verklebungen zu lösen. Dies sei nach zweimal in Ordnung gewesen und somit von daher (es gibt wohl einen Muskel, der sich diagonal rechtes Becken zu linke Schulter verhält) die Ausgangslage für die Schulter verbessert. Auch an der Halswirbelsäule war er dran, und da hat es einmal wohltuend geknackt. Tatsächlichen Effekt hatte es aber auf die Mobilisierungsversuche nicht. Ich weiss nicht mehr worauf – vielleicht auf meinen Hinweis auf die Mitbewegung des Schulterblattes? –, aber einmal hat er auch in Seitenlage die Rippen «traktiert», was auch nicht zu einem Fortschritt führte.
- Ich habe mich jeden Tag auf den Teppich in Rückenlage gelegt und den Arm in verschiedene Positionen gebracht und "gedehnt", jetzt kann ich den Arm in fast alle Positionen wieder legen, auch nach hinten. Langsam bin ich auch wieder so weit, dass ich verschränkte Hände hinter dem Nacken in Rücklage bequem finde und länger aushalte.
Ich hab gerade testeshalber diese Position ausprobiert. Und dabei wieder mal etwas verzweifelt gelacht, in welcher verdrehten Stellung sich mein linker Arm befindet, wenn der Ellbogen in sozusagen «geschlossener» Position einfach senkrecht zur Decke zeigen sollte. Aber ja, dehnen und das Gelenk weiten ist auch das, was ich ständig versuche, nur eben – es geht einfach maximal bis zu einem gewissen Punkt, dann ist Schluss.
- Beim Schlafen versuche ich mich immer wieder in gestreckte Positionen zu legen, da diese ganzen Gelenkverengungen und Sehnenverkürzungen natürlich nicht nur in der Schulter stattfinden. In der Seitlage drücke ich die Schulter auch mal kräftig wieder ins Gelenk, dadurch liegt man mehr auf der Schulter und der Rücken wird gerader. Ein Spezialkissen habe ich nicht, da ich mir ein normales Kissen besser in optimale Positionen falten kann. In Seitlage muss ich den Kopf um die Schulterbreite erhöhen. Ich achte auch darauf, dass der Nacken lang ist. Ich merke, dass all die Maßnahmen entlasten, auch wenn sie sich kompliziert anhören und viele auch nicht im Bett sowas machen würden.
Schlafen geht bei mir derzeit nur in Rückenlage einigermassen. Prinzipiell schlafe ich am liebsten auf der (linken) Seite. Dabei benutze ich auch ein normales, etwas geknautschtes Kopfkissen, um die Schulterbreite auszugleichen. Auf dem Rücken schlafe ich schon seit geraumer Zeit möglichst ohne Kissen, um die Halswirbelsäule entspannt strecken und dadurch die Brustwirbelsäule (seit Jahren etwas angegriffen durch Fehlhaltung/Buckel durch falsche Büromöbel am alten Arbeitsplatz, aber deutlich besser geworden) entlasten zu können. Nun versuche ich angestrengt, in Rückenlage zu schlafen, aber die ganze Nacht in dieser Position verursacht Verkrampfungen und Rückenschmerzen, und so drehe ich mich dann doch wieder auf eine Seite, und eigentlich würde ich mich so ja am wohlsten fühlen. Durch die Schulterbewegung beim auf die Seite Rollen wird dann aber meist wieder der «Kernschmerz» ausgelöst und ich wache mit zerrend-schmerzendem Oberarm auf – inzwischen zwar so daran gewöhnt, dass ich deswegen nur noch halb wach werde. Morgens auf jeden Fall wache ich mit völlig verkrampften, schmerzhaften Rücken und Schultern auf und bin nur gerädert. Entsprechend übermüdet bin ich und könnte tagsüber oft einfach nur einschlafen. Auch überhaupt nicht den Nerven und dem Geduldsfaden zuträglich.
Derzeit habe ich das Kopfteil etwas hochgestellt, damit ich mit weniger zur Seite zu drehen versuche und der Rücken scheinbar auch etwas entlasteter ist bei Dauerrückenlage.

Ja, jeder muss für sein individuelles Problem die individuelle Lösung finden. Ich fühle mich nur im Moment durch diese «harte» Blockade auf meinem Lösungsweg blockiert, weil ich vieles gar nicht erst probieren kann, weil mir dazu die prinzipielle Bewegungsmöglichkeit fehlt. Eigentlich arbeite ich derzeit nur am muskulären und diesem «skelettseitigen» Problem und kann noch gar nichts am Kernproblem tun. Grundsätzlich sehe ich mich aber in meinen Bemühungen um Dehnung und Weitung von euch bestätigt. Da werde ich dran bleiben und hoffen, dass sich irgendwann alles wieder einrenkt!
 
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Hallo Sonja

Und auch dir danke für deine Reaktion! Für Abnutzung und Kalk bin ich eigentlich zu jung (Anfang 40), und sowas hat sich bei mir ja im Röntgen auch nicht bestätigt. Ebenso wie ein ungünstiges Schulterdach. Ich finde es seltsam, dass meine Schmerzhaftigkeit so plötzlich und beidseitig auftrat. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich schon mal zuvor (in einem «Einzelfall») solche Schmerzen gehabt hätte. Allerdings vergesse ich kurz auftretende Schmerzen jeweils sofort wieder, weshalb ich mich vielleicht auch täusche.

Aber ehrlich gesagt überlege ich schon die ganze Zeit, dass das doch fast «systemisch» klingt. Kann vielleicht irgendwas im Stoffwechsel aus den Fugen sein, sodass sich irgendwelche Stoffe in den Gelenken ansammeln und zu Entzündungen führen können – sodenn es sich im Kern um etwas Entzündliches handeln sollte, was mir eigentlich auch nicht wirklich klar ist?
(konnte den Arm nicht mehr ohne Schmerzen abspreizen, nicht mehr schräg vorne über den Körper legen)
Den Arm kann ich beim besten Willen nicht abspreizen. Bis ca. 45 Grad geht durch Anheben der Schulter, also aus dem Rücken, aber nicht durch Drehung im Schultergelenk. Wenn z.B. der Physio versucht, weiter zu kommen, klemmt es im Schultergelenk und es ist definitiv Ende der Gelenkbewegungsmöglichkeit. Schräg vorne über den Körper legen (linke Hand an rechtes Schlüsselbein) geht bei mir, waagrechtes Halten vor den Bauch, speziell mit nach oben gedrehter Handfläche (Rotation aus Schulter und Ellbogen nötig), geht nur halbwegs, war aber auch schon schlimmer.
Was dann eine langsame und stetige Verbesserung angestoßen hat, war eine wochenlange Triggerpunktbehandlung (u. a. Dry Needling) meines Osteopathen an allen möglichen Oberarm- und Schultermuskeln, Gymnastik (Außenrotatoren und Schulterblattanbindung auftrainieren, Haltungstraining) und eine einmalige Injektion von Autologem Plasma (zentrifugiertes Eigenblut) durch den Orthopäden.
Mein Physio, der auch Osteopath ist, bearbeitet meinen Arm und die Schulter auch auf unterschiedliche Weise und sucht nach dem Triggerpunkt. Aber irgendwie scheint er nicht wirklich fündig zu werden. Gymnastik ist im Moment nur in meinem kleinen Bewegungsradius möglich, und da arbeite ich dran.
Inzwischen, nach vier Monaten sind die Beschwerden wieder vollständig verschwunden. Ich kann jetzt sogar wieder nachts auf der Schulter liegen.
Das freut mich sehr für dich!! Muss ein wirklich tolles Gefühl sein, das man wahrscheinlich erst versteht, wenn man selber mal in so einem Sch… steckte.
ich bin konstitutiv etwas hypermobil, ich entwickle aber anscheinend keine so drastischen Entzündungen.
Hypermobil bin ich sicher nicht. Ich konnte diese Übung, bei der man entweder stehend oder sitzend bei gestreckten Beinen die Fussspitzen berührt, zwar noch nie auch nur fast, hingegen aber konnte ich mein rechtes Bein hinter den Kopf befördern, das linke auch beinahe hinzu.
Hast du schon immer den angewinkelten Unterarm nur so wenig nach außen drehen können? 40 Grad? Normal sind doch 90
Normal sind hier wohl 40 bis 50 Grad, 80 gelten als sehr beweglich. Wie weit ich vor den Schulterproblemen kam, weiss ich nicht, da man sowas normalerweise ohne Probleme ja nicht testet … Ich denke aber nicht, dass da etwas auffällig gewesen war – ich konnte z.B. auch zumindest auf ein Seite die Finger ineinander verhaken, wenn mit dem einen Arm oben- und dem anderen untenrum hinter den Rücken gegriffen wird. Links/rechts getauscht konnte ich zumindest berühren (= leicht schiefer Rücken). Im Moment träume ich nur von so was …

Ich werde nun meinen Physio auf die Gelenkunbeweglichkeit fokussieren und hören, ob er dazu einen Plan hat, und mein Arzt soll dann auch Stellung zur Gelenklage nehmen. Wahrscheinlich wird’s in einer Überweisung zu einem Schulterspezialisten münden, fürchte ich. Vielleicht komme ich dadurch ja abr wenigstens endlich in den «Genuss», dass meine Krankenkasse endlich [zum ersten Mal in meinen Leben) was bezahlen muss … (Das ist Zynismus.)
 
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Hallo Frustelinchen,

ich glaube auch, wenn du nochmal einige genauere Diagnosen von einem Schulterspezialisten bekommen könntest, wäre das hilfreich. Am besten sofort anrufen. Hier gibts auch in der Stadt einen, der hat aber meist Annahmestopp. Einige kenne ich, die wurden von ihm behandelt und er hat es wieder verbessern können. Ich habe mich ja dann erstmal so mit meinen Methoden eingerichtet und weil es sich wenigstens verbessert hat, habe ich mich um keinen Spezialisten mehr gekümmert.

Wenn ich meine Unterarme angewinkelt nach vorn richte, kann ich sie ca. 25-30 Grad zur Seite bewegen. Dieser Radius hat sich in der ganzen Zeit nicht verändert, obwohl die Gesamtbeweglichkeit besser geworden ist. Auch sind schmerzende Stellen nicht ganz weg, aber es ist besser. Und was wir noch gemeinsam haben ist, dass der Körperbau im Schulter-Armbereich schief ist. Beide Arme sind auch leicht in die Schreibtischhaltung eingesteift. Somit nehme ich jede Gelegenheit war, sie gerade auszustrecken. Bei der Gymnastik sieht man auch viele, die die Arme nicht mehr ganz strecken können.

LG - Earl Grey
 
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Seufz, es geht in die nächste Runde. Da mein letzter Physiotermin bevorsteht, war ich eben zur Kontrolle bei meinem Hausarzt. Der meinte dann auch ziemlich direkt, nach vier Wochen zweimal wöchentlich Physio müsste ein anderer Fortschritt zu sehen sein. Deswegen hat er mich zu einem Schulterspezialisten überwiesen, auf dessen Termin ich nun warte. Mit Physio wird erstmal weitergemacht, da es zumindest beim Zurückerlangen des nur muskulär bedingt eingeschränkten Bewegungsumfangs unterstützt.

Ich trainiere also erstmal weiter. Zwar fühlt sich danach jeweils der halbe Rücken, die Schulter und der Arm nur noch zum In-die-Tonne-Kloppen an – muskelkaterig, verspannt, überanstrengt, fehlpositioniert, verklemmt, erschöpft –, aber wenn sich dies wieder legt, freue ich mich über kleine Fortschritte wie, dass ich seit gestern wieder mit verkrampfter Unterstützung der linken Hand die Haare halbwegs beidhändig waschen kann.

Und die Hoffnung auf das Wunder, dass sich doch plötzlich alles wieder einrenkt, gebe ich während dem Warten auf den Schulterspezialisten nicht auf...
 
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Blockierte Schulter – Frozen Shoulder

Hallo zusammen

Ich bin im Moment am Boden zerstört. Heute hatte ich endlich den Termin beim Schulterorthopäden. Und für den war sofort eindeutig klar: beidseitig adhäsive Kapsulitis, besser bekannt als Frozen Shoulder.

Für mich ist die Welt zusammengebrochen, die schlimmste Diagnose, die er mir stellen konnte. In dem Moment wäre ich am liebsten in die Radiologie rüber gegangen, um dem Oberarzt dort ******hier stände jetzt eine nicht weiblich-feine Gewaltanwendung, bei der meine Faust mit seinem Gesicht Bekanntschaft machen würde******. Ich war so erleichtert gewesen, in seinem Bericht zum MRI zu lesen, dass es keinen Hinweis auf Frozen Shoulder gäbe, dass es wohl sozusagen «banales» Impingement sei. Für diesen Fehler und seinen völligst unsensiblen Kommentar, als seine Injektion des Kontrastmittels einen Schmerz auslöste, der mir zusammen mit dem ganzen Stress die Tränen in die Augen trieb, dass das ja fast nix gewesen sei und andere Patienten die doppelte und dreifache Menge an Kontrastmittel gespritzt bekämen, bin ich jetzt richtig wütend.

Zur «Behandlung» habe ich die Alternativen Kortison in Tablettenform oder Infiltration bekommen. Die systemische Anwendung mittels Tabletten ist mir suspekt, weshalb ich mich für die Spritze ins Gelenk entschied, erstmal an der rechten, erst leicht steifen Schulter. Da ist also im Moment Kortison und ein Betäubungsmittel drin. In zwei Wochen wird dann voraussichtlich auch die linke Schulter gespritzt.

Gut geht’s mir damit nicht. Abgesehen davon, dass Kortison berüchtigt ist für seine Nebenwirkungen, hilft es mir nicht bei meinem zentralen Problem: Die rechte Schulter wird sich also auch noch versteifen. Und dann bin ich am Ende. Dann werde ich mir nicht mehr die Haare waschen oder kämmen können, mich selbst auch nur noch halbwegs waschen, ich werde noch mehr Klamotten nicht anziehen können – ich musste Dienstagfrüh bei 9 Grad in Kurzarm los, weil ich bitter erkennen musste, dass ich mir keine Jacke anziehen konnte … Im Alltag werden noch mehr Dinge unmöglich, was ich derzeit noch mit der rechten Hand vom Regal runterhole, sei dies zuhause oder im Laden, werde ich nicht mehr erreichen … Die Rückenprobleme, die ich jetzt links schon habe, weil das Schulterblatt sich bewegen muss, wie es nicht sein Job ist, werden beidseitig werden …

Ich weiss im Moment nicht, wie ich das schaffen soll. Und das Ganze ohne Prognose, open end, bis sich der Sch**** irgendwann in durchschnittlich 18 Monaten – im besten Fall in 6 Monaten, im dümmsten auch erst in 3 Jahren – dazu bequemen wird, wieder zu verschwinden.

Gerade schiessen mir wieder die Tränen in die Augen, als ich überlege, dass ich das Pflaster von der Infiltration hinten auf der Schulter wegnehmen dürfte … Wer nimmt es mir ab? Ich komme nämlich nicht ran …

Frustelinchen
 
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Hallo Frustelinchen,

ich habe dann mal nachgeschaut, was jetzt eine "Frozen Shoulder" ist und bin auf dieses Video gestoßen:
https://www.youtube.com/watch?v=lKVTWdtaxH4
Die Übung von Liebscher & Bracht habe ich dann gleich im Bett ausprobiert und war für mich nochmal was neues. Ich finde immer Übungen im Liegen gut, die man auch machen kann, wenn man schon vom ganzen Tag müde ist.
Hast du mal Übungen in der Art probiert? Geht das überhaupt bei dir?
Insgesamt verstehe ich nicht so richtig, was der Unterschied zwischen "Frozen Shoulder" und "Impingement" ist.

Auf jeden Fall kann ich deine Panik verstehen. Wie soll man allein zurecht kommen, wenn es nicht mehr weg geht?
 
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Hallo Frustelinchen,

das ist ja wirklich großes Pech. Aber du solltest die Hoffnung nicht verlieren. Die Cortison-Spritze soll ja helfen, die Entzündung schneller abklingen zu lassen, damit es eben nicht 3 Jahre dauert wie unbehandelt. Außerdem solltest du versuchen, alles zu tun um dem Körper zu helfen, die Entzündung zu reduzieren (kein Schweinefleisch, nicht Rauchen ist nur der Anfang, unter "Arthrosediät" findet man weiteres; evtl. mal Enzyme wie Wobenzym probieren). Angeblich sind oft Stoffwechselstörungen (weibliche Hormone = Prämenopause!, Schilddrüse, Diabetes) mit der FS vergesellschaftet. Auch nach denen sollte man suchen und sie gegebenenfalls therapieren.

Hier wird von einer neuartigen Therapie per Vibrationen gesprochen, die allerdings vermutlich nicht evidenzgesichert ist:
https://gelenk-doktor.de/schulter/frozen-shoulder-adhaesive-capsulitis

Alles Gute!
 
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Insgesamt verstehe ich nicht so richtig, was der Unterschied zwischen "Frozen Shoulder" und "Impingement" ist.
Nach meinem Verständnis ist Impingement primär ein Platzproblem: Wegen Verkürzungen, Verhärtungen, Fehlstellungen von Knochen etc. ist eine Enge unter dem Schulterdach, es reibt und schmerzt dort und klemmt die Sehnen ein.

Frozen Shoulder ist eine Entzündung, die offenbar große Teile der Gelenkkapsel erfaßt. Entzündungen sind immer viel schmerzhafter als eine nichtentzündliche Degeneration. Natürlich kann aus einem Impingement auch eine Frozen Shoulder werden. Entzündungen sind ja eigentlich ein Heilverfahren des Körpers! Nur leider fehlen oft die Stoppmechanismen. Das ist ein Feld, an dem die Forschung momentan stark dran ist, weil es für ganz viele Alters- und Degenerationsprobleme ursächlich ist.
 
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Hallo

Das Video hatte ich tatsächlich schon gesehen, als ich noch von Impingement ausging. Suspekt ist, wie die Frozen Shoulder darstellen. Die tun, als könnte man sie innert kürzerster Zeit loswerden, und das ist unmöglich. Erklärung dazu siehe weiter unten. Ich halte L&B von daher nicht für seriös...

Beim Impingement wird über dem Oberarmkopf die Supraspinatussehne unter den Schulterdach eingeklemmt, wenn bestimmte Bewegungen gemacht werden. Klassisch ist, dass bei seitlichem Abspreizen des Arms ab ca. 60 Grad der Schulterschmerz einsetzt und ab ca. 120 Grad wieder aufhört. Dies nennt sich «painful arc». In diesem Bereich wird durch die Bewegung des Oberarmkopfs der Raum zwischen Schulterdach und ebendiesem zu eng und die Sehne wird eingeklemmt und kann durch diese Reizung entzünden. Impingement tritt meist eher einseitig auf, durch Überbelastung und damit Fehlfunktion der Muskeln/Rotatorenmanschette (z.B. Maler: Decke streichen, Putzleute: Fenster putzen, Sportler: Handballer mit Überkopfwürfen usw.), ungünstigen knöchernen Strukturen/Fehlbildungen oder auch Kalkeinlagerungen. Es besteht keine Bewegungseinschränkung, nur gewisse Bewegungen/Positionen sind halt schmerzhaft. Bei anhaltender Problematik kann die Sehne mit der Zeit durch die Einklemmungen und Entzündungen Schaden nehmen.

Die adhäsive Kapsulitis/Frozen Shoulder (primäre Form) ist etwas anderes, quasi systemisch unbekannter Ursache. Das (nur wenig hilfreiche, siehe weiter unten) Positive: Die Erkrankung verschwindet wieder(!), wie sie aus dem Nichts aufgetaucht ist, und das Gelenk wird nicht in dem Sinne beschädigt (darauf wollen die Ärzte, auch meiner, bei der Diagnosestellung fokussieren, damit der Patient Hoffnung hat, aber leider bin ich etwas seltsam, und solche Suggestionsversuche funktionieren bei mir nicht). Die Erkrankung verläuft in drei Phasen: einfrieren, gefrorener Zustand, auftauen.
Das Einfrieren beginnt damit, dass sich die Gelenkkapsel und die Gelenkschleimhaut entzündet, verdickt, schrumpft und damit das Gelenk fixiert. Wie eine dicke Schrumpffolie halt. Am Anfang ist die Beweglichkeit noch da, die schmerzhaften (raschen, abrupten) Bewegungen sowie Schmerz in der Nacht sind das vordergründige Problem, die Bewegungsunfähigkeit schleicht sich ein und nimmt immer mehr zu. In dieser Phase wird mit NSAR und Kortison gegen die Schmerzen und die Entzündung symptombekämpft. Physiotherapie/Mobilisation ist nicht angebracht, da bloss schmerzhaft, es kann höchstens im entspannenden, krampflösenden Bereich ein bisschen was getan werden. (Kommt mir doch irgendwie bekannt vor, wenn ich an mein Agreement mit meinem Physio denke: Lass die Schulter Schulter sein und richte mir den überstrapazierten Rest wieder.)
In der zweiten, gefrorenen Phase lassen die Schmerzen nach, denn das Gelenk kann sich nun nicht mehr bewegen und damit Schmerzen auslösen. Das Problem ist die fehlende Beweglichkeit, die den Alltag behindern. In dieser Phase kann mit vorsichtigen Dehnübungen begonnen werden, um wenigstens den Bewegungsspielraum, den man hat, ausnutzen zu können. (Seltsam, kommt mir auch schon bekannt vor von meinen Dehnübungen.)
In der Phase des Auftauens kommt langsam, Stück für Stück die Beweglichkeit zurück, die Gelenkkapsel weitet sich endlich wieder.
Phase einfrieren: 3–9 Monate
Phase gefroren: 4–12 Monate
Phase auftauen: 5–24 Monate
Gesamtdauer also: 12–45 Monate (Dies sagt ein Arzt nicht.)
Meist tritt die Erkrankung nur einseitig auf, aber etwa 30 % der Fälle ist sie beidseitig. (Bekomme ich einen Pokal für diese Leistung?)
Etwa die Hälfte der Betroffenen haben nach Verschwinden der Erkrankung wieder den Bewegungsumfang wie zuvor, die andere Hälfte lebt mit «akzeptablen» bleibenden Einschränkungen weiter. (Auch dies sagt ein Arzt nicht.)

Weshalb ich nun L&B für nicht seriös in der Darstellung der angeblichen raschen Hilfe halte, sind die drei Phasen der Erkrankung, die immer durchlaufen werden müssen, und die Tatsache, dass man den Erkrankungsverlauf mit nichts abkürzen kann, nur mit medikamentösen oder sanften physiotherapeutischen Massnahmen innerhalb des Spielraums, den die Erkrankung bietet, etwas Erleichterung verschaffen kann.

Earl Grey schrieb:
Ich finde immer Übungen im Liegen gut, die man auch machen kann, wenn man schon vom ganzen Tag müde ist. Hast du mal Übungen in der Art probiert? Geht das überhaupt bei dir?
Ja, ich versuche auch oft im Liegen, mit sanftem Körperdruck, eine Bewegung ins Gelenk zu bekommen (eher aussichtslos) oder vor allem die verkrampften, schmerzenden Muskeln (Delta, Bizeps und Co.) zu dehnen, um den ziehenden Schmerzen etwas entgegenzusetzen. Vor ein paar Tagen musste ich damit nun schon nachts im Bett anfangen, weil ich aufgewacht bin mit einer Ansammlung von krampfenden, zerrenden Schmerzen von Oberarm links über die Schulter, Nacken und Decollté bis über die rechte Schulter in den rechten Oberarm. Als erstes versuchte ich, die am schlimmsten schmerzhaften Oberarme durch Massieren zu entlasten. Im ersten Moment löste aber schon ein gaaanz sanftes Streichen über den Oberarm zusätzliche Schmerzen aus (wie kann sowas sein???) und ich musste erst vorsichtig desensibilisieren. Super, wenn man sich sowieso schon nur knapp mit der einen Hand an den anderen Oberarm fassen kann, ohne dass die Schulter klemmt. Nachdem ich die Oberarme soweit etwas gelöster hatte, drehte ich mich halb-bäuchlings so auf die Schulter, dass sie, weich gehalten von der Matraze, durch vorsichtige, geringe Gewichtsverlagerung nach hinten gedehnt wurde. Nach dieser Aktion (beidseitig) fühlte ich mich dann wenigstens nur noch halb so zerknautscht und verkrampft wie beim Aufwachen.

Für mich sind die Schmerzen (welche in der linken Schulter mittlerweile durch die Versteifung tendenziell weniger sind) eher zweitranging. Natürlich tragen sie direkt und indirekt (durch den sich ansammelnden massiven Schlafmangel) auf den Leidensdruck aus. Hinzu kommen die «periphären» Schmerzen, welche durch Fehl- oder Überlastung von Strukturen (Nacken, Brustkorb und vor allem Schulterblatt) auftreten.

Aber mit Schmerzen kann man sich arrangieren und es gibt Methoden, um sie zu erleichtern (und Frauen halten davon eh jede Menge aus). Viel schlimmer, und da kommt die Suggestion, das was Ärzte einfach möglichst ausblenden, ist die Alltagseinschränkung. Dass man sein Leben nicht mehr führen kann. Dass man tatsächlich zu einem Pflegefall wird. Betrifft die Erkrankung nur eine Schulter, bleibt wenigstens der andere Arm, und die Einschränkungen halten sich etwas im Rahmen (mein jetztiger Zustand), aber wenn wie bei mir die zweite Schulter auch betroffen ist und sich auf dem Weg zur Versteifung befindet, sind die Aussicht auf die Form von «Leben», welche einem bevorsteht, einfach niederschmetternd. Wenn mal jemand vorbeikommt und eine Arbeit erledigt, die man nicht selbst machen kann, oder man einen Nachbarn bitten muss, den Abfallsack in den Container zu schmeissen, ist das nicht das grosse Problem. Aber werde ich also in absehbarer Zeit täglich jemanden kommen lassen müssen, der mir bei der Körperpflege und beim Anziehen hilft? Das ist doch sehr persönlich und für mich nicht einfach so zu bewältigen. Was ist mit all den Situationen, die man nicht vorausahnt und in denen man plötzlich hilflos alleine dasteht und einfach nicht kann? Das Pflaster gestern Abend, das mich in einen Heulanfall beförderte, war nur ein sehr harmloses Intermezzo in diese Richtung. Ich hab übrigens fast ein Viertelstunde gebraucht, bis ich es mit viel Fummeln und Verzweifeln und klemmnden Schultern mithilfe einer Pinzette als Verlängerung der Finger endlich runter hatte.

Im Moment sind einfach all diese Sorgen übermächtig und ich brauche etwas Zeit, um das alles etwas zu verdauen. Ich weiss auch nicht, was therapeutisch weitergehen soll. Zwar habe ich noch Termine bei meinem Physio und irgendwie will ich auch gar nicht wieder von dem weg zu wieder jemand anderem, aber der ist ja eher nicht der richtige Weg bei der Diagnose. Der Schulterorthopäde hat mir denn nun auch Aquatherapie verordnet «zur sanften Mobilisation» (wobei ja eigentlich der Physio auch sehr sanft ist und nichts erzwingt), aber das überfordert mich gerade völlig. Zum einen müsste ich erst schauen, wo es das überhaupt gibt (in der nächsten Umgebung nämlich leider nicht). Aber dann auch: Im Wasser? Also mit Badeklamotten (hab Tankini)? Wie ziehe ich die an? Wie wasche/trockne ich danach meine (langen) Haare, die ich ja auch nicht hochbinden könnte, falls das theoretisch helfen würde, damit sie erst gar nicht nass würden? Wenn ich dann irgendwohin muss, ws ist mit all meinen Arbeitsausfallzeiten? Mein Arbeitgeber ist zum Glück sehr tolerant und sagt bis jetzt nichts, weder wegen den Untersuchungsterminen mitten am Tag, die ich nun mal nicht anders bekommen kann (die zum Glück zufällig an meinem Arbeitsort, nur fünf Minuten entfernt, sind), noch wegen dem späteren Eintreffen morgens oder früheren Gehen abends wegen Physio, den ich ja schon so gut wie möglich in die Randzeiten schiebe (und sozusagen vor meiner Haustür ist).

Naja … Ich sollte nun meinen Kleiderschrank durchsuchen gehen, ob ich irgendwelche langärmligen Shirts habe, in die ich rein- und vor allem auch wieder rauskomme, damit ich wenigstens nächste Woche nicht mehr kurzärmlig durch den kühlen Herbst rennen muss. Und das weitere Vorgehen … Wahrscheinlich wird der Physiotermin am Montag zu einem Gesprächstermin …

Danke euch für eure Feedbacks.

Frustelinchen
 
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15.08.19
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Hallo

Außerdem solltest du versuchen, alles zu tun um dem Körper zu helfen, die Entzündung zu reduzieren (kein Schweinefleisch, nicht Rauchen ist nur der Anfang, unter "Arthrosediät" findet man weiteres; evtl. mal Enzyme wie Wobenzym probieren)
Schweinefleisch esse ich eh nur wenig, aufhören zu rauchen ist insofern schwierig, da ich absolute Nichtraucherin bin. Ich trinke keinen Alkohol, keinerlei «härteren» Drogen, und nicht einmal die Koffeinsucht hat eine Chance bei mir. Meine einzige Droge ist Theobromin … oder sagen wird einfach Schokolade. Aber ist überhaupt nicht so, dass ich ernährungstechnisch «perfekt» unterwegs wäre. Ich esse eher nach der Überzeugung, der Instinkt ist viel intelligenter als jedes Hirn. Und so wird z.B. in Stresssituationen ohne schlechtes Gewissen Süsses gefuttert.

Angeblich sind oft Stoffwechselstörungen (weibliche Hormone = Prämenopause!, Schilddrüse, Diabetes) mit der FS vergesellschaftet. Auch nach denen sollte man suchen und sie gegebenenfalls therapieren.
Dass es eine systemische Erkrankung ist, also mit Stoffwechsel zu tun hat, ist für mich auch absolut klar. Alles andere wäre unlogisch. Nur, jetzt noch nach weiteren Krankheiten zu suchen (und zu finden), das verkrafte ich nicht. Ich bin Anfang vierzig, von Wechseljahren doch noch nichts zu vermuten, alles regelmässig und normal. Schilddrüse? Keine Ahnung, ob da was sein könnte. Überfunktion: Habe zwar vor zwei Jahren ein paar überflüssige, angefutterte Kilos abgenommen, aber eigentlich mit etwas Sport und Essen. Und etwas Stress am Ende, davon ist auch wieder ein wenig zurückgekommen. Diabetes wird doch schlicht bei allen nicht erklärbaren Erkrankungen angegeben. Da wäre bisher auch nichts so aufgefallen, dass es überprüft werden müssen hätte.

Hier wird von einer neuartigen Therapie per Vibrationen gesprochen, die allerdings vermutlich nicht evidenzgesichert ist:
https://gelenk-doktor.de/schulter/frozen-shoulder-adhaesive-capsulitis
Nun ja, bei meinen Erleichterungsübungen habe ich auch festgestellt, dass Vibration bzw. Schütteln sich angenehm auf Muskeln und Gelenk auswirken. Habe schon überlegt, ob ich mich beim Arbeitskollegen mal ein wenig auf dessen Rüttelplatte setzen sollte …
Die Erklärungsversuche unter dem Link sind mir zwar zu esoterisch, aber Vibration kann vieles lockern und vor allem auch Dinge (Stoffwechsel) anregen, das ist plausibel Ich werde den Input mal mitnehmen zu meinem Physio. Ich bezweifle es zwar etwas, aber vielleicht kennt er das ja und kann sowas auch. Wenn ich ja eh in der Physio bin … Und schlecht tun wird es bestimmt nicht, auch wenn es nicht zur Verkürzung beitragen sollte (wovon ich ehrlich gesagt nicht wirklich ausgehe, aber sowas lässt sich ja sowieso nicht beweisen), so wird es bestimmt wenigstens zur Entkrampfung beitragen und Symptome lindern.

Irgendwie hoffe ich ja noch immer (trotz rationalem Bewusstsein der Unwahrscheinlichkeit), dass die rechte Schulter sich nicht stärker versteift, oder dass sie damit noch so lange wartet, bis die linke wieder beweglicher wird, sodass ich vielleicht doch am «worst case» vorbeikomme. Diesbezüglich stresst mich, dass ich sie momentan nicht einschätzen/überwachen kann, weil der heutige schlechtere Zustand wahrscheinlich (hoffentlich) auf die Infiltration zurückzuführen ist. Zumindest habe ich so ziemlich denselben drückenden Pieksschmerz wie nach dem Kontrastmittel fürs MRI. Bin sehr gespannt, wie sich die Schulter in ein paar Tagen anfühlen wird, wenn das Kortison wirken sollte …

Na, dann geh ich jetzt Klamotten ausprobieren. Wahrscheinlich werde ich mich dann heute Abend erneut frustriert und mit zwei übel schmerzenden Schultern/Oberarmen wieder hier auskotzen müssen …

LG
Frustelinchen
 
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