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Aluminium und Alzheimer

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09.11.04
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Hallo,

meine HP meine neulich zu mir das Aluminium zum Alzheimer führen kann.
Man sollte auf Alu-Geschirr, Alufolie usw verzichten.
In den meisten Deos ist auch Aluminium (das Thema hatten wir, glaube ich, schon mal:eek:) ).
Habe hier mal was rausgesucht:

Alzheimer-Demenz und Aluminium

In letzter Zeit wurde es wieder etwas ruhiger um die Fragestellung: "Ist die Alzheimer-Demenz Folge einer Aluminium-Belastung?" was nicht heissen soll, dass diese These vom Tisch ist.

Folgende Fakten können derzeit zum Problem Aluminium und Alzheimersche Demenz als gesichert gelten:
  1. Aluminium "kann" bei Tier und Mensch neurotoxisch (giftig auf Nerven und Hirn) wirken.
  2. Aluminium ist bei Dialysepatienten (Nierenkranke) mitverantwortlich für eine Dialyse-Enzephalopathie (Hirnveränderung).
  3. Vergleichsweise sind in Alzheimer-Gehirnen die Aluminiumkonzentration erhöht.
Die Frage ist heiss umstritten: Ein wichtiges Argument gegen die Aluminiumhypothese ist der in diversen Tierversuchen (leider!) überprüfte Befund, wonach auch mit hohen und unterschiedlich gegebenen Aluminiumgaben keine Alzheimer-typischen Veränderungen, sondern stets nur andersartige neurodegenerative Veränderungen hervorgerufen werden können.
Epidemiologische Daten unterstützen wiederum die Befürworter: In einer grossangelegten Studie in Grossbritanien wurde nachgewiesen, dass in Gegenden mit höheren Aluminiumkonzentration im Trinkwasser auch viel häufiger Alzheimer auftrat (dies wurde bereits auch schon in Norwegen festgestellt).
Als relativ gesichert könnte man heute formulieren, dass Aluminium unter bestimmten Voraussetzungen (individuelle Anfälligkeit, Kombination mit zusätzlichen Krankheiten) als neurotoxisch und demenzfördernd anzusehen ist, dass jedoch eine spezifische Rolle des Aluminiums bei Alzheimer bislang nicht bewiesen ist und derzeit sehr kontrovers diskutiert wird.
Die Tatsache allerdings, dass Aluminium in grösserem Umfang zur Trinkwasseraufbereitung eingesetzt wird, stimmt in Anbetracht der gesammelten Erkenntnisse bedenklich.
Dasselbe gilt für aluminiumhaltige Medikamente wie gewisse schweisshemende Salben und mehr noch solche, die man einnimmt, wie gewisse Lösungen (Antacida) bei Magenbrennen, etc..
Schwarztee in grossen Mengen enthält übrigens auch recht viel Aluminium.

https://www.dr-walser.ch/index.html?aluminium.htm

Sicherheitshinweise

Aluminium ist eines der wenigen reichlich vorhandenen Elemente, das keine vorteilhafte Funktion in lebenden Zellen zu haben scheint, aber einige Prozent der Bevölkerung reagieren allergisch — sie erleiden Ausschläge in jeder möglichen Form durch Verwenden von Antitranspirationsprodukten, Verdauungsstörungen und Unfähigkeit, Nährstoffe aus der Nahrung aufzunehmen, die in Aluminiumtöpfen gekocht wurde, oder Erbrechen und anderen Vergiftungserscheinungen durch Einnehmen aluminiumhaltiger Medikamente. Aluminium ist nicht so giftig wie Schwermetalle, aber vieles spricht für eine geringe Giftigkeit, wenn es in übermäßigen Mengen gebraucht wird. Jedoch ist der Gebrauch von Aluminiumgeschirr, das sehr populär wegen seiner Korrosionsbeständigkeit und guten Hitzeübertragung ist, unbedenklich. Übermäßiger Verbrauch von Mitteln gegen Sodbrennen und Deodorants, die Aluminium enthalten, sind wahrscheinlichere Ursachen von Vergiftungserscheinungen. Es wurde eine Zeit lang vermutet, dass Aluminium Alzheimer hervorrufen kann. Diese Vermutung konnte nicht bewiesen werden. Ferner besteht jedoch der Verdacht, dass Aluminium Brustkrebs fördern könnte. Auch diese Vermutung ist noch nicht wissenschaftlich bestätigt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Aluminium

Wenn es nicht bewiesen ist das Aluminium Alzheimer hervorrufen kann, dann heißt das doch noch lange nicht, dass es das evtl doch tut???:idee:

Oder? Was meint ihr dazu???

LG
Sternchen

PS. Die Überschrift kann man nicht ändern??? Mir ist da irgendwie ein Z verloren gegangen.
 
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24.11.08
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Hallo Sternchen!

Ich möchte dich und alle anderen bitten, solche Meldungen differenziert zu sehen. Es gibt Tatsachen, die in Studien belegt worden sind. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass man daraus Rückschlüsse auf Grund und Wirkung ziehen darf. Beispiel: Aus der Feststellung einer hohen Konzentration von XYZ in Tumoren kann man nicht automatisch folgern, dieser Stoff wäre für die Entstehung des Tumors verantwortlich. Dies würde kein seriöser Wissenschaftler tun - und es tut auch keiner - deshalb gibt es auch keinen Wissenschaftler, der die Schädlichkeit von Aluminium als erwiesen ansieht. Selbstverständlich steht fest, dass das Metall Aluminium (wie fast alle Elemente) toxisch ist - die allerwichtigste Frage dabei ist allerdings: ab welcher Menge?!

Zunächst: Aluminium (nachfolgend kurz Al) ist eines der häufigsten Elemente auf diesem Planeten, selbst mit der Atemluft nehmen wir täglich Al zu uns. Es gibt viele medizinische, wissenschaftliche Untersuchungen zur Toxität von Al. Grund dafür war die Feststellung (im Rahmen einer Studie [1]), dass in Alzheimer-erkrankten Hirnen eine hohe Al-Konzentration gemessen wurde. Damit stand aber nur eines fest: Al sammelt sich in neurologisch geschädigten Gehirnen an. Wieso das so ist und inwieweit das Al für die Alzheimererkrankung verantwortlich ist, versucht man seit dem zu erforschen - OHNE ERFOLG. Sämtliche Studien belegen eher das Gegenteil, nämlich dass die neurologische Schädigung die Al-Ansammlung ermöglicht bzw. hervorruft und nicht umgekehrt. Es konnte bis heute nicht nachgewiesen werden, wie Al die Gehirnzellen schädigt. Obgleich es eine Vielzahl von Theorien gibt, wie das geschehen könnte und man gezielt versucht hat, diese Theorien zu beweisen, ist es nicht gelungen, die Giftigkeit von Al (nicht nur auf Alzheimer bezogen) zu belegen. Nochmal in Kurzform: Es ist nicht bewiesen, dass Aluminium im alltäglichen Umgang überhaupt toxisch ist.

Dennoch forscht die Wissenschaft weiter, da es - wie die Alzheimer-Studien belegen - offensichtlich Zusammenhänge gibt. Man ist also zurecht kritisch und aufmerksam. Dies rechtfertigt allerdings nicht die Panikmache einiger Leute, die aus der Angst der verunsicherten oder leidenen Menschen Kapital schlagen wollen.

Viel wichtiger ist es, auf die fundierte Meinung von Experten, Forschern und Ärzten zu vertrauen. Sie schließen die Toxität des Al nicht grundsätzlich aus, aber sie geben einen sehr sehr wichtigen Punkt zu bedenken: Gesetzt dem Fall, Al sei tatsächlich derart schädlich, so ist es immer noch eine Frage der Dosis, inwieweit und ob der Organismus Schaden nimmt. Und hier bittet die Wissenschaft alle Konsumenten und Anwender realistisch zu bleiben: Die Aluminium-Belastung durch Koch-Utensilien, Backpulver, Besteck, Antitranspirante oder Deodorants reicht nicht aus, um die Krankheit zu verursachen! [2]

[1] btw: in späteren Studien wurde ebenso Alzheimer-erkrankte Hirnmasse untersucht, wobei keine erhöhte Al-Dosis gemessen wurde. Unklar ist bis heute woher die hohen Al-Konzentrationen kamen, vermutet werden Aluminiumbauteile in Dialysegeräten. Tatsächlich war eine große Anzahl der damals untersuchten Personen Dialysepatienten gewesen!

[2] Quelle: Stellungnahme der Dt. Alzheimer Forschung


LG Antonio
 
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25.09.07
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Hallo Antonio,

vielen Dank für Deine Stellungnahme in diesem (schon etwas älteren ;)) Thread.
Dies ist sicher ein gut diskutiertes Thema, ähnlich dem Amalgam welches ja angeblich auch erst ab "bestimmten Mengen" giftig sein soll. Wie das letztendlich in der Praxis aussieht ist aber eine ganz andere Sache.

Ich persönlich kenne mich diesbezüglich ehrlich gesagt nicht gut genug aus um das Eine oder das Andere sagen zu können, doch trotz allem sollte man in solchen Fällen nicht vergessen, dass vermutlich kein Mensch auf der ganzen Welt sagen kann ab wann ein solcher Stoff tatsächlich Schäden im Organismus anrichten kann. Daher kann ich sehr gut verstehen wenn es dazu kritische Stimmen gibt.

Ich habe dazu folgendes gefunden was mich trotz meiner "Unwissenheit" durchaus nachdenklich stimmt:
In einer toxikologischen Neubewertung des Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives (JECFA) im Juni 2006 stellte sich heraus, dass Al bereits bei geringeren Dosen – als in früheren Studien angenommen – einen Einfluss auf das menschliche Reproduktionssystem und die Generierung des zentralen Nervensystems haben kann. Aus diesem Grund wurde der PTWI-Wert (provisional tolerable weekly intake) von 7 mg/kg Körpergewicht auf 1 mg/kg Körpergewicht herabgesetzt.
Quelle: süsswaren technik und wirtschaft - LCI-Focus: Aluminium in Lebensmitteln

Dies ist jetzt nur ein kleines Beispiel, im Netz gibt es natürlich tausende solcher Beträge.

Wie gesagt, ich selbst vermag das nicht zu beurteilen doch bedenkenswert finde ich das allemal.


Liebe Grüße :wave:.

Heather
 
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24.11.08
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Hallo Heather! Danke für den Link! Sehr interessant. Man beachte aber das Wort "kann" am Ende des 1. Satzes.

Der PTWI von 1 mg/kg Körpergewicht pro Woche ist natürlich gewaltig.

Bekannt ist ja z.B. das Märchen vom brustkrebserzeugenden Aluminium-Deo. Diese Mittel enthalten zwischen ca. 2% (Deo) bis 30% (Anti-Transpirant) AlCl/50 ml. Da frage ich mich, wie - selbst bei exzessivem Gebrauch - dieser Grenzwert überschritten werden soll. Überhaupt ist mir rätselhaft, wie das Aluminium von der Haut in den Körper gelangen soll. Die Behauptung, dies geschehe über die Lymphen ist Quatsch, da diese keine Verbindung zur Hautoberfläche haben. Bleibt also nur das Eindringen der Mittel in die Haut. Aber wie soll das gehen? Die Lymph- und Blutbahnen liegen in den unteren Hautschichten, wie komm das Mittel dahin. Etwa durch ein "Einziehen", wie man sagt? Dies ist nicht möglich, solange das angewandte Mittel keine Parabene oder Emulgatoren enthalten, die den Transport von Wirkstoffen in die unteren Hautschichten ermöglichen. Leider ist das ja normalerweise bei Cremes und anderen Kosmetika erwünscht. Bei Deos/Antiperspiranten sollte das aber tabu sein!

Wer nicht sicher ist, was in seinem Lieblingsprodukt drin ist, kann sich kostenlos bei ||| | ||| | || CODECHECK.INFO informieren. Jeder Bestandteil hat dort eine Bewertung, die sich auf die Beurteilung durch Öko-Test, Chemiker, Lebensmitteltechniker usw. bezieht.
 
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nicht der papa

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18.11.09
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Beim BFR ist eine Menge zu Aluminium zu finden. www.bfr.bund.de/search/search.php?words=aluminium&x=0&y=0
Ein Zusammenhang zwischen Alzheimer und Aluminium kann auch dort nicht komplett abgestritten werden, denn selbst in den Unterlagen, in denen ein Zusammenhang bestritten wird, kann er nicht gänzlich von der Hand gewiesen werden.
Da sich unsere staatlichen Stellen aber immer zurückhaltend verhalten, muss jeder selbst wissen, wie er sich verhält.
Denn eines steht fest, auch das BFR streitet nicht ab, dass Alu bei einer erhöhten, langfristigen Aufnahme beim Menschen zu brüchigen Knochen, Anämie und Hirnschädigungen führen kann. In Tierstudien wurde ferner nachgewiesen, dass der Stoff die Fortpflanzung und das sich entwickelnde Nervensystem bereits in niedrigen Dosen beeinträchtigen kann.

Muss man wirklich mehr wissen, um diesen Stoff weitgehend zu vermeiden?

Ich benutze schon lange nichts mehr, bei dem der Inhaltsstoff Aluminium angegeben ist und verzichte auf Alufolie.
Geschirr, dass diesen Stoff enthält sollte man schon lange entsorgt haben.

Wenn alleine die Menge das Gift machen würde, warum helfen dann Homöopathika vielen Menschen und warum werden viele Menschen von jodierten Nahrungsmitteln oder durch Elektrosmog krank?

Und vor allen Dingen, wer weiß schon genau wie viel Gift er aufnimmt?:confused:
Denn viele Gifte und Zusatzstoffe sind meist versteckt. So wurde z.B. bei Untersuchungen schon Milch gefunden, die hatte pro Liter einen Jodgehalt von 4000 mg.
 
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24.11.08
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Sorry, aber das ist doch mit Verlaub gesagt lächerlich. Auf Alufolie verzichten und noch 3 Dinge und schon lebst du gesund? Bist du wirklich so naiv? :schock:

Besorge dir mal eine Liste aller Dinge, die Aluminium enthalten. Isst du z.B. kein Gemüse? Okay, besorg dir die Liste besser nicht, weil dann fällst du vermutlich tot um, wenn du siehst, wieviel Alumium du seit deiner Geburt schon zu dir genommen hast. :bier:

:sleep:
 
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05.09.08
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Um ehrlich zu sein ist der Link Quecksilber/Alzheimer schon bewiesen worden und es gibt noch mehr Hinweise als bei Aluminium. Aluminium ist ein synergisches Toxin mit Quecksilber. Aluminiumeinlagerungen im Gehirn sind sicher nicht gesund.
 
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24.11.08
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Dass Aluminium toxisch ist bestreitet doch niemand. Wo aber ist der Beweis für den Zusammenhang von Aluminium und Alzheimer? Warum leiden Dialysepatienten und Arbeiter aus der Aluminiumhütte (diese nehmen das zigfache an Aluminium auf wie normale Menschen) nicht verstärkt an Alzheimer? Dazu gibt es Studien, Langzeitstudien. Und nirgends konnte eine Häufung an Erkrankungen bewiesen werden. Lasse mich aber gerne belehren, eine Quelle für dein Geheimwissen kannst du uns ja sicher verraten. Danke im voraus.
 
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05.09.08
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Ich habe nirgendwo gesagt dass Alumnium Alzheimer verursacht denke ich. Ich habe nur gesagt dass es einen Zusammenhang zwischen Alzheimer und Schwermetallen gibt. Desweiteren habe ich gesagt dass Aluminium toxisch ist und es sicher nicht wünschenswert ist Aluminium im Gehirn zu haben.

Eine einzige Studie als Beispiel herzunehmen das es es wahr oder falsch ist ist natürlich nicht sinnvoll. Man muss immer alle Studien betrachten. Manche Studien sind fehlerhaft übrigens, Fehler werden beim auswerten, sammeln der Daten gemacht usw. usw.

Wo aber ist der Beweis für den Zusammenhang von Aluminium und Alzheimer?

Ich wollte eigentlich gar nicht über Aluminium und Alzheimer sprechen aber ich denke schon das es auch bei Aluminium Hinweise gibt zb. kann das bhier nachdenklich machen, eine Metastudie:

Aluminum as a risk factor for Alzheimer's disease. [Rev Lat Am Enfermagem. 2008 Jan-Feb] - PubMed result

The purpose of the study was to condense existing scientific evidence about the relation between aluminum (Al) exposure and risk for the development of Alzheimer's Disease (AD), evaluating its long-term effects on the population's health. A systematic literature review was carried out in two databases, MEDLINE and LILACS, between 1990 and 2005, using the uniterms: "Aluminum exposure and Alzheimer Disease" and "Aluminum and risk for Alzheimer Disease". After application of the Relevance Test, 34 studies were selected, among which 68% established a relation between Al and AD, 23.5% were inconclusive and 8.5% did not establish a relation between Al and AD. Results showed that Al is associated to several neurophysiologic processes that are responsible for the characteristic degeneration of AD. In spite of existing polemics all over the world about the role of Al as a risk factor for AD, in recent years, scientific evidence has demonstrated that Al is associated with the development of AD.

Laut dieser Metatstudie fand man bei 68% der Studien einen Zusammenhang. Das heisst nicht automatisch das Aluminium alleine Alzheimer verursacht nur dass es sicher keinen positiven Einfluss bei neurodegenerativen Erkrankungen hat und deshalb gemieden werden sollte. Es ist wie gesagt nicht wünschenwert Aluminium im Gehirn zu haben.
 
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24.11.08
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Lass doch mal die Kirche im Dorf. Diese Vergleichsstudie aus São Paulo sagt auch nichts anderes aus, als dass Aluminium dort gefunden wurde, wo Alzheimer war. Was vielfach fehlt - auch das ist bekannt - sind die Alternativuntersuchungen gesunder Gehirne (wer lässt normal Verstorbene schon obduzieren?). Die paar Studien, die sich damit beschäftigt haben zeigten, dass gesunde und MA-erkrankte Hirne eine gleichhohe Aluminiumkonzentration hatten.

Interessant sind die konkreten Laboruntersuchungen an Tieren und separierten Zellen. Dabei hat sich gezeigt, dass die Dosis, welche Degenerationen verursachen kann, gewaltig hoch sein muss. Viel höher, als wir im täglichen Leben zu uns nehmen könnten.

Davon ab: Aluminium vermeiden, schreibst du, schön und gut. Aber wie soll das bitte gehen?! Ernsthaft.
 

Heureka

Traurige Theorien, traurige Studien, traurige Wissenschaft.

Erfahrungen zählen, ob mit Aluminium, Quecksilber, Rizinusöl oder oder oder.

Seitdem ich keine aluminiumhaltigen Deos mehr verwende, ist nicht nur der extreme Juckreiz unter den Achseln verschwunden, es geht mir auch nervlich besser. Keine Ahnung, warum das so ist, aber es ist so, und es passt ins Bild.

Heute verwende ich nur selbstgemachte Deos mit Natron oder Zinkoxid.
 
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07.05.04
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Bekannt ist ja z.B. das Märchen vom brustkrebserzeugenden Aluminium-Deo. Diese Mittel enthalten zwischen ca. 2% (Deo) bis 30% (Anti-Transpirant) AlCl/50 ml. Da frage ich mich, wie - selbst bei exzessivem Gebrauch - dieser Grenzwert überschritten werden soll. Überhaupt ist mir rätselhaft, wie das Aluminium von der Haut in den Körper gelangen soll. Die Behauptung, dies geschehe über die Lymphen ist Quatsch, da diese keine Verbindung zur Hautoberfläche haben. Bleibt also nur das Eindringen der Mittel in die Haut. Aber wie soll das gehen? Die Lymph- und Blutbahnen liegen in den unteren Hautschichten, wie komm das Mittel dahin. Etwa durch ein "Einziehen", wie man sagt? Dies ist nicht möglich, solange das angewandte Mittel keine Parabene oder Emulgatoren enthalten, die den Transport von Wirkstoffen in die unteren Hautschichten ermöglichen. Leider ist das ja normalerweise bei Cremes und anderen Kosmetika erwünscht. Bei Deos/Antiperspiranten sollte das aber tabu sein!
Wie sollte ein Deo wirken, wenn nicht auf die Schweißdrüsen? Es werden die Poren nicht verstopft, es wird die Schweißproduktion vermindert. Und das geht nur, wenn der Wirkstoff in die entsprechenden Zellen eindringt.

Liebe Grüße

Günter
 
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24.11.08
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Wie sollte ein Deo wirken, wenn nicht auf die Schweißdrüsen? Es werden die Poren nicht verstopft, es wird die Schweißproduktion vermindert. Und das geht nur, wenn der Wirkstoff in die entsprechenden Zellen eindringt.

Hallo Günter, Aluminiumsalze in Deos wirken dadurch, dass sie die Kanäle der Schweißdrüsen durch Reizung verengen und durch Bildung eines Propfes verstopfen. Es ist im Prinzip also eine rein physikalische Wirkung, die keinen wirklichen Einfluss auf die Körperfunktion des Schwitzens vornimmt. Sicherlich kann man darüber streiten, ob dies generell gesund ist, zumal die genannten Reizungen für die meisten Menschen nicht zu ertragen sind. Es ist aber auch so, dass sich die Haut nach einem natürlichen Turnus von selbst reinigt und regeneriert und damit den Propfen abstößt. Zudem bietet der Körper genug alternative Verdunstungsflächen auf, so dass eine regional eingeschränkte Behandlung, z.B. der Achselhöhlen, kaum zu Überhitzung führen kann. Deos und Antitranspirante auf Basis von AlCl können ein erstes, wirkungsvolles Mittel gegen starkes Schwitzen sein. Allerdings können sie eine fundierte Ursachenforschung nicht ersetzen. Während der Pubertät und den Wechseljahren kann starkes Schwitzen durch hormonelle Umstellung zu starkem, abtropfendem Schwitzen führen, hier zeigt sich gut, dass die wohl einzige Alternative zur Symptombekämpfung eine indiskutable Hormontherapie wäre. Im Bereich des Hand-/Fußschwitzens wären langfristige Alternativtherapien eine psychisch nicht sehr entlastende Maßnahme. Botox-Injektionen, Nervdurchtrennung und Absaugung der Schweißdrüsen sollten grundsätzlich ausscheiden.
 

nicht der papa

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18.11.09
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Natürlich nimmt der Körper Aluminium durch vielfältige Quellen auf und somit ist die Aufnahme nicht wirklich zu vermeiden.
Die Aufnahme kann man nur reduzieren, indem man es eben bewusst vermeidet, weil es wie alle Umweltgifte schon lange überall drin ist.
In der Luft, im Wasser, im Boden, in unseren Lebensmitteln, in manchen Medikamenten, Pflegeprodukten und eben Behältnissen aus Aluminium. Hoch ist die Aufnahme auch an manchen aluminiumbelastetenden Arbeitsplätzen.
Der größte Teil findet sich beim Menschen in Knochen, Lungen und Muskulatur. Aluminiumarm sind Gehirn- und Fettgewebe.

Der SCF hat im Zusammenhang mit der Verwendung aluminiumhaltiger Lebensmittelzusatzstoffe die Auffassung vertreten, dass es keine eindeutige Assoziation zwischen der Aluminium-Aufnahme und einer Alzheimer-Erkrankung gibt (SCF1991). Gleichwohl alle wissen, dass es ein giftiger Stoff ist.

Dies scheint sämtlichen Lebensmittelherstellern sozusagen die Erlaubnis zu geben, viele Lebensmittel mit Aluminiumhydroxid als Bestandteil von Rieselhilfen und Bleichmittel zu versehen.
Kochsalz enthält häufig nicht deklarierungspflichtige Konservierungsstoffe wie Kalziumcarbonat, Magnesiumcarbonat, E535, E536, E540, E550, E551, E552, E553b, E570 E572 sowie Aluminiumhydroxid, um die Streu- und Rieselfähigkeit zu verbessern.
Auch zum Bleichen von Weißmehlen werden aluminiumhaltige Stoffe eingesetzt, bei Tee und Gewürzen.
Dies scheint auch den Herstellern von Kosmetikprodukten die Erlaubnis zu erteilen in Deos, Cremes und Zahnpasta Aluminium reinzupacken.
Am Schlimmsten aber treiben es die Pharmakonzerne.

Aus einer Bewertung des BFR2007: Aus dem aktuellen PTWI in Höhe von 1 mg/kg Körpergewicht für die Gesamtaufnahme von Aluminium ergibt sich eine tolerierbare Aufnahme von 60 mg/Person/Woche oder 8,6 mg/Person/Tag. Verglichen mit diesem Wert sind die täglichen Aluminium-Aufnahmemengen aus Bedarfsgegenständen (3,5 mg) und Deodorantien (7 µg) als gesundheitlich unbedenklich anzusehen.

Neben frischen Lebensmitteln wie Gemüse (0,3-26 mg/kg) und Obst (0,5-14 mg/kg) können Tee und Gewürze aufgrund ihrer hohen Gehalte wesentlich zur Aluminiumaufnahme beitragen. Auch Lebensmittel, die unter Verwendung aluminiumhaltiger Zusatzstoffe hergestellt wurden (z.B. Süß- und Backwaren), können zu einer erhöhten Aufnahme führen.
Eine zusätzliche Belastung der Lebensmittel kann über aluminiumhaltige Verpackungen und aluminiumhaltiges Kochgeschirr erfolgen. Aluminiumhaltige Lebensmittelverpackungen (z.B. Deckelfolien von Kunststoffbechern, Getränkedosen) sind häufig mit Beschichtungen versehen, so dass mit keinem nennenswerten Übergang von Aluminium zu rechnen ist (Schmidt / Grunow, 1991).
Durch Zubereiten, Erhitzen und Aufbewahren in Töpfen und Pfannen aus Aluminium ist eine zusätzliche Aufnahme in Höhe von maximal 3,5 mg Al/Person/Tag abgeschätzt worden (Greger, 1985).
Für Aluminiumübergänge aus Bedarfsgegenständen werden nach Kochen, Einfrieren und Auftauen für verschiedene Lebensmittel Werte von < 0,4 - 7,1 mg/kg Lebensmittel mit einem maximalen Einzelwert von 57 mg/kg für Tomatensoße genannt.
Das ehemalige Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) hat in einer Stellungnahme zur Verwendung von Aluminiumfolien beim Grillen darauf hingewiesen, dass selbst unter ungünstigen Bedingungen durch den Verzehr von in Folie gegrillten Makrelenfilets mit Würzmischung (200 g Fisch) nur ein geringer Teil der durch den TDI abgedeckten Aufnahmemenge von Aluminium (2,5 %) ausgeschöpft wird (BgVV, 2000), entsprechend ca. 18 % des aktuellen PTWI-Wertes.
Hohe Übergänge werden dagegen für die Anwendung von Aluminiumgefäßen und -folien im Zusammenhang mit sauren Lebensmitteln wie Rhabarber (41,8 mg/kg), Sauerkraut (16,4 mg/kg) und Tomaten (64,8 mg/kg) berichtet (Schmidt / Grunow, 1991). Für die durchschnittliche Aluminiumaufnahme aus Lebensmitteln liegen Angaben von JECFA (1989) in Höhe von 2-6 mg/Tag (Kinder) und 6-14 mg/Tag für Erwachsene vor; von IPCS (1997) wird für Erwachsene ein Bereich von 2,5-13 mg/Tag angegeben.
Der Anteil des Trinkwassers an der täglichen Aluminium-Aufnahme ist mit 0,2-0,4 mg relativ gering; die Aufnahme über die Luft liegt bei maximal 0,04 mg/Tag (IPCS, 1997).
Wobei hier auffällt, dass man gerne auf veraltete Daten zurückgreift.:D

Aber: Wenn säure- oder salzhaltige Lebensmittel längere Zeit in Aluminiumtöpfen gekocht oder aufbewahrt werden bzw. mit Aluminiumfolie in Kontakt kommen, liegen die Aluminiumübergänge in das Lebensmittel jedoch so hoch, dass es bei mehrmaligem wöchentlichen Verzehr derartiger Lebensmittel zu einer Überschreitung des PTWI kommen kann.
Auch der regelmäßige Verzehr von Lebensmitteln mit aluminiumhaltigen Zusatzstoffen könnte bei einigen Bevölkerungsgruppen – besonders bei Kindern – zu deutlichen Überschreitungen des PTWI-Wertes führen (JEC-FA, 2006).

Das sind aber alles Peanuts, wenn man sich dann wegen Magenproblemen den Magen aufräumen lässt.:D
Denn die größte Aufnahme erreicht man, abgesehen von entsprechend belasteten Arbeitsplätzen, zweifellos durch die Einnahme der sogenannten aluminiumhaltigen Antazida oder Antacida. Mitteln für den Magen wie Maaloxan, Rennie, Talcid, etc.
Nach der Einnahme von Antacida (>1.000 mg Al/Person/Tag) sind beim Menschen Störungen des Phosphat- und Calciumhaushalts beschrieben worden; es kam zur Demineralisation der Knochen und zur Reduktion der Knochenfestigkeit (Schmidt / Grunow, 1991).
Man vergleiche nun diese Aussage mit der des BFR:
Über aluminiumhaltige Arzneimittel (Aluminiumhydroxid, aluminiumhaltige Phosphatbinder) wie Antacida werden bis zu 5.000 mg Al/Person/Tag aufgenommen.
Dabei dann nicht vergessen- Es gibt zudem zahlreiche Hinweise darauf, dass Aluminium die Blut-Hirnschranke passieren kann, wobei der Transportmechanismus noch unklar ist (Exley et al., 1996).
Diese Mittel sind meist frei verkäuflich und daher nach Ansicht vieler Menschen völlig harmlos. Aber eigentlich sollte man sie dringend meiden.

Im Jahre 1970 wurden erstmals erhöhte Aluminiumkonzentrationen bei chronischer Niereninsuffizienz nach Einnahme von Antazida beobachtet.
Erhöhte, toxikologisch relevante Aluminium-Blutspiegel traten bei Dialysepatienten durch hohe Konzentrationen im Dialysewasser und/oder durch therapeutische Gabe von Aluminiumhydroxid auf. Die toxischen Effekte des Aluminiums manifestieren sich bei diesen Patienten in den Symptomen einer Dialyse-Enzephalopathie, die durch eine Vitamin-D-resistente Mineralisationsstörung der Knochen, Anämie und Hirnschädigungen gekennzeichnet ist.
In den letzten Jahren hat sich bei Dialysepatienten mit chronischer Niereninsuffizienz und Dialyseencephalopathie die Durchführung einer Chelattherapie mit Desferrioxamin-B als günstig erwiesen. Dabei werden aus dem Knochen erhebliche Aluminiumkonzentrationen entfernt. Schwieriger ist die Entfernung von Aluminiumkonzentrationen aus dem Gehirn.
Dialyse heute:
Dialyse-Patienten (Patienten mit einer ungenügenden Nierenfunktion, die regelmässig einer Blutreinigung unterzogen werden) entwickeln nach jahrelanger Behandlung oft Gehirnstörungen, Knochensprödigkeit und Muskelschwäche. Ursache dieser Dialyse-Enzephalopathie (die nicht mit Gewebeveränderungen im Gehirn verbunden ist) sind aluminiumhaltige Medikamente, mit denen täglich bis zu 200 Milligramm Aluminium aufgenommen werden. Die Medikamente sollen die Nahrungsphosphate im Darm ausfällen, damit diese nicht den Körper überlasten, der zu ihrer Ausscheidung über die Nieren nicht mehr imstande ist.
Heute werden die Aluminiumgehalte im Blut aller Dialyse-Patienten ständig mit Sorgfalt überwacht, und die Medizin hat immer noch keine aluminiumfreien Medikamente.

All dies zeigt, was wir intus haben, werden wir so leicht nicht mehr los und kann auch noch zu anderen Problemen führen.;)
 
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24.11.08
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Vielen Dank, selten so eine umfassende Auflistung gesehen! Sehr informativ.

Als kleine Ergänzung: Das BfR hat mal Fisch untersucht, d.h. wie sich die Al-Konzentration durch Grillen/Backen in Alufolie verändert. Gewaltig.

Ich denke, es ist nicht das Aluminium alleine. Andere Faktoren spielen vermutlich die auslösende Schlüsselrolle. Die Lebenphilosophie "Ich vermeide Aluminium, also lebe ich ewig" ist ungefähr so effektiv wie "Ich rauche nicht, also bekomme ich keinen Lungenkrebs".
 

nicht der papa

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Weshalb ich aber nicht so von unseren Behörden überzeugt bin, ist der Vergleich mit den USA.:cool: Und das, wo so viele hier vom Gegenteil überzeugt sind.:D Das Haftungsrecht machts möglich.

Beispiel 1- Bis in die 90 er gab es hier ein Pflanzenschutzmittel für Kartoffeln, dass wegen hohem Krebspotential in USA schon um die 10 Jahre vorher verboten wurde.
Beispiel 2- Ich glaube es war Elidel, eine cortisonhaltige Salbe, die von der FDA vor Jahren für Kleinkinder verboten wurde. Ich weiß nicht, wie es in D aktuell ist. Aber als ich damals recherchiert habe, hat unsere Behörde dazu nur gemeint, sie müssten erstmal abwarten bis weitere Beweise für die Schädlichkeit auftreten. Da wurde die Salbe hier noch fleißig an Kleinkinder verschrieben.
Beispiel 3- In den USA werden alle neu auf den Markt gekommenen Medikamente und kritische Medikamente mit Warnhinweis versehen.
Beispiel 4- Erhöhte Selbstmordrate bei viele Psychopharmaka wurde dort viel früher veröffentlicht.

Beim Aluminium sieht es aber leider so aus, dass die FDA Aluminium in Nahrung und Medizin als generell sicher eingestuft hat und es dort keine Begrenzungen gibt.
 
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nicht der papa

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18.11.09
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Hab da noch was interessantes gefunden.
www.bvl.bund.de/nn_491394/DE/01__Lebensmittel/01__Sicherheit__Kontrollen/03__Monitoring/lmm__bericht__2008
Seite 78

Dekor-Zuckerbuchstaben E 104, E129; E 132, Aluminiumgehalt 207mg/kg
Streudekor dragierter Zuckerstreusel, violett, E120; E124; E132; E163; E171, Aluminiumgehalt 1272mg/kg
Streudekor dragierter Zuckerstreusel, silber, E173 (Aluminium), Aluminiumgehalt 2408 mg/kg
Zuckerperlen gold, E 100; E 171; E 172; E 555 (Kaliumaluminiumsilikat), Aluminiumgehalt 1126 mg/kg

Das gibt sicher einen leckeren Geburtstagskuchen.
 
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